Das ist der „beste” Ratschlag, den ich jemandem geben würde, der jünger ist als ich.
Damit meine ich nicht das passive Vertrauen. Wenn man sich hinsetzt, die Hände in den Schoß legt und darauf vertraut, dass sich alles fügen wird, wird sich vermutlich nichts fügen.
Dieses Fügen bedeutet auch nicht, dass alle Träume, Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen, sondern dass rückblickend alles einen Sinn ergibt.
Viele Umwege und Sackgassen im Leben sind oft von Nutzen, um letztendlich den eigenen Weg und Lebenszufriedenheit zu finden. Manchmal – ich übertreibe jetzt – „muss” man durch die Hölle gehen, um das Paradies zu erreichen. Manchmal „muss” man die Fremdbestimmtheit überwinden, um selbstbestimmt durchs Leben gehen zu können. Manchmal muss man durch den Schmerz hindurchgehen, um die Schmerzfreiheit genießen zu können.
Man muss nichts, man kann, wenn man will.
Täglicher Schreibanreiz
Was ist der beste Rat, den du jemandem geben würdest, der jünger ist als du?
Ausgangssituation: In dieser Podcast-Episode hilft Stefanie Stahl ihrer Klientin Katharina dabei, die schmerzhafte Trennung von ihrem depressiven und emotional unzugänglichen Ex-Freund aufzuarbeiten.
Kerndynamik: Stefanie verdeutlicht, dass Katharina die Beziehungsunfähigkeit ihres Ex-Partners fälschlicherweise auf ihren eigenen mangelnden Selbstwert bezieht und durch ständige Anpassung verzweifelt um Kontrolle kämpft.
Psychologische Ursache: Es wird klar, dass Katharina eigentlich an der Illusion einer funktionierenden Bindung festhält und in der Situation unbewusst alte kindliche Traumata von Ablehnung und dem Gefühl, „nicht gut genug zu sein“, wiedererlebt.
Lösungsweg: Der zentrale Rat lautet daher, die Verantwortung für die psychischen Probleme und die schizoide Prägung des Mannes bei ihm zu belassen und sich stattdessen aktiv auf die Heilung des eigenen inneren Kindes zu konzentrieren.
Podcastfolge „Bin ich für das Scheitern meiner Beziehung verantwortlich?“ vom –29.09.2021– aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.
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… war der tiefgründigste Ratschlag, den ich je erhalten habe, und ich befolge ihn seitdem.
Ich konnte es nicht glauben, als ich diesen Rat vor einigen Jahren bekam, aber er hat funktioniert. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich – wie es heute so schön heißt – proaktiv unterwegs. Ich wollte alles frühzeitig regeln, klären, erfahren und wissen. Dabei wurde mir nicht bewusst, dass mein Vorpreschen oft das Gegenteil von dem bewirkte, was ich eigentlich erreichen wollte. Die Dinge wurden unklarer, die Regeln komplizierter und Chancen platzten wie Seifenblasen.
Es war die Angst, den genau richtigen, günstigsten Augenblick für eine Entscheidung zu verpassen, den sogenannten Kairos. Es war der „Urgency Bias“, die Dringlichkeitsillusion, getrieben von der Angst, nicht schnell genug reagiert zu haben. Es war auch ein wenig „FOMO”, die Angst, etwas zu verpassen. Es war ein wenig (blinder) Aktionismus, um die eigene innere Anspannung abzubauen und das unangenehme Gefühl des „Nichtstuns” zu betäuben. Und es war eine Art Torschlusspanik, der Druck, sofort handeln zu müssen, weil ich glaubte, es sei sonst für immer zu spät.
