Wahre Lebenskunst besteht darin, im bewussten Rückzug ins Private eine tiefe Selbstfreundschaft zu kultivieren, der Welt mit konsequenter ethischer Sanftmut zu begegnen und dabei stets darauf zu vertrauen, dass sich mit ein wenig Gelassenheit für jedes Hindernis ein praktikabler Workaround findet.
Wenn du deine Lebensphilosophie in einem Satz zusammenfassen müsstest – wie würde der lauten?
If you had to sum up your life philosophy in one sentence, what would it be? | Wenn du deine Lebensphilosophie in einem Satz zusammenfassen müsstest, wie würde dieser lauten?
zu den Fotos | Stell dir vor, wir streifen unbeschwert durch die belebten Straßen der Stadt, lassen uns von guter Musik treiben und tanzen die Nächte durch, als gäbe es kein Morgen. In dieser Welt sind wir vollkommen immun gegen Einsamkeit und Schwere.
Wir könnten stundenlang über Rätseln brüten, spontan in die Ferne fliegen, um im warmen Sonnenlicht zu dösen, oder einfach harmonisch einer Meinung sein, ohne je ein hitziges Wort der Diskussion zu benötigen.
Wir wären tief verbundene Vertraute, die jeden noch so geheimen Traum miteinander teilen, gemeinsam lachen und deren Band durch absolut nichts auf der Welt zerrissen werden kann.
Eine vollkommene, schützende Utopie der Zweisamkeit, die jedoch nur so lange anhält, bis unsere Blicke auf denselben Mann fallen und die harte Realität die zarte Illusion zerbricht.
📷 18.10.2026
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Roger Willemsen war ein bekannter deutscher Publizist und Fernsehmoderator. Er ist am 7. Februar 2016 verstorben. Ursprünglich wollte er Germanistikprofessor werden, doch dann änderte das Fernsehen seinen beruflichen Werdegang. Er war bekannt für seine scharfen, witzigen Fragen und seine Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe zu sprechen. Willemsen moderierte zahlreiche Talkshows und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den Grimme-Preis in Gold.
Neben seiner Fernsehtätigkeit schrieb er 36 Bücher, von denen viele Bestseller wurden, sowie Essays und Artikel. Er reiste viel und hatte eine Leidenschaft für das Schreiben. Willemsen war ein charismatischer Entertainer, der sein Publikum in den Bann zog und häufig auf der Bühne stand.
Er hatte eine komplexe Beziehung zur Liebe und war für seine Unabhängigkeit bekannt. Willemsen wuchs in einer gebildeten, aber nicht wohlhabenden Familie auf und fand Trost in Büchern, insbesondere nach dem frühen Tod seines Vaters.
In den letzten Jahren seines Lebens engagierte er sich für Afghanistan und spendete für Projekte, die Frauen dort unterstützen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag gab er seine Krebserkrankung bekannt. Er hinterließ einen bleibenden Eindruck in der deutschen Medienlandschaft und wird als wichtige Stimme in Erinnerung bleiben.
Aus der Podcastfolge „Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen“ vom –07.02.2026– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.
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Als ich siebzehn war, glich mein Verstand einem weiten Himmel voller leuchtender Träume. Mein Herz rief laut in die Ferne und ich folgte ihm bedingungslos. Mit einundzwanzig schien mir die ganze Welt zu gehören – ich gehörte dir und du warst vollkommen. Nichts anderes auf dieser Erde hatte für uns Bedeutung. Wir waren so hungrig auf das Leben, dass wir weder an das Schicksal noch an die Liebe als starres Konzept glaubten. Wir glaubten auch nicht daran, dass uns jemals irgendetwas genug sein könnte.
Du hättest uns damals sehen sollen. Wir waren auf dem Weg zur Venus und flanierten leichtfüßig über die Milchstraße. Wir fühlten uns unbesiegbar, wandelten auf den Pfaden der ganz Großen und taten so, als könne uns nichts und niemand etwas anhaben. Es war eine glorreiche, wilde Zeit, in der uns das ganze Universum offenstand.
Doch während die Jahre unaufhaltsam verstreichen, gräbt die Realität ihre Krallen in die Seele und raubt einem leise die Hoffnung und die Würde. Irgendwann bleiben von all dem Licht nur noch blasse Schatten an der Wand zurück. In solchen Momenten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wer man im Kern ist und welch weiten, stolzen Weg man bereits zurückgelegt hat. Zeige der Welt niemals, wie du fällst.
Heute glaube ich nicht mehr an Wunder oder die eine, absolute Wahrheit. Und ich glaube nicht, dass irgendetwas die unschuldige Magie der Jugend je wieder zum Leben erwecken kann. Aber damals … Da hättest du uns wirklich sehen sollen, als wir auf dem Weg zur Venus waren.
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Die großen Denker mögen behaupten, dass wir dazu verdammt sind, unser ganzes Leben lang in völliger Isolation zu fristen und dass die Vorstellung von wahrer Begleitung nichts als ein trügerisches Trugbild ist. Doch an jenem verborgenen Zufluchtsort, der nur uns beiden gehört und dessen tiefstes Geheimnis niemand ahnt, verliert der universelle Schmerz der Einsamkeit seine schneidende Härte.
