🎙 Hoffnung in Krisenzeiten: Bedeutung und Wandel.

In diesem Vortrag wird die komplexe Rolle der Hoffnung in schwierigen Zeiten behandelt, wie sie von Jonas Grethlein in einem Vortrag analysiert wird.

Hoffnung wird darin sowohl als essentielle Emotion betrachtet, die uns psychisch und physisch stärkt, als auch als Illusion, die uns von notwendigen Handlungen abhalten kann. Der Vortrag beleuchtet verschiedene Definitionen von Hoffnung als Emotion, Tugend und Haltung und diskutiert ihre historische Entwicklung sowie die Kritik an der Hoffnung, insbesondere im Hinblick auf die Klimakrise und soziale Ungerechtigkeiten.

Grethlein argumentiert, dass Hoffnung trotz der heutigen Herausforderungen wie Krisen und Unsicherheiten eine wichtige Ressource bleibt, die uns motivieren kann, aktiv zu werden.

Abschließend wird betont, dass Hoffnung nicht verloren gehen sollte, sondern sich in kleineren, greifbaren Zielen manifestieren kann, um uns im Hier und Jetzt zu stärken.


Podcastfolge „Zuversicht in schwierigen Zeiten – Wie wir heute noch hoffen können“ vom –25.12.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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📔 Die feine Linie zwischen Verzicht und Wahl: Was macht ein echtes Opfer aus?

Wenn mich jemand nach den „Opfern” in meinem Leben fragt, dann geht es dabei sicherlich nicht um rituell geschlachtete Ziegen, sondern um die bewusste Entscheidung, etwas Wertvolles aufzugeben, um ein höheres Ziel zu erreichen.

Es ist vielleicht ein Tauschgeschäft mit dem Schicksal: Ich verzichte im Hier und Jetzt auf bestimmte Dinge (zum Beispiel Bequemlichkeit, Sicherheit oder Zeit), in der Hoffnung, dass es sich später für mich auszahlt oder jemand anderem hilft.

Ich könnte Zeit und Energie geopfert haben, Beziehungen und Nähe, finanzielle Sicherheit, mein Ego und meinen Komfort.

Ein echtes Opfer muss wehtun.

Das Wort „Opfer” impliziert eine gewisse Schwere. Wenn es sich leicht anfühlt, war es stattdessen eine Priorisierung.

Ich habe in meinem Leben sicherlich Entscheidungen getroffen, für die ich etwas mehr oder weniger Wertvolles aufgeben musste, um ein Ziel zu erreichen. Die Entscheidungsfindung fühlt sich für mich schwer an und ist mit „Schmerzen” verbunden. Die Entscheidung selbst hat sich für mich jedoch nicht wie ein Opfer angefühlt, sondern eher wie eine Priorisierung. Da ich in fast allem einen Sinn erkenne und weiß, dass ich nicht alles haben kann, fühlen sich die Entscheidungen nicht wie ein Opfer an. Sie sind das Ergebnis einer Abwägung.

Ich weiß auch, dass ich bisher Glück gehabt habe und die Dinge so betrachten und empfinden kann. Mir ist bewusst, dass das Leben mir jederzeit ein echtes, schmerzhaftes Opfer abverlangen kann. Ich denke dabei an die Entscheidung Helmut Schmidts, der Erpressung durch die Entführung Hanns Martin Schleyers nicht nachzugeben, Schleyers Tod zu riskieren und am Ende diesen Schmerz ertragen zu müssen. Die Schwere dieser Entscheidung ist für mich unermesslich, und die Reaktion der Hinterbliebenen hat Helmut Schmidt die Spitze dieses Schmerzes sicherlich etwas genommen.

=> Weitere „dailyprompts“ aller Blogger:innen: LINK

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Osterbotschaft

Die frohe Botschaft von Ostern ist nicht, dass wir eine neue Welt finden, sondern dass wir die alte Welt mit neuen Augen sehen lernen. Wir erfahren, dass das Dunkel zwar mächtig scheint, aber am Ende dem Licht weichen muss. In dieser Hoffnung können wir heute mutig vorangehen und für das Gute einstehen.

  • nach Martin Luther King Jr., Osterbotschaften

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🎙 Acht Jahre, 16 Briefe und ein lebenslanges Suchen. Katharina Schmidts Weg zu sich selbst.

Die Geschichte von Katharina Schmidt handelt von ihrer Suche nach ihrer leiblichen Mutter, nachdem sie als Kind adoptiert wurde. Schon früh wusste sie, dass sie adoptiert war, und als Jugendliche begann sie, nach ihrer Herkunft zu forschen. Acht Jahre lang schrieb sie Briefe an ihre Mutter, ohne eine Antwort zu erhalten.


