🎙 Der Bildhauer des eigenen Gehirns: Warum die Jagd nach dem Dopamin-Kick gefährlich sein kann.

In ihrem Vortrag erläutert die Neurologin Stefanie Hirschbichler die zentrale Rolle von Dopamin als vielseitigem Botenstoff.

Dieser steuert weit über seine Bekanntheit als „Glückshormon“ hinaus Motorik, Motivation und Kognition. Anhand von klinischen Fällen, wie der Parkinson-Erkrankung, verdeutlicht sie, dass sowohl ein Mangel als auch eine medikamentöse Überstimulierung zu drastischen Persönlichkeitsveränderungen und Impulskontrollstörungen führen können.

Die Komplexität wird durch die verschiedenen Signalwege im Gehirn erklärt. Dabei ist die Suche nach dem „Sweet Spot“, der perfekten Balance der Dopaminkonzentration, entscheidend für die Gesundheit.

Hirschbichler warnt zudem kritisch vor den Risiken des „Brain Hackings“ durch Leistungsbooster, da diese oft kurzfristige Erfolge mit langfristigen Suchtproblemen oder psychischen Belastungen erkaufen. Abschließend betont Hirschbichler die Bedeutung natürlicher Verhaltensstrategien wie Schlaf und Ernährung.

Sie bestärkt die Zuhörer:innen darin, dass jeder Mensch durch sein Handeln zum „Bildhauer“ seines eigenen Gehirns werden kann.


Podcastfolge „Dopamin – Der Superstar unter den Neurotransmittern“ vom 07.08.2025 aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Nachtschicht im Körper: So beschützt uns die „Immun-Polizei“ im Schlaf.

In dieser Podcast-Folge geht es um die Verbindung zwischen Schlaf und unserem Immunsystem. Es wird erläutert, dass ausreichender Schlaf wichtig ist, um gesund zu bleiben bzw. um schneller wieder gesund zu werden, insbesondere bei Krankheit. Während wir schlafen, finden wichtige Prozesse in unserem Körper statt, die Entzündungen reduzieren und das Immunsystem stärken.


Podcastfolge „Immunsystem – Schlaf – wichtig, um gesund zu werden und zu bleiben“ vom 18.03.2025 aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Über Schlafen“.


Schlaf unterstützt sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem. Während das angeborene Immunsystem Eindringlinge wie Viren und Bakterien erkennt und bekämpft, lernt das erworbene Immunsystem durch Impfungen beispielsweise, wie man mit neuen Erregern umgeht. Studien zeigen, dass Menschen, die weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, ein höheres Risiko haben, sich mit Erkältungsviren anzustecken.

Besonders der Tiefschlaf ist wichtig für die Immunfunktion. Wenn wir krank sind, benötigt unser Körper mehr Schlaf, um gegen die Krankheit zu kämpfen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass selbst vorübergehender Schlafmangel negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben kann.

Die Podcastfolge schließt mit der Empfehlung, bei Anzeichen einer Erkältung ausreichend zu schlafen, um das Immunsystem zu unterstützen. Schlaf ist also ein wichtiger Faktor, um gesund zu bleiben und schnell wieder gesund zu werden..

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🎙 Geheimwaffe Regeneration: Wie Sport deinen Schlaf verbessert – und umgekehrt.

In dieser Podcastfolge geht es um den Zusammenhang zwischen Schlaf und Sport. Sie erklärt, wie sich beide Bereiche gegenseitig beeinflussen.


Podcastfolge „Wie beeinflussen sich Schlaf und Sport? – Einschlafhilfe und Regeneration“ vom 02.04.2024 aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Über Schlafen“.


Sport hat positive Auswirkungen auf den Schlaf. Wenn man regelmäßig Sport treibt, schläft man in der Regel besser, länger und benötigt weniger Zeit zum Einschlafen. Auch die Schlafqualität verbessert sich. Selbst eine einmalige Sporteinheit kann die Schlafqualität steigern, wobei längere und weniger intensive Trainingseinheiten besser wirken als kurze, intensive.

