📅❓ Weltenwanderer?

Einmal wöchentlich gehe ich auf direktem Weg ca. 15 Minuten zum Bahnhof.

Die Straße, die mich dorthin führt, kenne ich seit meiner Kindheit. In- und auswendig. Ich kenne sie wie „meine Westentasche”. Ich könnte den Weg blind gehen. Wäre ich blind, hätte ich den Moment, der mich an der Realität hat zweifeln lassen, nicht erlebt.

Ich kenne jeden Stolperstein, jeden Baum und jeden Strauch. Ich weiß nicht mehr, ob dieser Moment ein oder zwei Jahre her ist. Jedenfalls bog ich in diese langgestreckte Straße ein – und hielt sofort inne. Irgendetwas stimmte nicht. Mit der Optik dieser Straße. Irgendetwas war anders. Es fehlte etwas oder es hatte sich deutlich verändert.

Ich checkte alle Gebäude. Sie waren unverändert. Es konnten also nur die Bäume oder Sträucher sein. Auf meinem Weg schaute ich mir alles genau an. Ich entdeckte keinen Baumstumpf eines kürzlich gefällten Baumes. Ich sah keine zurückgeschnittenen Hecken und Sträucher. Ich erkannte nichts. Alles wirkte so, als sei es seit langer Zeit unverändert.

Ich nahm mir vor, auf dem Rückweg ein paar Stunden später noch einmal genau hinzuschauen. Perspektivwechsel: alles aus der Gegenrichtung. Wieder hatte ich das Gefühl, dass etwas anders war. Wieder erkannte ich den „Fehler” nicht. So ging es mir Woche für Woche, bis ich mich schließlich daran gewöhnt hatte.

Wenn ich heute bewusst durch diese Straße gehe, bleibt ein merkwürdiges Gefühl zurück. Es ist mir bis heute rätselhaft, und in diesen Momenten habe ich an der Realität, meinem Verstand oder meinen Sinnen gezweifelt.

Als Jugendlicher las ich einmal einen Science-Fiction-Roman oder eine Kurzgeschichte, in der von Parallelwelten erzählt wird und in der der Protagonist „wandert” zwischen diesen parallelen Welten. Dabei erkennt er, dass sich von Welt zu Welt immer nur Kleinigkeiten ändern. Beispielsweise fehlt in einer parallelen Welt lediglich ein Baum.

Dieser Gedanke der sich sehr ähnelnden Parallelwelten fasziniert mich bis heute.

Mir begegnen alle paar Jahre solche Phänomene. Ich schmunzele dann, denke an diesen Roman und gehe schulterzuckend weiter.

Täglicher Schreibanreiz
Welcher Moment hat dich mal an der Realität zweifeln lassen?

What’s a moment that made you question reality?  |  Was war ein Moment, in dem du an der Realität gezweifelt hast?

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📅❓ Zwischen Gesetzbüchern und Baustaub: Mein Sommer am Limit

Die Frage, wann genau mir klar wurde, dass ich stärker bin, als ich dachte, hatte ich an dem Tag, an dem ich mein Diplom des Verwaltungsbetriebswirts (VWA) erhielt.

Es war der Abschluss eines sechssemestrigen Abend- und Wochenendstudiums. Das Studium absolvierte ich also parallel zu einer Vierzigstundenwoche in meinem Beruf. Als ich das Studium begann, konnte ich nicht ahnen, dass ich in den letzten Monaten, während der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, jeden Tag nach der Arbeit und ganztags an den Wochenenden ein Haus renovieren musste.

Die Zeit drängte, denn der Zeitmietvertrag lief aus und wurde nicht verlängert. Der Mietwohnungsmarkt war durch politische Entscheidungen leergefegt, sodass der Hauskauf die letzte Rettung vor der befürchteten Obdachlosigkeit war. Ich musste Prioritäten setzen. Da das Studium bis einschließlich des fünften Semesters befriedigend lief, entschied ich mich, die mündlichen Prüfungsvorbereitungen zu vernachlässigen.

Drei Monate lang schuftete ich neben meinem Beruf in dem kleinen Altbau, um ihn bewohnbar zu machen. Ich hatte bezahlte Hilfe. Gerade in diesen drei Monaten des Frühsommers herrschten hochsommerliche Temperaturen, die mir den Schweiß aus allen Poren trieben. Harte körperliche Arbeit war ich nicht gewohnt.

Ich wurde rechtzeitig fertig und hatte noch ein paar Tage Zeit, um mich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die mündliche Prüfung ungleich schwieriger werden würde als die schriftliche. Teilweise dachte ich, dass sie mir den Boden unter den Füßen wegzieht.

Besonders die Prüfung im Bürgerlichen Recht hatte es in sich. Sie ging in die Tiefe. Wir waren zu fünft in dieser Prüfung, und die ersten Fragen gingen an meine Kommiliton:innen, die sofort ins Schwimmen gerieten. Der Professor biss sich an ihnen fest, war genervt und wurde ironisch. Seltsamerweise gab er sich mit meinem Gestammel zufrieden und bohrte nie nach.

Es reichte für das Diplom. Bei der feierlichen Übergabe der Diplome wurde mir klar, was ich in den letzten Monaten geleistet hatte, dass ich über mich hinausgewachsen war und auch Glück gehabt hatte.

Täglicher Schreibanreiz
Welcher Moment hat dir gezeigt, dass du stärker bist, als du dachtest?

What’s a moment that made you realize you were stronger than you thought?  |  Was war der Moment, in dem dir klar wurde, dass du stärker bist, als du gedacht hast?

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🎙 Das Glück in dir: Warum Zufriedenheit eine Entscheidung ist.

In dieser Podcast-Folge werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die dabei helfen, die innere Zufriedenheit zu fördern und ein glücklicheres Leben zu führen.

Ein wesentlicher Ratschlag ist die tägliche Praxis der Dankbarkeit. Dabei lernt man, die positiven Aspekte des Alltags bewusst wahrzunehmen.

Stefanie Stahl betont zudem die Wichtigkeit von Achtsamkeit, um im gegenwärtigen Moment zu leben und unnötigen Stress abzubauen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Pflege sozialer Beziehungen und die Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit, ohne sich ständig mit anderen zu vergleichen.

Ergänzend werden regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf als fundamentale Säulen für das emotionale Wohlbefinden genannt.


Podcastfolge „Innere Zufriedenheit und Glück finden – Tipps für ein erfüllteres Leben“ vom –24.01.2024– aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://open.acast.com/public/streams/695b7e82511175cf3ed1d504/episodes/695b7e9e62d34cc4ed1ed908.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://shows.acast.com/so-bin-ich-eben/episodes/695b7e9e62d34cc4ed1ed908

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Freiheit 1/5

Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.

  • Virgina Satir, Die fünf Freiheiten, 1/5

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