🕮 Innerlich tote Wundergreise?

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🎙 Lady Philosophia übernimmt die Visite. Eine antike Therapiestunde.

Der Deutschlandfunk-Nova-Vortrag „Trost für die Seele – Philosophie als Medizin” behandelt die Rolle der Philosophie als Heilkunst, insbesondere anhand des Werkes „Consolatio Philosophiae” des römischen Philosophen Boethius.

Die erste Frage ist, meinst du denn, dass diese Welt durch sinnlosen Zufall getrieben werde? Oder glaubst du, dass in ihr irgendeine Leitung der Vernunft wirkt?

In der Antike wurde Philosophie nicht nur als abstrakte Wissenschaft, sondern auch als Medizin für die Seele betrachtet. Die Philosophen hatten die Aufgabe, die Seele zu heilen, während sich Ärzte um den Körper kümmerten.

Boetius, ein bedeutender Gelehrter des 6. Jahrhunderts, schrieb „Trost der Philosophie” während seiner Gefangenschaft, nachdem er fälschlicherweise zum Tode verurteilt worden war. Dieses Werk gilt als eines der meistgelesenen Bücher der Spätantike und hat bis ins Mittelalter hinein großen Einfluss ausgeübt.

Also sage mir, nimmst du auch wahr, mit welchen Mitteln die Welt regiert wird?

Boetius kritisierte das mangelnde Interesse an mathematischen und philosophischen Wissenschaften in seiner Zeit. Er sah die Notwendigkeit, diese Disziplinen zu bewahren und zu fördern, um die menschliche Bildung zu stärken.

In seinem Werk personifiziert er die Philosophie als Ärztin, die dem Gefangenen hilft, seine seelischen Leiden zu erkennen und zu heilen. Die Philosophie lehrt, dass das Streben nach falschen Gütern zu Leid führt und man sich stattdessen auf die wahren, inneren Werte konzentrieren sollte.

Erinnerst du dich denn daran, dass du ein Mensch bist?

„Trost der Philosophie” ist in fünf Bücher unterteilt, die verschiedene Aspekte der menschlichen Existenz und des Leidens behandeln, darunter die Natur des Glücks, die Gerechtigkeit Gottes und die menschliche Freiheit.

Die Philosophie diagnostiziert die seelischen Probleme des Gefangenen, der unter „Lethargie” leidet, und hilft ihm, seine Sichtweise zu ändern. So erkennt er, dass sein Leiden aus falschen Wertvorstellungen resultiert.

Und weißt du auch, was der Mensch ist?

Boethius wird als Lehrmeister des Mittelalters angesehen, dessen Arbeiten die philosophische Diskussion und das Bildungssystem über Jahrhunderte prägten.

Insgesamt zeigt dieser Vortrag, wie Boetius’ Werk nicht nur als literarisches, sondern auch als philosophisches und therapeutisches Dokument betrachtet werden kann, das die Menschen dazu ermutigt, sich mit ihren inneren Konflikten auseinanderzusetzen und die Philosophie als Weg zur Heilung zu nutzen.

… und weißt du denn, ob du nichts anderes bist?


Podcastfolge „Trost für die Seele – Philosophie als Medizin“ vom –01.05.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/05/01/deutschlandfunknova_trost_fuer_die_seele_20250501_bb8d6051.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/trost-fuer-die-seele-philosophie-als-medizin

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📅❓ Alles wird sich fügen. Aber nicht von selbst.

Vom 23.06.2026 bis heute hat sich der beste Rat, den ich jemandem geben würde, der jünger ist als ich, nicht verändert.

„Damals“ schrieb ich: „Du kannst darauf vertrauen, dass sich alles fügen wird.“ Das ist der „beste” Ratschlag, den ich jemandem geben würde, der jünger ist als ich.

Damit meine ich jedoch kein passives Vertrauen. Wenn man sich hinsetzt, die Hände in den Schoß legt und darauf vertraut, dass sich alles fügen wird, wird sich vermutlich nichts fügen.

Dieses Fügen bedeutet auch nicht, dass alle Träume, Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen, sondern dass rückblickend alles einen Sinn ergibt.

