🎙 Die KI als Kolleg:in: So arbeiten Redaktionen heute mit Sprachmodellen.

Der Vortrag behandelt die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) im Journalismus sowie die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen. Jessica Kunert, eine Expertin auf diesem Gebiet, argumentiert, dass KI eine wichtige Technologie ist, die den Journalismus verändern kann, jedoch auch neue ethische Fragen aufwirft.

Zu Beginn wird betont, dass Vertrauen die grundlegende Währung im Journalismus ist. Kunert erklärt, dass KI zwar viele Aufgaben erleichtern kann, aber auch Risiken birgt, beispielsweise die Verbreitung von Falschinformationen in Form von Fake News und Deepfakes. Sie gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung des Datenjournalismus und hebt fünf Phasen hervor, die zur heutigen KI-Technologie führten.

Die verschiedenen Phasen umfassen:

– Computer-Assisted Reporting in den 1960er Jahren, als Journalisten begannen, Computer für die Datenanalyse zu nutzen.

– Data-Driven Journalism in den 2000er Jahren, als größere Datenmengen durch das Internet zugänglich wurden.

– Datenjournalismus, der sich auf die visuelle Aufbereitung und das Storytelling von Daten konzentriert.

– Computational Journalism, bei dem soziale Wissenschaftsmethoden und Technologien kombiniert werden.

– Künstliche Intelligenz integriert und weiterentwickelt alle vorherigen Technologien.

Kunert beschreibt, wie KI genutzt werden kann, um Berichte automatisch zu erstellen, insbesondere in Bereichen wie Sport oder Wetter, in denen Daten in standardisierten Formaten vorliegen. Dies ermöglicht es Journalisten, sich auf tiefere Recherchen zu konzentrieren, während Routineaufgaben automatisiert werden.

Es werden auch die Herausforderungen angesprochen, die mit der Nutzung von KI verbunden sind, wie die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Daten und die Gefahr von Fehlern in KI-generierten Inhalten. Kunert warnt, dass Journalisten technische Fähigkeiten entwickeln müssen, um mit KI effektiv arbeiten zu können.

Ein weiteres zentrales Thema sind ethische Fragen, insbesondere in Bezug auf Datensicherheit und die Neutralität von Daten. Kunert betont, dass Daten stets die Werte ihrer Schöpfer widerspiegeln und dass es im Journalismus wichtig ist, diese Aspekte zu berücksichtigen.

Zusammenfassend zeigt der Vortrag, dass KI im Journalismus Potenzial, aber auch Herausforderungen mit sich bringt. Journalisten müssen sich anpassen und neue Fähigkeiten erlernen, um die Vorteile der Technologie zu nutzen und gleichzeitig ethische Standards zu wahren.


Podcastfolge „Journalismus: Welche Fragen sich beim Einsatz von KI stellen“ vom –11.11.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Vergiss die Bucket-List für die Rente! Warum das Leben jetzt stattfindet.

In ihrem Vortrag behandelt Julia Fischer die Biologie des Alterns und die aus der Forschung an Affen gewonnenen Erkenntnisse.

Fischer hebt hervor, dass das Altern sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Dimensionen hat – insbesondere im Kontext des demografischen Wandels, der eine größere Zahl älterer Menschen in der Gesellschaft mit sich bringt. Sie diskutiert die evolutionären Gründe für das Altern und erklärt, dass Organismen in der Regel zunächst in Wachstum und Fortpflanzung investieren, was langfristig zu Alterungsprozessen führt.

Ein zentrales Thema ist die kognitive Leistung im Alter. Fischer unterscheidet dabei zwischen fluider Intelligenz, die abnimmt, und kristalliner Intelligenz, die stabil bleibt oder sich sogar verbessert.

Des Weiteren thematisiert sie die Veränderung sozialer Netzwerke im Alter. Ältere Menschen haben tendenziell weniger soziale Interaktionen, zeigen aber dennoch ein gleichbleibendes Interesse an sozialen Informationen.

Fischer stellt verschiedene Theorien über das soziale Verhalten älterer Menschen vor. Ein Beispiel ist die sozio-emotionale Selektivitätstheorie. Diese besagt, dass Menschen sich mit zunehmendem Alter auf wertvolle Beziehungen konzentrieren. In ihrer Forschung mit Affen zeigt sie, dass diese Tiere im Alter zwar weniger sozial aktiv sind, aber weiterhin Interesse an sozialen Informationen haben. Die Risikobereitschaft nimmt im Alter nicht unbedingt ab, was darauf hindeutet, dass ältere Affen in bestimmten Situationen risikofreudiger sein können.

Zusammenfassend zeigt der Vortrag, dass das Altern komplexe biologische, kognitive und soziale Aspekte umfasst und dass die Forschung an Affen wertvolle Einblicke in diese Prozesse bietet.


