🎙 Warum emotionales Essen kein Kontrollverlust, sondern ein Kontrollversuch ist.

In dieser Podcast-Folge wird die Geschichte von Kilian erzählt, der unter Binge-Eating leidet. Das bedeutet, dass er in kurzen Zeiträumen große Mengen an Essen konsumiert. Diese Essstörung steht in engem Zusammenhang mit seinen Selbstzweifeln und Depressionen, die auf traumatische Erfahrungen in seiner Kindheit zurückzuführen sind, insbesondere auf eine schwierige Beziehung zu seiner Großmutter, die ihn emotional verletzt hat.

Kilian erzählt, dass er sich oft selbst hasst und mit seinem Übergewicht unzufrieden ist. Er hat das Essen als Trostmittel entdeckt, um mit seinen negativen Gefühlen umzugehen. Das Problem ist jedoch, dass dieser kurzfristige Trost nach dem Essen oft in noch stärkere Selbstabwertung und Scham umschlägt, wodurch ein Teufelskreis entsteht.

Im Gespräch wird deutlich, dass Kilians innere Kritikerstimme, die ihn ständig herabsetzt, eine Art Schutzmechanismus ist. Sie versucht, ihn vor weiteren Verletzungen zu bewahren – allerdings auf eine sehr destruktive Weise. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, wird ihm geraten, mehr Selbstmitgefühl zu entwickeln und die wahren Bedürfnisse hinter seinem Essverhalten zu erkennen.

Zusammenfassend zeigt diese Podcastfolge, dass Kilians Kampf mit Binge-Eating und seinem Selbstwertgefühl tief in seiner Kindheit verwurzelt ist. Er muss lernen, sich selbst zu akzeptieren und liebevoller mit sich umzugehen, um seine Probleme langfristig zu überwinden.


Podcastfolge „Binge-Eating ist meine Flucht vor mir selbst – wie komme ich da raus?“ vom –05.07.2026– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.


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📰 Tote Intelligenz gibt es nicht: Der gefährliche Fetisch der KI

In ihrem Artikel behandelt Carola Hesse-Marx die Frage, ob Maschinen wirklich intelligent sein können. Die Autorin argumentiert, dass der Begriff „Künstliche Intelligenz” irreführend ist, da er Technik fälschlicherweise als intelligent darstellt. Dies sieht sie als problematisch an, da es die Vorstellung von Intelligenz, die immer mit Leben verbunden ist, verwässert. Ihrer Meinung nach gibt es keine leblosen oder toten Intelligenzen.

Hesse-Marx warnt davor, dass Menschen durch den Einfluss von Technik ihre eigene Identität verlieren könnten. Sie beschreibt, dass es zu einer Vermischung zwischen Mensch und Maschine kommen kann, was psychische Angst vor dem Verlust der eigenen Persönlichkeit auslösen kann. Dies könnte dazu führen, dass Menschen zu bloßen „Befehlsempfängern“ ihrer eigenen Werkzeuge werden.

Die Autorin kritisiert auch die Machtansprüche bestimmter Menschen, die Technik als Mittel zur Kontrolle und Herrschaft über das Leben nutzen. Sie stellt fest, dass der Unterschied zwischen lebendigen und leblosen Systemen oft nicht erkannt wird und dass viele Menschen den kreativen Prozess des Lebens nicht mehr wertschätzen.

Insgesamt warnt der Artikel vor den Gefahren einer übermäßigen Technisierung und der möglichen Entfremdung des Menschen von seiner eigenen Identität.

Carola Hesse-Marx | Psychologie Heute | 13.08.2026 | Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2026: „Technik wird als intelligent bezeichnet“ | https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/artikel-detailansicht/45148-die-gefaehrliche-fantasie-von-der-intelligenten-maschine.html

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🎙 Die stille Sprache unserer Gesichter: Was wir verraten, ohne zu sprechen.

