🎙 Die Kunst des Streitens: Was tun, wenn das Gegenüber gar nicht reden möchte?

In diesem Radiobeitrag geht es um die Herausforderung, dass manche Menschen sich nicht an einer offenen Diskussion oder einem Streit beteiligen wollen. Das kann frustrierend sein, insbesondere, wenn man etwas ansprechen möchte, der andere aber nicht bereit ist, darüber zu reden.

Die Autoren – darunter die bekannten Politiker Norbert Lammert und Gregor Gysi – diskutieren, wie man in solchen Situationen am besten reagiert. Sie betonen, wie wichtig ein respektvolles Miteinander ist, selbst wenn die Meinungen stark auseinandergehen. Humor und Toleranz können dabei helfen, Spannungen abzubauen.

Man sollte nicht zu nostalgisch denken, dass es früher die gute alte Zeit des zivilen Diskurses gegeben habe. Also hat sich immer viel verändert.

Aber wenn man sowohl auf Aussagen blickt, die man als rassistisch jetzt kritisieren könnte, dann ist ganz klar, dass gab es in den 70er, 80er Jahren auch.

Da gab es von der CDU, CSU immer wieder Aussagen, die darauf hinausliefen, dass Deutschland eine ethnische Substanz hat. Und dass gewisse andere Ethnien jetzt gar nicht integrierbar hier wären.

Und das war damals noch relativ normal. Also die SPD hat dann widersprochen, die FDP teilweise auch, aber das war Teil dessen.

Und das sind aber heute Aussagen, wegen denen die AfD als rechtsextrem eingestuft wird. Das heißt, das gab es, das gibt es

~ Floris Biskamp, deutscher Politikwissenschaftler und Soziologe. Er forscht und publiziert zu Themen der politischen Theorie, insbesondere im Bereich der kritischen Gesellschaftsanalyse, Antisemitismusforschung sowie Rassismusforschung

Im Artikel wird auch die Bedeutung der Streitkultur in verschiedenen Kontexten, wie im Bundestag und in Kleingartenvereinen, angesprochen. Es wird hervorgehoben, dass Streit nicht immer laut und aggressiv sein muss, sondern manchmal einfach eine Diskussion ist, in der unterschiedliche Meinungen respektiert werden.

Ein wichtiger Punkt ist, dass das Unterdrücken von Konflikten zu Frustration führen kann. Wer seine Probleme nicht anspricht, riskiert, dass sich Ressentiments entwickeln. Der Artikel ermutigt dazu, auch in schwierigen Gesprächen offen zu bleiben und zu versuchen, die Perspektive des anderen zu verstehen.

Zusammengefasst: Der Radiobeitrag bietet keine einfachen Lösungen, sondern regt dazu an, über die eigene Rolle in Streitgesprächen nachzudenken und respektvoll miteinander umzugehen – auch wenn der Gesprächspartner nicht streiten will.


Podcastfolge „Macht der Worte (6/6) – Was tun, wenn mein Gegenüber gar nicht streiten will?“ vom –28.08.2025– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


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🎙 Die stille Sprache unserer Gesichter: Was wir verraten, ohne zu sprechen.

In dieser Podcastfolge, präsentiert von Dirk Eilert, einem Experten auf dem Gebiet der Mimik und Körpersprache, geht es um die Bedeutung dieser Ausdrucksformen in der Kommunikation. In einem Podcastgespräch mit den Psychologen Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski wird erörtert, wie man anhand der Mimik von Menschen erkennen kann, was sie denken oder fühlen.

Eilert erklärt, dass viele Mythen über Körpersprache, wie das Ansehen in eine bestimmte Richtung, um Lügen zu erkennen, nicht zutreffen. Stattdessen sollte man die gesamte Körpersprache und Mimik betrachten, um ein besseres Verständnis zu erlangen. Er betont, dass es keine universellen Zeichen für Lügen gibt, sondern dass man das „Baseline“-Verhalten einer Person kennen muss, um Abweichungen zu erkennen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Lügen oft anstrengender ist als die Wahrheit zu sagen, was sich in der Körpersprache zeigt, beispielsweise durch weniger Gestik. Eilert gibt auch praktische Tipps, wie man Mimik besser lesen kann: Man sollte auf subtile Bewegungen achten und diese mit den Worten der Person in Verbindung bringen.

