🎶 Ich schon. Ich glaube an Wundervolles. Ich glaube an Wahres. Ich glaube an Lebendiges.

Als ich siebzehn war, glich mein Verstand einem weiten Himmel voller leuchtender Träume. Mein Herz rief laut in die Ferne und ich folgte ihm bedingungslos. Mit einundzwanzig schien mir die ganze Welt zu gehören – ich gehörte dir und du warst vollkommen. Nichts anderes auf dieser Erde hatte für uns Bedeutung. Wir waren so hungrig auf das Leben, dass wir weder an das Schicksal noch an die Liebe als starres Konzept glaubten. Wir glaubten auch nicht daran, dass uns jemals irgendetwas genug sein könnte.

https://youtu.be/LdhYzXobHEk

Du hättest uns damals sehen sollen. Wir waren auf dem Weg zur Venus und flanierten leichtfüßig über die Milchstraße. Wir fühlten uns unbesiegbar, wandelten auf den Pfaden der ganz Großen und taten so, als könne uns nichts und niemand etwas anhaben. Es war eine glorreiche, wilde Zeit, in der uns das ganze Universum offenstand.

https://open.spotify.com/intl-de/track/63VDd4PRMwWDoUhxxbE6ND

Doch während die Jahre unaufhaltsam verstreichen, gräbt die Realität ihre Krallen in die Seele und raubt einem leise die Hoffnung und die Würde. Irgendwann bleiben von all dem Licht nur noch blasse Schatten an der Wand zurück. In solchen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wer man im Kern ist und welch weiten, stolzen Weg man bereits zurückgelegt hat. Zeige der Welt niemals, wie du fällst.

https://music.apple.com/us/song/walking-on-the-milky-way/714787342

https://link.deezer.com/s/34Dn8HyugUWcUPb2Zlh57

Heute glaube ich nicht mehr an Wunder oder die eine, absolute Wahrheit. Und ich glaube nicht, dass irgendetwas die unschuldige Magie der Jugend je wieder zum Leben erwecken kann. Aber damals … Da hättest du uns wirklich sehen sollen, als wir auf dem Weg zur Venus waren.

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📅❓ I see skies of blue, black coffee too, I see trees of green and muesli clean …

Meine Morgenroutine und meine Aktivitäten in der ersten Stunde des Tages ändern sich mit der Zeit. Ich mag Rituale, vor allem neue. Wenn sie sich jedoch irgendwann starr und unbeweglich anfühlen, „erfinde” ich neue.

Geweckt werde ich nach wie vor durch das Programm des Deutschlandfunks. Ich lausche noch ein paar Minuten dem aktuellen Bericht, den darauffolgenden Nachrichten und der Presseschau. Wenn die Nachrichtenredaktionen mich mal wieder mit irgendwelchen Narrativen und/oder einseitigen Betrachtungen indoktrinieren wollen, bin ich hellwach. Das hilft mir ungemein, meine Träume hinter mir zu lassen, im Hier und Jetzt anzukommen und mich darin zu bestätigen, diesen Inszenierungen den Rücken gekehrt zu haben.

Wenn ich dann mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen stehe – also heil die Leiter meines großen Hochbettes heruntergestiegen bin –, entscheide ich spontan, ob ich mich zuerst frisch mache (z. B. Rasieren, Duschen, Zähneputzen) oder frühstücke. Ich frühstücke mein abends zuvor vorbereitetes Müsli und koche mir einen Becher Kaffee. Während des Frühstücks höre ich einen meiner abonnierten Podcasts. Wenn ich ihn für teilenswert halte, teile ich ihn später im Blog.

Ich liebe es, wenn der Sonnenaufgang in meine Morgenroutine fällt. Ich ziehe dann die Rollläden und die Innenjalousien nach oben. Während ich frühstücke, fällt mein Blick himmelwärts und ich erhasche vielleicht die ersten von rechts kommenden Sonnenstrahlen. Ich blicke ins beruhigende Grün der Baumkronen.

