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Das Wort „Inspiration“ stammt ursprünglich vom lateinischen „inspirare“, was „hineinblasen“ oder „einhauchen“ bedeutet. In der Antike glaubte man wörtlich, dass eine göttliche Muse einem eine Idee oder einen Gedanken wie einen Atemzug einhaucht.
Inspiration ist der Moment, in dem passive Beobachtung der Welt in das aktive Bedürfnis umschlägt, selbst etwas zu erschaffen oder auszudrücken.
Sie ist somit der Treibstoff für Kreativität. Sie ist ein Zustand geistiger Klarheit und emotionaler Resonanz, der uns die Welt mit anderen Augen sehen lässt und uns dazu bringt, unsere eigenen Schlüsse zu ziehen.
Ich lasse mich am meisten von meiner eigenen inneren Stimme inspirieren. Für einen Menschen wie mich, der Ruhe schätzt und braucht, ist das bewusste Zurückziehen in die Stille oft die größte Quelle für neue Gedankengänge und Geistesblitze.
Dabei küsst mich die Muse oft bei meinen Spaziergängen durch die Natur. Auch in Zeiten großer Glücksgefühle bin ich besonders inspiriert.
Ich bezeichne mich weder als Anführer noch als Mitläufer.
Ein Anführer ist eine Person, die eine Gruppe oder Organisation durch eine klare Vision leitet und dabei als inspirierendes Vorbild agiert, statt sich nur auf formale Befehlsgewalt zu stützen. Er gewinnt das Vertrauen seiner Mitmenschen, um gemeinsam Ziele zu erreichen und die individuellen Potenziale der Teammitglieder gezielt zu fördern. Dabei trägt er die zentrale Verantwortung für die strategische Ausrichtung sowie den Zusammenhalt der Gemeinschaft.
Ein Mitläufer hingegen schließt sich einer Gruppe oder Bewegung an, ohne eine aktive Führungsrolle zu übernehmen oder eigene kritische Standpunkte deutlich zu vertreten. Meist treibt ihn der Wunsch nach Sicherheit und Zugehörigkeit dazu, sich passiv der Mehrheitsmeinung anzupassen. Er trägt die kollektiven Ziele zwar mit, scheut jedoch die individuelle Verantwortung für die daraus resultierenden Konsequenzen.
Ein Mitläufer bin ich nicht. Es gibt nur wenige Gruppen oder Bewegungen, denen ich mich anschließe, meistens auch nur vorübergehend. Wenn es sich ergibt, bin ich bereit, zeitweise eine aktive Führungsrolle zu übernehmen. Kritische Standpunkte vertrete ich deutlich. Weicht die Mehrheitsmeinung fundamental von meiner Meinung ab, halte ich Distanz zur Gruppe oder Bewegung. Als Verantwortungsethiker übernehme ich selbstverständlich die individuelle Verantwortung für die Konsequenzen meiner Mitgliedschaft.
Ein Anführer bin ich jedoch nicht, da mich diese Rolle als zutiefst introvertierter Mensch überfordern und ungesund stressen würde. Für einen überschaubaren Zeitraum bin ich jedoch bereit, eine Führungsrolle zu übernehmen. Gerne unterstütze ich selbstlos Anführer, deren Ziele, Werte und Verhalten ich gutheiße.
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Dies ist die kurze Geschichte über einen Menschen, der mein Leben positiv beeinflusst hat.
Es war mein Deutschlehrer H., der Konrektor des Gymnasiums, ein sogenannter alter Knochen, geprägt durch die Erfahrungen der Nazi-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Sein Tick waren lateinische Sprüche. Er war ein Lehrer, der die Klasse verstummen ließ, wenn er den Raum betrat. Ich hatte Probleme mit Autoritäten. Ich machte mich klein und hoffte, unsichtbar zu sein. Ich war einer der schlechtesten Deutschschüler. Bis zu dem einen Morgen nach der großen Pause.
In dieser Pause nahm ich meinen kleineren Klassenkameraden P. spaßeshalber unter den Arm. In der darauffolgenden Deutschstunde wurde P. übel und H. fragte ihn, ob er wisse, woher seine Übelkeit komme. P. berichtete von meinem Armgriff.