Viele Umwege und Sackgassen im Leben sind oft von Nutzen, um letztendlich den eigenen Weg und Lebenszufriedenheit zu finden. Manchmal – ich übertreibe jetzt – „muss” man durch die Hölle gehen, um das Paradies zu erreichen. Manchmal muss man die Fremdbestimmtheit überwinden, um selbstbestimmt durchs Leben gehen zu können. Manchmal muss man durch den Schmerz hindurchgehen, um Schmerzfreiheit genießen zu können.

Man muss nichts, man kann, wenn man will.

Tägliche Schreibanregung
Was ist der beste Rat, den du jemandem geben würdest, der jünger ist als du?

What’s the best advice you’d give to someone younger than you?  |  Was ist der beste Rat, den du jemandem geben würdest, der jünger ist als du?

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📅❓ Zu mir

Meine längste Reise begann mit meiner Geburt und wird bis zu meinem Tod andauern. Was danach kommt, weiß man nicht. Vielleicht hat unsere Reise sogar lange vor der Geburt begonnen und führt über den Tod hinaus. Die Lebensreise ist die längste Reise, auf der ich mich befinde.

Als wer wurde ich geboren? Zu wem wurde ich gemacht? Wer bin ich? Wer möchte ich sein?

Nach dem heutigen Erkenntnisstand der Wissenschaft wurde ich mit einer 40- bis 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit als introvertierter Mensch geboren.

Ich war meinen Eltern zu ruhig. Sie machten mir deutlich, dass das nicht gut ist, und gaben mir so viele Anreize, dass ich mich allmählich extravertiert verhielt. Natürlich unbewusst. Das ist der 50- bis 60-prozentige Einfluss meiner Umwelt.

Ab der Zeit der Pubertät spürte ich eine gewisse innere Ambivalenz und Unruhe, die ich mir nicht erklären konnte.

Erst sehr viel später, in der Begegnung mit einer zutiefst introvertierten Person, die entsprechend ihrem Temperament lebte und für deren Eltern Introversion etwas Normales war, erkannte ich meine eigene Introversion.

Ich häute mich also, lege die mich erschöpfenden extravertierten Anteile nach und nach ab und pflege meine introvertierten Anteile. Mein ambivalentes Gefühl verschwand und ich wurde ausgeglichener.

Darüber hinaus gibt es noch so viel mehr, was es auf der Lebensreise zu entdecken gibt: Sie erweitert meinen Horizont, erhält meine Flexibilität, lässt mich meine Gewohnheiten immer wieder anpassen, aus den Erfahrungen anderer lernen und offen bleiben für Veränderungen.

Tägliche Schreibanregung
Was war die längste Reise, die du je gemacht hast?

What’s the longest trip you’ve ever taken?  |  Was war die längste Reise, die du je unternommen hast?

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📅❓ SimMankind

Einerseits bin ich mir sicher, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht. Als Teil eines unvorstellbar kleinteiligen Räderwerks können wir das dahinterstehende Muster jedoch nicht erkennen. Noch nicht. Mit „alles” meine ich die große Entwicklung vom sogenannten Urknall bis heute. Ich bin mir ziemlich sicher, dass unser „Wissen” diesbezüglich vergleichbar ist mit dem Wissen der Menschheit zu der Zeit, als sie überzeugt war, dass die Erde eine Scheibe und der Mittelpunkt von allem ist.

Die kleinteilige Entwicklung im Universum, auf der Erde und in unserem wahrgenommenen Leben firmiert vermutlich unter der Überschrift „Versuch und Irrtum”.

Der große Rahmen ist vorgegeben, der Inhalt gestaltet sich chaotisch.

Andererseits habe ich immer wieder – und mit zunehmender Lebenserfahrung immer öfter – das Gefühl, dass wir nicht real sind, sondern Teil einer hochentwickelten Computersimulation.

Tägliche Schreibanregung
Glaubst du, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert?

Do you think everything happens for a reason?  |  Glaubst du, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht?

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📅❓ Menschheitsversagen.

Fast alles, was wir heute über die Erderwärmung wissen, war bereits 1979 bekannt.

