🐚 realistisch, nicht pessimistisch

Introvertierte sind vorausschauend. Sie neigen dazu, nicht nur die positive Seite zu sehen, sondern erkennen schon frühzeitig mögliche Probleme. Dadurch wirken sie oft pessimistisch.

~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten

Oh ja. Ich verstehe nicht, wie man die Fürs und Widers nicht identifiziert, damit vielleicht auf halber Strecke stehen bleibt und dann unvorbereitet ist, wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht. Ich durchdringe meine Vorhaben gedanklich, frage mich, was im besten und im schlimmsten Fall geschehen kann, suche nach dem besten Weg und überlege mir schon Workarounds für den Fall, dass vorausgedachte Hindernisse auftreten. Dadurch laufe ich zwar etwas später los als andere und brauche etwas länger, um ins Handeln zu kommen, dafür bin ich aber schneller unterwegs und umgehe Hindernisse zügiger. Manchmal wäre es aber gut, jemanden an der Seite zu haben, der erkennt, wie dringlich es ist, loszulaufen, statt noch lange zu überlegen.

🐚 realistisch, nicht pessimistisch

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📅❓ Spontan antworte ich nur auf die täglichen Schreibanregungen.

Spontan bin ich, wenn ich etwas ohne lange Überlegung oder Planung aus eigenem inneren Antrieb mache oder entscheide. Der Impuls kann dabei auch von außen kommen.

In einer zweiten Bedeutung ist spontan zu sein ohne äußere Anregung oder Einfluss, also aus mir selbst heraus.

Als Kleinkind habe ich spontan die heiße Herdplatte angefasst und auch einmal spontan die leere Leuchtmittelfassung einer Nachttischlampe berührt, die unter Strom stand.

Seitdem habe ich glaube ich nicht mehr spontan gehandelt oder mich entschieden.

Von außen betrachtet wirke ich möglicherweise sehr spontan. Wenn du mich fragst, ob ich sofort mit dir nach Domburg auf einen Kaffee mitfahre, könnte ich in Sekundenschnelle „ja” oder „nein” sagen. Eher „ja”.

Innerlich ist das nicht spontan. Innerlich wäge ich in Sekundenschnelle alle Fürs und Widers ab, checke die Risiken und Chancen.

Nein, ich würde mich nicht als spontan bezeichnen, aber als entscheidungsfreudig.

Nach dem Wortlaut „ohne lange Überlegung“ dann doch. Für mich bezieht sich „lang” jedoch nicht auf eine Zeitspanne, sondern auf die Intensität des Überlegens. Dann doch nicht.

Tägliche Schreibanregung
Was war die spontanste Entscheidung, die du je getroffen hast?

What’s the most spontaneous thing you’ve ever done?  |  Was war das Spontaneste, was du je getan hast?

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📔 Die feine Linie zwischen Verzicht und Wahl: Was macht ein echtes Opfer aus?

Wenn mich jemand nach den „Opfern” in meinem Leben fragt, dann geht es dabei sicherlich nicht um rituell geschlachtete Ziegen, sondern um die bewusste Entscheidung, etwas Wertvolles aufzugeben, um ein höheres Ziel zu erreichen.

Es ist vielleicht ein Tauschgeschäft mit dem Schicksal: Ich verzichte im Hier und Jetzt auf bestimmte Dinge (zum Beispiel Bequemlichkeit, Sicherheit oder Zeit), in der Hoffnung, dass es sich später für mich auszahlt oder jemand anderem hilft.

Ich könnte Zeit und Energie geopfert haben, Beziehungen und Nähe, finanzielle Sicherheit, mein Ego und meinen Komfort.

Ein echtes Opfer muss wehtun.

Das Wort „Opfer” impliziert eine gewisse Schwere. Wenn es sich leicht anfühlt, war es stattdessen eine Priorisierung.

Ich habe in meinem Leben sicherlich Entscheidungen getroffen, für die ich etwas mehr oder weniger Wertvolles aufgeben musste, um ein Ziel zu erreichen. Die Entscheidungsfindung fühlt sich für mich schwer an und ist mit „Schmerzen” verbunden. Die Entscheidung selbst hat sich für mich jedoch nicht wie ein Opfer angefühlt, sondern eher wie eine Priorisierung. Da ich in fast allem einen Sinn erkenne und weiß, dass ich nicht alles haben kann, fühlen sich die Entscheidungen nicht wie ein Opfer an. Sie sind das Ergebnis einer Abwägung.

Ich weiß auch, dass ich bisher Glück gehabt habe und die Dinge so betrachten und empfinden kann. Mir ist bewusst, dass das Leben mir jederzeit ein echtes, schmerzhaftes Opfer abverlangen kann. Ich denke dabei an die Entscheidung Helmut Schmidts, der Erpressung durch die Entführung Hanns Martin Schleyers nicht nachzugeben, Schleyers Tod zu riskieren und am Ende diesen Schmerz ertragen zu müssen. Die Schwere dieser Entscheidung ist für mich unermesslich, und die Reaktion der Hinterbliebenen hat Helmut Schmidt die Spitze dieses Schmerzes sicherlich etwas genommen.

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