In der Podcastfolge „Kontaktabbruch – wie gesunde Ablösung gelingt” werden die psychologischen Aspekte von radikalen Kontaktabbrüchen in Beziehungen behandelt, sei es in Freundschaften, Partnerschaften oder familiären Bindungen.
Die Psychologen Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski diskutieren die Gründe für solche Abbrüche und betonen die Wichtigkeit klarer Begründungen, um Missverständnisse und Projektionen zu vermeiden. Sie heben hervor, dass verletzte Gefühle und unklare Kommunikationsmuster oft zu Konflikten führen, die schließlich in einem Kontaktabbruch enden können.
Zudem wird die Tragik solcher Abbrüche thematisiert, insbesondere wenn Kinder betroffen sind, da diese oft zwischen den Eltern hin- und hergerissen werden.
Abschließend geben die Psychologen praktische Tipps, wie Betroffene ihre Gefühle und Anteile in Konflikten reflektieren können, um gesunde Grenzen zu setzen und ihre emotionale Gesundheit zu fördern.
Podcastfolge „Kontaktabbruch – wie gesunde Ablösung gelingt“ vom –28.08.2024– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.
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Wenn mich jemand nach den „Opfern” in meinem Leben fragt, dann geht es dabei sicherlich nicht um rituell geschlachtete Ziegen, sondern um die bewusste Entscheidung, etwas Wertvolles aufzugeben, um ein höheres Ziel zu erreichen.
Es ist vielleicht ein Tauschgeschäft mit dem Schicksal: Ich verzichte im Hier und Jetzt auf bestimmte Dinge (zum Beispiel Bequemlichkeit, Sicherheit oder Zeit), in der Hoffnung, dass es sich später für mich auszahlt oder jemand anderem hilft.
Ich könnte Zeit und Energie geopfert haben, Beziehungen und Nähe, finanzielle Sicherheit, mein Ego und meinen Komfort.
Ein echtes Opfer muss wehtun.
Das Wort „Opfer” impliziert eine gewisse Schwere. Wenn es sich leicht anfühlt, war es stattdessen eine Priorisierung.
Ich habe in meinem Leben sicherlich Entscheidungen getroffen, für die ich etwas mehr oder weniger Wertvolles aufgeben musste, um ein Ziel zu erreichen. Die Entscheidungsfindung fühlt sich für mich schwer an und ist mit „Schmerzen” verbunden. Die Entscheidung selbst hat sich für mich jedoch nicht wie ein Opfer angefühlt, sondern eher wie eine Priorisierung. Da ich in fast allem einen Sinn erkenne und weiß, dass ich nicht alles haben kann, fühlen sich die Entscheidungen nicht wie ein Opfer an. Sie sind das Ergebnis einer Abwägung.
Ich weiß auch, dass ich bisher Glück gehabt habe und die Dinge so betrachten und empfinden kann. Mir ist bewusst, dass das Leben mir jederzeit ein echtes, schmerzhaftes Opfer abverlangen kann. Ich denke dabei an die Entscheidung Helmut Schmidts, der Erpressung durch die Entführung Hanns Martin Schleyers nicht nachzugeben, Schleyers Tod zu riskieren und am Ende diesen Schmerz ertragen zu müssen. Die Schwere dieser Entscheidung ist für mich unermesslich, und die Reaktion der Hinterbliebenen hat Helmut Schmidt die Spitze dieses Schmerzes sicherlich etwas genommen.
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In dieser Podcast-Folge werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die dabei helfen, die innere Zufriedenheit zu fördern und ein glücklicheres Leben zu führen.
Ein wesentlicher Ratschlag ist die tägliche Praxis der Dankbarkeit. Dabei lernt man, die positiven Aspekte des Alltags bewusst wahrzunehmen.
Stefanie Stahl betont zudem die Wichtigkeit von Achtsamkeit, um im gegenwärtigen Moment zu leben und unnötigen Stress abzubauen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Pflege sozialer Beziehungen und die Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit, ohne sich ständig mit anderen zu vergleichen.
Ergänzend werden regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf als fundamentale Säulen für das emotionale Wohlbefinden genannt.
Podcastfolge „Innere Zufriedenheit und Glück finden – Tipps für ein erfüllteres Leben“ vom –24.01.2024– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.
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In dieser Podcastfolge geht es um Depressionen und deren Auswirkungen auf Beziehungen, am Beispiel des Paares Claudia und Marcel.
