📅❓ Denken – Fühlen – Handeln

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger kann ich mit dem Begriff „früheres Ich“ anfangen. Ich bin ich.

Ich bin als relativ unbeschriebenes Blatt auf die Welt gekommen, das nach und nach beschrieben wurde. Ich habe immer wieder dazugelernt, habe mich versucht, habe mich geirrt oder war gleich beim ersten Versuch erfolgreich. Ich kann stolz sein auf Dinge, die ich gelernt habe und heute kann, die ich früher jedoch nicht konnte.
Früher war ich in meinen Gedanken gefangen. Ich habe wenig gefühlt und bin nicht ins Handeln gekommen.

Irgendwann wurde die Mauer um meine Gefühle gesprengt und ich war plötzlich mit ihnen verbunden. Zunächst war ich von meinen befreiten Gefühlen überwältigt und lief planlos umher. Zeitweise bezeichnete ich mich selbst als emotionaler Geisterfahrer, der einige Mitmenschen „überfuhr“ und überforderte.

Ich lernte, dass ich Gefühle habe, aber nicht meine Gefühle bin. Ich kann meine Gefühle in ihre Schranken weisen oder sie kontrolliert zulassen, sodass sie für mich und andere erträglich sind.

Heute bin ich nah dran an meiner Mitte.


Was hast du schon geschafft, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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What’s something you’ve done that your past self would be proud of?  |  Was hast du getan, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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🎶 Ich schon. Ich glaube an Wundervolles. Ich glaube an Wahres. Ich glaube an Lebendiges.

Als ich siebzehn war, glich mein Verstand einem weiten Himmel voller leuchtender Träume. Mein Herz rief laut in die Ferne und ich folgte ihm bedingungslos. Mit einundzwanzig schien mir die ganze Welt zu gehören – ich gehörte dir und du warst vollkommen. Nichts anderes auf dieser Erde hatte für uns Bedeutung. Wir waren so hungrig auf das Leben, dass wir weder an das Schicksal noch an die Liebe als starres Konzept glaubten. Wir glaubten auch nicht daran, dass uns jemals irgendetwas genug sein könnte.

https://youtu.be/LdhYzXobHEk

Du hättest uns damals sehen sollen. Wir waren auf dem Weg zur Venus und flanierten leichtfüßig über die Milchstraße. Wir fühlten uns unbesiegbar, wandelten auf den Pfaden der ganz Großen und taten so, als könne uns nichts und niemand etwas anhaben. Es war eine glorreiche, wilde Zeit, in der uns das ganze Universum offenstand.

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Doch während die Jahre unaufhaltsam verstreichen, gräbt die Realität ihre Krallen in die Seele und raubt einem leise die Hoffnung und die Würde. Irgendwann bleiben von all dem Licht nur noch blasse Schatten an der Wand zurück. In solchen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wer man im Kern ist und welch weiten, stolzen Weg man bereits zurückgelegt hat. Zeige der Welt niemals, wie du fällst.

https://music.apple.com/us/song/walking-on-the-milky-way/714787342

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Heute glaube ich nicht mehr an Wunder oder die eine, absolute Wahrheit. Und ich glaube nicht, dass irgendetwas die unschuldige Magie der Jugend je wieder zum Leben erwecken kann. Aber damals … Da hättest du uns wirklich sehen sollen, als wir auf dem Weg zur Venus waren.

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🎶 Und endlich weiß ich es.

Ich habe dich zum König gemacht und du hast vergessen, dass ich es war, die die Krone hielt. Während die Jahre wie Perlen von einer Schnur fielen – eine nach der anderen –, wartete ich, doch du warfst sie den Säuen hin.

https://youtu.be/e-cANHw1AbU

Du nanntest dich Spielveränderer, Tor-Rüttler, Herr über Blitz und Licht. Doch der Blitz war mein. Mein war das Leuchten, das deinen Schatten so hoch und mächtig werden ließ. Meine Hungersnot deckte dein Festmahl, mein Schweigen füllte deinen Saal. Und ich bat um Krümel von einem Tisch, der ohne mich längst zusammengebrochen wäre.

https://open.spotify.com/intl-de/track/4Hd1PfRfoesL0kKRAPLTY9

Dann sah ich dich an. Da war kein König. Da war Leere, ein Thron aus geliehenem Glanz. Und ich begriff: Ich muss nicht länger betteln. Ich muss nicht warten, bis du mir gibst, was ich selbst erschaffen habe. Ich nehme den Blitz zurück. Ich nehme die Perlen zurück. Ich nehme den Thron zurück, den ich dir gebaut habe.

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Denn ich war schon immer ein König. Nach allem. Und endlich weiß ich es.

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