In dieser Podcastfolge, präsentiert von Dirk Eilert, einem Experten auf dem Gebiet der Mimik und Körpersprache, geht es um die Bedeutung dieser Ausdrucksformen in der Kommunikation. In einem Podcastgespräch mit den Psychologen Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski wird erörtert, wie man anhand der Mimik von Menschen erkennen kann, was sie denken oder fühlen.

Eilert erklärt, dass viele Mythen über Körpersprache, wie das Ansehen in eine bestimmte Richtung, um Lügen zu erkennen, nicht zutreffen. Stattdessen sollte man die gesamte Körpersprache und Mimik betrachten, um ein besseres Verständnis zu erlangen. Er betont, dass es keine universellen Zeichen für Lügen gibt, sondern dass man das „Baseline“-Verhalten einer Person kennen muss, um Abweichungen zu erkennen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Lügen oft anstrengender ist als die Wahrheit zu sagen, was sich in der Körpersprache zeigt, beispielsweise durch weniger Gestik. Eilert gibt auch praktische Tipps, wie man Mimik besser lesen kann: Man sollte auf subtile Bewegungen achten und diese mit den Worten der Person in Verbindung bringen.

Zusammenfassend zeigt diese Podcast-Folge, wie wichtig es ist, Mimik und Körpersprache zu verstehen, um effektiv zu kommunizieren und Beziehungen zu verbessern. Eilert stellt Methoden vor, mit denen sich diese Fähigkeiten trainieren und entwickeln lassen.


Podcastfolge „Was verrät unsere Mimik? (mit Dirk Eilert)“ vom –04.01.2023– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 Wie wir lernen, die Verantwortung bei anderen zu lassen.

In dieser Podcastfolge spricht Stefanie Stahl, Psychologin, mit Aline über die psychischen Probleme ihrer Mutter, die seit fast drei Jahren unter Panikattacken leidet. Aline fühlt sich für ihre Mutter verantwortlich und hat Probleme damit, sich emotional abzugrenzen.

Aline berichtet, dass ihre Mutter nach einer langen Arbeitszeit in Rente ging und während der Corona-Pandemie viele Ängste aufkamen, die zu den Panikattacken führten. Diese Attacken sind sehr stark und unvorhersehbar, was Aline große Hilflosigkeit und Angst bereitet. Sie hat Angst, ihre Mutter zu verlieren, da sie bereits den Verlust ihres Vaters durch Krebs erlebt hat.

Stefanie Stahl erklärt, dass es in solch belastenden Situationen normal ist, zu denken, dass es einfacher wäre, wenn alles vorbei wäre. Sie spricht auch über den sogenannten „Krankheitsgewinn“, der besagt, dass Menschen in solchen Situationen unbewusst eine Bindung zu ihren Angehörigen aufbauen, die sie dazu bringt, sich um diese zu kümmern. Aline erkennt, dass sie sich durch die Krankheit ihrer Mutter emotional gebunden fühlt und Schwierigkeiten hat, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.

Im Gespräch thematisiert Aline ihren Wunsch, sich von ihrer Mutter abzugrenzen, während sie gleichzeitig das Bedürfnis nach Nähe und Unterstützung hat. Stefanie Stahl ermutigt Aline, die Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und zu akzeptieren, dass sie nicht für das Glück ihrer Mutter verantwortlich ist.

Insgesamt zeigt diese Podcast-Folge, wie wichtig es ist, in belastenden familiären Situationen gesunde Grenzen zu setzen und die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen.


Podcastfolge „Krankheit in der Familie – wie grenze ich mich ab?“ vom –02.07.2023– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.


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🎙 Freundlich, aber bestimmt: So schützt du deine Energie – und hast ein gutes Gewissen.

In dieser Podcast-Folge geht es darum, dass Freundlichkeit keine Schwäche, sondern eine echte Superkraft ist.