Körperliche Aktivität führt zu einem erhöhten Energieverbrauch und zu kleinen Verletzungen in den Muskeln, die während des Schlafs repariert werden. Außerdem wird ein Stoff namens BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) produziert, der den Tiefschlaf fördert. Auch die Körpertemperatur spielt eine Rolle: Nach dem Sport sinkt die Körpertemperatur, was das Einschlafen erleichtert.

Psychische Faktoren sind ebenfalls wichtig. Bewegung kann die Stimmung verbessern und Stress abbauen, was wiederum zu besserem Schlaf führt. Sport im Freien hat zusätzlich den Vorteil, dass Tageslicht und Natur entspannend wirken.

Guter Schlaf ist wiederum entscheidend für sportliche Leistungen. Er unterstützt die Regeneration, fördert die Ausschüttung von Wachstumshormonen und verbessert die mentale Leistungsfähigkeit. Schlechter Schlaf kann sich negativ auf die sportliche Leistung auswirken, indem er die Reaktionsgeschwindigkeit und die Genauigkeit verringert.

In der Podcastfolge wird auch erwähnt, dass viele Leistungssportler Schlafprobleme haben, was oft auf Stress, unregelmäßige Trainingszeiten und die Drucksituation vor Wettkämpfen zurückzuführen ist. Tipps zur Verbesserung des Schlafs umfassen Entspannungstechniken und eine gute Wettkampfvorbereitung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass regelmäßige Bewegung den Schlaf verbessert und guter Schlaf wiederum die sportliche Leistung steigert. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen beiden zu finden, um Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern.

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🎙 Schlafdauer, Schlafphasen, Fieberträume, Melatonin, Depressionen & Schlafstörung

In dieser Podcast-Folge werden häufige Fragen zum Thema Schlaf behandelt. Die beiden Moderatorinnen Christine und Ilka beantworten verschiedene Fragen, die ihnen von Zuhörern geschickt wurden.


Podcastfolge „FAQ – Was ihr schon immer über Schlafen wissen wolltet“ vom 24.09.2024 aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Über Schlafen“.


Eine der häufigsten Fragen ist, ob man Schlaf nachholen kann. Christine erklärt, dass es normal ist, im Urlaub mehr zu schlafen, um sich von stressigen Phasen zu erholen. Wenn jemand jedoch dauerhaft sehr viel Schlaf benötigt, könnte das auf ein gesundheitliches Problem hinweisen und ein Arztbesuch wäre sinnvoll.

Ein weiteres Thema sind die Schlafphasen. Christine erläutert, dass ein gesunder Schlaf aus verschiedenen Phasen besteht, darunter REM-Schlaf und Tiefschlaf, und dass sich deren Anteile im Laufe des Lebens verändern können. Es gibt jedoch keine festen Regeln dafür, wie viel Zeit man in jeder Phase verbringen sollte, da dies von Person zu Person unterschiedlich ist.

Die Moderatorinnen diskutieren auch das Phänomen der Fieberträume, die oft bizarr und lebhaft sind, sowie den Einfluss von Melatonin auf Träume. Zudem wird das Sprechen im Schlaf angesprochen, das häufig vorkommt und in der Regel harmlos ist.

Ein weiterer Punkt ist der Zusammenhang zwischen Schlaf und psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Es wird erklärt, dass Schlafstörungen häufig bei Depressionen auftreten und umgekehrt Schlafprobleme das Risiko für Depressionen erhöhen können.

Zusammenfassend bietet der Artikel wertvolle Informationen zum Thema Schlaf, beantwortet praktische Fragen und gibt Tipps zur Schlafhygiene, um die Schlafqualität zu verbessern.

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Zusätzliche Zeit würde uns geraubt werden.

Mein erster Gedanke war: „Für was habe ich zu wenig Zeit?” Falscher Gedanke. Es gibt keine Zeit. Die Einteilung in Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden ist willkürlich. Sie dient der Synchronisation unserer Gesellschaften und Beziehungen.

