📅❓ Quintessenzen II

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger kann ich mit dem Begriff „jüngeres Ich“ anfangen. Ich bin ich. Und ich fühle mich zeitlos. Ich erinnere mich genauso gut an meine erste Fahrradtour mit Stützrädern rund um unser Viertel, das zwischen zwei Straßen lag und einen Rundkurs bot, wie an meinen diesjährigen Besuch der Nordseeküste.

In kurzen Abständen wiederholt sich die tägliche Schreibanregung inhaltlich mit ihren Impulsen.

Mein unerfahreneres Ich kann mit meinem Rat nichts mehr anfangen. Ich stelle mir die Frage nach der Quintessenz oder den Quintessenzen meines bisherigen Lebens.

Sven Böttcher hat die Antworten auf diese Fragen treffend, knapp und trotzdem ausführlich auf den Punkt gebracht. Er erkrankte 2005 und hatte nur noch einen kurzen Lebensweg vor sich. Sehstörungen und eine zeitweise Lähmung suchten ihn heim. Bevor er starb, formulierte und schrieb er die Quintessenzen seines Lebens. Damit seine Töchter noch etwas von ihm begreifen konnten. Dann geschah die Spontanheilung. Er war plötzlich symptom- und beschwerdefrei. Er veröffentlichte seine Quintessenzen und das Buch wurde zum Bestseller.

Eine meiner Quintessenzen ist, nach einem Reiz zunächst innezuhalten, anstatt sofort zu handeln. Stattdessen sollte man nachdenken, welche Reaktion angemessen ist und warum ausgerechnet dieser Reiz einen so stark bewegt.

„Welchen Rat würde dir dein unerfahreneres Ich geben?” ist eine für mich sinnvollere Frage.

Mit ca. 15 Jahren war ich in mancher Hinsicht klüger als heute.

Betrachte ich mich in meiner Zeit als Teenager, so erkenne ich, dass ich meine Gefühle immer durch den Verstand gefiltert hatte und umgekehrt die verstandesmäßigen Erkenntnisse durch die Gefühle. Dadurch konnte ich mich als Jugendlicher beruhigen oder motivieren und gute Entscheidungen treffen. Irgendwann verlor ich den Kontakt zu meinen Gefühlen und musste ihn mir zurückerobern.


Wenn du in der Zeit zurückreisen und deinem jüngeren Ich einen Rat geben könntest: Welcher wäre das?

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If you could go back in time and give your younger self advice, what would it be?  |  Wenn du in der Zeit zurückreisen und deinem jüngeren Ich einen Rat geben könntest, wie würde dieser lauten?

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💬 „Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen verwüstet“

Die Kriegsherren tun so, als wüssten sie nicht, dass es nur einen Augenblick dauert, etwas zu zerstören, doch oft reicht ein ganzes Leben nicht aus, um es wieder aufzubauen. Sie verschließen die Augen vor der Tatsache, dass Milliarden von Dollar für Tötung und Zerstörung ausgegeben werden, während die für Heilung, Bildung und Wiederaufbau benötigten Ressourcen nirgends zu finden sind.

~ Papst Leo XIV., 16.04.2026, Kathedrale St. Joseph (Bamenda), Friedensbegegnung mit der Gemeinde Bamenda, https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/speeches/2026/april/documents/20260416-camerun-incontro-pace.html

Diejenigen, die eurem Land seine Ressourcen rauben, investieren in der Regel einen Großteil des Gewinns in Waffen und perpetuieren so einen endlosen Kreislauf aus Destabilisierung und Tod. Es ist eine auf den Kopf gestellte Welt, eine Ausbeutung der Schöpfung Gottes, die von jedem ehrlichen Gewissen angeprangert und abgelehnt werden muss. Wir müssen einen entschiedenen Kurswechsel vollziehen – eine echte Umkehr –, der uns in die entgegengesetzte Richtung führt, auf einen nachhaltigen Weg, reich an menschlicher Brüderlichkeit.

~ Papst Leo XIV., 16.04.2026, Kathedrale St. Joseph (Bamenda), Friedensbegegnung mit der Gemeinde Bamenda, https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/speeches/2026/april/documents/20260416-camerun-incontro-pace.html

Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen verwüstet, doch sie wird von einer Vielzahl unterstützender Brüder und Schwestern zusammengehalten! Sie sind die Nachkommen Abrahams, so zahlreich wie die Sterne am Himmel und die Sandkörner am Meeresufer. Lasst uns einander in die Augen schauen: Wir sind dieses immense Volk! Frieden ist nichts, was wir erfinden müssen: Er ist etwas, das wir annehmen müssen, indem wir unseren Nächsten als unseren Bruder und als unsere Schwester annehmen. Wir suchen uns unsere Brüder und Schwestern nicht aus: Wir müssen einander einfach annehmen! Wir sind eine Familie, die dasselbe Zuhause bewohnt: diesen wunderbaren Planeten, den alte Kulturen über Jahrtausende hinweg gepflegt haben.

~ Papst Leo XIV., 16.04.2026, Kathedrale St. Joseph (Bamenda), Friedensbegegnung mit der Gemeinde Bamenda, https://www.vatican.va/content/leo-xiv/en/speeches/2026/april/documents/20260416-camerun-incontro-pace.html

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