Zusammenfassend zeigt diese Podcast-Folge, wie wichtig es ist, Mimik und Körpersprache zu verstehen, um effektiv zu kommunizieren und Beziehungen zu verbessern. Eilert stellt Methoden vor, mit denen sich diese Fähigkeiten trainieren und entwickeln lassen.


Podcastfolge „Was verrät unsere Mimik? (mit Dirk Eilert)“ vom –04.01.2023– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 Freundlich, aber bestimmt: So schützt du deine Energie – und hast ein gutes Gewissen.

In dieser Podcast-Folge geht es darum, dass Freundlichkeit keine Schwäche, sondern eine echte Superkraft ist.

Das Konzept der „radikalen Freundlichkeit” bedeutet jedoch nicht, Konflikte zu meiden oder sich stets aufzuopfern, sondern vielmehr, ehrlich, respektvoll und wohlwollend mit sich selbst und anderen umzugehen. Im hektischen Alltag fällt uns das oft schwer, da Stress, Unsicherheit und ständige Ablenkung durch das Smartphone unsere natürliche Empathie blockieren.

Du kannst deine Freundlichkeit jedoch mit kleinen Tricks gezielt trainieren. Atme beispielsweise bei Provokationen erst dreimal tief durch, anstatt impulsiv zurückzupöbeln. Versuche zudem, die Unfreundlichkeit anderer nicht persönlich zu nehmen, denn dein Gegenüber hatte vielleicht einfach einen schlechten Tag. Gehe öfter mit einem bewussten Lächeln durch die Welt und schenke deinen Mitmenschen im Gespräch deine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Letztlich ist Freundlichkeit auch eine Form von gesundem Egoismus, von der du selbst am meisten profitierst. Jede freundliche Geste schüttet Glückshormone in deinem Körper aus, reduziert dein Stresslevel und stärkt sogar dein Immunsystem nachweislich.


Podcastfolge „Warum Freundlichkeit deine geheime Superkraft ist (mit Nora Blum)“ vom –19.03.2025– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 Wissenschaft humorvoll erklärt: Von Krebs-Magneten, KI-Katzen und Waschmaschinen.

In der Podcastfolge „Hörsaal goes Science Slam“ wurden drei Vorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Themen präsentiert: „Nanomedizin”, „Künstliche Intelligenz (KI)” und „Mikroplastik”.

Nanomedizin – Verena Schulze:

Sie erklärte den Begriff der Nanomedizin, die sich mit der Anwendung von Nanotechnologie in der Medizin beschäftigt.

Sie erläuterte, dass Nanopartikel (10⁻⁹ Meter) bereits in Alltagsprodukten wie Sonnencreme und Corona-Tests verwendet werden.

Schulze stellte den Lotuseffekt vor, mit dem sich wasserabweisende Oberflächen schaffen lassen, die beispielsweise Wände vor Urin schützen können.

Sie sprach über ihre eigene Forschung zu Eisenoxid-Nanopartikeln, die in der Krebsdiagnose eingesetzt werden. Diese Partikel können Krebszellen anziehen und durch Magnetfelder isoliert werden.

Zum Abschluss der Präsentation betonte Schulze, dass die Nanotechnologie bedeutende Fortschritte in der Medizin ermöglichen kann.

Künstliche Intelligenz – Luca Neuperti:

Luca Neuperti untersuchte die Kommunikationsfähigkeit von KI, insbesondere von Chatbots:

Er stellte die Kommunikationsakkumulationstheorie vor, die beschreibt, wie Menschen in Gesprächen automatisch ihre Kommunikationsstile anpassen.

Neuperti verglich dies mit der Funktionsweise von Chatbots, die Worte in mathematische Vektoren umwandeln, um sie zu verarbeiten.

