📅❓ @home

Ich war 15 Jahre lang oft auf Dienstreise und habe dabei einige Städte „kennengelernt”. Als ich mit dem Zug in Frankfurt am Main ankam und aus dem Bahnhof auf den Vorplatz trat, schlug mir eine Welle aus Lärm, Hektik und negativen Emotionen entgegen. Mir war sofort klar: Hier will ich nicht lange bleiben. Ähnlich geht es mir bei meinen Besuchen in Köln.

Als ich hingegen in Stuttgart ankam, schlug mir eine Welle der relativen Ruhe, der Unaufgeregtheit und der Gastfreundschaft entgegen. Hier fühlte ich mich sofort wohl. Und der Zufall wollte es, dass ich viele Jahre später nach Stuttgart reisen durfte und mein Eindruck verfestigte sich. Bedenke ich die Höhe der Mieten nicht, würde ich bedenkenlos nach Stuttgart ziehen.

Da wären auch noch die beiden Inseln Wangerooge und Langeoog, auf denen ich mich immer sehr wohlfühlte. Den Auszubildenden „meiner” Krankenkasse fiel es damals zu, Kinder auf dem Weg mit dem Zug zur Kur nach Langeoog zu begleiten. Zwei Auszubildende und mehrere Kinder. Heute ist so etwas aus gutem Grund unvorstellbar. Es war meine erste Begegnung mit der Insel. Ich fühlte mich so wohl, dass ich mich zum Lernen für meine zweite Verwaltungsprüfung dorthin zurückzog.

Die Eltern meiner damaligen Liebsten besaßen eine Wohnung auf Wangerooge. Das nutzten wir gerne aus, um dort beispielsweise verlängerte Wochenenden zu verbringen. Auch dort fühlte ich mich wie zu Hause.

Und in Bremen. Dort wohnte meine ehemalige Schwiegermutter, die wir oft besuchten. Diese kleine Großstadt ist genauso liebenswert wie Stuttgart für mich. Keine Reise in den Norden ohne einmal durch die Bremer Innenstadt zu spazieren, den Schnoor und den Bürgerpark zu besuchen.

Nur da, wo ich wohne, bin ich nicht zu Hause.

Tägliche Schreibanregung
Welcher Ort, den du besucht hast, hat sich wie Zuhause angefühlt?

What’s a place you visited that felt like home?  |  An welchem Ort, den du besucht hast, hast du dich wie zu Hause gefühlt?

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🎙 »Einer hinter mir hat noch so beschwichtigend gesagt, das war sicher nur Feuerwerk.«

In dieser Podcastfolge geht es um einen Terroranschlag, der sich am 2. November 2020 in Wien ereignete. Ein Attentäter erschoss in einem beliebten Ausgehviertel vier Menschen und verletzte 23 weitere. Andreas, der sich in der Nähe aufhielt, berichtet von seinen Erlebnissen an diesem Abend.

Zunächst beschreibt er, wie er mit Freunden im Bermuda-Dreieck, einem belebten Viertel, Zeit verbrachte, kurz bevor ein Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie begann. Die Atmosphäre war entspannt, bis er plötzlich Schüsse hörte. Zunächst dachte er, es könne sich um Feuerwerk handeln, doch dann wurde ihm klar, dass es ernst war, als er einen Angreifer mit einer Waffe sah.

Im darauffolgenden Angstzustand versuchten die Menschen, sich in Sicherheit zu bringen. Andreas und andere suchten Schutz in einer Bar. Dort halfen sie gemeinsam, die Verletzten zu versorgen, bis die Rettungskräfte eintrafen. Andreas selbst wurde viermal angeschossen, hatte aber großes Glück, da seine Verletzungen nicht lebensbedrohlich waren.

Andreas reflektiert über die Solidarität der Menschen in dieser Krisensituation. Trotz der Angst und des Schocks halfen die Anwesenden einander. Das zeigte ihm, dass die Menschen in schwierigen Zeiten zusammenhalten können. Nach dem Anschlag kämpfte er mit emotionalen Nachwirkungen. Er beschloss jedoch, sich nicht von der Angst leiten zu lassen, sondern aktiv zu werden und anderen Opfern zu helfen.

Er engagierte sich für die Unterstützung von Terroropfern in Österreich und setzte sich dafür ein, dass ein Entschädigungsfonds eingerichtet wurde. Andreas betont, dass es wichtig ist, das Gute im Menschen zu sehen und sich nicht von negativen Erfahrungen bestimmen zu lassen. Die Podcastfolge endet mit seiner Erkenntnis, dass trotz schrecklicher Ereignisse auch schöne und positive Erlebnisse möglich sind.


