In dieser Podcastfolge schildert der 21-jährige Jef Tchouangue seinen Werdegang als Fußballspieler beim Bremer SV und seine Ambitionen, in die Bundesliga zu wechseln und in der kamerunischen Nationalmannschaft zu spielen.
Um für die Zukunft abgesichert zu sein, absolviert er parallel ein BWL-Fernstudium. Er legt großen Wert auf Disziplin, gezielte Ernährung und professionelle Regeneration nach Sportverletzungen.
Persönlich prägen ihn sein Vater, sein wichtigstes Vorbild, und die enge Beziehung zu seinem Zwillingsbruder, mit dem er aktuell in Bremen lebt und spielt. Neben dem Sport interessiert er sich sehr für Weltreisen und soziale Fragen, wobei ihn besonders die globalen Unterschiede im Lebensstandard beschäftigen.
Er beschreibt seine bisherige Geschichte als einen fortwährenden Prozess aus Entwicklung, Lernen und Arbeit, ergänzt durch erste kreative Visionen für eine spätere eigene Modemarke.
Aus der Podcastfolge „Jef Tchouangue – Der harte Weg zum Fußballprofi“ vom –04.02.2026– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -14.02.2028-).
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Im Podcast berichtet Sophia Jüngling über ihr Leben mit ihrem Vater, der infolge seiner Multiple-Sklerose-Erkrankung an schwerer Demenz leidet.
Um sich um ihn kümmern zu können, lebt die 27-Jährige gemeinsam mit ihm und studentischen Mitbewohnern in einer inklusiven Wohngemeinschaft im ehemaligen Elternhaus. Trotz der großen Verantwortung und des Verzichts auf die typischen Freiheiten ihrer Altersklasse zieht Sophia Kraft aus der bedingungslosen Liebe ihres Vaters und seiner Fähigkeit, kleine Glücksmomente achtsam wahrzunehmen, Kraft.
Im Gespräch erzählt sie von ihrem Weg, die Krankheit ihres Vaters früh zu akzeptieren, und von der heutigen intensiven Betreuungssituation, die sie pragmatisch und liebevoll gestaltet.
Letztlich betont Sophia, dass sie trotz aller Herausforderungen nicht auf die emotionale Nähe zu ihrem Vater verzichten möchte und das gemeinsame Erleben im Hier und Jetzt schätzt.
Aus der Podcastfolge „Studenten-WG mit meinem dementen Vater – Sofia Jüngling“ vom –11.08.2024– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.
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Die Geschichte von Katharina Schmidt handelt von ihrer Suche nach ihrer leiblichen Mutter, nachdem sie als Kind adoptiert wurde. Schon früh wusste sie, dass sie adoptiert war, und als Jugendliche begann sie, nach ihrer Herkunft zu forschen. Acht Jahre lang schrieb sie Briefe an ihre Mutter, ohne eine Antwort zu erhalten.
Aus der Podcastfolge „Auf der Suche nach meiner Mutter – Katharina Schmidt“ vom 05.05.2024 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.
Nach vielen Jahren meldete sich ihre Mutter schließlich über Facebook bei ihr und schlug ein Treffen vor. Katharina war sehr aufgeregt, da sie sich immer gewünscht hatte, ihre leibliche Familie kennenzulernen. Bei diesem ersten Treffen war sie nervös, aber auch gespannt. Sie stellte viele Fragen, erhielt jedoch nicht alle Antworten, die sie sich erhofft hatte.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine Beziehung zwischen Katharina und ihrer leiblichen Mutter, die ihre vielen Briefe gelesen hat, emotional aber nicht damit umgehen konnte. Über einen DNA-Test konnte sie ebenfalls ihren leiblichen Vater in den USA ermitteln.
Katharina beschreibt, wie ihre Adoption ihr Gefühl von Zugehörigkeit und Identität geprägt hat. Sie hat gelernt, dass ihre leibliche Mutter und sie viele Gemeinsamkeiten haben und dass die Entscheidung zur Adoption nicht leicht war. Heute ist es Katharina wichtig, ihre Familie und ihre Wurzeln zu verstehen und zu schätzen.