Das Konzept der „radikalen Freundlichkeit” bedeutet jedoch nicht, Konflikte zu meiden oder sich stets aufzuopfern, sondern vielmehr, ehrlich, respektvoll und wohlwollend mit sich selbst und anderen umzugehen. Im hektischen Alltag fällt uns das oft schwer, da Stress, Unsicherheit und ständige Ablenkung durch das Smartphone unsere natürliche Empathie blockieren.

Du kannst deine Freundlichkeit jedoch mit kleinen Tricks gezielt trainieren. Atme beispielsweise bei Provokationen erst dreimal tief durch, anstatt impulsiv zurückzupöbeln. Versuche zudem, die Unfreundlichkeit anderer nicht persönlich zu nehmen, denn dein Gegenüber hatte vielleicht einfach einen schlechten Tag. Gehe öfter mit einem bewussten Lächeln durch die Welt und schenke deinen Mitmenschen im Gespräch deine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Letztlich ist Freundlichkeit auch eine Form von gesundem Egoismus, von der du selbst am meisten profitierst. Jede freundliche Geste schüttet Glückshormone in deinem Körper aus, reduziert dein Stresslevel und stärkt sogar dein Immunsystem nachweislich.


Podcastfolge „Warum Freundlichkeit deine geheime Superkraft ist (mit Nora Blum)“ vom –19.03.2025– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 Warum verliere ich mich selbst, wenn ich jemanden finde?

In dieser Podcastfolge mit dem Titel „Warum finde ich keine feste Freundin“ spricht die Psychologin Stefanie Stahl mit einem jungen Mann namens Frederik, der Schwierigkeiten hat, eine feste Beziehung zu finden. Der 29-Jährige hat zwar schon einige Frauen kennengelernt, doch die Beziehungen enden oft schnell, da die Frauen das Interesse verlieren.

Er beschreibt, dass er in einem Muster gefangen sei: Einerseits sehnt er sich sehr nach einer tiefen Bindung, andererseits gerät er oft an Frauen, die eher unabhängig und bindungsängstlich sind. Er hat das Gefühl, dass er in den ersten Dates manchmal zu bedürftig wirkt und versucht, die Dinge zu erzwingen, was für die Frauen möglicherweise unattraktiv ist.

Er erzählt von seiner letzten Beziehung, die während eines Auslandssemesters begann. Obwohl die Verbindung intensiv war, vermied er es, über seine Gefühle zu sprechen, was schließlich zu einem abrupten Ende führte. Frederik fragt sich, ob er die falschen Frauen auswählt oder ob er selbst Fehler macht, die zu den gescheiterten Beziehungen führen.

Stefanie Stahl erklärt ihm, dass es wichtig ist, ein Gleichgewicht zwischen Bindung und Autonomie zu finden. Sie rät ihm, mehr auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und sich nicht zu sehr anzupassen. Wenn er sich zu sehr anpasst, könnte das dazu führen, dass er an Attraktivität verliert.

Das Gespräch beleuchtet die psychologischen Muster, die hinter Frederiks Schwierigkeiten stehen, und zeigt auf, wie er an sich arbeiten kann, um bessere Beziehungen zu führen.


Podcastfolge „Warum finde ich keine feste Freundin?“ vom –17.03.2021– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.


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🎙 Warum wir unsere Ängste nicht bekämpfen, sondern umarmen sollten

In dieser Podcastfolge geht es um ein Interview, das die Moderatoren Lukas Klaschinski und Stefanie Stahl in ihrem Podcast „So bin ich eben“ mit dem Comedian und Schauspieler Teddy Teclebrhan geführt haben. Sie diskutieren darüber, wie man zu sich selbst findet und seinen inneren Wert erkennt – besonders in einer lauten und hektischen Welt.

Teddy erzählt, dass er sich lange nicht als Teil der Medienbranche gesehen hat, da er anders ist und seinen eigenen Weg geht. Er erzählt, dass es eine Zeit gab, in der er seinen Traum, Filme zu machen, verfolgt hat. Irgendwann erkannte er jedoch, dass er auch ohne diesen Druck glücklich sein kann. Ihm ist es wichtig, authentisch zu sein, auch wenn das bedeutet, nicht alles von seinem Privatleben preiszugeben.