Aus der Podcastfolge „Mitten im Terror von Wien“ vom –02.11.2025– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/video/nachtcafe/podcast/mitten-im-terror-von-wien.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/nachtcafe/mitten-im-terror-von-wien-100.html

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🎶 Wenn man sich umsieht, scheint die Welt voller innerlich Heimatloser und Getriebener zu sein.

Früher war alles anders: In den Anfängen, als man das Gefühl hatte, das Leben zu erobern, war das gemeinsame Lachen noch echt, rein und unbeschwert. Doch diese unschuldigen Zeiten sind vergangen. Zurück bleibt ein ewig andauerndes, unerbittliches Gefühl der Ernüchterung.

https://youtu.be/uKLmpquhMY0
https://open.spotify.com/intl-de/track/3KnMN356dGY4CuGhfIdwMF

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Die Kluft, die sich in unserem Leben auftut, scheint unaufhaltsam zu wachsen. Es ist eine Form der Entfremdung, die den Generationen vor uns völlig fremd war. Wir versuchen krampfhaft, diese trüben Gedanken zu unterdrücken und die Dinge, die wir eigentlich verabscheuen, auszublenden. Auch wenn einem oft vorgeworfen wird, man sei alt und zynisch geworden, bedeutet das nicht, dass völlige Gleichgültigkeit eingekehrt ist. Vielmehr ist der blinde Glaube an die alten Ideale verschwunden, denn manches, was einst wichtig schien, wirkt heute wie ein verzweifeltes Aufbäumen für eine längst verlorene Sache.

Wenn man sich umsieht, scheint die Welt voller innerlich Heimatloser und Getriebener zu sein – Menschen, die im Grunde alle auf der Suche nach einem festen Platz im Leben sind. Eigentlich hätte die Menschheit die Macht und die Wahl, diese innere und äußere Leere mit vereinten Kräften zu überwinden. Deshalb darf man die Augen vor der Realität nicht verschließen, denn am Ende teilen alle das gleiche Schicksal. Worte und Versprechen aus einem anderen, längst vergangenen Leben holen einen in der Gegenwart wieder ein. Sie verdunkeln die Tage und rauben nachts den Schlaf. So bleibt letztlich nur die schmerzhafte Erinnerung an die aufrichtige Unschuld der Jugend, die an der harten, endlosen Realität zerbricht.

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📅❓ Sina

Leider kann ich kein Foto beisteuern. Aber ich kann eine Geschichte aus den Jahren 1991 bis 2002 erzählen:

Nachdem sie den roten Kater von der Hauptstraße kratzten, zogen sie weg. Höher, in ein Dorf. Es war verkehrsberuhigt. Es lag am Waldrand. Es sollte für die beiden übriggebliebenen Katzen besser sein.

Die Zeit war günstig für einen Hund. Sie meldeten sich auf eine Anzeige und verabredeten sich mit der Züchterin, die in Wirklichkeit eine Händlerin war. Im ehemaligen Schweinestall waren zehn Hunde. Eine Rauhaardackel-Yorkshire-Terrier-Hündin machte besonders auf sich aufmerksam. Nein, von Tierhändlern kauften sie nichts. Sie fuhren wieder. Auf halber Strecke schauten sie sich an. Ein Blick genügte. Sie wendeten und schenkten sich 12 Jahre lang gegenseitig Freude.

Die Rauhaardackel-Yorkshire-Terrier-Hündin Sina hatte den Körper eines Dackels, das Fell und die Lebendigkeit eines Yorkshire Terriers. Sie war ein aufgewecktes, lebensfrohes und intelligentes Lebewesen. Sie war leicht überstimuliert und lernte alles, was man ihr beibrachte. Sina konnte zehn verschiedene Quietschtiere anhand ihres Namens unterscheiden und bringen. Sie freute sich wahnsinnig, wenn die Quietschtiere durch die Luft flogen und sie sie apportieren durfte. Bei Spaziergängen machte Sina Sitz und ihre Menschen verschwanden hinter der Kurve aus ihrem Blickfeld. Erst wenn sie ihren Namen hörte, lief sie los und kam mit fliegenden Beinen und Ohren um die Kurve gerannt. Sina durfte nicht ins Bett. So war der Plan. Den hatten sie ohne sie gemacht. Ihr Körbchen stand neben dem Bett. Kaum schliefen ihre Menschen, sprang sie ins Bett. Unzählige Male wurde sie wieder in ihr Körbchen zurückgelegt. Genauso oft sprang sie wieder ins Bett. Wenn sie aus dem Schlafzimmer verbannt wurde, heulte sie stundenlang wie ein kleiner Wolf.

