Ich möchte kein historisches Ereignis live miterleben. Erleben! Erfahren! Beobachten vielleicht.
Vielleicht bin ich auf einem Auge blind und erkenne die schönen, wundervollen historischen Ereignisse nicht.
Die historischen Ereignisse, die ich meine, sind mit Not, Tod und Elend verbunden. Mit menschlicher Hybris. Der Firnis der menschlichen Zivilisation ist hauchdünn und blätterte bei jedem historischen Ereignis ab.
Dem Menschen wohnt die Ursünde des Essens von der verbotenen Frucht inne. Er ist über dieses Stadium nie hinausgewachsen. Das Einzige, was wächst, sind sein Größenwahn und die Leidenschaften, die Leiden schaffen.
Tägliche Schreibanregung
Wenn du in die Vergangenheit reisen und ein historisches Ereignis live miterleben könntest – welches würdest du wählen?
If you could go back and witness any historical event, which one would you pick? | Wenn du in die Vergangenheit reisen und ein beliebiges historisches Ereignis miterleben könntest, welches würdest du wählen?
Der Deutschlandfunk-Kultur-Beitrag „Wie wir als Gesellschaft das Sterben lernen müssen“ enthält ein Interview mit dem Palliativmediziner Gian Domenico Borasio. Er beschäftigt sich mit dem Thema Sterben und der Begleitung Sterbender. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Borasio kritisiert den aktuellen Trend zur Longevity, der seiner Meinung nach eine Verdrängung oder Tabuisierung des Todes darstellt. Er sieht Parallelen zu vergangenen Jahrzehnten, in denen die medizinische Hybris dazu führte, dass schwerkranke und sterbende Patienten vernachlässigt wurden.
Obwohl die Gesellschaft im Durchschnitt älter wird, betont Borasio, dass es wichtig ist, dies mit einer hohen Lebensqualität zu verbinden. Die Herausforderungen im Pflegebereich sind jedoch groß, da es einen Anstieg an pflegebedürftigen älteren Menschen geben wird, während die notwendigen Pflegeeinrichtungen und -kräfte fehlen.
Borasio schlägt vor, dass sich die Gesellschaft stärker um die Pflege und Unterstützung Bedürftiger kümmern sollte, indem sie „sorgende Gemeinschaften“ bildet. Dies würde eine bessere gegenseitige Unterstützung ermöglichen.
Das [wir immer länger leben] ist im Prinzip was Gutes, vor allem wenn wir mit einer guten Lebensqualität älter werden und wenn wir die Zeit, die uns geschenkt wird, mit einer guten Lebensqualität auch leben können.
Und das hängt natürlich von den äußeren Umständen ab. Das hängt davon ab, wie die Gesellschaft es uns ermöglicht, unsere letzten Lebensjahre zu leben. Und da gibt es natürlich eine große Gefahr, denn diejenigen Einrichtungen, die notwendig wären, die alten Pflegeheime und die Pflegekräfte, die man bräuchte, die wird es in Zukunft nicht mehr geben, weil es ein Tsunami von hochaltrigen, gebrechlichen Pflegebedürftigen und großteils auch dementen Patienten auf uns, auf unsere Gesellschaft zukommt.
Und da ist die einzige Lösung, die ich sehe, tatsächlich die Vergesellschaftung der Care-Arbeit durch das, was man sorgende Gemeinschaften nennt, also Caring Communities, wo sich alle um alle kümmern, nicht nur um Alte und Sterbende, sondern auch um Mütter mit alleinerziehenden Kindern, um behinderte Menschen.
Da müssen wir wieder dazu kommen, dass sich die Menschen umeinander kümmern, damit auch später sie eine Chance haben, dass man sich um sie kümmert, wenn sie denn eben soweit sind.
Denn wenn wir erwarten, dass der Staat das für uns löst, dann werden wir Schiffbruch erleiden.
Borasio hebt hervor, dass es in Deutschland Fortschritte in der Palliativmedizin gegeben hat, wie die flächendeckende Verfügbarkeit von ambulanten Palliativteams. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Ökonomisierung des Gesundheitssystems, die zu einer Zweiklassengesellschaft führen könnte, in der einige Patienten über-, andere unterversorgt werden.
Oft unterscheiden sich die Prioritäten der Patienten am Lebensende von den Annahmen der Ärzte. Borasio betont die Notwendigkeit, die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten zu hören und zu respektieren, statt sie als Kostenfaktoren zu betrachten.
Borasio ist optimistisch, dass es viele in der Medizin gibt, die sich um die Patienten kümmern und ihnen zuhören. Er fordert jedoch politische Veränderungen, um finanzielle Fehlanreize im Gesundheitssystem zu beseitigen.