Die Moderatoren thematisieren auch, wie frühere Erfahrungen, wie etwa eine schwierige Kindheit, das Selbstwertgefühl beeinflussen können. Teddy erklärt, dass er viele Unsicherheiten hat, die er als Stärken sieht, und dass ihm Humor dabei hilft, mit schwierigen Zeiten umzugehen. Er hat gelernt, seine Ängste zu akzeptieren, statt sich von ihnen leiten zu lassen.

Insgesamt zeigt das Gespräch, wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren und die eigene Identität zu finden – auch wenn man in der Öffentlichkeit steht. Teddy betont, dass man nicht alles über sich offenbaren muss, um eine Verbindung zu anderen herzustellen. Es gehe darum, ehrlich zu sein und das eigene Herz zu öffnen, ohne die Privatsphäre zu verlieren.


Podcastfolge „Sich selbst finden – mit Teddy Teclebrhan“ vom –20.03.2024– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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Leihe

Leihmutterschaft

Die Erfahrung der Leihmutterschaft und die anschließende Übergabe des Kindes an die Wunscheltern ist ein hochkomplexer Prozess mit tiefgreifenden emotionalen, physischen und psychologischen Auswirkungen. Wie diese Zeit erlebt wird, hängt stark von den Rahmenbedingungen ab, insbesondere davon, ob die Leihmutterschaft altruistisch (freiwillig und unbezahlt im familiären oder freundschaftlichen Rahmen) oder kommerziell stattfindet, sowie davon, wie gut die psychologische Betreuung ist.

Basierend auf psychologischen und soziologischen Studien – wie den Langzeitstudien des Centre for Family Research der Universität Cambridge – lassen sich die Auswirkungen in verschiedene Phasen unterteilen:

1. Kurzfristige Auswirkungen (Wochen bis wenige Monate nach der Geburt)

In der unmittelbaren Phase nach der Entbindung stehen physische und akute hormonelle Veränderungen im Vordergrund. Diese vermischen sich mit der psychologischen Realität der Trennung.

  • Hormonelle Umstellung und „Baby Blues“: Wie jede Gebärende durchläuft auch eine Leihmutter den starken hormonellen Abfall nach der Geburt. Dies kann zu Stimmungsschwankungen nach der Geburt (postpartale Depressionen) führen.
  • Emotionale Ambivalenz: Im Moment der Übergabe berichten viele Leihmütter von einem starken Gefühl der Erleichterung und des Stolzes, den Wunscheltern geholfen zu haben. Gleichzeitig können Trauergefühle auftreten. Dieser paradoxe Zustand entsteht, da die meisten Leihmütter das Kind kognitiv strikt als das der Wunscheltern betrachten und somit nicht zwingend um den Verlust „ihres” Kindes trauern. Vielmehr erleben sie einen emotionalen Schmerz durch den abrupten Abbruch der physischen Bindung, die in der Schwangerschaft entstanden ist.
  • Physische Erholung ohne Kind: Der Körper produziert nach der Geburt Milch und heilt, jedoch ohne die Anwesenheit des Säuglings. Das kann psychisch desorientierend wirken.

2. Mittelfristige Auswirkungen (Einige Monate bis zu 1-2 Jahren)

In dieser Phase steht die Verarbeitung des Erlebten und die Rückkehr in den „normalen” Alltag im Mittelpunkt.

