🎙 Nackte Wahrheiten: Ein Gespräch über Scham, Schicksal und Lebensfreude.

In dieser Podcastfolge geht es um Maren Sicke-Houdeck. Die 62-Jährige lebt in einem FKK-Verein in Schwanewede und verbringt viel Zeit nackt. Sie erzählt, dass sie etwa 200 Tage im Jahr nackt ist und dass sich ihre Eltern in diesem Verein kennengelernt haben.

Maren berichtet, dass sie sich Sorgen machte, als sie ihren damaligen Ehemann traf, ob er das FKK-Leben akzeptieren würde. Zu ihrer Freude fand er es ebenfalls schön und sie bekamen zwei Kinder und bauten ein Haus. Tragischerweise erkrankte Maren an Brustkrebs. Während sie sich von der Operation erholte, erfuhr sie, dass ihr Mann gestorben war.

Nach dieser schweren Zeit begann Maren viel zu reisen und freut sich auf die Rente, um mehr Zeit für sich und ihre Hobbys, wie das Kochen, zu haben. Im Podcast „Eine Stunde reden“ teilt sie ihre Erfahrungen und Gedanken über das Leben, ihre Leidenschaft für das FKK und die Gemeinschaft, die sie dort gefunden hat.

Maren betont, dass das Leben im FKK-Verein für sie eine natürliche Lebensweise ist und die Gemeinschaft dort sehr wichtig ist. Sie spricht auch über Vorurteile, die Menschen gegenüber FKK haben, und wie wichtig es ist, offen und unbeschwert zu leben.


Aus der Podcastfolge „Sie lebt nackt“ vom –16.09.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -17.09.2027-).


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🎙 Ein Beutel voller Leben. Warum ein Stoma kein Grund ist, sich zu verstecken.

In diesem Podcast erzählt Florian Wonnenberg von seinem Leben mit einem Stoma, einem künstlichen Darmausgang, den er nach einer Operation im Jahr 2023 erhielt. Er spricht offen über die damit verbundenen Herausforderungen und betont, wie wichtig es ist, sich von dieser Situation nicht zurückziehen zu lassen.

Er erklärt, dass er durch seine Stomatherapeutin gelernt hat, dass es normal ist, ein Stoma zu haben, und dass viele Menschen damit leben. Er möchte anderen Menschen mit Stoma Mut machen und zeigen, dass das Leben trotz dieser Veränderung weitergeht.

Er beschreibt, wie der Beutel funktioniert, den er täglich wechselt, und dass es für ihn keine große Umstellung war, da er sein Leben weiterhin aktiv gestalten kann. Florian ist beim Technischen Hilfswerk (THW) tätig und engagiert sich dort, was ihm viel Freude bereitet.

Im Gespräch erwähnt er auch seine Zeit in London, seine Ausbildung zum Bäcker und seine aktuelle Tätigkeit als Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn. Er reflektiert über seine Erfahrungen in verschiedenen Berufen und die Bedeutung von Gemeinschaft und Unterstützung in schwierigen Zeiten.

Florian schließt mit der Botschaft, dass man trotz gesundheitlicher Herausforderungen ein erfülltes Leben führen kann und dass es wichtig ist, offen über solche Themen zu sprechen.


Aus der Podcastfolge „Stoma: Gutes Leben trotz Beutel am Bauch“ vom –24.11.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -27.12.2027-).


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🎙 Bürgergeld, Krankheit – und trotzdem glücklich? Eine gnadenlos ehrliche Lebensgeschichte.

Das Gespräch zeichnet das Porträt einer unkonventionellen, direkten und überaus resilienten Frau, die sich ihre Lebensfreude und eine große Hilfsbereitschaft bewahrt hat – trotz zahlreicher schwerer Schicksalsschläge.

Anja hat ein von Turbulenzen geprägtes Leben hinter sich. Sie erlebte eine schwierige Kindheit mit Gewalt, durchlitt zwei von häuslicher Gewalt und Überforderung geprägte Ehen und zog drei Kinder von drei verschiedenen Männern weitgehend allein groß. Hinzu kommen vergangene Phasen von Drogen- und Alkoholproblemen. Ein aktueller Schicksalsschlag ist der plötzliche Unfalltod des Halbbruders ihres ältesten Sohnes. Zudem leidet sie darunter, dass der Kontakt zu ihrer mittleren Tochter schmerzhaft abgerissen ist.

Aktuell kämpft Anja mit der Lungenkrankheit COPD und unerklärlichen, täglichen Schwindelanfällen, die sie humorvoll „Paul” nennt. Aufgrund dieser starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann sie nicht mehr in ihrem erlernten Beruf als Friseurin oder in ihren späteren Jobs arbeiten und bezieht Bürgergeld.

Ihrem Spitznamen „Flummi” macht Anja alle Ehre. Sie kann kaum stillsitzen, hat einen enormen inneren Antrieb und ein großes Herz für andere. Obwohl sie selbst nur über sehr wenig Geld verfügt, engagiert sie sich ehrenamtlich. So holt sie beispielsweise gespendete Lebensmittel bei der Kirche ab und verteilt sie an Menschen, denen es noch schlechter geht als ihr.