Aus der Podcastfolge „Auf der Suche nach meiner Mutter – Katharina Schmidt“ vom 05.05.2024 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


Nach vielen Jahren meldete sich ihre Mutter schließlich über Facebook bei ihr und schlug ein Treffen vor. Katharina war sehr aufgeregt, da sie sich immer gewünscht hatte, ihre leibliche Familie kennenzulernen. Bei diesem ersten Treffen war sie nervös, aber auch gespannt. Sie stellte viele Fragen, erhielt jedoch nicht alle Antworten, die sie sich erhofft hatte.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine Beziehung zwischen Katharina und ihrer leiblichen Mutter, die ihre vielen Briefe gelesen hat, emotional aber nicht damit umgehen konnte. Über einen DNA-Test konnte sie ebenfalls ihren leiblichen Vater in den USA ermitteln.

Katharina beschreibt, wie ihre Adoption ihr Gefühl von Zugehörigkeit und Identität geprägt hat. Sie hat gelernt, dass ihre leibliche Mutter und sie viele Gemeinsamkeiten haben und dass die Entscheidung zur Adoption nicht leicht war. Heute ist es Katharina wichtig, ihre Familie und ihre Wurzeln zu verstehen und zu schätzen.

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🎙 In meinen Gedanken habe ich meine Ehefrau getötet

In dieser Podcastfolge geht es um Fabian Hollenstein, der in seiner Jugend und später in seiner Ehe mit belastenden Zwangsgedanken zu kämpfen hatte. Er hatte Angst, homosexuell zu sein, und entwickelte aggressive Gedanken, in denen er seiner Frau schaden wollte. Diese Gedanken wurden besonders stark, als er Vater wurde und sich auch um sein Kind sorgte. Er fühlte sich von seinen Gedanken überwältigt, dachte sogar an Suizid und wollte damit seine Familie schützen.


Aus der Podcastfolge „In meinen Gedanken habe ich meine Ehefrau getötet – Fabian Hollenstein“ vom 25.08.2024 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


Nach vielen Jahren des Leidens erkannte er schließlich, dass es sich um eine psychische Erkrankung, eine Zwangsstörung, handelte, die behandelbar ist. Mithilfe von Therapie und Medikamenten lernte er, seine Gedanken zu akzeptieren, ohne ihnen Bedeutung beizumessen. Heute führt er ein erfülltes Leben als Familienvater. Er hat gelernt, mit seinen Gedanken umzugehen, sodass sie ihn nicht mehr belasten. Er möchte anderen Mut machen und zeigen, dass es auch bei schweren psychischen Problemen Hoffnung auf Besserung gibt

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Rückzug ins Auenland, ins Private

„Wie kann ich meine Gefühlsreaktionen auf die gegenwärtigen Bedrohungsszenarien präzisieren und einordnen?“

Hoffnung und Orientierung sind unabdingbar für unsere Zukunftsfähigkeit. Das bedeutet, ambivalente Situationen und Gefühle wie Kontrollverlust anzuerkennen und auszuhalten. Allzu große Hoffnungen hegt Vera Kattermann jedoch nicht. Vielleicht, so ihre Befürchtung, könnte eine Bereitschaft zur radikalen Neugestaltung erst entstehen, wenn die Apokalypse bereits ihren Lauf genommen hat.

=> Vera Kattermann: Auf dem Sonnendeck der Titanic? Nachdenken über gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit. Psychosozial 2025, 160 S., 22,90 €

Auf die vielen Krisen reagierten zahlreiche Menschen mit einem Rückzug in ein privates „Auenland“. Als Gesellschaft stecken wir jedoch insgesamt in einer „gestauten Bewegungsenergie“ fest, die unter anderem durch das bedrohliche Äußere, den Verlust des Wir-Gefühls und das Fehlen einer Zukunftsperspektive hervorgerufen wird. Die Blockade könne aufgelöst werden, wenn es gelänge, wieder Vertrauen und Verbundenheit zu anderen Menschen aufzubauen.

=> Stephan Grünewald: Wir Krisenakrobaten. Psychogramm einer verunsicherten Gesellschaft. Kiepenheuer & Witsch, 2025, S. 256, 24,– €

Krieg drohe, wenn „der Verlust von Würde/Integrität ein Vakuum hinterlässt, in dem Anarchie entsteht“. Dem Buch gelingt es ziemlich gut, uns die Macht und die Schrecken des Krieges eindringlich nahezubringen.

=> Stefano Carpani, Ludmilla Ostermann (Hg.): War as Reset. Insights from Contemporary Analytical Psychology on the Age of Hypocrisy. Routledge, 2025, 306 S., ca. 40 €

Quelle: Angelika S. Friedl, Buch & Kritik – Wenn die Welt wankt, Psychologie Heute, 13.01.2026, https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/artikel-detailansicht/44657-wenn-die-welt-wankt.html

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Einschüchterungsstaat

In einem Interview kritisiert Volker Boehme-Neßler, dass sich Deutschland von einem demokratischen Verfassungsstaat zu einem Einschüchterungsstaat entwickelt hat – insbesondere seit der Coronakrise. In dieser Zeit wurden die Verfassung und die Grundrechte stark missachtet. Er warnt vor einer „Angstpolitik“, die das Vertrauen der Bürger in die Institutionen untergräbt und die Menschen zu Objekten staatlicher Manipulation macht. Boehme-Neßler fordert ein Amnestiegesetz für die während der Pandemie verhängten Strafen und sieht die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Versöhnung, um die Spaltung und das Misstrauen in der Gesellschaft zu überwinden. Er ist skeptisch, ob diese „Entgiftung” gelingen kann, bleibt aber hoffnungsvoll, dass eine ehrliche Aufarbeitung der Coronapolitik möglich ist.

