🎙 Tauendes Eis, bröckelnder Fels: Eine Gletscherforscherin über die neuen Gefahren in den Bergen.

In dem Interview werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Berge sowie die damit verbundenen Risiken für die dort lebenden Menschen thematisiert. Vor eineinhalb Wochen gab es im Grenzgebiet von Tibet und Nepal eine schwere Sturzflut, bei der viele Dörfer zerstört wurden und über 1.000 Menschen starben. Experten vermuten, dass ein großer Fels- und Gletscherabbruch die Ursache war.

Andrea Fischer, Geophysikerin und Glaziologin, erklärt, dass solche Katastrophen zwar grundsätzlich vorhersehbar sind, die genauen Ereignisse jedoch schwer zu prognostizieren sind. Der Klimawandel spielt eine Rolle, da er die Temperaturen in den Bergen erhöht und somit dazu führt, dass der gefrorene Boden und die Gletscher auftauen. Dies destabilisiert das Gebirge und kann zu Sturzprozessen führen.

Fischer betont die Notwendigkeit eines besseren Monitorings, um solche Ereignisse frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung zu warnen. In den Alpen gibt es bereits gute Überwachungsmethoden, in Nepal fehlen diese jedoch, was die Situation dort gefährlicher macht.

Um die Berge bewohnbar zu erhalten, müssen Wissenschaftler die Prozesse, die zu diesen Katastrophen führen, besser verstehen und die Behörden und die Bevölkerung entsprechend informieren. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit und das Sammeln von Daten, um rechtzeitig warnen zu können.


Aus dem Interview „Klimawandel – Was getan werden muss, damit die Berge bewohnbar bleiben“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –06.09.2026-.


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🎙 Kanada als EU-Mitglied? Unkonventionelle geostrategische Antworten auf Trumps Druckpolitik.

In diesem Interview werden die Herausforderungen beleuchtet, mit denen europäische Staatschefs im Umgang mit dem US-Präsidenten Donald Trump konfrontiert sind. Der Politologe Josef Braml kritisiert darin die Unterwürfigkeit europäischer Politiker wie Ursula von der Leyen und Mark Rutte gegenüber Trump. Er argumentiert, dass Europa seine Macht besser nutzen sollte.

Braml beschreibt Trump als Narzissten, der ständig mehr fordert und mit Drohungen und Schmeicheleien agiert. Er plädiert dafür, dass Europa ihm auf Augenhöhe begegnen sollte, anstatt sich unterzuordnen.

Während europäische Staatschefs oft nachgeben, hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau mit Gegenzöllen und der Suche nach neuen Partnern reagiert, was als erfolgreicher Ansatz dargestellt wird.

Braml betont, dass Europa mehr Macht hat, als es derzeit nutzt, und dass eine Zusammenarbeit der Mittelmächte eine Möglichkeit sein könnte, sich gegen Trump zu behaupten.

Er fordert ein selbstbewussteres Auftreten Europas, insbesondere im militärischen Bereich, und kritisiert die Abhängigkeit von den USA.

Braml hebt die wirtschaftlichen Probleme der USA hervor, die möglicherweise Druck auf Trump ausüben könnten. Er sieht die Märkte als das einzige Korrektiv für Trumps Politik.

Das Interview endet mit der Überlegung, wie Europa seine Position stärken und unabhängiger von den USA werden kann, um in der geopolitischen Landschaft besser bestehen zu können.

Insgesamt argumentiert Braml, dass Europa dringend lernen muss, sich selbst zu behaupten, statt in einer unterwürfigen Haltung gegenüber Trump zu verharren.


Aus dem Interview „Politologe Braml – Wie man mit Narzissten wie Trump umgehen sollte“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –30.08.2026-.


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🎙 Der Preis des Protektionismus: US-Zölle werden zur Gefahr für die eigenen Wähler.

In dem Interview mit Cathryn Clüver Ashbrook, Politikwissenschaftlerin bei der Bertelsmann Stiftung, werden die aktuellen Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada sowie deren mögliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen und die Politik beider Länder thematisiert.

Kanada steht mit einem prognostizierten Wachstum von nur 1,5 % wirtschaftlich unter Druck. Die US-Zölle könnten dieses Wachstum um einen halben Prozentpunkt verringern. Das wäre besonders problematisch, da 20 % des kanadischen Wirtschaftswachstums von Exporten in die USA abhängen.

