🎙 Das „Skript“ des Leids: Betroffene werden nur gehört, wenn ihre Geschichte ins politische Bild passt.

In dieser Vorlesung wird das Thema „Sexuelle Gewalt im Krieg” und deren Verwendung als Waffe behandelt. Die Vorstellung, dass Vergewaltigung in Konflikten gezielt eingesetzt wird, ist historisch gesehen relativ neu und hat sich insbesondere seit den 1990er Jahren verbreitet. Diese Form der Gewalt dient dazu, den Gegner zu erniedrigen und soziale Strukturen zu zerstören. Beispiele hierfür sind Konflikte in Bosnien, dem Sudan und der Ukraine.


Podcastfolge „Vergewaltigungen: Militär und Männlichkeit – Sexuelle Gewalt im Krieg“ aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal“ vom 17.04.2025.


Regina Mühlhäuser, Historikerin, erklärt, dass das Verständnis von sexueller Gewalt als Kriegswaffe dazu geführt hat, dass diese Gewalt als politisches Verbrechen anerkannt wird. Dadurch können Betroffene ihre Erfahrungen nicht nur als persönliche Tragödien, sondern auch als Teil eines größeren militärischen Unrechts betrachten.

Jedoch gibt es auch Probleme mit diesem Narrativ. So kann die Komplexität und die unterschiedlichen Ursachen sexueller Gewalt verschleiert werden. Oft wird sexuelle Gewalt nur im Kontext von Kriegen betrachtet, während andere Formen von Gewalt wie häusliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe innerhalb der eigenen Gemeinschaft ignoriert werden.

Mühlhäuser betont, wie wichtig es ist, den Betroffenen eine Stimme zu geben und ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Erfahrungen zu teilen, ohne sie in politische Narrative zu drängen. Der Artikel betont die Notwendigkeit, die Realität sexueller Gewalt im Krieg differenziert zu betrachten und sie nicht nur auf ihre Verwendung als Waffe zu reduzieren.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/04/17/deutschlandfunknova_militaer_und_20250417_f8cca841.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/militaer-und-maennlichkeit-sexuelle-gewalt-im-krieg

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de übereinstimmen.

🎙 Beschimpfungen • Drohungen • Erinnerungsverlust • Haftstrafen • Heilungsprozess • Strafprozess • Therapie • Urteil • Vertrauen

In der Podcastfolge geht es um Ayda, eine junge Frau, die im Alter von 14 Jahren von ihrem damaligen Freund und dessen Kumpel mit K.-o.-Tropfen betäubt und vergewaltigt wurde. Zunächst hatte sie keine Erinnerungen an die Tat, doch nach fast drei Jahren kamen diese in einer Therapie zurück. Als sie sich an Details erinnerte, einschließlich eines roten Lichts, das sie während der Tat gesehen hatte, beschloss sie, zur Polizei zu gehen.


Aus der Podcastfolge „Mit K.o.-Tropfen vergewaltigt und gefilmt – Ayda“ vom 23.03.2025 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„, verfügbar bis ??.??.????.


Die Polizei fand schließlich ein Video der Vergewaltigung, das Ayda dabei half, ihre Aussage zu belegen. Der Prozess gegen die Täter war für Ayda sehr belastend, da sie Drohungen und Beschimpfungen ausgesetzt war. Dennoch wurde ein Urteil gefällt, das zu einer kurzen Haftstrafe für die Täter führte.

Ayda schildert, wie sie nach dem Vorfall und dem Prozess mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hatte, darunter Suizidgedanken. Mit der Unterstützung ihrer Familie und einer Psychologin fand sie jedoch zurück ins Leben. Heute ist sie relativ glücklich, hat ihre Ausbildung abgeschlossen und engagiert sich für das Thema mentale Gesundheit, um anderen zu helfen.

In der Podcastfolge wird der lange Heilungsprozess gezeigt, den Ayda durchlaufen musste, um wieder Vertrauen in sich selbst und andere zu gewinnen.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/nachtcafe/podcast/mit-ko-tropfen-vergewaltigt-und-gefilmt-ayda.m.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/nachtcafe/mit-ko-tropfen-vergewaltigt-und-gefilmt-ayda-100.html

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de übereinstimmen.