  • Beziehung zu den Wunscheltern: Ein kritischer Faktor für das mittelfristige Wohlbefinden ist, ob die Erwartungen an den Kontakt nach der Geburt erfüllt werden. Erwartet eine Leihmutter regelmäßige Updates oder Besuche, die Wunscheltern brechen jedoch den Kontakt ab (was als „Ghosting” empfunden werden kann), führt dies häufig zu Gefühlen von Ausnutzung, Enttäuschung und depressiven Verstimmungen.
  • Identitätsfindung: Die Leihmutter muss die intensive Rolle der „Lebensgeberin“, die oft mit viel Aufmerksamkeit verbunden ist, ablegen und sich wieder in ihren Alltag, in dem sie meist eigene Kinder hat, integrieren.
  • Psychische Gesundheit: Die meisten Studien in westlichen Ländern mit starken Regulierungen zeigen, dass die Raten von postpartalen Depressionen bei Leihmüttern nicht signifikant höher sind als bei regulären Müttern. In kommerziellen Settings (z. B. in Schwellenländern), in denen Leihmütter oft aus finanzieller Not handeln und isoliert in „Leihmutter-Häusern” leben, ist das Risiko von Traumatisierungen und Depressionen in dieser Phase jedoch deutlich erhöht.

3. Langfristige Auswirkungen (Jahre bis Jahrzehnte später)

Langzeitstudien, in denen Leihmütter über einen Zeitraum von zehn Jahren oder länger begleitet werden, zeichnen ein differenziertes Bild.

  • Grundsätzliche Zufriedenheit: In gut betreuten und meist altruistisch motivierten Fällen bereuen die allermeisten Leihmütter ihre Entscheidung auch nach zehn Jahren nicht. Sie blicken oft mit Stolz auf diese Erfahrung zurück und betrachten sie als bereichernden Teil ihrer Lebensgeschichte.
  • Das Risiko von Reue und Trauma: Langfristige negative Folgen treten vor allem dann auf, wenn die Leihmutter das Gefühl hatte, keine Kontrolle über den Prozess gehabt zu haben, medizinische Komplikationen erlitt (die ihre eigene Fruchtbarkeit oder Gesundheit beeinträchtigten) oder wenn es zu Rechtsstreitigkeiten kam.
  • Bindung zum Kind: Besteht Kontakt, wird die Beziehung zum ausgetragenen Kind langfristig oft als ähnlich positiv wie die zu einer Nichte oder einem Neffen beschrieben. Der kognitive Abstand („Es ist nicht mein Kind, ich war nur der Babysitter“) bleibt bei den meisten Frauen stabil erhalten.

Wichtiger Realitätscheck: Der Fokus der Forschung liegt stark auf westlichen, gut dokumentierten und ethisch begleiteten Fällen. Die Realität der kommerziellen Leihmutterschaft in prekären Verhältnissen ist jedoch oft deutlich düsterer und psychisch belastender. Sie wird aber seltener in Langzeitstudien abgebildet.

Leihkindschaft

Für Wunscheltern, Soziologen und Ethiker ist die Frage, wie es Kindern geht, die durch Leihmutterschaft geboren wurden, von zentraler Bedeutung. Die wissenschaftliche Erkenntnislage – in diesem Bereich sind Langzeitstudien wie die des Centre for Family Research in Cambridge führend – zeichnet ein sehr beruhigendes Bild. Sie macht aber auch deutlich, dass Transparenz für das Wohlbefinden der Kinder von entscheidender Bedeutung ist.

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Auswirkungen und Erkenntnisse:

1. Emotionale und psychologische Entwicklung

Konsequent belegen Studien, dass sich Kinder aus Leihmutterschaften psychologisch, emotional und kognitiv ebenso gut entwickeln wie auf natürlichem Weg gezeugte Kinder.

  • Hohes elterliches Engagement: Der Weg über eine Leihmutterschaft ist langwierig, emotional belastend und meist sehr kostspielig. Diese Kinder sind absolute „Wunschkinder”. In der Praxis führt dies oft zu einem besonders warmen, engagierten und liebevollen Erziehungsstil, von dem die Kinder stark profitieren.
  • Keine empirischen Belege für ein Trennungstrauma: Die in der Psychoanalyse oft diskutierte Theorie, dass die sofortige Trennung von der gebärenden Frau zu einer fundamentalen „Urwunde” (primal wound) beim Neugeborenen führt, konnte in empirischen Studien zur Leihmutterschaft nicht bestätigt werden. Wird das Kind direkt nach der Geburt in ein stabiles, liebevolles und präsentes Elternhaus übergeben, entwickeln sich sichere Bindungsmuster.