Zu einer ähnlichen Frage schrieb ich im Übrigen, dass ich der Meinung bin, dass es die Zeit gar nicht gibt. Sie ist ein menschengemachter Maßstab. Ich kenne das Phänomen, dass meine Erinnerungen an Ereignisse gleich präsent sind. Ereignisse, die Jahrzehnte zurückliegen, sind mir so präsent, als wären sie „gestern” geschehen.

Zeit ist meiner Meinung nach abhängig von der eigenen Perspektive. Was würde Zeit beispielsweise für eine Schnecke, eine Eintagsfliege, einen Grönlandhai oder eine Zwerggrundel bedeuten? Gäbe es außerirdisches Leben und dauerte ein Tageslauf für die Außerirdischen 100 Jahre unseres Zeitmaßstabes, wie würden sie unser Leben betrachten? Wären wir …

Kapitalismus
Raubtierkapitalismus
ihm gehört die Zeit

… für sie wie Ameisen?

Wir haben uns irgendwann bewusst dafür entschieden, im Kapitalismus, in der Marktwirtschaft zu leben. Wir lehnen beispielsweise die Gemeinwohlökonomie bewusst ab und empfinden ein Grundeinkommen als unangenehm. Deshalb brauchen wir uns über die heutige Frage keine Gedanken zu machen.

Unser vom politischen und gewerkschaftlichen Einfluss nahezu befreites Wirtschaftsleben wird dafür sorgen, dass wir statt acht Stunden täglich 14 Stunden arbeiten müssen. In Schichten, zeitversetzt. Alles wäre immer in Betrieb.

Ein Leben ohne Schlaf im Kapitalismus wäre ein Katalysator für psychische Erkrankungen und die endgültige Ausbeutung der Erde. Die wachsende Aggressivität würde entweder in einem großen, alles vernichtenden Krieg oder in Kleinkriegen „Jeder gegen jeden” enden.

Allein der Gedanke an diese beschriebene Dystopie raubt mir den Schlaf.

Ich brauche nicht keinen Schlaf, sondern mehr Schlaf.

Täglicher Schreibanreiz
Wenn du keinen Schlaf bräuchtest, was würdest du mit all der zusätzlichen Zeit machen?

„Der Verrat des Lichts.“ oder „Drohnen suchen nach Lichtquellen.“

Früher wachte ich mit dem Sonnenlicht auf, das durch das Fenster schien. Jetzt weckt mich eine Rakete, die zwei Wohnblöcke entfernt einschlägt. Es gibt keinen Morgen mehr – keine Arbeit, keine Schule, keine Mahlzeiten. Es gibt nur noch den nächsten Augenblick und die Angst, dass wir ihn nicht überleben werden.

Sogar der Himmel über Gaza hat sich verändert. Die Sonne geht auf, aber sie wärmt nicht mehr. Die Nacht senkt sich über uns, aber sie bietet keine Ruhe.

Was wir Schlaf nennen, ist kein Schlaf mehr. Es ist Müdigkeit mit einem geöffneten Auge. Wir packen unsere Taschen. Wir lassen unsere Kinder vollständig angezogen. Jedes Summen über uns lässt uns den Atem anhalten. Wenn es länger als zehn Minuten still ist, entspannen wir uns ein wenig.

In der vierten Nacht des Oktobers 2023[1] leuchtete der Himmel auf. Ein Feuergürtel peitschte über unsere Straße. Ich lag neben meinem Bruder auf dem Boden. Wir hörten Kreischen. Dann nichts mehr. Dann Staub und Schreien. Ich sah, wie die Brust meines Cousins aufgerissen wurde. Sein Körper fiel zu Boden und machte ein Geräusch wie kein anderes. Mein Bruder und ich krochen unter Glasscherben hervor. Die Hälfte des Gebäudes auf der anderen Straßenseite war verschwunden. Wir hatten keine Zeit, meinen Cousin ordentlich zu begraben. Keine Tücher. Kein Licht. Zum ersten Mal stellte ich die Gerechtigkeit meines Überlebens in Frage. Etwas in mir erstarrte und zersplitterte dann. Ich weinte nicht. Ich blieb gebrochen. Schließlich hörte der Krieg nicht auf. Reparatur würde nur darauf vorbereiten, erneut zerbrochen zu werden.