Heute lebt Anja bewusst und glücklich allein. Sie hat mit romantischen Beziehungen abgeschlossen, da sie weiteren Stress und Enttäuschungen vermeiden möchte. Ruhe und Ausgleich findet sie in ihrem Kleingarten, bei den Spielen der lokalen Eishockeymannschaft und in ihrer großen Leidenschaft für den Drachen Tabaluga. Er symbolisiert für sie Freiheit, Stärke und die Fähigkeit, sich das „innere Kind“ zu bewahren.

Anjas Lebensgeschichte ist geprägt von extremen Höhen und Tiefen. Sie verstellt sich im Gespräch nicht, benennt eigene Fehltritte völlig offen und lässt sich nicht von gesellschaftlichen Normen verbiegen. Ihre Lebensphilosophie fasst sie am Ende selbst zusammen: „Immer ich selbst bleiben, anderen helfen und trotz allem das Lächeln und die Zuversicht niemals aufgeben.”


Aus der Podcastfolge „Trotz Schwindel aktiv“ vom –24.12.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -24.12.2027-).


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📅❓ Sina

Leider kann ich kein Foto beisteuern. Aber ich kann eine Geschichte aus den Jahren 1991 bis 2002 erzählen:

Nachdem sie den roten Kater von der Hauptstraße kratzten, zogen sie weg. Höher, in ein Dorf. Es war verkehrsberuhigt. Es lag am Waldrand. Es sollte für die beiden übriggebliebenen Katzen besser sein.

Die Zeit war günstig für einen Hund. Sie meldeten sich auf eine Anzeige und verabredeten sich mit der Züchterin, die in Wirklichkeit eine Händlerin war. Im ehemaligen Schweinestall waren zehn Hunde. Eine Rauhaardackel-Yorkshire-Terrier-Hündin machte besonders auf sich aufmerksam. Nein, von Tierhändlern kauften sie nichts. Sie fuhren wieder. Auf halber Strecke schauten sie sich an. Ein Blick genügte. Sie wendeten und schenkten sich 12 Jahre lang gegenseitig Freude.

Die Rauhaardackel-Yorkshire-Terrier-Hündin Sina hatte den Körper eines Dackels, das Fell und die Lebendigkeit eines Yorkshire Terriers. Sie war ein aufgewecktes, lebensfrohes und intelligentes Lebewesen. Sie war leicht überstimuliert und lernte alles, was man ihr beibrachte. Sina konnte zehn verschiedene Quietschtiere anhand ihres Namens unterscheiden und bringen. Sie freute sich wahnsinnig, wenn die Quietschtiere durch die Luft flogen und sie sie apportieren durfte. Bei Spaziergängen machte Sina Sitz und ihre Menschen verschwanden hinter der Kurve aus ihrem Blickfeld. Erst wenn sie ihren Namen hörte, lief sie los und kam mit fliegenden Beinen und Ohren um die Kurve gerannt. Sina durfte nicht ins Bett. So war der Plan. Den hatten sie ohne sie gemacht. Ihr Körbchen stand neben dem Bett. Kaum schliefen ihre Menschen, sprang sie ins Bett. Unzählige Male wurde sie wieder in ihr Körbchen zurückgelegt. Genauso oft sprang sie wieder ins Bett. Wenn sie aus dem Schlafzimmer verbannt wurde, heulte sie stundenlang wie ein kleiner Wolf.

Sina setzte sich durch.

Im Winter lag sie unter seiner Bettdecke auf seiner rechten oder linken Schlafseite, eingerollt vor seinem Bauch. Beide mochten es nicht mehr missen. Wenn die Menschen im Bett kuschelten, blieb Sina ruhig am Fußende liegen.

Wenn er traurig war – und das war er oft, während er auf den Adoptionsvermittlungsvorschlag wartete –, zauberte Sina ihm bei ihren täglichen Spaziergängen ein Lächeln ins Gesicht, sodass er seine Traurigkeit für eine Weile vergaß.

Kurz nachdem sie den Dreijährigen in Südafrika adoptiert hatten, starb Sina. Selbst ihr Tod und ihre Beerdigung waren für die kleine Familie im Allgemeinen und für den Dreijährigen im Besonderen ein Glücksfall. Nach Sinas Beerdigung lag der Junge stundenlang auf dem Bauch seiner neuen Mutter und erzählte stockend, wie seine leibliche Mutter in ein Loch gelegt worden war, nachdem Männer sie geboxt hatten. Anschließend hätten sie ihn in einen Park gebracht und sich selbst überlassen. Den Angestellten des Kinderheims und den Sozialarbeiterinnen des Adoptionsvereins vor Ort hatte er nichts erzählt. Er konnte nicht erzählen. Weil die Erinnerung weggesperrt war. Zu seinem Schutz. Sinas Tod löste die Sperre. So bekam er die dringend benötigte Hilfe. Das Geschehene wird ihn lebenslang begleiten.

Mit ihren leuchtenden Augen schuf sie leuchtende Momente. Ich lächle, wenn ich daran denke.

Tägliche Schreibanregung
Teile ein Foto von deinem Haustier und erzähl uns eine Sache, die es so einzigartig macht.

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