Insgesamt plädiert der Palliativmediziner für einen bewussteren und empathischeren Umgang mit dem Sterben in der Gesellschaft, bei dem die Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt stehen.
Aus dem Interview „Wie wir als Gesellschaft das Sterben lernen müssen“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –08.07.2026-.
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Am 28. Mai 2026 verhandelte die 1. Zivilkammer des Landgerichts Koblenz über den Mord an der zwölfjährigen Luise, den zwei damals 12 und 13 Jahre alte Freundinnen begangen hatten.
Die Täterinnen hatten Luise unter dem Vorwand, ihr eine Überraschung zu bereiten, in einen Wald gelockt. Dort versuchten sie, sie mit einem Plastikbeutel zu ersticken, und erstachen sie schließlich 74-mal mit einem Messer (»Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ist die Kammer davon überzeugt, dass Luise vor ihrem Tod erhebliches Leid erfahren hat und extreme Panik sowie Todesangst erleiden musste.«).
Da die Täterinnen zum Tatzeitpunkt strafunmündig waren, konnten sie strafrechtlich nicht belangt werden. Das Gericht sprach den Angehörigen von Luise ein Schmerzensgeld von insgesamt 125.000 Euro sowie die Übernahme der Beerdigungskosten zu.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann innerhalb eines Monats angefochten werden.
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In dieser Podcastfolge beschreibt Dominik Nerz seine Erfahrungen als Radprofi und den damit verbundenen Druck, der zu einer lebensbedrohlichen Magersucht führte.
Trotz seiner Erfolge im Radsport, zu denen auch die Teilnahme an der Tour de France zählt, verlor er sich unter dem hohen Leistungsdruck selbst und musste schließlich im Alter von 27 Jahren seine Karriere beenden, nachdem Ärzte ihm mit dem Tod drohten, wenn er nicht aufhöre. Während seiner Zeit im professionellen Radsport wurde das Thema Ernährung übermäßig auf das Gewicht fokussiert, was zu seiner Essstörung beitrug.
Nach seinem Rückzug suchte Nerz professionelle Hilfe und lernte, ein normales Leben zu führen, in dem er sich selbst wieder wichtig nimmt und Sport ohne Leistungsdruck treibt.
Heute ist er dankbar für die Möglichkeit, sein Leben zu genießen, und hat eine neue berufliche Richtung im Vertrieb eingeschlagen, während er auch weiterhin seine Leidenschaft für den Sport pflegt.
Aus der Podcastfolge „Meine Magersucht als Radprofi – Dominik Nerz“ vom –30.06.2024– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.
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Wenn mich jemand nach den „Opfern” in meinem Leben fragt, dann geht es dabei sicherlich nicht um rituell geschlachtete Ziegen, sondern um die bewusste Entscheidung, etwas Wertvolles aufzugeben, um ein höheres Ziel zu erreichen.
Es ist vielleicht ein Tauschgeschäft mit dem Schicksal: Ich verzichte im Hier und Jetzt auf bestimmte Dinge (zum Beispiel Bequemlichkeit, Sicherheit oder Zeit), in der Hoffnung, dass es sich später für mich auszahlt oder jemand anderem hilft.
Ich könnte Zeit und Energie geopfert haben, Beziehungen und Nähe, finanzielle Sicherheit, mein Ego und meinen Komfort.
Ein echtes Opfer muss wehtun.
Das Wort „Opfer” impliziert eine gewisse Schwere. Wenn es sich leicht anfühlt, war es stattdessen eine Priorisierung.
Ich habe in meinem Leben sicherlich Entscheidungen getroffen, für die ich etwas mehr oder weniger Wertvolles aufgeben musste, um ein Ziel zu erreichen. Die Entscheidungsfindung fühlt sich für mich schwer an und ist mit „Schmerzen” verbunden. Die Entscheidung selbst hat sich für mich jedoch nicht wie ein Opfer angefühlt, sondern eher wie eine Priorisierung. Da ich in fast allem einen Sinn erkenne und weiß, dass ich nicht alles haben kann, fühlen sich die Entscheidungen nicht wie ein Opfer an. Sie sind das Ergebnis einer Abwägung.
Ich weiß auch, dass ich bisher Glück gehabt habe und die Dinge so betrachten und empfinden kann. Mir ist bewusst, dass das Leben mir jederzeit ein echtes, schmerzhaftes Opfer abverlangen kann. Ich denke dabei an die Entscheidung Helmut Schmidts, der Erpressung durch die Entführung Hanns Martin Schleyers nicht nachzugeben, Schleyers Tod zu riskieren und am Ende diesen Schmerz ertragen zu müssen. Die Schwere dieser Entscheidung ist für mich unermesslich, und die Reaktion der Hinterbliebenen hat Helmut Schmidt die Spitze dieses Schmerzes sicherlich etwas genommen.
