Der prominente Investigativjournalist Günter Wallraff veröffentlichte 1985 sein Buch „Ganz unten”, in dem er undercover als türkischer Leiharbeiter „Ali” arbeitete. Ziel seiner Recherche war es, die miserablen Arbeitsbedingungen und die Diskriminierung von Arbeitsmigranten in Deutschland sichtbar zu machen. Um die Realität der Gastarbeiter zu dokumentieren, schlüpft Wallraff in verschiedene Rollen. Dies führt zu einem bedeutenden Wirtschaftsskandal und Unternehmen werden zu Millionenstrafen verurteilt.
Die Hauptargumente und Erkenntnisse dieser Folge des WDR-Zeitzeichens sind:
Investigative Methode: Wallraff ist eine Methode, die über reinen Journalismus hinausgeht und ein persönliches Bedürfnis darstellt, Missstände aufzudecken.
Erfahrungen als „Ali“: Wallraff beschreibt die erniedrigenden Arbeitsbedingungen, die Diskriminierung und die gesellschaftliche Isolation, denen die Gastarbeiter ausgesetzt sind.
Gesellschaftliche Reaktionen: Das Buch löst eine breite öffentliche Debatte über die Arbeitsbedingungen von Migranten aus und führt zu rechtlichen Konsequenzen für die Unternehmen.
Langfristige Auswirkungen: Wallraffs Enthüllungen führen zu Gesetzesänderungen und einem erhöhten Bewusstsein für die Rechte von Arbeitsmigranten.
Während Wallraffs Arbeit als aufschlussreich gelobt wird, gibt es auch Kritik an seiner Methode der kulturellen Aneignung und der Darstellung von Migrant:innen.
Insgesamt zeigt diese Radiosendung, wie Wallraffs Buch „Ganz unten” nicht nur die Lebensrealität von Migranten aufdeckte, sondern auch eine gesellschaftliche Reflexion über Rassismus und Arbeitsrecht in Deutschland anstieß.
Aus der Podcastfolge „Undercover als Türke: Günter Wallraffs Buch „Ganz unten““ vom –21.10.2025– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.
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Meine Oma hat mich angefixt. Als Kind habe ich oft die Wochenenden bei ihr verbracht. Unser Samstagsritual bestand darin, die Familiengräber auf dem Friedhof zu pflegen und auf dem Rückweg süßes Kleingebäck beim Bäcker zu kaufen.
In der Wohnküche meiner Oma unter dem Dach setzte ich mich dann erwartungsvoll aufs Sofa. Meine Oma setzte Wasser in einen Flötenkessel auf. Auf die quadratische Arbeitsplatte links vom Gasherd stellte sie eine Porzellankanne. Auf diese stellte sie einen Porzellan-Kaffeefilterhalter, in den sie den Papierfilter einpasste. Dann wurden Kaffeebohnen in einer manuellen Kaffeemühle gemahlen. Aus der Kaffeemühle zog sie eine kleine Schublade, die mit gemahlenem Kaffee gefüllt war. Diesen kippte sie in den Kaffeefilter. Bis das Kesselchen pfiff, war noch Zeit, den Kaffeetisch zu decken. Dann pfiff es.
Sie goss den Kaffee auf, indem sie das heiße, aber nicht mehr kochende Wasser langsam aus dem Kessel auf das im Filter liegende Kaffeepulver fließen ließ. Immer so viel, dass die Flüssigkeit unterhalb des Filterrandes stehen blieb. Sobald die dunkle Flüssigkeit in die Kanne getropft war und der Kaffeesatz im Filter sichtbar wurde, goss sie erneut Wasser auf. Dies wiederholte sie so lange, bis sie der Meinung war, dass es genug sei. Ein Porzellan-Milchkännchen füllte sie mit dem restlichen heißen Wasser, stellte es zusammen mit Zucker und Kondensmilch auf den Tisch. Nachdem der Kaffee durchgelaufen war, stellte sie den Kaffeefilterhalter auf die Spüle, verschloss die Kaffeekanne mit einem Deckel und stellte auch diese auf den Tisch.
Rechts neben meinem Kuchenteller stand eine Kaffeetasse für Erwachsene auf einer Untertasse. Diese Tasse füllte die Oma halbvoll mit Kaffee und füllte die andere Hälfte mit heißem Wasser auf. „Kaffee ist ungesund für Kinder”, sagte sie dabei und gab einen Schuss Kondensmilch hinzu.
Ich war jedes Mal stolz wie Oskar. Ich hatte einen Fuß in der Welt der Erwachsenen.
Und ich wurde kaffeesüchtig.
Seit 2016 lasse ich die Kondensmilch weg. Ich trinke ihn schwarz.
