📅❓ Zu mir

Meine lĂ€ngste Reise begann mit meiner Geburt und wird bis zu meinem Tod andauern. Was danach kommt, weiß man nicht. Vielleicht hat unsere Reise sogar lange vor der Geburt begonnen und fĂŒhrt ĂŒber den Tod hinaus. Die Lebensreise ist die lĂ€ngste Reise, auf der ich mich befinde.

Als wer wurde ich geboren? Zu wem wurde ich gemacht? Wer bin ich? Wer möchte ich sein?

Nach dem heutigen Erkenntnisstand der Wissenschaft wurde ich mit einer 40- bis 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit als introvertierter Mensch geboren.

Ich war meinen Eltern zu ruhig. Sie machten mir deutlich, dass das nicht gut ist, und gaben mir so viele Anreize, dass ich mich allmĂ€hlich extravertiert verhielt. NatĂŒrlich unbewusst. Das ist der 50- bis 60-prozentige Einfluss meiner Umwelt.

Ab der Zeit der PubertĂ€t spĂŒrte ich eine gewisse innere Ambivalenz und Unruhe, die ich mir nicht erklĂ€ren konnte.

Erst sehr viel spĂ€ter, in der Begegnung mit einer zutiefst introvertierten Person, die entsprechend ihrem Temperament lebte und fĂŒr deren Eltern Introversion etwas Normales war, erkannte ich meine eigene Introversion.

Ich hĂ€ute mich also, lege die mich erschöpfenden extravertierten Anteile nach und nach ab und pflege meine introvertierten Anteile. Mein ambivalentes GefĂŒhl verschwand und ich wurde ausgeglichener.

DarĂŒber hinaus gibt es noch so viel mehr, was es auf der Lebensreise zu entdecken gibt: Sie erweitert meinen Horizont, erhĂ€lt meine FlexibilitĂ€t, lĂ€sst mich meine Gewohnheiten immer wieder anpassen, aus den Erfahrungen anderer lernen und offen bleiben fĂŒr VerĂ€nderungen.

TĂ€gliche Schreibanregung
Was war die lÀngste Reise, die du je gemacht hast?

What’s the longest trip you’ve ever taken?  |  Was war die lĂ€ngste Reise, die du je unternommen hast?

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Autor: Bernd

» ... Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der OberflĂ€che des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese OberflĂ€che, die doch immerhin etwas gewesen wĂ€re, mit einem unglaublich langweiligen Stoff ĂŒberzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien? Ja, es ist möglich. ... « – Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, 1910 ====================