Claudia leidet unter depressiven Verstimmungen, was ihre Beziehung belastet. Obwohl sich die beiden gut verstehen und viele gemeinsame Interessen haben, kommt es häufig zu Streitigkeiten, in denen sie nicht auf Augenhöhe kommunizieren können. Claudia ist oft unzufrieden mit sich selbst und beschreibt ihre Emotionen als eine „schwarze Wolke“, die über ihr schwebt und ihren Alltag beeinflusst.
Podcastfolge „Die schwarze Wolke: Depressionen in der Beziehung“ vom 12.04.2024 aus dem NDR-Podcast „Die Paartherapie„; verfügbar bis 12.04.2026.
Der Paartherapeut Eric gibt den beiden verschiedene Ratschläge, um besser mit Konflikten umzugehen und ihre Kommunikation zu verbessern. Dazu gehören:
Streitkultur lernen: Sie sollen W-Fragen nutzen, um zu verstehen, wie es zu einem Streit gekommen ist und was dabei in ihnen vorgeht.
Rückzüge: Es ist in Ordnung, sich in hitzigen Momenten zurückzuziehen, aber sie sollten darauf achten, dass dies nicht zu einem dauerhaften Entzug führt.
Erinnerungen teilen: Über schöne gemeinsame Erlebnisse zu sprechen, kann helfen, die Verbindung zu stärken.
Hilfe suchen: Zeigt jemand Anzeichen von Depressionen, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Dankbarkeit üben: Achtsamkeit und Dankbarkeit können dabei helfen, den Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens zu lenken.
Eric betont, dass Depressionen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Partner betreffen und dass beide Unterstützung benötigen. Es ist wichtig, Geduld mit sich selbst und dem Partner zu haben und sich bei Bedarf Hilfe zu suchen.
Insgesamt zeigt die Podcastfolge, wie wichtig es ist, über psychische Probleme zu sprechen und aktiv daran zu arbeiten, um die Beziehung zu stärken.
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In dieser Podcastfolge führen Mario Neumann und Astrid, eine 71-jährige Frau, ein Gespräch. Sie sprechen über verschiedene Themen, die Astrid betreffen, sowie ihre Sicht auf das Leben.
Aus der Podcastfolge „Ein Leben ohne viele Worte“ vom 21.01.2026 des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten„.
Astrid beschreibt sich selbst als nicht sehr gesprächig. Sie fühlt sich oft missverstanden, besonders in ihrer Familie, und hat Schwierigkeiten, sich in sozialen Situationen wohlzufühlen. Sie erzählt von ihrer Beziehung zu ihrem Bruder, zu dem sie seit einigen Wochen keinen Kontakt mehr hat, da er sie am Telefon angeschrien hat. Astrid ist der Meinung, dass offene und ehrliche Kommunikation wichtig ist, und sie wünscht sich mehr Verständnis von anderen.
Ein weiteres Thema ist ihr 70. Geburtstag, den sie sehr gerne gefeiert hat. Astrid spricht auch über ihre Kindheit, ihre Familie und die Herausforderungen, die sie durch den Alkoholismus ihres Vaters erlebt hat. Astrid reflektiert über ihre Vergangenheit und die Entscheidungen, die sie getroffen hat, einschließlich ihrer Trennung von ihrem Ex-Mann.
Sie erwähnt, dass sie gerne in der Natur ist und einen schönen Urlaub in Norwegen verbracht hat, bei dem sie die Landschaft sehr genossen hat. Astrid spricht auch über ihre Hobbys, wie das Sportschießen, das ihr dabei hilft, sich zu konzentrieren und den Kopf freizubekommen.
Insgesamt vermittelt das Gespräch den Eindruck, dass Astrid eine nachdenkliche und sensible Person ist, die sich mit vielen persönlichen und familiären Themen auseinandersetzt und sich nach mehr Offenheit und Verständnis in ihren Beziehungen sehnt.
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In dieser Podcastfolge spricht Dalma, eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, über ihre Erfahrungen mit Einsamkeit. Im Gespräch mit Michael Steinbrecher erzählt sie, wie sie sich nach der Trennung von ihrem Mann oft allein und überfordert fühlt, während sie Job und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen muss.
Aus der Podcastfolge „Dalma: Einsam als Alleinerziehende“ vom 19.10.2025 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben – Der NACHTCAFÉ Podcast„.
Dalma berichtet, dass sie bereits in ihrer Kindheit Einsamkeit erlebt hat, da sie in einer gewalttätigen Familie aufgewachsen ist und das Elternhaus früh verlassen musste. Diese Erfahrungen prägen ihr Leben und ihre Beziehungen bis heute. Trotz ihrer Bemühungen, Kontakte zu anderen Müttern zu knüpfen, fühlt sie sich oft isoliert und nicht wahrgenommen.