2. Die Rolle von Wahrheit und Aufklärung

Für die langfristige psychische Gesundheit und Identitätsfindung des Kindes ist der elterliche Umgang mit seiner Entstehungsgeschichte von entscheidender Bedeutung.

  • Frühe Aufklärung als Schutzfaktor: Entwicklungspsychologen raten dringend dazu, Kindern ihre Herkunft so früh wie möglich – oft schon im Vorschulalter – in einfachen Worten zu erklären, beispielsweise mithilfe spezieller Kinderbücher. Kinder, die von Anfang an mit dieser Realität aufwachsen, betrachten sie als völlig normal und integrieren sie unaufgeregt in ihre Identität.
  • Das Risiko des Geheimnisses: Wenn die Leihmutterschaft verheimlicht wird und das Kind erst im Jugend- oder Erwachsenenalter davon erfährt – etwa durch einen familiären Streit oder medizinische Zufallsbefunde –, führt dies fast immer zu einem massiven Vertrauensbruch gegenüber den Eltern und zu schweren Identitätskrisen. Die psychologische Belastung entsteht in diesem Fall durch die Lüge, nicht durch die Leihmutterschaft an sich.

3. Die Beziehung zur Leihmutter

Wie ein Kind seine leibliche Mutter wahrnimmt, hängt stark vom familiären Umfeld ab.

  • Keine Rollenverwirrung: Wenn sie ehrlich begleitet werden, haben Kinder erstaunlich wenig Probleme, die Konzepte zu trennen. Sie verstehen instinktiv, dass die Leihmutter der „Ort zum Wachsen“ war, die Eltern aber diejenigen sind, die trösten, erziehen und im Alltag da sind. Es gibt keine Verwirrung darüber, wer die „echten” Eltern sind.
  • Eine besondere Bindung: In Familien, die weiterhin Kontakt zur Leihmutter pflegen – was bei altruistischen Leihmutterschaften häufig der Fall ist –, wird diese vom Kind meist sehr positiv wahrgenommen. Oft wird sie wie eine besondere Tante oder eine sehr enge Freundin der Familie gesehen.

4. Gestationsleihmutterschaft und Genetik

Ein wichtiger Aspekt, der oft übersehen wird, ist: Bei der heute üblichen Gestationsleihmutterschaft ist die Leihmutter nicht genetisch mit dem Kind verwandt. Oftmals wird hierfür auf Eizell- oder Samenspenden zurückgegriffen.

  • Für die Identitätsfindung im Jugendalter ist die Frage nach der Genetik (z. B. „Wer ist die Eizellspenderin? Von wem habe ich meine Augen oder mein musikalisches Talent?“) für die Heranwachsenden oft deutlich präsenter und wichtiger als die Frage nach der Frau, die sie ausgetragen hat.

Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten: Nicht die ungewöhnliche Art der Zeugung oder Austragung gefährdet das Wohl des Kindes, sondern familiäre Geheimnisse. In einem offenen und liebevollen Umfeld gedeihen diese Kinder ausgezeichnet.

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🎙 Die Erlaubnis, einfach „ich” zu sein. Wege aus dem Beziehungsdruck

In dem Gespräch geht es um Timon, einen 43-jährigen Mann, der an einer bipolaren Störung leidet und Probleme in seinen Beziehungen hat. Im Gespräch mit Stefanie Stahl berichtet er von seinen Erfahrungen und den Herausforderungen, die diese psychische Erkrankung mit sich bringt.