Podcastfolge „Die Biologie des Alterns – Von Affen übers Leben lernen“ vom –05.09.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Das Geschlecht der Kalorie

In diesem Vortrag wird behandelt, warum heutzutage immer mehr Männer diäten. Früher war das Thema Diät vor allem für Frauen relevant. Durch die Einführung von Fitness-Apps und digitalen Diätprogrammen ist es für Männer jedoch einfacher geworden, ihren Körper zu beobachten und zu verändern. Durch diese digitale Selbstvermessung gelten Fitness und Schlankheit inzwischen als Ideale für alle Geschlechter.

In ihrem Vortrag erklärt die Geschlechterforscherin Corinna Schmechel, wie sich der Umgang mit dem eigenen Körper im Laufe der Geschichte verändert hat. Sie spricht über die Entwicklung von Diäten von der Antike bis heute und zeigt, dass Diäten für Männer erst seit Kurzem üblich sind.

Ein bekanntes Beispiel ist Weight Watchers, das ursprünglich vor allem Frauen ansprach, aber versuchte, auch Männer als Zielgruppe zu gewinnen. In der Werbung wurde betont, dass Männer echte Lebensmittel essen und trotzdem abnehmen können. Mit dieser Ansprache soll gezeigt werden, dass es nicht unmaskulin ist, auf die Ernährung zu achten.

Der Vortrag macht deutlich, dass Diäten nicht nur ein Frauenthema sind, sondern zunehmend auch Männer in den Fokus rücken. Dies geschieht in einem kulturellen Kontext, in dem sich die Geschlechterrollen und die Erwartungen an Männer verändern. Heutzutage tracken Männer ihre Ernährung und Fitness. Das ist Teil eines größeren Trends, bei dem Selbstvermessung und digitale Technologien eine wichtige Rolle spielen.


Podcastfolge „Ernährung – Warum heute mehr Männer Diät machen“ vom –20.11.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Die Klimakatastrophe kann noch abgewendet werden.

Der Vortrag „Neue Strategien – Wie Lobbyisten Klimaschutz verhindern“ behandelt den Einfluss von Lobbyisten auf den Klimaschutz sowie die Veränderungen ihrer Strategien im Laufe der Jahre. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Wissenschaftlicher Konsens: Seit über einem halben Jahrhundert besteht ein wissenschaftlicher Konsens über den menschengemachten Klimawandel, doch die politische Reaktion bleibt zögerlich.

Historische Perspektive: In den 1990er- und 2000er-Jahren wurde der Klimawandel oft geleugnet. Heute, da die Auswirkungen spürbar sind, haben Lobbygruppen ihre Strategien angepasst.

Neue Strategien: Anna Leuschner, die Vortragende, beschreibt, dass die alten Leugnungsstrategien durch neue Methoden ersetzt wurden, die darauf abzielen, Zweifel an den notwendigen Maßnahmen zu säen. Diese beinhalten:

Umwälzung von Verantwortung auf den Einzelnen.

Förderung nicht-transformativer Lösungen, die den Status quo bewahren.

Betonung der Kosten von Klimaschutzmaßnahmen.

Verbreitung von Hoffnungslosigkeit und Fatalismus.

– Lobbyisten manipulieren die öffentliche Meinungsbildung und politische Entscheidungsprozesse, indem sie die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse infrage stellen und scheinbare Kontroversen schaffen.

Effekte der Strategien: Diese Strategien führen zu selektivem Nichtwissen, da durch die Fokussierung auf technologische Lösungen andere, möglicherweise effektivere Ansätze vernachlässigt werden. Dadurch werden wichtige Forschungsbereiche nicht ausreichend berücksichtigt.

Fazit: Der Vortrag kommt zu dem Schluss, dass das strategische Unterminieren der Erkenntnisgewinnung durch Lobbygruppen ein zentraler Grund für die unzureichenden politischen Reaktionen auf den Klimawandel ist. Die Verschiebung von Leugnung hin zu selektivem Nichtwissen zeigt, wie Lobbyisten versuchen, den Fokus auf industriefreundliche Lösungen zu lenken.

Insgesamt wird deutlich, dass der Einfluss von Lobbyisten auf den Klimaschutz sowohl historisch als auch in der gegenwärtigen politischen Landschaft von erheblicher Bedeutung ist.


Podcastfolge „Neue Strategien – Wie Lobbyisten Klimaschutz verhindern“ vom –17.06.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Die Stille der Opfer: Wer schreibt die Geschichte der Gewalt eigentlich?

Der Vortrag behandelt die Frage, wie sich Migration auf die Erinnerungskultur in Deutschland auswirkt.