Für Frühstück, Podcast und den Badbesuch lasse ich mir Zeit, sodass am Ende schon eineinhalb Stunden des neuen Tages vergangen sind.


Erzähl uns von deiner Morgenroutine.

Alle Antworten anzeigen

Tell us about your morning routine.  |  Erzähl uns etwas über deine Morgenroutine.

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🎶 Und endlich weiß ich es.

Ich habe dich zum König gemacht und du hast vergessen, dass ich es war, die die Krone hielt. Während die Jahre wie Perlen von einer Schnur fielen – eine nach der anderen –, wartete ich, doch du warfst sie den Säuen hin.

https://youtu.be/e-cANHw1AbU

Du nanntest dich Spielveränderer, Tor-Rüttler, Herr über Blitz und Licht. Doch der Blitz war mein. Mein war das Leuchten, das deinen Schatten so hoch und mächtig werden ließ. Meine Hungersnot deckte dein Festmahl, mein Schweigen füllte deinen Saal. Und ich bat um Krümel von einem Tisch, der ohne mich längst zusammengebrochen wäre.

https://open.spotify.com/intl-de/track/4Hd1PfRfoesL0kKRAPLTY9

Dann sah ich dich an. Da war kein König. Da war Leere, ein Thron aus geliehenem Glanz. Und ich begriff: Ich muss nicht länger betteln. Ich muss nicht warten, bis du mir gibst, was ich selbst erschaffen habe. Ich nehme den Blitz zurück. Ich nehme die Perlen zurück. Ich nehme den Thron zurück, den ich dir gebaut habe.

https://music.apple.com/us/song/kingmaker-ourvinyl-sessions/1667362386

https://link.deezer.com/s/34AwiXugUeQfBzWHk6FbO

Denn ich war schon immer ein König. Nach allem. Und endlich weiß ich es.

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📅❓ „Im Buch des Lebens stehen die Antworten nicht auf der letzten Seite.“

Wir sind selbstbewusst und unabhängig. Wir führen ein unfassbar reiches und fast schon grenzenloses Innenleben.

ER geht oft auf zwei Beinen, tanzt ausgiebig, spielt Shortstop und liest Bücher – am liebsten „Krieg und Frieden” –, allerdings mit der Lesegeschwindigkeit von einem Wort pro Tag.

Trotz seiner Unabhängigkeit und gelegentlichen Arroganz empfindet ER tiefe Zuneigung zu mir, auch wenn ER das nicht immer zeigt.

Für ihn bin ich meist nur „der Mann mit dem Dreitagebart auf dem Kopf“ (the man with three-day stubble on his head), meine Hauptaufgabe ist es, ihm sein Abendessen zu bringen.

Obwohl ER mein Tier ist, sieht ER sich selbst eher als gleichberechtigt, wenn nicht sogar als überlegen.

Sein auffälligstes Merkmal ist seine Vorstellungskraft. Wenn ihm sein normales Dasein zu langweilig wird, schlüpft ER in verschiedene Rollen.

Oft sitzt ER an seiner Schreibmaschine. Sein Roman beginnt stets mit dem legendären Satz „Es war eine dunkle und stürmische Nacht …”, wird aber von den Verlagen unerbittlich abgelehnt – oft in Form von Absagemails.

Mit Sonnenbrille und Pullover lehnt ER lässig an Wänden und hält sich für den coolsten Typen.

Ausgestattet mit Fliegerbrille und rotem Schal kämpft ER auf dem Dach unseres Hauses imaginäre Luftschlachten gegen seinen unsichtbaren Erzfeind, den Roten Baron.

Mit ihm als lebenslangen Begleiter wäre das Leben immer anregend – wenn ER nicht gerade schläft oder isst.