Sina setzte sich durch.

Im Winter lag sie unter seiner Bettdecke auf seiner rechten oder linken Schlafseite, eingerollt vor seinem Bauch. Beide mochten es nicht mehr missen. Wenn die Menschen im Bett kuschelten, blieb Sina ruhig am Fußende liegen.

Wenn er traurig war – und das war er oft, während er auf den Adoptionsvermittlungsvorschlag wartete –, zauberte Sina ihm bei ihren täglichen Spaziergängen ein Lächeln ins Gesicht, sodass er seine Traurigkeit für eine Weile vergaß.

Kurz nachdem sie den Dreijährigen in Südafrika adoptiert hatten, starb Sina. Selbst ihr Tod und ihre Beerdigung waren für die kleine Familie im Allgemeinen und für den Dreijährigen im Besonderen ein Glücksfall. Nach Sinas Beerdigung lag der Junge stundenlang auf dem Bauch seiner neuen Mutter und erzählte stockend, wie seine leibliche Mutter in ein Loch gelegt worden war, nachdem Männer sie geboxt hatten. Anschließend hätten sie ihn in einen Park gebracht und sich selbst überlassen. Den Angestellten des Kinderheims und den Sozialarbeiterinnen des Adoptionsvereins vor Ort hatte er nichts erzählt. Er konnte nicht erzählen. Weil die Erinnerung weggesperrt war. Zu seinem Schutz. Sinas Tod löste die Sperre. So bekam er die dringend benötigte Hilfe. Das Geschehene wird ihn lebenslang begleiten.

Mit ihren leuchtenden Augen schuf sie leuchtende Momente. Ich lächle, wenn ich daran denke.

Tägliche Schreibanregung
Teile ein Foto von deinem Haustier und erzähl uns eine Sache, die es so einzigartig macht.

Share a photo of your pet and tell us one thing that makes them uniquely them.  |  Teile ein Foto von deinem Haustier und erzähle uns eine Sache, die es so einzigartig macht.

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🎙 Wenn die Depression mit am Tisch sitzt: Partnerschaft im Fokus.

In dieser Podcastfolge geht es um Depressionen und deren Auswirkungen auf Beziehungen, am Beispiel des Paares Claudia und Marcel.

Claudia leidet unter depressiven Verstimmungen, was ihre Beziehung belastet. Obwohl sich die beiden gut verstehen und viele gemeinsame Interessen haben, kommt es häufig zu Streitigkeiten, in denen sie nicht auf Augenhöhe kommunizieren können. Claudia ist oft unzufrieden mit sich selbst und beschreibt ihre Emotionen als eine „schwarze Wolke“, die über ihr schwebt und ihren Alltag beeinflusst.


Podcastfolge „Die schwarze Wolke: Depressionen in der Beziehung“ vom 12.04.2024 aus dem NDR-Podcast „Die Paartherapie„; verfügbar bis 12.04.2026.


Der Paartherapeut Eric gibt den beiden verschiedene Ratschläge, um besser mit Konflikten umzugehen und ihre Kommunikation zu verbessern. Dazu gehören:

  • Streitkultur lernen: Sie sollen W-Fragen nutzen, um zu verstehen, wie es zu einem Streit gekommen ist und was dabei in ihnen vorgeht.
  • Rückzüge: Es ist in Ordnung, sich in hitzigen Momenten zurückzuziehen, aber sie sollten darauf achten, dass dies nicht zu einem dauerhaften Entzug führt.
  • Erinnerungen teilen: Über schöne gemeinsame Erlebnisse zu sprechen, kann helfen, die Verbindung zu stärken.
  • Hilfe suchen: Zeigt jemand Anzeichen von Depressionen, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Dankbarkeit üben: Achtsamkeit und Dankbarkeit können dabei helfen, den Fokus auf die positiven Aspekte des Lebens zu lenken.

    Eric betont, dass Depressionen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Partner betreffen und dass beide Unterstützung benötigen. Es ist wichtig, Geduld mit sich selbst und dem Partner zu haben und sich bei Bedarf Hilfe zu suchen.

Insgesamt zeigt die Podcastfolge, wie wichtig es ist, über psychische Probleme zu sprechen und aktiv daran zu arbeiten, um die Beziehung zu stärken.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ndr-podcast.ard-mcdn.de/progressive/2024/0404/AU-20240404-1329-5400.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.ndr.de/ndr2/podcasts/Die-Paartherapie-Der-NDR-2-Podcast,audio1607324.html

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