Anders als bei der Stringtheorie oder der Gentechnik war der „Treibhauseffekt” – die Metapher stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert – längst ein historisch etabliertes Phänomen, das in jedem Biologielehrbuch beschrieben wurde.

Die zugrunde liegende Wissenschaft war nicht besonders kompliziert. Sie ließ sich auf ein schlichtes Axiom zurückführen: Je mehr CO₂ sich in der Atmosphäre befindet, desto wärmer wird der Planet. Und durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas stießen die Menschen jedes Jahr immer größere Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre aus.

1859 entdeckte der irische Physiker John Tyndall die entscheidende Nebenwirkung des Treibhauseffekts: Da CO₂-Moleküle Hitze aufnehmen, können Veränderungen ihrer atmosphärischen Konzentration für Klimaveränderungen sorgen.

Dieses Forschungsergebnis inspirierte den schwedischen Chemiker Svante Arrhenius, der später den Nobelpreis erhalten sollte, im Jahr 1896 zu der Folgerung, dass die Verbrennung von Kohle und Petroleum zur massenhaften Energiegewinnung zu einer Erderwärmung führen könnte. Diese Erwärmung würde sich in einigen Jahrhunderten bemerkbar machen, vielleicht auch früher, wenn der Verbrauch fossiler Brennstoffe weiter zunehmen sollte.

Die Lektion aus „Losing Earth” von Nathaniel Rich, 2019: Die Klimakatastrophe, die wir jetzt erleben, hätte verhindert werden können. Vor dreißig Jahren gab es die Chance, den Planeten zu retten – doch sie wurde verspielt. Nathaniel Rich schildert in dieser dramatischen Reportage, wie es zu diesem globalen Versagen kam. Eine dramatische Reportage über ein Menschheitsversagen.

Veränderte Sichtweise: Wir sind am Arsch.

Tägliche Schreibanregung
Welche Lektion hast du in letzter Zeit gelernt, die deine Sichtweise verändert hat?

What’s a lesson you’ve learned recently that shifted your perspective?  |  Welche Erkenntnis hast du in letzter Zeit gewonnen, die deine Sichtweise verändert hat?

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🎙 Eigentumselite: Wissen, Macht und soziale Strukturen.

In diesem Vortrag geht es um die Forschung von Isabell Stamm zur Eigentumselite in Deutschland.

Diese umfasst Familien mit einem Vermögen von über 100 Millionen Euro. Stamm führte Interviews mit diesen Familien und analysierte deren Eigentumsstrukturen sowie das innerhalb dieser Elite weitergegebene Wissen.

Sie betont, dass die soziale Position dieser Familien nicht nur durch finanzielles, sondern auch durch kulturelles und soziales Kapital geprägt ist. Dabei spielt das Verständnis von Eigentumsbeziehungen eine zentrale Rolle.

Die Eigentumselite nutzt spezifische Strategien zur Vermögenssicherung und -vermehrung über Generationen hinweg. Dadurch entwickelt sie eine sogenannte Eigentumskompetenz, die es ihr ermöglicht, ihre sozialen Bindungen und Machtstrukturen aufrechtzuerhalten.

Der Vortrag schließt mit der Erkenntnis, dass die Eigentumselite nicht nur durch ihr Vermögen, sondern auch durch ihre Praktiken und das damit verbundene Wissen als Klasse definiert wird.


Podcastfolge „Making Class – Das Wissen schwer reicher Familien“ vom –08.01.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/01/08/deutschlandfunknova_making_class_das_wissen_20260108_28ca61aa.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/making-class-das-wissen-schwer-reicher-familien

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🎙 Vom Wankelmut zur Klarheit: Wie du lernst, dich endlich sicher zu entscheiden.

In diesem Gespräch analysiert Stefanie Stahl mit ihrem Gast Paula deren extreme Entscheidungsschwierigkeiten.

Diese sind tief in kindlichen Mustern der Überanpassung und Versagensangst verwurzelt. Paula erkennt, dass ihr „Wankelmut“ und ihr Perfektionismus als Schutzstrategien dienen, um mögliche Enttäuschungen und die Scham früherer Ohnmachtserfahrungen zu vermeiden.

Stahl verdeutlicht, dass Paula oft in negativen Gedankenspiralen verharrt, die ihre tatsächlichen beruflichen und persönlichen Erfolge überschatten.

