Mein jugendliches Ich kann mit meinem Rat nichts mehr anfangen. Die Frage hinter der Frage ist: Was ist die Quintessenz oder sind die Quintessenzen meines Lebens? Oder die Frage, wovor ich meine Kinder warnen oder wozu ich ihnen raten würde. Das hat Sven Böttcher besser gemacht. 2005 erkrankte er. Sein Arzt gab ihm nur noch eine kurze Lebenserwartung. Er war zeitweise gelähmt und litt unter Sehstörungen. Angesichts seines nahenden Endes formulierte er die Quintessenzen seines Lebens, schrieb sie auf und schenkte sie seinen drei Töchtern. Dann war er plötzlich symptom- und beschwerdefrei. Er veröffentlichte seine Quintessenzen als Buch, das ein Bestseller wurde. Ich kaufte dieses Buch, das eine große Bereicherung ist. Ich habe es meinen Kindern geschenkt.
Eine Quintessenz meines Lebens ist, nach einem Reiz immer erst einmal innezuhalten, anstatt sofort zu handeln, und nachzudenken, welche Reaktion angemessen ist und warum ausgerechnet dieser Reiz mich so stark bewegt.
Für mich macht die Frage „Welchen Rat würde dir dein jugendliches Ich geben?” mehr Sinn.
Denn mein jugendliches Ich, so um die 15, war bereits klüger als ich viele Jahre später.
Es würde mir raten, meine Gefühle immer durch den Verstand zu filtern und umgekehrt die verstandesmäßigen Erkenntnisse durch die Gefühle. Dadurch konnte ich mich als Jugendlicher beruhigen oder motivieren und Entscheidungen treffen, die sich richtig anfühlten.
What advice would you give to your teenage self? | Welchen Rat würdest du deinem jugendlichen Ich geben?
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