Mark Carney, ein prominenter kanadischer Politiker, ist bereit, Druck auf die USA auszuüben, um die Zölle zu verhindern. Es wird jedoch auch die Möglichkeit diskutiert, dass Kanada letztendlich den Zöllen zustimmt, ähnlich wie die EU in der Vergangenheit.

Die Handelspolitik der USA unter Präsident Trump wird als unberechenbar beschrieben. Es gibt unterschiedliche Interessen innerhalb der US-Regierung, insbesondere im Hinblick auf die Reindustrialisierung und den Schutz der Autoindustrie.

Die Zölle könnten viele Produkte in den USA verteuern, was zu Unmut bei den Verbrauchern führen könnte. Es wird erwartet, dass insbesondere Senatoren aus Staaten, die stark vom Handel mit Kanada abhängen, politischen Druck auf Trump ausüben werden.

Dabei wird auf frühere negative Beispiele, wie die Stahl- und Aluminiumzölle, verwiesen, die nicht die gewünschten wirtschaftlichen Vorteile brachten.

Die kanadischen Zölle sollen am 8. September in Kraft treten. Dies wird als diplomatische Pause für mögliche Verhandlungen interpretiert.

Insgesamt zeigt das Interview, dass die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada angespannt sind und stark von politischen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Wie sich die Situation entwickeln wird, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA, bleibt unklar.


Aus dem Interview „mit USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook über den Zollstreit USA-Kanada“ des Deutschlandfunks vom –25.08.2026-.


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📰 Sicherheit durch Strafrecht? Warum neue Paragrafen keine Polizisten ersetzen können.

In seiner Kolumne beschäftigt sich Heinrich Schmitz mit der häufigen politischen Reaktion auf Verbrechen, bei der sofort nach strengeren Gesetzen gerufen wird. Schmitz argumentiert, dass mehr und härtere Strafgesetze nicht automatisch zu mehr Sicherheit führen. In Deutschland gibt es bereits viele Gesetze, die schwere Verbrechen bestrafen. Das hilft jedoch nicht, wenn Polizei und andere Sicherheitsbehörden nicht effizient arbeiten.

Schmitz erklärt, dass Politiker oft neue Gesetze vorschlagen, um den Anschein zu erwecken, dass sie aktiv gegen Kriminalität vorgehen, ohne zu erklären, welches Problem diese neuen Gesetze lösen sollen. Schmitz betont, dass sich Straftäter nicht an Gesetze halten und die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, für sie wichtiger ist als die Höhe der Strafe.

Schmitz warnt zudem davor, das Strafrecht als Mittel zur Gefahrenabwehr zu missbrauchen. Anstatt neue Gesetze zu schaffen, sollte sich die Politik darauf konzentrieren, bestehende Gesetze besser umzusetzen und die Sicherheitsbehörden zu stärken. Schließlich macht er deutlich, dass mehr Gesetze nicht automatisch mehr Sicherheit bedeuten und eine gute Sicherheitsarchitektur auf funktionierenden Behörden und nicht nur auf neuen Paragrafen basiert.

thecolumnists.org | -Mehr Strafrecht, mehr Sicherheit- | von Heinrich Schmitz | am -29.08.2026- | hier: https://thecolumnists.org/2026/08/29/mehr-strafrecht-mehr-sicherheit/

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🎙 „Klimaschutz, Klimaschutz“: Warum die Gletscher im Himalaya so schnell und unwiederbringlich schmelzen.

In diesem Interview geht es um die verheerende Sturzflut im Himalaya, die zu den größten ihrer Art zählt. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Die Sturzflut, die die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet betraf, war so gewaltig, dass sie innerhalb von Sekunden ein ganzes Tal zerstörte. Die Zahl der Opfer wird kontinuierlich nach oben korrigiert, da die Rettungsarbeiten aufgrund erneuter Überflutungsgefahr immer wieder unterbrochen werden mussten.