Er argumentierte, dass Chatbots nicht die gleiche Anpassungsfähigkeit wie Menschen besitzen. Dies könnte zu einem Problem werden, da sich Menschen potenziell an die vorgegebene Kommunikationsweise der KI anpassen könnten.

Der Vortrag endete mit der Aufforderung, die Interaktion mit Chatbots kritisch zu hinterfragen und die Verantwortung in der Entwicklung von KI zu betonen.

Mikroplastik – Dominik Kaczmarek:

Er thematisierte Mikroplastik, das durch das Waschen von synthetischen Textilien in die Umwelt gelangt.

Er erläuterte die verschiedenen Formen von Plastik (Makro-, Mikro- und Nanoplastik) und deren Verbreitung in der Umwelt und im menschlichen Körper.

Kaczmarek stellte seine Forschung vor, in der er die Mikroplastikemissionen beim Waschen von Kleidung untersuchte. Er erklärte den Sinnerschen Waschkreis, der die Waschleistung durch Zeit, Temperatur, Mechanik und Chemie definiert.

Er präsentierte die Methodik seiner Experimente zur Messung der Mikroplastikemissionen und hob die Bedeutung dieser Forschung für den Umweltschutz hervor.

Zusammenfassend zeigen die Vorträge, wie innovative Technologien und interdisziplinäre Ansätze in der modernen Wissenschaft genutzt werden, um bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen in Bereichen wie der Medizin, der Kommunikation oder dem Umweltschutz anzugehen.


Podcastfolge „Nanomedizin, Chatbots, Mikroplastik – Hörsaal goes Science Slam“ vom –28.11.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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📅❓ Ein Plädoyer für die Wahrheit?

Ich überprüfe nicht die Begründungen, die in Situationen der Rechtfertigung oder Kritik verwendet werden.

Wenn ich im Nachhinein erfahre, dass eine Begründung auf einer Lüge oder einem unwahren Argument beruhte, spreche ich das Gegenüber darauf an und versuche zu vermitteln, dass ich die Wahrheit vertrage und sie mich nicht kränkt.

Eine Ausrede kann denjenigen, der sie ausspricht, oder denjenigen, an den sie gerichtet ist, oder gar beide schützen.

Ausreden sind menschlich. Für mich gibt es keine guten oder schlechten.

In Comedys gefallen mir spontane, situationsbedingt passende und entwaffnende Ausreden.

Besser als Ausreden sind Aussprachen.

Tägliche Schreibanregung
Was ist die beste Ausrede, die du in letzter Zeit gehört hast?

What is the best excuse you have heard lately?  |  Was ist die beste Ausrede, die du in letzter Zeit gehört hast?

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🎙 Über die Stille und das Stöhnen: Nonverbale Kommunikation in der Partnerschaft

In dieser Podcast-Folge diskutieren die Moderatoren Ariane und Kevin über die Lautstärke und Geräusche beim Sex sowie das Stöhnen.

Geräusche beim Sex sind eine wichtige Form der nonverbalen Kommunikation. Sie helfen dabei, der anderen Person ohne viele Worte zu zeigen, was sich gut anfühlt.

Wer in einer hellhörigen Umgebung (wie einer Altbau-WG) lebt oder bei offenem Fenster Sex hat, sollte bedenken, dass ungewollte Zuhörer dies möglicherweise als unangenehm empfinden könnten.

87 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie stöhnen, um das Selbstbewusstsein ihres Partners zu stärken. 66 Prozent tun dies, um den Partner schneller zum Höhepunkt zu bringen – teils auch, weil sie den Sex schneller beenden möchten.

Viele Menschen sind durch Pornos beeinflusst und denken, sie müssten beim Sex eine laute Performance abliefern. Dies kann schnell künstlich wirken und zu Missverständnissen führen.

Wusstest du, dass der Trommelfisch bei der Paarung durch Muskelvibrationen unter Wasser einen Lärm erzeugt, der so laut ist wie ein Fußballstadion? Das schützt ihn, da Fressfeinde wie Delfine dadurch einen Hörschaden erleiden würden.