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In dieser Podcastfolge geht es darum, wie Traumata der Eltern das Leben und das Wohlbefinden ihrer Kinder beeinflussen können.
Podcastfolge „Wenn die Eltern traumatisiert sind – was macht das mit mir?“ vom 26.02.2023 aus dem RTL+-Podcast „Stahl aber herzlich„.
Im Gespräch mit Alison, einer Klientin, wird deutlich, dass sie durch den Tod ihres Vaters viele alte Erinnerungen und Gefühle aus ihrer Kindheit wiedererlebt hat. Alison erzählt von ihrer schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter, die sie als traumatisiert wahrnimmt. Sie hat in ihrer Kindheit viel physische und psychische Gewalt erlebt und fühlt sich nun, nach dem Tod ihres Vaters, erneut enttäuscht und verletzt.
Alison beschreibt zudem, dass ihre ältere Schwester eine dominante Rolle in der Familie spielt, wodurch ihre Mutter sie schlechter behandelt. Alison fühlt sich von ihrer Mutter im Stich gelassen und hat das Gefühl, dass ihre Bemühungen, für die Familie da zu sein, nicht gewürdigt werden. Dies führt zu Depressionen und Enttäuschung.
Stephanie versucht, Alison dabei zu helfen, ihre Gefühle zu verstehen und die Verantwortung für die Probleme in ihrer Familie nicht auf sich zu nehmen. Sie ermutigt Alison zu erkennen, dass die Probleme ihrer Mutter und die familiären Dynamiken nicht ihre Schuld sind.
Die Podcastfolge verdeutlicht, wie essenziell es ist, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und zu verinnerlichen, dass Liebe und Unterstützung, die ein Kind benötigt, von den Eltern kommen sollten. Alison lernt, dass sie ein liebenswertes Wesen ist – unabhängig von den Fehlern ihrer Eltern. Der Prozess der Befreiung von alten Verletzungen und die Übernahme der Verantwortung für die eigene emotionale Gesundheit sind zentrale Punkte auf Alisons Reise zur Heilung.
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In dieser Podcastfolge geht es um Fabian Hollenstein, der in seiner Jugend und später in seiner Ehe mit belastenden Zwangsgedanken zu kämpfen hatte. Er hatte Angst, homosexuell zu sein, und entwickelte aggressive Gedanken, in denen er seiner Frau schaden wollte. Diese Gedanken wurden besonders stark, als er Vater wurde und sich auch um sein Kind sorgte. Er fühlte sich von seinen Gedanken überwältigt, dachte sogar an Suizid und wollte damit seine Familie schützen.
Aus der Podcastfolge „In meinen Gedanken habe ich meine Ehefrau getötet – Fabian Hollenstein“ vom 25.08.2024 des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.
Nach vielen Jahren des Leidens erkannte er schließlich, dass es sich um eine psychische Erkrankung, eine Zwangsstörung, handelte, die behandelbar ist. Mithilfe von Therapie und Medikamenten lernte er, seine Gedanken zu akzeptieren, ohne ihnen Bedeutung beizumessen. Heute führt er ein erfülltes Leben als Familienvater. Er hat gelernt, mit seinen Gedanken umzugehen, sodass sie ihn nicht mehr belasten. Er möchte anderen Mut machen und zeigen, dass es auch bei schweren psychischen Problemen Hoffnung auf Besserung gibt
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Kasia ist eine 35-jährige Frau, die in Polen aufgewachsen ist und vor etwa zwölf Jahren nach Deutschland ausgewandert ist, um neue Erfahrungen zu sammeln. Ihr Cousin, der bereits in Bremen lebte, half ihr bei der Eingewöhnung. Obwohl sie inzwischen in Deutschland lebt, fühlt sie sich nicht vollständig als Bremerin und überlegt manchmal, ob sie nicht doch nach Polen zurückkehren sollte.
Aus der Podcastfolge „Wurzeln in Polen – Herz in Bremen“ vom 06.03.2024 des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten„, verfügbar bis 28.03.2026.