ER ist ein Träumer, ein Philosoph und ein Lebenskünstler. ER zeigt mir, dass die Realität das ist, was ich aus ihr mache.

Ich könnte stundenlang mit ihm philosophieren, und das Leben wäre leichter.

Tägliche Schreibanregung
Wenn du dir irgendein fiktives Tier als lebenslangen Begleiter aussuchen könntest (wie ein Pokémon oder ein Fantasy-Haustier) – welches wäre das?

If you could pick any fictional animal to be your lifelong companion (like a Pokémon or fantasy pet), what would it be?  |  Wenn du dir ein fiktives Tier als lebenslangen Begleiter aussuchen könntest (zum Beispiel ein Pokémon oder ein Fantasietier), welches wäre das?

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🎶 Wenn man sich umsieht, scheint die Welt voller innerlich Heimatloser und Getriebener zu sein.

Früher war alles anders: In den Anfängen, als man das Gefühl hatte, das Leben zu erobern, war das gemeinsame Lachen noch echt, rein und unbeschwert. Doch diese unschuldigen Zeiten sind vergangen. Zurück bleibt ein ewig andauerndes, unerbittliches Gefühl der Ernüchterung.

https://youtu.be/uKLmpquhMY0
https://open.spotify.com/intl-de/track/3KnMN356dGY4CuGhfIdwMF

Apple-Music in neuem Tab öffnen: https://music.apple.com/de/song/the-everlasting/211444604

Deezer in neuem Tab öffnen: https://link.deezer.com/s/34qfHSMlDBOaFx0bT8fJt

Die Kluft, die sich in unserem Leben auftut, scheint unaufhaltsam zu wachsen. Es ist eine Form der Entfremdung, die den Generationen vor uns völlig fremd war. Wir versuchen krampfhaft, diese trüben Gedanken zu unterdrücken und die Dinge, die wir eigentlich verabscheuen, auszublenden. Auch wenn einem oft vorgeworfen wird, man sei alt und zynisch geworden, bedeutet das nicht, dass völlige Gleichgültigkeit eingekehrt ist. Vielmehr ist der blinde Glaube an die alten Ideale verschwunden, denn manches, was einst wichtig schien, wirkt heute wie ein verzweifeltes Aufbäumen für eine längst verlorene Sache.

Wenn man sich umsieht, scheint die Welt voller innerlich Heimatloser und Getriebener zu sein – Menschen, die im Grunde alle auf der Suche nach einem festen Platz im Leben sind. Eigentlich hätte die Menschheit die Macht und die Wahl, diese innere und äußere Leere mit vereinten Kräften zu überwinden. Deshalb darf man die Augen vor der Realität nicht verschließen, denn am Ende teilen alle das gleiche Schicksal. Worte und Versprechen aus einem anderen, längst vergangenen Leben holen einen in der Gegenwart wieder ein. Sie verdunkeln die Tage und rauben nachts den Schlaf. So bleibt letztlich nur die schmerzhafte Erinnerung an die aufrichtige Unschuld der Jugend, die an der harten, endlosen Realität zerbricht.

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🕮 Innerlich tote Wundergreise?

🕮 Innerlich tote Wundergreise?

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📅❓ Wir sind Truman Burbank.

In einer Welt, in der die Mächtigen und Herrschenden uns zwischen den Fassaden der für uns errichteten Kulissen glauben machen wollen, das sei das wahre Leben, verändert „Glaube nichts, hinterfrage alles!” das Leben – mindestens die Sicht auf das Leben.

Tägliche Schreibanregung
Wenn du nur einen einzigen Tipp geben dürftest, der das Leben verändert – welcher wäre das?

If you had to give one life-changing tip, what would it be?  |  Wenn du einen einzigen Tipp geben müsstest, der das Leben verändert, welcher wäre das?