Beim Sex sollte jeder genau die Lautstärke haben, mit der er sich wohlfühlt. Stöhnen ist hervorragend geeignet, um ehrliches Feedback zu geben, sollte aber nicht erzwungen werden, um unrealistischen Erwartungen gerecht zu werden.


Aus der Podcastfolge „Ohh ja! Macht Stöhnen Sex besser?“ vom –05.02.2022– des Podcasts „Im Namen der Hose – der Sexpodcast von BR-PULS„.


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🎙 Die Schatten der Vergangenheit: Wie viel Ausbruch verträgt eine Ehe?

In dieser Podcastfolge geht es um Anja und Matthias, ein Paar, das seit 28 Jahren zusammen ist und vier Kinder hat. Sie durchleben eine Ehekrise und suchen die Hilfe des Paartherapeuten Eric Hegmann.

Anja beschreibt, dass sie sich in ihrer Beziehung oft unverstanden und unsicher fühlt. Ein konkretes Beispiel ist ein Konflikt am Muttertag, der eskaliert, weil Anja ihre Pläne nicht richtig kommuniziert hat. Matthias fühlt sich übergangen und verletzt, was zu einem emotionalen Streit führt. Beide wünschen sich, dass sie auf Augenhöhe streiten und ihre Konflikte besser lösen können.

Der Therapeut erklärt ihnen, dass in langen Beziehungen oft festgefahrene Muster entstehen, die schwer zu durchbrechen sind. Anja und Matthias erkennen, dass sie in vielen Punkten unterschiedlich ticken, was zu Spannungen führt. Matthias hat beispielsweise das Gefühl, dass Anja oft Entscheidungen trifft, die ihn betreffen, ohne ihn zu fragen. Dadurch fühlt er sich fremdbestimmt.

Im Laufe des Gesprächs wird deutlich, dass Anja sich mehr Abenteuer und Leben in ihrer Beziehung wünscht, während Matthias mit dem Alltag und der Verantwortung für die Familie beschäftigt ist. Dies führt zu einem Missverhältnis ihrer Bedürfnisse und Erwartungen.

Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass Anja in der Vergangenheit eine kurze Affäre hatte, was Matthias sehr verletzt hat. Sie beschreibt, dass diese Affäre ihr das Gefühl gegeben hat, lebendig zu sein, was in ihrer Beziehung gefehlt hat. Trotz der Schwierigkeiten haben beide den Wunsch, an ihrer Beziehung festzuhalten und Lösungen zu finden.

Diese Podcastfolge zeigt, wie wichtig Kommunikation und Verständnis in einer langjährigen Beziehung sind und dass es oft notwendig ist, an sich selbst zu arbeiten, um gemeinsam einen Weg zu finden.


Podcastfolge „28 Jahre Beziehung, 4 Kinder, eine Ehekrise: Bleiben oder gehen?“ vom –29.11.2024– aus dem NDR-Podcast „Die Paartherapie„; verfügbar bis -29.11.2029-.


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🎙 Wie viele Freunde braucht ein Mensch, um glücklich zu sein?

In dieser Podcastfolge sprechen die Psychologen Steffi Stahl und Lukas Klaschinski über die Bedeutung von Freundschaften im Leben. Sie diskutieren unter anderem, wie viele Freunde man braucht und was eine gute Freundschaft ausmacht.

Steffi erzählt, dass sie seit ihrer Kindheit enge Freundschaften pflegt und dass es ihr wichtig ist, dass Freunde ähnliche Interessen, Humor und Lebenshintergründe haben. Sie betont, dass regelmäßiger Kontakt und Vertrauen entscheidend für eine Freundschaft sind. Lukas stellt fest, dass viele Menschen im Laufe ihres Lebens Freundschaften verlieren und dass die durchschnittliche Anzahl enger Freunde oft nur drei bis vier beträgt.