Danach wackelten die Wände. H. schrie mich an, machte mir die größten Vorwürfe und trug mir auf, bis zum nächsten Tag zwölf DIN-A4-Seiten zu beschriften. Zuhause angekommen, war ich außer mir. Ich bebte vor empfundener Ungerechtigkeit. Ich hatte lediglich in der Pause mit P. geflachst und ihn möglicherweise unglücklich gegriffen. Meine Eltern suchten das Gespräch mit H., und ich gab meine zwölf DIN-A4-Seiten ab. Dann geschah etwas Überraschendes.
In den folgenden Wochen und Monaten gehörte ich immer zu denjenigen, die ihre Deutschhausaufgaben vor der Klasse stehend vortragen mussten. Nicht, weil H. mich vorführen oder beschämen wollte, sondern, wie ich gleich beim ersten Mal merkte, weil er mich von nun an fördern wollte. Im Laufe der Zeit wurde ich zu einem guten Deutschschüler. Ohne H. wäre ich heute vermutlich ein anderer Mensch.
Unsere gegenseitige Sympathie ging sogar so weit, dass mein befreundeter Klassenkamerad R. und ich eine Radtour auf die andere Rheinseite unternahmen, um H. zu Hause überraschend zu besuchen. Wir wurden freundlich empfangen. Ich lernte, was der Spruch „Harte Schale, weicher Kern” bedeutet.
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Der heutige Daily Prompt fragt danach, was einen Menschen meiner Meinung nach einzigartig macht. Es gibt objektive Kriterien: Jeder Mensch hat eine einzigartige DNA. Niemand denkt exakt wie ein anderer. Jeder Mensch ist durch die Summe seiner Erfahrungen einzigartig. Jeder Mensch hat einen einzigartigen Filter aus Kultur, Erziehung und Erlebtem, durch den er die Welt auf seine Weise interpretiert. Jeder Mensch lacht und formuliert anders, hat seine eigenen Vorlieben und Abneigungen. Jeder Mensch trifft Entscheidungen auf seine eigene Weise. Oberflächlich betrachtet gleichen sich viele Menschen, bei genauerer Betrachtung jedoch nicht.
Was macht also für mich persönlich einen Menschen einzigartig? Das möchte ich eigentlich gar nicht wissen. Ich möchte die Einzigartigkeit eines Menschen fühlen und nicht verstehen. Es ist die Aura, die Ausstrahlung, das Charisma, die Menschen für mich einzigartig machen. Der Blick durch die Augen in die Seele. Die Berührung von Haut auf Haut. All das möchte ich nicht verstehen, weil ich befürchte, dass sich der Zauber einer solchen Begegnung durch dieses Verstehen verflüchtigt.
Täglicher Schreibanreiz
Welche Aspekte machen deiner Meinung nach eine Person einzigartig?
Allgemein und vereinfacht bedeutet selbstbewusst sein, voller Selbstwertgefühl zu sein und nicht am eigenen Tun und Wirken zu zweifeln. Das Selbstwertgefühl ist eine positive Einstellung zu sich selbst. Es bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein: seiner Stärken, seiner Schwächen und seines eigenen Wertes – unabhängig von der Meinung anderer. Es ist ein Mensch, der in sich ruht und nicht den Vergleich braucht, um sich gut zu fühlen.
Diese Frage kann ich nicht beantworten. In einer Welt, in der der Schein willkommener ist als das Sein, kann ich nicht mehr unterscheiden, was ist oder was scheint. Ich müsste eine Person wirklich gut kennen, über einen langen Zeitraum hinweg und in aller Tiefe, um das beurteilen zu können. Die Menschen, die ich so gut kenne, haben alle ihre Zweifel, die an ihrem Selbstbewusstsein nagen. Dagegen könnte ich eine fast unendliche Liste mit Menschen schreiben, die selbstbewusst erscheinen. Wenn ich mich mit solchen Menschen länger und intensiver unterhalte, offenbaren sich jedoch immer Abgründe.
Spontan hätte ich auf die Frage mit Helmut Schmidt geantwortet: dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Innensenator Hamburgs, Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag, Bundesverteidigungsminister, Bundesfinanz- und Wirtschaftsminister, Bundeskanzler, Krisenmanager und Mitherausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Bei ihm hätte ich die wenigsten Zweifel, dass er eine selbstbewusste Person war.
Täglicher Schreibanreiz
Wer ist die selbstbewussteste Person, die du kennst?