Als Lösung wird vorgeschlagen, bewusst auf das „erwachsene Ich“ umzuschalten, um mithilfe des Verstandes eine Distanz zu alten Kindheitsgefühlen zu gewinnen und sich stärker auf die Sachebene zu konzentrieren.

Paula nimmt die Erkenntnis mit, dass sie stolz auf ihren bisherigen Weg sein darf und dass sie durch mentale Disziplin lernen kann, ihre Realität positiver und selbstbestimmter wahrzunehmen.


Podcastfolge „Entscheidungen treffen – warum kann ich das nicht?“ vom –09.10.2022– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.


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🎙 Kinderwunsch als Zerreißprobe: Wenn einer plant, während der andere blockiert.

Marina und Samuele suchen therapeutische Hilfe, da sie beim Thema Kinderwunsch und langfristige Lebensplanung an ihre Grenzen gestoßen sind.

Während Samuele nach Sicherheit durch klare Meilensteine strebt, fühlt sich Marina durch diesen Erwartungsdruck in ihrer Autonomie eingeengt und zieht sich zurück. Der Therapeut Eric Hegmann verdeutlicht, dass diese Dynamik in ihren gegensätzlichen Kindheitserfahrungen verwurzelt ist: Samuele wuchs in einer stabilen Großfamilie auf, während Marina Trennung erlebt hat.

In der Sitzung offenbart Marina, dass sie sich zwar grundsätzlich Kinder vorstellen kann, ihr „Schutzanteil” sie jedoch aus Angst vor einem Scheitern der Beziehung blockiert.

Die wichtigste Erkenntnis für das Paar ist, dass es zuerst seine emotionale Verbindung stärken muss, bevor es eine gemeinsame Lösung für seine unterschiedlichen Lebensentwürfe finden kann.


Podcastfolge „Kinderwunsch als wunder Punkt“ vom –03.05.2024– aus dem NDR-Podcast „Die Paartherapie„; verfügbar bis -03.05.2026-.


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🎙 „Wir streiten jeden Tag!“ – Warum die Rettung der Beziehung nicht bei der Veränderung des Partners beginnt

In dieser Podcastfolge geht es um Robert und Susan, ein Paar, das seit acht Jahren zusammen ist und in letzter Zeit häufig streitet. Sie haben zwei Kinder und erlebten ihre Beziehung anfangs als harmonisch, doch inzwischen fühlen sie sich oft missverstanden und allein. Die Streitigkeiten sind so häufig geworden, dass sie manchmal sogar an Trennung denken.


Podcastfolge „Wir streiten jeden Tag!“ vom 14.07.2023 aus dem NDR-Podcast „Die Paartherapie„.


In der Sitzung mit ihrem Therapeuten Eric Hegmann versuchen Robert und Susan herauszufinden, warum sie ständig streiten und wie sie ihre Kommunikation verbessern können. Robert hat das Bedürfnis, die Kontrolle zu behalten, was Susan frustriert, da sie sich nicht als gleichwertige Partnerin sieht. Beide erkennen, dass sie in stressigen Situationen oft laut werden und sich gegenseitig nicht richtig zuhören.

Eric hilft ihnen, sich an die positiven Zeiten ihrer Beziehung zu erinnern, als sie sich kennengelernt haben, und ermutigt sie, an ihrer Kommunikation zu arbeiten. Eine Übung, die sie machen, besteht darin, über ein wichtiges Symbol zu verhandeln. Dies zeigt, wie sie Konflikte im Alltag lösen. Während der Übung zeigt Robert Selbstlosigkeit, indem er das Symbol für Susan aufgibt. Dies führt jedoch auch zu Missverständnissen über seine eigenen Bedürfnisse.

Letztlich lernen Robert und Susan, dass sie beide an sich selbst arbeiten müssen, um ihre Beziehung zu verbessern, statt zu erwarten, dass der andere sich ändert. Der Artikel schließt mit der Erkenntnis, dass man nicht darauf warten sollte, dass der Partner sich verändert, sondern selbst aktiv an der Beziehung arbeiten muss, um die gewünschten Veränderungen zu erreichen.

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