Zudem sprechen sie darüber, wie sich Freundschaften auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität auswirken. Studien zeigen, dass gute Beziehungen das Immunsystem stärken und die Lebenserwartung erhöhen können. Steffi erklärt, dass Freundschaften ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Menschen, die in ihrer Kindheit negative Beziehungserfahrungen gemacht haben, können laut ihr Schwierigkeiten haben, Vertrauen aufzubauen.

Das Gespräch geht weiter zu den verschiedenen Arten von Freundschaften, die Aristoteles unterscheidet: Freundschaften aus Nützlichkeit, aus Vergnügen sowie Tugendfreundschaften, die auf gegenseitiger Wertschätzung basieren. Die Gesprächsteilnehmer:innen betonen, wie wichtig es ist, Freundschaften aktiv zu pflegen, sich für andere zu interessieren und auch in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein.

Abschließend geben sie Tipps, wie man neue Freundschaften schließen kann, und betonen, wie wichtig es ist, sich verletzlich zu zeigen und Vertrauen aufzubauen, um tiefere Beziehungen zu entwickeln.


Podcastfolge „Freundschaft oder Ballast – Wie viele Freunde brauchen wir im Leben?“ vom –26.02.2025– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 Bleiben oder gehen? Wie man emotionale Klarheit in der Partnerschaft findet

In diesem Podcast wird die Frage behandelt, wie Paare mit internen (partnerschaftlichen) und externen (schicksalshaften) Krisen umgehen können, warum viele Beziehungen daran scheitern und welche psychologischen Mechanismen dabei wirken.

Wie und warum Krisen entstehen.

Schleichende Prozesse: Viele Krisen entstehen nicht durch einen plötzlichen Knall, sondern weil Partner den Kontakt zueinander und zu sich selbst verlieren. Man funktioniert nur noch im „Alltagsmodus” oder ist „überangepasst”, schluckt Unzufriedenheit herunter und merkt erst, dass etwas nicht stimmt, wenn die Gefühle bereits erkaltet sind.

Projektionen: Ein Großteil der partnerschaftlichen Konflikte entsteht, weil unreflektierte Themen und alte Verletzungen aus der Kindheit („Schattenkinder”) auf den Partner projiziert werden. Letztlich geht es fast immer um dasselbe Grundbedürfnis: Man möchte vom anderen in seinem wahren Wesen gesehen und respektiert werden.

Externe Schicksalsschläge: Krankheiten, Jobverlust oder Dauerbelastungen (wie die Pflege von Angehörigen) bringen Stress von außen in die Beziehung und erfordern ein hohes Maß an Zusammenhalt.

Zentrale Strategien zur Konflikt- und Krisenbewältigung:

Klarheit und Aufrichtigkeit (das Beispiel Rebecca): Wenn eine Beziehung am Ende zu sein scheint, neigen Menschen oft aus Angst, den anderen zu verletzen, dazu, in einer zermürbenden Ambivalenz zu verharren.

Erkenntnis: Diese Unentschlossenheit und Vermeidung erzeugt meist mehr Leid und Schmerz als ein klarer, aufrichtiger Schnitt.

Lösungsansatz: Die eigenen Anteile an der Krise von denen des Partners trennen. Ein klarer Standpunkt hilft, Entscheidungen zu treffen – notfalls auch für eine Trennung, die beiden die Chance auf einen Neuanfang gibt.

Kommunikation und „Zwiegespräche”

Um präventiv Resilienz und Vertrauen aufzubauen, muss das Tempo aus dem Alltag genommen werden.

Erkenntnis: Ständige Aktivität dient oft der Konfliktvermeidung.

Lösungsansatz: Etablieren Sie regelmäßige Rituale, bei denen ein Partner (z. B. für 15 Minuten) redet, während der andere nur wertfrei zuhört, ohne direkt nach Lösungen oder Fehlern zu suchen.

Umgang mit emotionaler Überforderung (das Beispiel Anja): Wenn ein Partner durch externe Faktoren (z. B. ein neuer Job und Nachwuchs) völlig überlastet ist und sich verschließt.