Als sie schließlich eine Ausbildung zur Gestalttherapeutin beginnt, trifft sie auf emotional zugängliche Menschen, was ihr die Augen öffnet und sie zu der Entscheidung führt, sich von ihrem Mann zu trennen. Nach der Trennung hat sie Schwierigkeiten, die Kinderbetreuung zu organisieren, und fühlt sich vom Jugendamt nicht ausreichend unterstützt.
Dalma spricht auch über ihre Zeit in einer Klinik, in der sie lernte, für sich selbst einzustehen und ihre Einsamkeit zu akzeptieren. Sie betont, dass Einsamkeit nicht nur bedeutet, allein zu sein, sondern auch in Gesellschaft einsam sein zu können.
Am Ende des Gesprächs äußert sie den Wunsch, mit anderen alleinerziehenden Müttern in Kontakt zu treten und einen Raum für Austausch zu schaffen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken. Sie erkennt, wie wichtig es ist, sichtbar zu sein und über ihre Gefühle zu sprechen.
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In ihrem Podcast „Freundschaft Plus“ diskutieren die Gastgeberinnen Corinna und Christine über „Macken“, also die Eigenarten oder speziellen Verhaltensweisen von Menschen, insbesondere in Beziehungen. Sie definieren eine Macke als etwas, das vom Gewöhnlichen abweicht und häufig liebenswert ist.
Aus der Podcastfolge „Macken: Eigenarten bei uns und beim Partner“ vom 04.09.2024 des BR-Podcasts „Freundschaft Plus – Liebe, Sex und Beziehungen aller Art„, verfügbar bis ??.??.????.
Die beiden sprechen darüber, wie Macken eine Möglichkeit zur Abgrenzung sein können, aber auch eine Art Schutzmechanismus darstellen. Sie teilen persönliche Anekdoten über Macken, die sie bei sich selbst und anderen beobachten, und reflektieren, wie solche Eigenarten in Beziehungen wahrgenommen werden.
Ein wichtiger Punkt ist, dass Macken zu Beginn einer Beziehung oft als charmant empfunden werden, später jedoch möglicherweise als störend. Die Gastgeberinnen ermutigen dazu, Verständnis für die Macken des Partners zu entwickeln und zu hinterfragen, ob die eigene Nervosität tatsächlich mit der Macke selbst oder mit anderen Beziehungsproblemen zusammenhängt.
Sie betonen, wie wichtig es ist, offen und liebevoll mit den Eigenarten des Partners umzugehen und sie als Teil der individuellen Persönlichkeit zu akzeptieren. Letztlich können Macken auch eine verbindende Rolle in einer Beziehung spielen, wenn man lernt, sie zu schätzen.
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In der Podcast-Folge „Ungepaart – Ein Leben als Single“ aus dem BR-Podcast „Freundschaft Plus – Liebe, Sex und Beziehungen aller Art“ vom 28.08.2019 geht es um die Herausforderungen und Vorurteile, mit denen Singles in der Gesellschaft konfrontiert sind. Die Sprecherinnen diskutieren den Begriff des Stigmas und erklären, dass es sich dabei um eine unerwünschte Andersartigkeit handelt, die oft von anderen Menschen wahrgenommen wird.
Sie sprechen darüber, wie Singles manchmal als „halbe Menschen” betrachtet werden, da in vielen Kulturen eine Partnerschaft als Norm gilt. Singles fühlen sich in Gesellschaft von Paaren manchmal ausgeschlossen oder unwohl, insbesondere, wenn Paare ihre Zuneigung offen zeigen. Zudem wird thematisiert, dass viele Menschen annehmen, Singles seien unglücklich oder befänden sich in einer Übergangsphase, die schnell überwunden werden sollte.
Die Sprecherinnen teilen persönliche Erfahrungen und Gedanken darüber, wie es ist, als Single zu leben, insbesondere in einem Alter, in dem viele Freund:innen und Bekannte in Beziehungen sind. Es wird erwähnt, dass es für Singles oft schwierig ist, sich in sozialen Situationen wie Hochzeiten oder Grillpartys wohlzufühlen, wenn sie das Gefühl haben, dass alle anderen in Beziehungen sind.
Ein wichtiger Punkt ist auch, dass viele Singles das Gefühl haben, von anderen ständig unter Druck gesetzt zu werden, einen Partner zu finden. Dieser Druck kann zu einem Gefühl der Einsamkeit führen, selbst wenn man sich nicht unglücklich fühlt.
Insgesamt zeigt die Podcastfolge, dass das Leben als Single viele Facetten hat: von der Suche nach einem Partner bis hin zu den sozialen Herausforderungen und dem Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen.