Professor Christian Huggel, Klimaexperte, erklärt, dass der Ursprung des Desasters ein massiver Felssturz in Höhenlagen von etwa 5.000 Metern war. Dieser löste eine gewaltige Eislawine aus, die durch ihre hohe Energie auch viel Geröll und Wasser mit sich führte.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch wird vermutet, dass der Klimawandel eine Rolle gespielt hat, indem er die Gletscher schmelzen ließ und somit die Stabilität der Gesteinsmassen beeinträchtigte. Professor Huggel betont, dass die Geologie der Region bereits vorbelastet war und der Klimawandel diese Bedingungen verschärfen könnte.

Huggel und sein Team arbeiten an einem Frühwarnsystem für die Region, um zukünftige Katastrophen besser vorherzusagen und die Bevölkerung zu schützen. Dies erfordert ein Zusammenspiel zwischen technischen Systemen und der Aufklärung der Bevölkerung.

Die Gletscher im Himalaya schmelzen schnell und es wird erwartet, dass sie nicht zurückkehren werden. Der Klimaschutz wird als entscheidend angesehen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern und die verbleibenden Gletscher zu schützen.

Insgesamt macht dieses Interview die Dringlichkeit deutlich, sowohl den Klimawandel zu bekämpfen als auch effektive Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen zu entwickeln.


Aus dem Interview „Sturzflut in Nepal – Ein Desaster von historischem Ausmaß“ des Deutschlandfunks vom –28.08.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/08/28/nepal_warum_gletscher_abbrechen_interview_mit_christian_dlf_20260828_0650_62cfe5fa.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/nepal-warum-gletscher-abbrechen-interview-mit-christian-huggel-uni-zuerich-100.html

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🎙 Die Natur als Vorbild: Warum unsere Gesellschaft mehr Kooperation als Konkurrenz braucht.

In dem Radiobeitrag „Denk ich an Deutschland“ teilt der Förster und Autor Peter Wohlleben seine Gedanken über Deutschland und die aktuellen Herausforderungen. Er glaubt, dass viele Menschen in Deutschland Angst haben – vor allem wegen des Klimawandels und politischer Themen – und dadurch Chancen übersehen. Wohlleben beschreibt Deutschland als ein Land, das sich stark verändert hat, mit vielen gerodeten Wäldern und einer ausgetrockneten Landschaft. Er erinnert an den Wissenschaftler Alexander von Humboldt, der bereits früh erkannte, dass die Abholzung von Wäldern sich negativ auf das Klima auswirkt.

Wohlleben sieht jedoch auch Möglichkeiten zur Verbesserung. Er schlägt vor, weniger Fleisch zu konsumieren und mehr Wälder zu pflanzen, da dies das Klima kühlen und die Biodiversität fördern würde. Er betont, dass die Natur auf Zusammenarbeit basiert und dieses Prinzip auch auf die Gesellschaft angewendet werden sollte. Anstatt sich mit Neid und Konkurrenz zu belasten, sollten die Menschen in Deutschland offener und toleranter miteinander umgehen.

Er kritisiert, dass Deutsche oft zu viel planen und sich kleinmachen, anstatt das Leben zu genießen. Wohlleben wünscht sich eine positive Veränderung, in der die Menschen zufriedener sind und mehr Freude am Leben haben.


Aus dem Radiobeitrag „Denk ich an Deutschland: der Förster und Autor Peter Wohlleben“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –23.08.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/08/23/denk_ich_an_deutschland_der_foerster_und_autor_peter_dlf_20260823_0820_a996bc35.mp3

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📰 462 tote Radfahrer, 38 tote E-Scooter-Fahrer und Zehntausende Verletzte in nur einem Jahr

In seiner Kolumne „Freiheit auf dem Kopf” thematisiert Heinrich Schmitz die Diskussion um die Helmpflicht für Rad- und E-Scooter-Fahrer. Der Autor argumentiert, dass die Zahl von 462 tödlich verunglückten Radfahrern und 38 tödlich verunglückten E-Scooter-Fahrern innerhalb eines Jahres zeigt, dass das Tragen eines Helms keine Einschränkung der Freiheit, sondern eine Frage der Vernunft ist.