Die Soziologin Teresa Koloma Beck erläutert, dass diese stark von der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust geprägt ist und häufig aus der Perspektive der Täter dargestellt wird. Menschen mit Migrationshintergrund haben jedoch häufig andere Erfahrungen gemacht, die mit Opfern von Unterdrückung und Verfolgung verbunden sind.

Diese unterschiedlichen Perspektiven können zu Konflikten führen, insbesondere zwischen den Nachfahren der Täter und der Opfer. Koloma Beck betont, dass die Erinnerungskultur dynamisch ist und sich verändern muss, um den vielfältigen Geschichten in einer postmigrantischen Gesellschaft gerecht zu werden.

Die Diskussion über Erinnerungskultur hat sich in den letzten Jahren intensiviert, insbesondere seit den 2000er Jahren, als Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbarer wurden. Es wird gefordert, dass neben der Erinnerung an den Holocaust auch andere Gewalterfahrungen wie koloniale Gewalt in die Erinnerungskultur einfließen.

Koloma Beck warnt jedoch davor, dass die bestehende Erinnerungskultur die Perspektiven von Opfern und deren Nachfahren oft marginalisiert. Diese Dynamiken müssen in der öffentlichen Debatte stärker berücksichtigt werden, um eine inklusivere Erinnerungskultur zu schaffen, die alle Erfahrungen anerkennt.


Podcastfolge „Opfer und Täter – Wie Migration unsere Erinnerungskultur verändert“ vom –12.09.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 „Business as usual“ oder echte Bedrohung? Wie müssen wir auf den Rechtsruck im Silicon Valley reagieren?

In seinem Vortrag „Digital-Oligarchie – Der Rechtsruck der Big-Tech-Bosse“ thematisiert Christopher Coenen die wachsende Macht und den Einfluss großer Tech-Oligarchen wie Elon Musk und Peter Thiel auf Gesellschaft und Demokratie. Coenen, Politikwissenschaftler am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, kritisiert diese Akteure als „ultra-egozentrische, größenwahnsinnige Männer“, die sich auf eine Art „offene Verschwörung“ zur globalen Machtübernahme begeben.

Im Folgenden sind die Hauptpunkte des Vortrags zusammengefasst:

Kritik an Tech-Oligarchen: Coenen sieht die Führungspersönlichkeiten der großen US-Tech-Unternehmen als Bedrohung für die liberale Demokratie, da sie seiner Meinung nach gefährliche und faschistische ideologische Konzepte propagieren.

Transhumanismus: Der Vortrag diskutiert auch die Ideologie des Transhumanismus, die ursprünglich aus progressiven Bewegungen stammt, jedoch von rechten Oligarchen vereinnahmt wird. Coenen weist darauf hin, dass diese Ideologien von Menschen propagiert werden, die mit der US-Regierung sympathisieren und demokratische Werte untergraben.

Angriff auf die Wahrheit: Coenen beschreibt die gegenwärtige politische Situation in den USA als einen „Angriff auf die Wahrheit”, der durch Lügen und Desinformation geprägt ist – insbesondere unter der Trump-Administration.

Ideologische Einflussnahme: Coenen warnt, dass die Tech-Oligarchen zunehmend ideologische Konzepte entwickeln, die sich auf dunkle Aspekte der europäischen Geistesgeschichte stützen und die Demokratie gefährden.

Gesellschaftliche Reaktionen: Der Vortrag thematisiert auch die gesellschaftliche Reaktion auf diese Entwicklungen, insbesondere das wachsende Misstrauen und die Spaltung innerhalb der Bevölkerung. Coenen betont dabei die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion über die Geschichte und die gegenwärtigen politischen Herausforderungen.

Zukunft der Demokratie: Coenen stellt die Frage, ob die Gesellschaft bereit ist, die Demokratie und Freiheit gegen die Angriffe der Oligarchen zu verteidigen oder ob sie diese Entwicklungen als „Business as usual“ hinnehmen wird.

Insgesamt plädiert Coenen für eine kritische Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen politischen und ideologischen Strömungen, um die demokratischen Werte und die Zukunft der Gesellschaft zu schützen.


Podcastfolge „Digital-Oligarchie – Der Rechtsruck der Big-Tech-Bosse“ vom –27.02.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Hoffnung in Krisenzeiten: Bedeutung und Wandel.

In diesem Vortrag wird die komplexe Rolle der Hoffnung in schwierigen Zeiten behandelt, wie sie von Jonas Grethlein in einem Vortrag analysiert wird.

Hoffnung wird darin sowohl als essentielle Emotion betrachtet, die uns psychisch und physisch stärkt, als auch als Illusion, die uns von notwendigen Handlungen abhalten kann. Der Vortrag beleuchtet verschiedene Definitionen von Hoffnung als Emotion, Tugend und Haltung und diskutiert ihre historische Entwicklung sowie die Kritik an der Hoffnung, insbesondere im Hinblick auf die Klimakrise und soziale Ungerechtigkeiten.