=> Weitere „dailyprompts“ aller Blogger:innen: LINK
Die Kriegsherren tun so, als wüssten sie nicht, dass es nur einen Augenblick dauert, etwas zu zerstören, doch oft reicht ein ganzes Leben nicht aus, um es wieder aufzubauen. Sie verschließen die Augen vor der Tatsache, dass Milliarden von Dollar für Tötung und Zerstörung ausgegeben werden, während die für Heilung, Bildung und Wiederaufbau benötigten Ressourcen nirgends zu finden sind.
Diejenigen, die eurem Land seine Ressourcen rauben, investieren in der Regel einen Großteil des Gewinns in Waffen und perpetuieren so einen endlosen Kreislauf aus Destabilisierung und Tod. Es ist eine auf den Kopf gestellte Welt, eine Ausbeutung der Schöpfung Gottes, die von jedem ehrlichen Gewissen angeprangert und abgelehnt werden muss. Wir müssen einen entschiedenen Kurswechsel vollziehen – eine echte Umkehr –, der uns in die entgegengesetzte Richtung führt, auf einen nachhaltigen Weg, reich an menschlicher Brüderlichkeit.
Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen verwüstet, doch sie wird von einer Vielzahl unterstützender Brüder und Schwestern zusammengehalten! Sie sind die Nachkommen Abrahams, so zahlreich wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner am Meeresufer. Lasst uns einander in die Augen schauen: Wir sind dieses immense Volk! Frieden ist nichts, was wir erfinden müssen: Er ist etwas, das wir annehmen müssen, indem wir unseren Nächsten als unseren Bruder und als unsere Schwester annehmen. Wir suchen uns unsere Brüder und Schwestern nicht aus: Wir müssen einander einfach annehmen! Wir sind eine Familie, die dasselbe Zuhause bewohnt: diesen wunderbaren Planeten, den alte Kulturen über Jahrtausende hinweg gepflegt haben.
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Nadine Wimmer beschloss, Stammzellenspenderin zu werden, nachdem ihre Schwester eine Krebserkrankung überlebt hatte, während eine Freundin daran starb. Im Jahr 2018 erhielt sie einen Anruf und spendete Stammzellen für einen todkranken Mann aus Kanada namens Joshua. Drei Jahre später trafen sich die beiden zum ersten Mal und erlebten eine emotionale Verbindung, die über eine einfache Freundschaft hinausgeht. Heute haben die beiden eine enge Beziehung und Nadines Schwester ist ebenfalls wohlauf, was das positive Ende ihrer gemeinsamen Geschichte unterstreicht.
Aus der Podcastfolge „Freunde fürs Leben durch Stammzellspende – Nadine Wimmer“ vom –26.01.2025– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.
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In dieser Podcastfolge geht es darum, wie Traumata der Eltern das Leben und das Wohlbefinden ihrer Kinder beeinflussen können.
Podcastfolge „Wenn die Eltern traumatisiert sind – was macht das mit mir?“ vom 26.02.2023 aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.
Im Gespräch mit Alison, einer Klientin, wird deutlich, dass sie durch den Tod ihres Vaters viele alte Erinnerungen und Gefühle aus ihrer Kindheit wiedererlebt hat. Alison erzählt von ihrer schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter, die sie als traumatisiert wahrnimmt. Sie hat in ihrer Kindheit viel physische und psychische Gewalt erlebt und fühlt sich nun, nach dem Tod ihres Vaters, erneut enttäuscht und verletzt.
Alison beschreibt zudem, dass ihre ältere Schwester eine dominante Rolle in der Familie spielt, wodurch ihre Mutter sie schlechter behandelt. Alison fühlt sich von ihrer Mutter im Stich gelassen und hat das Gefühl, dass ihre Bemühungen, für die Familie da zu sein, nicht gewürdigt werden. Dies führt zu Depressionen und Enttäuschung.
Stephanie versucht, Alison dabei zu helfen, ihre Gefühle zu verstehen und die Verantwortung für die Probleme in ihrer Familie nicht auf sich zu nehmen. Sie ermutigt Alison zu erkennen, dass die Probleme ihrer Mutter und die familiären Dynamiken nicht ihre Schuld sind.
Die Podcastfolge verdeutlicht, wie essenziell es ist, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und zu verinnerlichen, dass Liebe und Unterstützung, die ein Kind benötigt, von den Eltern kommen sollten. Alison lernt, dass sie ein liebenswertes Wesen ist – unabhängig von den Fehlern ihrer Eltern. Der Prozess der Befreiung von alten Verletzungen und die Übernahme der Verantwortung für die eigene emotionale Gesundheit sind zentrale Punkte auf Alisons Reise zur Heilung.
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