~ Boehme-Neßler im Interview: „Deutschland ist auf dem Weg vom demokratischen Verfassungsstaat zum Einschüchterungsstaat“, 12.01.2026, https://www.nachdenkseiten.de/?p=144668

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Sein | dailyprompt

Diese Frage öffentlich zu beantworten, hat etwas von „Fishing for Compliments”.

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ Das ist Vaclav Havels grundlegende Definition von Hoffnung. In diesem Sinne hoffe ich, dass mein Dasein und mein Dagewesen-Sein für einige Menschen und Tiere einen Sinn hatte, hat bzw. gehabt haben wird.

Mit „Leute” sind die Menschen im Allgemeinen, gewöhnliche Menschen, oder die Menschen gemeint, die zum inneren Kreis der Familie gehören.

Was die Menschen im Allgemeinen über mich sagen und sagen werden, interessiert mich relativ wenig. Wenn ich etwas davon höre, nehme ich es zur Kenntnis. …

nur wer liebt lebt er
hat geliebt, er hat gelebt
und er war lebhaft

… Die Menschen aus meinem inneren Kreis könnten sagen, dass ich sie geliebt habe, dass ich respektvoll und wertschätzend mit ihnen umgegangen bin und dass ich immer versucht habe, mein Bestes zu geben. Da mein Bestes immer nur durchschnittlich ist (siehe einen vorhergehenden Daily Prompt), werde ich auch Erwartungen enttäuscht haben.

Und dann gibt es noch die Leute, die mir ans Herz gewachsen sind, mir ans Herz gewachsen waren und mir noch ans Herz wachsen werden. Ich hoffe, dass sie es gespürt haben, dass sie es spüren und dass sie es spüren werden.
Und dass sie über mich sagen: Er hat geliebt. Er hat gelebt. Er war lebhaft.

Täglicher Schreibanreiz
Nenne uns eine Sache, von der du hoffst, dass die Leute sie über dich sagen.
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»Diese Hoffnung aber ist eine Illusion.« | Zitat

» […] Die Menschen stellen sich kaum vor, dass die Gefahr ihnen selbst, ihren Kindern und Großkindern und nicht bloß einer dunkel empfundenen Menschheit droht. Sie können es kaum begreifen, dass sie, jeder einzelne und all jene, die sie lieben, in der ungeheuren Gefahr schweben, auf qualvolle Weise umzukommen. Und so wiegen sie sich in der Hoffnung, dass es vielleicht doch zulässig sei, mit Kriegen fortzufahren, wenn die modernen Waffen verboten werden würden. Diese Hoffnung aber ist eine Illusion. […] «

~ Albert Einstein, Bertrand Russell, Linus Pauling, Max Born, Percy Williams Bridgman, Leopold Infeld, Frédéric Joliot-Curie, Hermann Joseph Muller, Cecil Powell, Józef Rotblat, Hideki Yukawa; Russell-Einstein-Manifest, 09.07.1955, https://www.atomwaffena-z.info/fileadmin/user_upload/pdf/russell_einstein_manif.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Russell-Einstein-Manifest

Wiederherstellung der unipolaren Welt | Zitat

» […] Das änderte sich fundamental mit dem nationalistisch-faschistischen Putsch in der Ukraine Ende 2013/Anfang 2014, dem von Kiew am 6./7. April 2014 mit dem Überfall auf die Donbassgebiete begonnenen Krieg in der Ukraine und dem Eingreifen Moskaus am 24. Februar 2022. […] Die Hoffnung im Westen auf eine gänzliche Wiederherstellung seiner von ihm unter Führung der USA dominierten unipolaren Welt schwand. Sie gegen die weltweite Multipolarität doch noch durchzusetzen, verlangte eine entschiedene – auch militärische – Frontstellung gegenüber (zunächst) Russland, was sich im mit größtem Einsatz geführten Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland auf dem Gebiet der früheren Ukrainischen Sowjetrepublik niederschlägt. […] «

~ DR. LOTHAR SCHRÖTER, „Den »inneren Feind« im Visier“, 26.09.2025, https://www.hintergrund.de/politik/inland/den-inneren-feind-im-visier/

Dr. Lothar Schröter (Jahrgang 1952) studierte Geschichte, Russische Sprache sowie Militärgeschichte und arbeitete bis 1990 am Militärgeschichtlichen Institut in Potsdam. Er war Major der NVA. Danach war er in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Werke, darunter „Militärgeschichte der BRD“ (1989), „Die NATO im Kalten Krieg“ (2009) und „USA – Supermacht oder Koloss auf tönernen Füßen?“ (2009), „Künftige Supermacht in Asien? Militärpolitik und Streitkräfte der Volksrepublik China“ (2011) sowie „Der Ukrainekrieg – Die Wurzeln, die Akteure und die Rolle der NATO“ (2024).