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📅❓ SimMankind

Einerseits bin ich mir sicher, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht. Als Teil eines unvorstellbar kleinteiligen Räderwerks können wir das dahinterstehende Muster jedoch nicht erkennen. Noch nicht. Mit „alles” meine ich die große Entwicklung vom sogenannten Urknall bis heute. Ich bin mir ziemlich sicher, dass unser „Wissen” diesbezüglich vergleichbar ist mit dem Wissen der Menschheit zu der Zeit, als sie überzeugt war, dass die Erde eine Scheibe und der Mittelpunkt von allem ist.

Die kleinteilige Entwicklung im Universum, auf der Erde und in unserem wahrgenommenen Leben firmiert vermutlich unter der Überschrift „Versuch und Irrtum”.

Der große Rahmen ist vorgegeben, der Inhalt gestaltet sich chaotisch.

Andererseits habe ich immer wieder – und mit zunehmender Lebenserfahrung immer öfter – das Gefühl, dass wir nicht real sind, sondern Teil einer hochentwickelten Computersimulation.

Tägliche Schreibanregung
Glaubst du, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert?

Do you think everything happens for a reason?  |  Glaubst du, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht?

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📅❓ Weltenwanderer?

Einmal wöchentlich gehe ich auf direktem Weg ca. 15 Minuten zum Bahnhof.

Die Straße, die mich dorthin führt, kenne ich seit meiner Kindheit. In- und auswendig. Ich kenne sie wie „meine Westentasche”. Ich könnte den Weg blind gehen. Wäre ich blind, hätte ich den Moment, der mich an der Realität hat zweifeln lassen, nicht erlebt.

Ich kenne jeden Stolperstein, jeden Baum und jeden Strauch. Ich weiß nicht mehr, ob dieser Moment ein oder zwei Jahre her ist. Jedenfalls bog ich in diese langgestreckte Straße ein – und hielt sofort inne. Irgendetwas stimmte nicht. Mit der Optik dieser Straße. Irgendetwas war anders. Es fehlte etwas oder es hatte sich deutlich verändert.

Ich checkte alle Gebäude. Sie waren unverändert. Es konnten also nur die Bäume oder Sträucher sein. Auf meinem Weg schaute ich mir alles genau an. Ich entdeckte keinen Baumstumpf eines kürzlich gefällten Baumes. Ich sah keine zurückgeschnittenen Hecken und Sträucher. Ich erkannte nichts. Alles wirkte so, als sei es seit langer Zeit unverändert.

Ich nahm mir vor, auf dem Rückweg ein paar Stunden später noch einmal genau hinzuschauen. Perspektivwechsel: alles aus der Gegenrichtung. Wieder hatte ich das Gefühl, dass etwas anders war. Wieder erkannte ich den „Fehler” nicht. So ging es mir Woche für Woche, bis ich mich schließlich daran gewöhnt hatte.

Wenn ich heute bewusst durch diese Straße gehe, bleibt ein merkwürdiges Gefühl zurück. Es ist mir bis heute rätselhaft, und in diesen Momenten habe ich an der Realität, meinem Verstand oder meinen Sinnen gezweifelt.

Als Jugendlicher las ich einmal einen Science-Fiction-Roman oder eine Kurzgeschichte, in der von Parallelwelten erzählt wird und in der der Protagonist „wandert” zwischen diesen parallelen Welten. Dabei erkennt er, dass sich von Welt zu Welt immer nur Kleinigkeiten ändern. Beispielsweise fehlt in einer parallelen Welt lediglich ein Baum.

Dieser Gedanke der sich sehr ähnelnden Parallelwelten fasziniert mich bis heute.

Mir begegnen alle paar Jahre solche Phänomene. Ich schmunzele dann, denke an diesen Roman und gehe schulterzuckend weiter.

Täglicher Schreibanreiz
Welcher Moment hat dich mal an der Realität zweifeln lassen?

What’s a moment that made you question reality?  |  Was war ein Moment, in dem du an der Realität gezweifelt hast?

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