Ich testete bewusst, darauf zu vertrauen, dass sich alles fügt, und wurde angenehm überrascht. Die meisten Dinge fügten sich. Nicht immer nach meinen ursprünglichen Wünschen oder Zielen, doch so, dass ich einen Sinn im Ergebnis erkennen konnte. Heute entscheide bzw. handele ich erst im letzten möglichen Moment und bin damit zufrieden. Dies betrifft überwiegend die kleinen Dinge des Lebens, das Alltägliche. Für die großen Dinge des Lebens bedarf es noch eines endgültigen Beweises. Manchmal, wenn der Mantel der Geschichte vorbeigeht, muss man schnell entscheiden und/oder handeln. Dabei verlasse ich mich auf meine Intuition, mein Bauchgefühl.
Die Angst vor dem Nichthandeln, dem Kontrollverlust – es ist die Panik, dass ohne das eigene, sofortige Eingreifen alles scheitert.
Das Befolgen dieses Rats hat diese unbewusste Angst besiegt und mich zu einem gelassenen Menschen gemacht.
Es ist ein beruhigendes Gefühl, die Dinge einfach geschehen lassen zu können.
Stilles Reifen
Alles fügt sich und erfüllt sich,
mußt es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes
Jahr‘ und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen
reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte
in die tiefen Speicher führest.
~ Christian Morgenstern, 1898, Ich und die Welt
Täglicher Schreibanreiz
Was ist der tiefgründigste Rat, den du je bekommen hast? Hast du ihn befolgt?
What’s the most profound piece of advice you’ve been given? Did you take it? | Was war der wertvollste Rat, den du je bekommen hast? Hast du ihn befolgt?
In dieser Podcastfolge wird der aktuelle Hype um Melatonin diskutiert, das als Wundermittel für besseren Schlaf beworben wird.
Melatonin ist ein Hormon, das den Körper auf die Nacht vorbereitet. Es sollte jedoch nicht als alleinige Lösung für Schlafprobleme betrachtet werden.
Viele Menschen mit Schlafstörungen profitieren möglicherweise nicht mehr von Melatonin als von einem Placebo und die Werbung macht oft falsche Versprechungen. Es wird empfohlen, Melatonin in niedrigen Dosen und nicht regelmäßig zu verwenden, insbesondere in speziellen Situationen wie Jetlag oder Schichtarbeit.
Insgesamt wird betont, dass Melatonin kein Wundermittel ist und bei anhaltenden Schlafproblemen ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.
Podcastfolge „Melatonin – Was steckt hinter dem Hype?“ vom –23.05.2023– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Über Schlafen“.
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Mein jugendliches Ich kann mit meinem Rat nichts mehr anfangen. Die Frage hinter der Frage ist: Was ist die Quintessenz oder sind die Quintessenzen meines Lebens? Oder die Frage, wovor ich meine Kinder warnen oder wozu ich ihnen raten würde. Das hat Sven Böttcher besser gemacht. 2005 erkrankte er. Sein Arzt gab ihm nur noch eine kurze Lebenserwartung. Er war zeitweise gelähmt und litt unter Sehstörungen. Angesichts seines nahenden Endes formulierte er die Quintessenzen seines Lebens, schrieb sie auf und schenkte sie seinen drei Töchtern. Dann war er plötzlich symptom- und beschwerdefrei. Er veröffentlichte seine Quintessenzen als Buch, das ein Bestseller wurde. Ich kaufte dieses Buch, das eine große Bereicherung ist. Ich habe es meinen Kindern geschenkt.
Eine Quintessenz meines Lebens ist, nach einem Reiz immer erst einmal innezuhalten, anstatt sofort zu handeln, und nachzudenken, welche Reaktion angemessen ist und warum ausgerechnet dieser Reiz mich so stark bewegt.
Für mich macht die Frage „Welchen Rat würde dir dein jugendliches Ich geben?” mehr Sinn.
Denn mein jugendliches Ich, so um die 15, war bereits klüger als ich viele Jahre später.
Es würde mir raten, meine Gefühle immer durch den Verstand zu filtern und umgekehrt die verstandesmäßigen Erkenntnisse durch die Gefühle. Dadurch konnte ich mich als Jugendlicher beruhigen oder motivieren und Entscheidungen treffen, die sich richtig anfühlten.