Schmitz kritisiert, dass viele Menschen beim Thema Helm sofort auf ihre persönliche Freiheit pochen, obwohl sie in anderen Situationen wie beim Autofahren oder Motorradfahren Sicherheitsvorkehrungen akzeptieren. Er weist darauf hin, dass Statistiken belegen, dass viele Radfahrer und E-Scooter-Fahrer schwere Verletzungen erleiden, oft auch bei Alleinunfällen, die nicht durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht werden.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Helme das Risiko von Kopfverletzungen erheblich reduzieren können. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine flächendeckende Helmnutzung viele Leben retten könnte. Er fragt, warum wir beim Motorrad- und Autofahren Sicherheitsmaßnahmen akzeptieren, beim Radfahren und E-Scooter-Fahren jedoch zögern.

Am Ende seiner Kolumne teilt Schmitz eine persönliche Geschichte über einen Freund, der bei einem Fahrradunfall starb, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich um die eigene Sicherheit zu kümmern. Der Artikel fordert dazu auf, die Debatte über die Helmpflicht ernst zu nehmen und die eigene Freiheit nicht über die Sicherheit zu stellen.

thecolumnists.org | -Freiheit auf dem Kopf- | von Heinrich Schmitz | am -22.08.2026- | hier: https://thecolumnists.org/2026/08/22/freiheit-auf-dem-kopf/

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📰 »Die leeren Flüsse Europas in diesem Jahr sprechen für sich.«

In diesem Kommentar kritisiert Ulrike Winkelmann, dass sich Friedrich Merz, der Bundeskanzler, während der extremen Hitze, Brände und Dürre in Deutschland nicht geäußert hat. Es wird als fatal angesehen, dass er die Gelegenheit verpasst hat, den Opfern und Feuerwehrleuten sein Mitgefühl auszudrücken. Andere europäische Politiker wie die Premierminister von Großbritannien und Spanien haben sich bereits frühzeitig solidarisch mit den Helfern gezeigt.

Die Sprachlosigkeit des Kanzlers währte viel zu lang. Sein Nichtsprechen war deutlicher Ausdruck des Nichtwillens von CDU und CSU, sich überhaupt mit dem Thema Hitze und Dürre zu befassen.

Denn dann müssten sie ja das Wort Klima aussprechen, und davon geht nach Ansicht der Union quasi zustimmungsverdorrende Strahlung aus.

Klima wird bei CDU und CSU als Grünen-Thema identifiziert und Grünen-Themen hat die Union ja selbst so lange mit allem beworfen, was als Dreck hängen bleibt, dass sie jetzt damit naheliegenderweise nichts mehr zu tun haben will.

Winkelmann bemängelt auch, dass die CDU/CSU das Thema Klima ignorieren, da sie es als Thema der Grünen betrachten. Sie befürchten, dass sie durch eine Auseinandersetzung mit dem Klimawandel die Grünen stärken könnten. Diese Haltung führt jedoch dazu, dass wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz nicht ergriffen werden, obwohl die Auswirkungen des Klimawandels in Europa immer deutlicher werden.

Aber keine Sekunde darf es darüber hinwegtäuschen, dass diese Koalition gemäß dem Willen von CDU und CSU den Weg zur Klimaneutralität aufgegeben hat.

Dass sie eingeknickt ist vor der Aufgabe, Klimaschutz und Industriepolitik zu verbinden. Dass sie keine Vorstellung hat, wie Deutschland wirtschaften könnte, ohne die Lebensgrundlagen und damit auch die Wirtschaftsgrundlagen kommender Generationen weiter zu zerrütten.

Der Kommentar weist außerdem darauf hin, dass sich die Union nicht um den Klimaschutz kümmert, sondern nur über Hitzeschutz spricht, ohne die zugrunde liegenden Ursachen anzugehen. Es wird betont, dass die Politik der Union den Weg zur Klimaneutralität aufgegeben hat, was langfristige negative Folgen für Umwelt und Wirtschaft haben könnte.


»Kommentar zu Hitze, Brände und Dürre: Merz‘ Schweigen ist fatal gewesen« | Ulrike Winkelmann | 22.08.2026 | Kommentare und Themen der Woche | Deutschlandfunk | https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-hitze-braende-und-duerre-merz-schweigen-ist-fatal-gewesen-100.html


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📰 Die vergessene Tote vom CSD – ein Plädoyer gegen das Verdrängen

Der Artikel behandelt den Fall von Abdul Ballout, einem 21-jährigen Mann aus Berlin, der am 25. Juli 2026 einen Anschlag verübt hat, bei dem eine Person getötet und über 30 weitere verletzt wurden. Ballout, der in einem von extremistischen Ansichten geprägten Umfeld aufgewachsen ist, wurde als potenzieller islamistischer Attentäter eingestuft. Er hatte bereits in der Vergangenheit versucht, sich dem IS anzuschließen. Trotz seiner gefährlichen Vorgeschichte erhielt er von einem Gericht ein mildes Urteil. Die Autorin des Artikels, Alice Schwarzer, kritisiert dies als Blauäugigkeit und Versagen der Justiz.