In einem Schutzraum weinte ein Kind um seinen Vater, der am Morgen zuvor gestorben war. Seine Mutter hielt ihn mit steinernen Armen fest, stumm und mit starrem Blick. „Mama, warum weinst du nicht?“, fragte das Kind. Die Mutter brach zusammen. Ich wünschte, ich hätte es nicht gesehen, wie ihr Gesicht in sich zusammenfiel.

Früher habe ich unter einer Lampe gelernt. Ich habe Bücher gelesen. Ich habe vom Leben geträumt. Jetzt lässt mich das Leuchten meines Handys zusammenzucken. Eine Kerze ist ein Ziel. Ein Streichholz ein Verrat. Die Drohnen suchen nach Lichtquellen. Ich erinnere mich an die Nacht, in der die Taschenlampe eines Nachbarn ihn sein Zuhause gekostet hat. Das Flugzeug kreiste. Dann kam das Licht. Dann das Ende.

Wir verdecken unsere Fenster. Wir sprechen flüsternd. Ich lerne jeden Winkel unserer zerstörten Wohnung auswendig. Die Anzahl der Schritte zwischen dem Flur und dem Waschbecken. Das Muster der Risse auf dem Boden. Den Geruch von Verbranntem in der Ferne.

Kinder spielen Stille-Spiele. Ich greife nach der Hand meiner Mutter, um mich zu vergewissern, dass sie da ist. Wir stellen keine Fragen mehr. Die Antworten sind erbarmungslos: Nirgendwo ist es sicher, niemand ist unversehrt.

Im Dezember 2023 suchten wir Schutz in einem Industriegebiet. Panzer umzingelten uns. Kein Ausweg. Keine Zukunft. Mein Vater sagte: „Rennt jetzt.“ Ich sah den Staub unter den Ketten der Panzer. Ich roch ihren Stahl. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben – aber das ist alles, was mir geblieben ist: die schlichte Tatsache, dass wir überlebt haben, und das Gefühl der Schuld, dass es bei anderen nicht so war.

Ich habe Angst vor Licht. Ich habe Angst vor Dunkelheit. Ich habe Angst vor Stille. Ich fürchte mich vor Lärm. Wenn die Explosionen aufhören, wird meine Angst stärker. Die Stille ist nur ein Vorspiel. Jede Sekunde fühlt sich wie Warten an. Worauf warten wir? Wir wissen es nicht.

Am Abgrund jedes Augenblicks sprechen zwei Stimmen zu mir. Die eine sagt: „Du hast überlebt.“ Die andere: „Es fängt bald wieder an.“

Ein Teil von mir möchte an den Morgen glauben. Ein Teil von mir bereitet sich auf eine weitere Nacht vor.

Früher kannte ich Zeit als Kalender, als Plan, als Ziel. Jetzt ist Zeit nur noch etwas, das wir ertragen.

Manchmal schließe ich die Augen und stelle mir einen Sonnenaufgang vor, der Kaffee mit sich bringt, nicht Angst. Ich träume davon, gedankenlos ein Fenster zu öffnen, um die Brise zu spüren; davon, ein Buch zu lesen ohne das Geräusch von Drohnen über mir. Ich träume von Nächten in Gaza, wie sie einmal waren: Verliebte, die durch vom Mond erhellte Straßen spazieren, spielende Kinder. Aber ich glaube diesen Träumen nicht.

Ich frage mich, wer ich sein werde, wenn das hier endet; ob ich jemals wieder ohne Angst neben einer Lampe sitzen werde; ob die Kinder meiner Kinder jemals wieder dem Licht vertrauen werden. In Gaza gibt es keine Metaphern. Es gibt nur das, was verschwunden ist, und das, was bleibt – dieses Leben zwischen Schatten und die Erinnerung an ein anderes Licht.

12.08.2025; von Abdullah Hany Daher, palästinensischer Schriftsteller und Journalist aus Gaza

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch in der Zeitschrift Jewish Currents. Übersetzung: Maike Gosch, NachDenkSeiten