Timon erklärt, dass er manische Phasen, in denen er sehr energiegeladen und euphorisch ist, und depressive Phasen, in denen er sich zurückzieht und wertlos fühlt, erlebt. Diese Stimmungsschwankungen beeinflussen seine Beziehungen, da er oft das Bedürfnis hat, sich zurückzuziehen, wenn es ihm schlecht geht. Er hat bereits drei Ehen und mehrere Beziehungen hinter sich, die aufgrund seiner Erkrankung gescheitert sind.

Stefanie Stahl erläutert, dass es sich bei der bipolaren Störung nicht um normale Stimmungsschwankungen handelt, sondern um extreme Schwankungen, die das Leben stark belasten können. Zudem diskutieren sie, wie Timons Kindheit, in der ein hoher Leistungsdruck herrschte, seine Sicht auf Beziehungen und sein Selbstwertgefühl geprägt hat. Timon hat das Gefühl, in Beziehungen immer „performen“ zu müssen, um geliebt zu werden, und er hat Angst vor Ablehnung, wenn er Schwächen zeigt.

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist, dass Timon lernen muss, sich selbst zu akzeptieren – mit all seinen Schwächen und den Phasen seiner Erkrankung. Stefanie betont, wie wichtig echte Verbindung und Unterstützung in Beziehungen sind, um mit psychischen Herausforderungen besser umzugehen. Timon wünscht sich, dass seine Partnerin ihn in schwierigen Zeiten unterstützt und ihm Mut macht, er selbst zu sein, ohne dass er sich ständig unter Druck setzen muss.

Insgesamt zeigt das Gespräch, wie psychische Erkrankungen das Beziehungsleben beeinflussen können und dass das Streben nach echter Verbindung und Akzeptanz für die Heilung entscheidend ist.


Podcastfolge „Meine Bipolare Störung belastet meine Beziehungen – oder bin ich einfach bindungsängstlich?“ vom –21.06.2026– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.


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🎙 Ausweg aus der Krise: Wie viel therapeutische Kraft steckt in der Kunst?

Im Gespräch „Heilung durch Kreativität: Kann Kunst unsere Psyche retten?” wird erörtert, wie Kunst und Kreativität der psychischen Gesundheit zuträglich sein können. Die Psychologin Stefanie Stahl und der Psychologe Lukas Klaschinski diskutieren mit der Künstlerin Elisa Klinkenberg über den Zusammenhang zwischen Kunst und Psyche.

Ausgangspunkt ist die Idee, dass kreative Fähigkeiten oft mit emotionalen Herausforderungen verbunden sind. Klinkenberg erzählt, wie sie nach einem Wendepunkt in ihrer sportlichen Karriere zur Kunst fand und wie ihr kreatives Schaffen ihr dabei hilft, mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie beschreibt, dass sie beim Malen in einen „Flow-Zustand“ gerät, in dem sie alles um sich herum vergisst und hochkonzentriert ist.

Stahl und Klaschinski erläutern, dass Kunsttherapie eine wertvolle Methode sein kann, um innere Emotionen auszudrücken, die oft schwer in Worte zu fassen sind. Sie betonen, dass kreative Prozesse dabei helfen können, Emotionen zu verarbeiten und das Selbstwertgefühl zu steigern. Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Kreativität geben könnte, was auf gemeinsame genetische Grundlagen hindeutet.

Im Gespräch wird auch die Bedeutung der Kunsttherapie hervorgehoben. Diese ist in vielen Ländern anerkannt, wird in Deutschland jedoch noch nicht vollständig von den Krankenkassen unterstützt. Klinkenberg und Stahl diskutieren verschiedene Methoden der Kunsttherapie, die dabei helfen können, innere Konflikte sichtbar zu machen und zu verarbeiten.

Zusammenfassend zeigt dieses Gespräch, dass Kunst nicht nur eine Form des Ausdrucks ist, sondern auch eine therapeutische Wirkung haben kann, indem sie Menschen dabei hilft, ihre Emotionen zu verstehen und zu bewältigen.


Podcastfolge „Heilung durch Kreativität: Kann Kunst unsere Psyche retten? mit Elisa Klinkenberg“ vom –28.08.2024– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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