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Das Interview „Emotionale Kipppunkte – Wann ist es zu spät für die Paartherapie?” vom 11.02.2026 im Deutschlandfunk Kultur behandelt das Thema Paartherapie und die sogenannten „Kipppunkte” in Beziehungen. Diese markieren den Zeitpunkt, an dem eine Trennung oft nicht mehr abzuwenden ist. Janina Bühler, Professorin für Psychologie, erklärt, dass dieser Kipppunkt etwa ein bis zwei Jahre vor der tatsächlichen Trennung erreicht wird.
In ihrer Forschung hat sie herausgefunden, dass Paare, die sich später trennen, bereits vor der Trennung eine merkliche Abnahme der Beziehungszufriedenheit erleben. Es gibt zwei Hauptursachen für das Erreichen dieses Kipppunkts: Entweder geschieht etwas Offensichtliches wie die Geburt eines Kindes oder eine Affäre, oder es kommt zu einer schleichenden Entfremdung, bei der Paare nicht mehr miteinander kommunizieren.
Bühler betont, dass viele Paare erst sehr spät zur Therapie kommen, wenn die Probleme bereits sehr tiefgreifend sind. Sie empfiehlt Paaren, regelmäßig ihre Zufriedenheit in der Beziehung zu überprüfen, um frühzeitig Alarmzeichen zu erkennen. Eine Zufriedenheit von unter 6,5 auf einer Skala von 0 bis 10 kann ein Hinweis darauf sein, dass eine Therapie sinnvoll wäre.
Paare, die nicht sofort eine Therapie in Anspruch nehmen können, sollten sich ihrer Empfehlung zufolge regelmäßig hinzusetzen und ehrlich über ihre Bedürfnisse und Zufriedenheit sprechen. Dies fördert die Kommunikation und kann dabei helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen.
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Die Beziehung zu mir selbst und das stetige Neu-Kalibrieren wirken sich positiv auf mich aus. Ohne eine positive Beziehung zu mir selbst können sich Beziehungen zu anderen nicht positiv auswirken. Meine Erkenntnisse sind unter anderem durch den Philosophen Wilhelm Schmid geprägt, u. a. durch sein Buch „Selbstfreundschaft”.
Er stellt die Frage: „Welche Beziehungen der Liebe, der Freundschaft und Verwandtschaft sind mir so wichtig, dass ich sie als Teil meines Selbst betrachten will?” Aufgrund meiner Persönlichkeit sind es nur wenige Menschen, die ich als Teil meines Selbst betrachte. Grundsätzlich halte ich Abstand zu Menschen und lasse sie nicht an mich heran. Wenn ich meine Firewall aber öffne, dann ganz: „Deiche brechen richtig oder eben nicht …” (kettcar, Deiche).
Schmids zweite Frage lautet: „Welche Erfahrungen sind die wichtigsten in meinem Leben und ohne die ich nicht geworden wäre, was ich bin?” Bis vor sechs Jahren war mein Streben, ein extravertierter Mensch zu sein, ein fester Bestandteil meiner selbst. Das lag daran, dass meine Eltern meine Introversion als Mangel betrachteten und ich meine introvertierten Anteile als falsch empfand und unterdrückte; Introversion war nur ein Wort für mich. Heute ist die Introversion ein fester Bestandteil meiner selbst. Als ich den Myers-Briggs-Test zuletzt machte, war das Ergebnis der Persönlichkeitstyp INFJ-T. Ich erkenne mich im Ergebnis wieder – auch das sind feste Bestandteile meiner selbst. Seit sechs Jahren weiß ich auch, dass ich demisexuell bin. Das bedeutet, dass sexuelle Anziehung erst nach dem Aufbau einer tiefen emotionalen Bindung zu einer Person entsteht.
Die dritte Frage lautet: „Was ist mein Traum, dem ich im Leben folgen will, meine Sehnsucht, mein Glaube, mein Weg mit einem bestimmten Ziel oder auch ohne?” Dies ist noch eine größere Baustelle.
Ich habe keinen Traum, dem ich im Leben folgen will. Vielleicht träume ich davon, mich einfach treiben zu lassen. Ich bin gespannt, was mir im Leben jeweils hinter der nächsten Ecke begegnet. Der Traum, mich immer wieder überraschen zu lassen – positiv wie negativ. Ich wachse an den Schmerzen, die ich erleide. Ich kann durch den Schmerz hindurchgehen.