Grethlein argumentiert, dass Hoffnung trotz der heutigen Herausforderungen wie Krisen und Unsicherheiten eine wichtige Ressource bleibt, die uns motivieren kann, aktiv zu werden.

Abschließend wird betont, dass Hoffnung nicht verloren gehen sollte, sondern sich in kleineren, greifbaren Zielen manifestieren kann, um uns im Hier und Jetzt zu stärken.


Podcastfolge „Zuversicht in schwierigen Zeiten – Wie wir heute noch hoffen können“ vom –25.12.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Stockholm-Syndrom: Die Beziehung zwischen Geisel und Entführer.

In ihrem Vortrag behandelt Juliane Hornung die Entstehung und die gesellschaftlichen Implikationen des Stockholm-Syndroms, das in den 1970er Jahren erstmals als psychiatrisches Krankheitsbild beschrieben wurde.

Sie beschreibt, wie Geiseln emotional eine Beziehung zu ihren Entführern aufbauen können. Während dies in der Vergangenheit nicht als abnormal galt, wurde es in den 1970er Jahren, insbesondere im Kontext von Geschlechterrollen und Terrorismus, als problematisch angesehen.

Hornung argumentiert, dass die Diagnose des Stockholm-Syndroms mehr über die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen der jeweiligen Zeit aussagt als über den Geisteszustand der Geiseln selbst. Der Vortrag beleuchtet auch, wie Medien und Geschlechterdiskurse die Wahrnehmung von Entführungsopfern beeinflussen und dass diese Dynamiken sowohl im 19. als auch im 20. Jahrhundert bestehen blieben.

Abschließend hebt Hornung die Bedeutung der emotionalen Abhängigkeit zwischen Geisel und Entführer hervor, die in der historischen Analyse von Entführungen eine zentrale Rolle spielt.


Podcastfolge „Entführer und Geisel – Wie das Stockholm Syndrom erfunden wurde“ vom –01.05.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Eigentumselite: Wissen, Macht und soziale Strukturen.

In diesem Vortrag geht es um die Forschung von Isabell Stamm zur Eigentumselite in Deutschland.

Diese umfasst Familien mit einem Vermögen von über 100 Millionen Euro. Stamm führte Interviews mit diesen Familien und analysierte deren Eigentumsstrukturen sowie das innerhalb dieser Elite weitergegebene Wissen.

Sie betont, dass die soziale Position dieser Familien nicht nur durch finanzielles, sondern auch durch kulturelles und soziales Kapital geprägt ist. Dabei spielt das Verständnis von Eigentumsbeziehungen eine zentrale Rolle.

Die Eigentumselite nutzt spezifische Strategien zur Vermögenssicherung und -vermehrung über Generationen hinweg. Dadurch entwickelt sie eine sogenannte Eigentumskompetenz, die es ihr ermöglicht, ihre sozialen Bindungen und Machtstrukturen aufrechtzuerhalten.

Der Vortrag schließt mit der Erkenntnis, dass die Eigentumselite nicht nur durch ihr Vermögen, sondern auch durch ihre Praktiken und das damit verbundene Wissen als Klasse definiert wird.


Podcastfolge „Making Class – Das Wissen schwer reicher Familien“ vom –08.01.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Der Wolf im Paragraphenpelz: Wenn das Recht zur Waffe gegen die Demokratie wird.

In ihrem Vortrag analysiert Anna-Bettina Kaiser die Rückkehr des Staatsstreichs und kommt zu dem Schluss, dass moderne Demokratien zunehmend durch eine Kombination aus rechtlicher Regression und dem Missbrauch von Ausnahmezuständen gefährdet sind.

Dabei beschreibt sie den Trend zum „Autogolpe“, bei dem amtierende Machthaber versuchen, ihre Macht über die verfassungsmäßigen Grenzen hinaus zu sichern, indem sie pseudolegale Techniken und gezielte Einschüchterung einsetzen. In diesem Prozess dient das Recht oft als bloße Fassade für die systematische Aushöhlung demokratischer Substanz – ein Phänomen, das Kaiser als „autokratischen Legalismus“ bezeichnet.

Kaiser verweist auf „Gödels Loophole“ und betont, dass keine Verfassung der Welt absolut wasserdicht gegen solche Angriffe gebaut werden kann, da sie stets von den handelnden Personen abhängt.

Abschließend plädiert sie dafür, Verfassungsumstürze konsequent beim Namen zu nennen, um ihnen die Maske der Legalität zu entziehen und so die demokratische Resilienz zu stärken.


Podcastfolge „Staatsstreiche – Wie Verfassungen ausgehebelt werden“ vom –12.02.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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