Wie oft ich denke, ich hätte das alles verdient. | Citation.

» […] Jella … lässt ihr bisheriges Leben Revue passieren und fragt sich verzweifelt, wie es so weit kommen konnte. Sie schaut noch einmal genauer hin auf ihr Aufwachsen in der Lausitz, auf Mädchenfreundschaften und -ängste, sexuelles Erwachen, frustrierende Erfahrungen mit toxischer Männlichkeit. Wie viel demütigenden Sex mit Kleinstadt-Machos muss ein hübsches Mädchen über sich ergehen lassen, wie viele Blow-Jobs, die sie ekeln, um dazuzugehören? […] Erst im Rückblick kann sie eine Vergewaltigung durch einen gewissen Ansgar auch als solche beschreiben. Es war ja kein ekliger alter Mann im Park, sondern ihr Kumpel, der gutaussehende Ansgar. „Du machst doch jetzt aber kein Drama, oder?“ Ihr „Ich habe doch Nein gesagt“, hatte keine Bedeutung, für ihn gehörte das zum Vorspiel. […] Die Stärke dieses Buches liegt in der Intensität der Sprache, die mal poetisch, mal drastisch ist, un in den genauen Beschreibungen, die die Situation der traumatisierten Frau, die kein Opfer mehr sein will, nachvollziehbar machen. „Wie oft ich denke, ich hätte das alles verdient“, ist die bittere Bilanz noch nach Monaten. […] «

~ Barbara von Machui in EMMA Nr. 5 (382) September/Oktober 2025, Seite 71, Rezension zu Ruth-Maria Thomas‘ Buch „Die schönste Version“, Rowohlt, 24 EUR

https://www.emma.de/artikel/die-schoenste-version-341957 | Bezahlschranke

Stille. Leere. Panik.

Täglicher Schreibanreiz
Welche Fernsehsendungen hast du als Kind gesehen?

Der Vierjährige schreckt aus einem Alptraum hoch.

Es ist dunkel. Es ist still.

Er steht auf, öffnet die Tür seines Kinderzimmers und sieht, dass im Wohnzimmer Licht brennt.

Mama? – Mama? – Mama!? Mama antwortet nicht. Es bleibt still.

Wo ist Mama?

Der Kleine geht von Raum zu Raum. Hinter jeder Tür herrscht Stille. Mama ist nicht da!

Panik kommt auf. Wo ist Mama?

Er läuft hektisch durch die ganze Wohnung. Nur mit äußerster Mühe kann er sich etwas beruhigen. Er kann sich nicht daran erinnern, dass Mama etwas gesagt hat, das erklärt, wo sie und Papa sind.

Er weint.

Bitterlich.

Er geht ins Wohnzimmer und drückt den Knopf am Fernseher, den Mama oder Papa immer drücken. Der Fernseher geht an. Blaulicht. Polizisten rennen durchs Bild. Menschen weinen. Es werden Fragen gestellt. Plötzlich sitzt ein Mann allein auf einem Stuhl an einem Tisch. Er hört etwas von „sachdienlichen Hinweisen” und „eines unserer Aufnahmestudios”. Kurz darauf erscheinen nacheinander zwei Männer, die merkwürdig sprechen. Er sieht, wie Maskierte Vitrinen mit dem Hammer einschlagen, wie eine Frau vom Fahrrad gestoßen wird und sich ein Mann auf sie legt, sowie wie eine alte Frau an ihren Sessel gefesselt und geschlagen wird.

Er versteht die Welt nicht mehr.

Angst. Angst. Angst.

Er verlässt das Wohnzimmer. Der Fernseher läuft weiter. Er geht ins elterliche Schlafzimmer, legt sich auf das große Bett und döst ein.

Später merkt er noch, wie er in sein eigenes Bett getragen wird …

Die Erinnerung an diese Nacht wird ihn sein Leben lang begleiten. „Aktenzeichen XY … ungelöst” auch.