Seit ich am Samstag, dem 17.12.2016, das erste Mal die „Engels Kaffeerösterei“, ein kleines Café/Bistro im Herzen meines Wohnorts, besucht habe, bereite ich mir meinen Kaffee in einer French Press, auch Stempelkännchen genannt, zu. Aus frisch gemahlenen Bohnen, deren verschiedene Sorten ich in der Rösterei kaufen konnte.
Die Kaffees von Markus Engels waren handverlesen, persönlich von ihm gekauft, direkt vom Erzeuger. Manchmal waren es Microlots, er kaufte gleich die gesamte Ernte eines Kaffeebauern. Heute ist „Engels Kaffeerösterei” bereits Geschichte.
Meine Kaffeebohnen aus Guatemala, Indien, Honduras, Peru, Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Kenia und Costa Rica beziehe ich heute aus einer 150 Kilometer entfernten Kaffeerösterei in der Pfalz, deren Café ich des Öfteren besucht habe. Darunter sind Biokaffees und fair gehandelte Kaffees.
Mein Lieblingskaffee ist der hundertprozentige Arabica Kenia Gakuyuni.
Kaffee ist ein Luxusgut.
Kaffee ist eine Umweltsünde.
„Und der Mensch heißt Mensch, weil er vergisst, weil er verdrängt.”
PS: Dramatische Entwicklung
Diesen Blogbeitrag habe ich verfasst, bevor ich mich den vier DIN-A4-Seiten des kumulativen Laborbefundes meiner kürzlich erfolgten Blutabnahme gewidmet habe. Mein LDL-Cholesterinwert liegt um das 1,5-fache über dem zulässigen Höchstwert. Außerdem ist mein Blutdruck zu hoch und beim Halsschlagader-Ultraschall sind erste Plaques erkennbar. Da dies nicht an meiner pflanzlichen und zuckerreduzierten Lebensweise liegen konnte, vermutete meine Hausärztin eine genetische Veranlagung. Ich nickte zustimmend und dachte dabei an meinen Vater. Ich bekam zwei Tabletten mit niedriger Wirkstoffdosis zur täglichen Einnahme verschrieben.
Zu meiner introvertierten INFJ-T-Persönlichkeit gehört es, den Dingen auf den Grund zu gehen. Also begann ich zu recherchieren, woher bei meiner Lebensweise der erhöhte Cholesterinwert kommen könnte. Ich fand vier mögliche Ursachen:
1.) versteckte gesättigte Fette, 2.) zu wenig lösliche Ballaststoffe, 3.) genetische Ursache und 4.) ungefilterter Kaffee.
Punkt 1 und 2 konnte ich ausschließen, Punkt 3 ist möglich und Punkt 4 höchstwahrscheinlich.
Denn Kaffee aus der French Press (sowie Espresso und türkischer Kaffee) enthält Diterpene (Cafestol und Kahweol), das sind Öle aus der Kaffeebohne. Diese Stoffe können die körpereigene Cholesterinproduktion anregen. Filterkaffee ist hier die bessere Wahl, da diese Öle im Filter hängen bleiben.
Seit neun Jahren trinke ich täglich bis zu einem Liter (meist koffeinfreien) Kaffee aus der French Press. Da brauche ich mich nicht zu wundern. Sofort habe ich die French Press ausrangiert und meine gute alte Philips Café Gourmet wieder reaktiviert.
Meine Empfehlung: Kaffee aus der French Press sollte man sich ab und zu gönnen, wenn man den besonderen Geschmack mag. Ansonsten ist Filterkaffee die gesündere Wahl für jeden Tag
» […] Biedermeierstuhl und Bademantel sind die Requisiten des Selbstmords der Mutter, jener Frau, die als „Prinzessin“ aufwuchs, süß, niedlich, empfindsam und empfindlich ist und Liebling ihres Vaters. Im Erwachsenenleben, wo die Mechanismen der verwöhnten Zarten auf Versagen hinweisen und keinen Anklang unter den straffen Nachkriegsdeutschen finden, wird sie in die Defensive driften. […] Das Buch „erschütternd“ zu nennen, ist passend und gleichzeitig ungenügend. Bettina Flitners Roman „Meine Mutter“ ist im besten Sinne eine beeindruckende Recherche ohne moralische, ohne anklagende Überheblichkeit. „Meine Mutter“ ist das subtile Portrait einer Frau, die nicht gelernt hatte, selbstständig zu leben. […] «
~ Verena Auffermann in EMMA Nr. 5 (382) September/Okotber 2025 auf Seite 67/69 über Bettina Flitners neues Buch „Meine Mutter“, Roman (Kiepenheuer & Witsch, 24 EUR).