Zwar verschwindet die Einsamkeit nicht vollständig, wenn ich an deiner Seite bin, doch sie verändert sich. Wenn wir zu zweit verweilen, tritt eine neue, sanftere Wahrheit zutage. Du sprichst von den schattigen Bäumen, deren Silhouette in der Dunkelheit noch bedrohlich wirkte. Doch nun, im hellen Tageslicht, ruhen wir geborgen unter ihrem Blätterdach. Die Äste wiegen sich im Takt der Brise und die Einsamkeit, die einst so erdrückend schwer war, schwingt nun friedvoll und leise mit uns mit.
Von deiner intuitiven Kunst, zwei Seelen zueinanderzuführen, wussten jene weisen Philosophen ganz sicher nichts. Du verknüpfst scheinbar mühelos Lebenslinien, die auf derselben Achse fluchten, bis sie in einem gemeinsamen Fluchtpunkt verschwinden – jenem Weg, auf dem wir uns nun endgültig gefunden haben.
Wir mögen noch immer dieselben unperfekten Gestalten sein, die immer wieder straucheln und jedes Mal viel zu wenig von dieser zerbrochenen Welt zu retten vermögen. Doch während wir gemeinsam im wehenden Wind auf den weiten Wiesen liegen, sammeln wir unsere Liebe ein wie leise, vertraute Lieder. Denn in all unserer Fehlerhaftigkeit spüren wir eine tiefe, unerschütterliche Gewissheit: Wir sind nicht mehr allein.
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»Liebe Reisegruppe, ich bin Adam, euer Reiseführer während eures Aufenthalts hier im Paradies. Der Begriff „Paradies” stammt übrigens aus dem Persischen und bedeutet wörtlich „umzäunter Raum” oder „Lustgarten”.
Wie ihr seht, herrscht hier ein mythischer Urzustand völliger Unschuld. Menschen, Tiere und Natur leben in absoluter Harmonie miteinander. Leid, Krankheit oder Tod existieren nicht.
Wenn ihr dorthin schaut, seht ihr, wie ein großer Strom entspringt und sich in vier Flüsse teilt, um das Land fruchtbar zu machen.
In der Mitte des Gartens stehen zwei besondere Bäume: der „Baum des Lebens“ und der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ … Frau Müller!Frau Müller!!!Frau Müller!!! – Ich sagte doch … Frau Müller, essen Sie nicht vom Baum der Erkenntnis, sonst … – Zu spät.«
Tägliche Schreibanregung
In welcher fiktiven Welt würdest du am liebsten Urlaub machen?
Es gab einmal einen Song über die Sehnsucht nach Glück und Seligkeit. Der Dichter träumte von einem Ort, an dem diese Dinge existieren, und sehnte sich sehr danach. Er betonte, dass die Hoffnung auf das Finden des Glücks trotz der langen Wartezeit nie aufgegeben wird. Die Vorstellung eines zukünftigen Moments, in dem das Glück nah sein könnte, verstärkte den Wunsch, den Weg zum Glück zu finden. Der Song vermittelte eine universelle Botschaft über die Suche nach einem besseren Leben und die Hoffnung, dass das Glück irgendwann erreicht werden könne. Es war eine poetische Reflexion über die menschliche Sehnsucht nach Glück und die anhaltende Hoffnung, dass es eines Tages erreichbar sein wird.
Es gibt keinen Ort auf der Welt, den ich nicht besuchen wollen würde. Dafür bin ich zu neugierig und interessiert.
„Die Zukunft der Menschheit liegt in unseren eigenen Händen. Um eine andere Zukunft zu errichten, müssen wir die Gegenwart verstehen.“
– Sebastião Ribeiro Salgado Júnior (* 8. Februar 1944 in Aimorés, Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien; † 23. Mai 2025 in Paris) war ein brasilianischer Fotograf, Fotoreporter und Umweltaktivist.
Ich würde sowohl die „Paradiese” als auch die „Höllen” dieser Welt besuchen wollen.
Warum sollte ich etwas meiden, das andere Menschen genießen oder erleiden und ertragen müssen?
„Wir sind ein sehr wildes Tier. Wir Menschen sind furchtbare Tiere. Unsere Geschichte ist eine Geschichte der Kriege. Es ist eine Geschichte der Unterdrückung, eine Geschichte des Leidens.“
– Sebastião Salgado
Ich würde mir davon einen Erkenntnisgewinn erhoffen, nämlich mehr darüber zu erfahren, wie die Menschen und die Menschheit als solche ticken.
Dabei müsste ich distanziert genug bleiben, um nicht dem Sog des schönen Lebens zu erliegen, und um zu verhindern, dass der Abgrund, in den ich blicke, auch in mich hineinblickt.
„Ich kam aus Ruanda heraus und glaubte nicht mehr an das Überleben der menschlichen Spezies. Ich habe dort Dinge gesehen, die kein Mensch sehen sollte. In Ruanda habe ich den absoluten Abgrund der menschlichen Seele gesehen.“
– Sebastião Salgado
Vermutlich würde ich diese Orte kein zweites Mal besuchen wollen.
„Als ich Ruanda verließ, war ich ein Mann ohne Hoffnung. Ich glaubte nicht mehr daran, dass wir als Spezies eine Rettung verdient hätten. Ich sah den Tod in einer Weise, wie ich ihn nie zuvor gesehen hatte – massenhaft, anonym und ohne jede Würde.“
– Sebastião Salgado
Täglicher Schreibanreiz
Welchen Ort auf der Welt möchtest du niemals besuchen? Warum?