Erkenntnis: Ein „Ich will nicht darüber reden” ist oft ein „Ich kann nicht”, da insbesondere viele Männer über keine ausreichende Kommunikationskompetenz für derartige emotionale Krisen verfügen. Ein direktes Gegenübersitzen baut dann oft noch mehr Druck auf.

Lösungsansatz: Gespräche sollten lieber in eine gemeinsame, neutrale Aktivität (wie einen Spaziergang) eingebunden werden. Zudem helfen praktische Entlastung im Alltag und die Rückbesinnung auf Ressourcen („Wir stehen das gemeinsam durch“), anstatt sich nur auf das Problem zu fokussieren.

Das Gleichgewicht aus Unterstützung und Selbstfürsorge

Bei externen Krisen ist aktive Hilfe für den betroffenen Partner essenziell. Genauso wichtig ist jedoch die Abgrenzung: Der unterstützende Partner muss darauf achten, die eigenen Batterien immer wieder aufzuladen (Selbstfürsorge), um nicht selbst auszubrennen.


Podcastfolge „Krisen gemeinsam bewältigen“ vom –12.07.2023– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


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🎙 „Crazy, hibbelig und voller Frieden“: Die faszinierende Welt der Amina Kaymaz

In dieser Podcastfolge mit dem Titel „Jugend zwischen Tradition und Emanzipation“ geht es um Amina Kaymaz. Sie ist 19 Jahre alt und lebt in einem sozial benachteiligten Stadtteil in Bremen. Sie beschreibt darin ihre Erfahrungen und Ansichten zu verschiedenen Themen, die ihre Identität und ihren Alltag prägen.

Hintergrund und Lebensumstände: Amina lebt mit ihrer Mutter und sechs Geschwistern in einem Stadtteil, den sie als „Ghetto“ bezeichnet. Sie hat türkische und palästinensische Wurzeln und ist in zwei Kulturen aufgewachsen.

Berufliche Ambitionen: Amina ist auf der Suche nach einem Beruf, der ihr Spaß macht. Sie hat ein Praktikum als Dachdeckerin und als Kinderbetreuerin gemacht. Das Dachdeckerpraktikum brach sie jedoch nach kurzer Zeit ab, da es ihr nicht gefiel.

Gesellschaftliche Themen: Amina äußert sich zu Themen wie Frieden, Integration und den Herausforderungen, mit denen Jugendliche in ihrem Umfeld konfrontiert sind. Sie betont die Wichtigkeit von Kommunikation und Frieden zwischen verschiedenen Kulturen, insbesondere im Kontext des Nahostkonflikts.

Persönliche Ansichten und Identität: Amina trägt ein Kopftuch und reflektiert über die Bedeutung dieser Entscheidung sowie die Reaktionen, die sie darauf erhält. Sie sieht sich selbst als „verrücktes Mädchen“, das humorvoll und optimistisch ist, trotz der Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert ist.

Familie und Beziehungen: Amina spricht über ihre Familie, ihre Träume von einer eigenen Familie und den Einfluss ihrer Eltern auf ihre Entscheidungen. Sie ist offen für die Suche nach einem Partner, der ihre Vorstellungen von Beziehung und Familie teilt.

Kritik an der Jugendkultur: Amina kritisiert die heutige Jugend, die ihrer Meinung nach zu stark von sozialen Medien und Konsum geprägt ist. Sie wünscht sich eine Rückkehr zu mehr aktiven und sozialen Interaktionen.

Fazit: Amina Kaymaz verkörpert die Herausforderungen und Hoffnungen junger Menschen in einer multikulturellen Gesellschaft. Ihr Wunsch nach Frieden und Harmonie, gepaart mit der Realität ihres Lebens in einem sozial schwierigen Umfeld, zeigt die Spannungen zwischen Tradition und Emanzipation, die viele Jugendliche erleben.


Aus der Podcastfolge „Jugend zwischen Tradition und Emanzipation“ vom –01.05.2024– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (nicht mehr verfügbar).


Podcastfolge in neuem Tab hören:

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