Ich sehne mich nach Menschen, die mich verstehen und die ich verstehen kann. Ich sehne mich nach wertschätzenden, respektvollen Begegnungen auf Augenhöhe. Bedingungslose Beziehungen. Nach lebenslangen Beziehungen. Wenn solche Beziehungen vorzeitig enden, zerreißt es mir für eine gewisse Zeit das Herz. Ich sehne mich nach dem einen Menschen. Mit dem ich ein gutes Stück Lebensweg Hand in Hand gehen kann, während wir in die gleiche Richtung blicken.
Mein Glaube gründet sich auf Hoffnung und Fügung. Nicht, dass etwas gut ausgeht, sondern dass es einen Sinn ergibt. Ich fühle mich den positiven Ideen des Christentums, des Humanismus, Mahatma Gandhis oder Martin Luther Kings verbunden.
Ich möchte meinen Weg aufrecht gehen, mit wachem Blick, voller Neugierde, Offenheit …
nur wer mit sich selbst befreundet, positive Beziehungen hat
… und Selbstlosigkeit. Ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben.
Wilhelm Schmids vierte Frage lautet: „Welche Werte halte ich für wertvoll, welche sollen Vorrang haben, wenn ich mich entscheiden muss?” Beispielsweise zwischen Freiheit und Bindung, Risiko und Sicherheit oder Geiz und Großzügigkeit. Verlässlichkeit ist für mich zum Beispiel ein wertvoller Wert. Ebenso Wahrhaftigkeit, Mut (wenn alles andere nicht hilft), Treue, Solidarität, Gemeinsinn, Respekt, Toleranz, Offenheit und Kompromissbereitschaft.
Schmids fünfte Frage lautet: „Welche Gewohnheiten will ich sorgsam pflegen, um mich wohnlich in ihnen einrichten zu können?” Da ist zum Beispiel die tägliche Dosis Lieblingsmusik. Beispielsweise diese eine Stunde Ruhe nach dem Aufwachen, in der ich meine Träume langsam ausklingen lasse und mich auf den Lärm, die Fülle und die Hektik des kommenden Tages vorbereite. Die erste Tasse Kaffee, ritualisiert zubereitet. Tiefgründige Gespräche oder Gedanken.
Seine sechste Frage: „Was sind meine Ängste, Verletzungen und Traumata?” Auch diese gehören zu mir. Daran arbeite ich beständig. Sie sind nicht so übermächtig, dass ich diese Erfahrungen mit therapeutischer Hilfe abmildern müsste. Mein inneres Kind konnte ich bereits befrieden. Zurzeit schaue ich mir meine Traumata an und vermute, dass ich die Traumata meiner Eltern und Großeltern übernommen habe (Stichwort: Epigenetik). Teilweise wiederhole ich sie oder vermeide sie aus Angst vor Retraumatisierung.
Wilhelm Schmids siebte Frage: „Was ist in meinen Augen schön?” Wo finde ich es? Was kann ich tun, um es zu finden? Was sind für mich schöne Momente, Anblicke, Tätigkeiten, Erfahrungen, Genüsse, Gespräche, Gedanken, die ich bejahe? Was ist das Naturschöne, das menschlich Schöne, das Schöne von Kunst und Kultur, von Technik, von realen Dingen und irrealen Phantasien?” Das Wissen und die Erfahrung um das Schöne sind ein Gegengewicht zu unguten Erfahrungen, denn sie lassen sich mit dem Schönen besser bewältigen. Ich denke an die tschechische Cembalistin Zuzana Růžičková, die mehrere Konzentrationslager durch die Hilfe von Johann Sebastian Bachs Musik überlebte („Lebensfuge. Wie Bachs Musik mir half zu überleben“, Propyläen). All diese Fragen zum Schönen kann ich für mich beantworten. Mein Schönes überwiegt meine unguten Erfahrungen. Es macht mich resilient. Das Schönste ist für mich, durch die Augen eines Menschen seine Seele sehen zu können. Dieses innere Strahlen, diese innere Schönheit.
Freundschaften wirken sich positiv auf mich aus. Nicht die oberflächlichen, sondern die tiefgründigen. Sie sind in der Anzahl sehr überschaubar. Mit ihnen kann ich über alles reden. Sich nicht schämen zu müssen. Eine bedingungslose Liebe auf Augenhöhe mit gegenseitiger Wertschätzung und Respekt wirkt sich positiv auf mich aus. Keine (Macht-)Kämpfe mehr ausfechten zu müssen. Kompromisse eingehen zu können. Gegenseitig nachgeben zu können. Auch virtuelle Beziehungen können Merkmale einer Freundschaft oder einer tief empfundenen Sympathie haben. Sie können verbindlich, bereichernd, anregend und inspirierend sein. Seelenverwandtschaft.
T. b. c.
Täglicher Schreibanreiz
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