Der Artikel thematisiert auch die Herausforderungen der Integration von Muslimen in Deutschland sowie die Problematik des Kulturrelativismus, der es erschwert, über extremistische Ansichten zu sprechen. Es wird argumentiert, dass die Gesellschaft strenger mit solchen Ansichten umgehen sollte, um sowohl die Allgemeinheit als auch die liberalen Muslime, die unter Fundamentalismus leiden, zu schützen.

Schwarzer fordert ein Umdenken in der Gesellschaft und eine klare Haltung gegen Extremismus – unabhängig von der Herkunft oder Religion der Täter:innen. Sie kritisiert die falsche Toleranz, die es Extremisten ermöglicht, ungestört zu agieren.


Aus „Alice Schwarzer schreibt“ „Islamismus: Der Gefährder-Nachbar“ vom –07.08.2026– „EMMA„.


Artikel in neuem Tab lesen: https://www.emma.de/artikel/der-gefaehrder-nachbar-342663

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🎙 Wie sich unser Blick auf Flucht und Migration verändert hat

In diesem Gespräch geht es um die Situation von Migranten in Ceuta, einer spanischen Enklave, sowie um die Reaktionen Europas auf die Flüchtlingskrise. Der Philosoph Daniel Loick äußert sich besorgt über die abnehmende Solidarität und den zunehmenden Rassismus in der Gesellschaft. Er stellt fest, dass die politische Reaktion auf die Flüchtlingskrise vor allem auf Abschottung und Rückführungen setzt, während Menschlichkeit und Mitgefühl oft in den Hintergrund gedrängt werden.

Ich glaube, wir sind zunächst einmal als Menschen, einfach als menschliche Lebewesen, empathische Lebewesen.

Also das ist zentral für unsere schon frühkindliche Sozialisation, dass es diese Fähigkeit gibt, Anteil zu nehmen am Schicksal von anderen.

Erst die Empathielosigkeit ist etwas, das wir uns antrainieren müssen. Also wir müssen uns die Empathie sozusagen abgewöhnen.

Und das passiert, glaube ich, durch bestimmte politische Strategien und Bilder, Sprachen, Kommunikationen, dass dann eben dieser ursprüngliche empathische Impuls abgetötet wird oder kanalisiert wird, gelenkt wird, sodass er dann eben selektiver wird.

~ Daniel Loick (* 1977), deutscher Philosoph und Sozialwissenschaftler. Er ist Associate Professor für Politische Philosophie und Sozialphilosophie an der Universität Amsterdam.

Loick vergleicht die aktuelle Situation mit der großen Flüchtlingskrise von 2015, als viele Menschen bereit waren, Flüchtlinge zu unterstützen. Heute sei die Empathie selektiver geworden und richte sich oft nur noch an bestimmte Gruppen von Migranten. Dies sei teilweise auf rassistische Einstellungen zurückzuführen.

Loick argumentiert, dass Empathie nicht nur ein Gefühl ist, sondern auch in politisches Handeln übersetzt werden muss. Wichtig sei es, Menschen als Träger von Rechten und nicht nur als Empfänger von Hilfe zu sehen. Loick fordert deshalb die Schaffung gesellschaftlicher Strukturen, die es ermöglichen, Empathie in politisches Handeln umzusetzen, um eine offene und solidarische Gesellschaft zu fördern.


Aus dem Interview „Migranten in Ceuta – Philosoph: Europa erlebt eine „Krise der Solidarität““ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –16.08.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/08/16/empathie_u_handlungsdruck_im_umgang_mit_migranten_daniel_dlf_20260816_0737_874c86bd.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/empathie-u-handlungsdruck-im-umgang-mit-migranten-daniel-loick-philosoph-100.html

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