In Deutschland hatte sie anfangs Schwierigkeiten, da sie kein Deutsch sprach. Sie arbeitete als Gärtnerin und Tierpflegerin, bevor sie einen Sprachkurs machte und eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte, da sie gerne Menschen hilft. Kasia hat eine Tochter und einen Hund und hat sich in ihrem neuen Zuhause in Ritterhude-Ihlpohl gut eingelebt.
Im Podcast erzählt sie von ihren Erfahrungen als Einwanderin, von den Herausforderungen in ihrem Beruf, insbesondere während der Corona-Pandemie, und von den emotionalen Momenten, die sie in der Pflege erlebt hat. Sie spricht auch über ihre Familie in Polen, ihre Beziehung zu ihrer Mutter und die Schwierigkeiten, die sie beim Erlernen der deutschen Sprache hatte.
Kasia hat sich in Deutschland ein Leben aufgebaut, fühlt sich jedoch oft hin- und hergerissen zwischen ihrer neuen und ihrer alten Heimat. Sie genießt die Zeit mit ihrer Tochter und ihrem Hund, hat sich gut in die Gesellschaft integriert und wurde dennoch manchmal mit Vorurteilen konfrontiert.
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In der Podcast-Folge „Meine Spielsucht brachte mich ins Gefängnis“ des Podcasts „Das wahre Leben – Der NACHTCAFÉ Podcast“ spricht Marco Schmidt über seine Erfahrungen mit Spielsucht und deren Folgen. Er wuchs in einer Familie auf, in der sein Vater alkohol- und spielsüchtig war, was das Familienleben stark belastete. Mit 20 Jahren begann auch Marco selbst mit Sportwetten und verlor im Laufe der Jahre mehr als 250.000 Euro. Aufgrund seiner Spielsucht wurde er straffällig und kam schließlich ins Gefängnis.
Während seiner Haftzeit begann er, über sein Leben nachzudenken. Nach seiner Entlassung musste er nachweisen, dass er seine Schulden monatlich zurückzahlt. Er sagt, dass er sich zwar freier fühlt als vor der Haft, aber immer noch von den Erfahrungen in der Gefangenschaft und den damit verbundenen Ängsten belastet ist.
Marco erzählt auch von seiner Kindheit, die zunächst schön war, bis die Probleme mit seinem Vater begannen. Dieser war oft betrunken und übte psychischen Druck auf die Familie aus. Im Laufe der Zeit zweifelte Marco an sich selbst, entwickelte ein gestörtes Verhältnis zu Geld und wurde schließlich spielsüchtig.
Die Podcastfolge zeigt, welche tiefgreifenden Auswirkungen Sucht auf eine Familie haben kann und wie schwer es ist, aus einem solchen Teufelskreis auszubrechen. Marco ist zwar frei, kämpft aber weiterhin mit den Folgen seiner Vergangenheit.
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» […] Biedermeierstuhl und Bademantel sind die Requisiten des Selbstmords der Mutter, jener Frau, die als „Prinzessin“ aufwuchs, süß, niedlich, empfindsam und empfindlich ist und Liebling ihres Vaters. Im Erwachsenenleben, wo die Mechanismen der verwöhnten Zarten auf Versagen hinweisen und keinen Anklang unter den straffen Nachkriegsdeutschen finden, wird sie in die Defensive driften. […] Das Buch „erschütternd“ zu nennen, ist passend und gleichzeitig ungenügend. Bettina Flitners Roman „Meine Mutter“ ist im besten Sinne eine beeindruckende Recherche ohne moralische, ohne anklagende Überheblichkeit. „Meine Mutter“ ist das subtile Portrait einer Frau, die nicht gelernt hatte, selbstständig zu leben. […] «
~ Verena Auffermann in EMMA Nr. 5 (382) September/Okotber 2025 auf Seite 67/69 über Bettina Flitners neues Buch „Meine Mutter“, Roman (Kiepenheuer & Witsch, 24 EUR).
Früher wachte ich mit dem Sonnenlicht auf, das durch das Fenster schien. Jetzt weckt mich eine Rakete, die zwei Wohnblöcke entfernt einschlägt. Es gibt keinen Morgen mehr – keine Arbeit, keine Schule, keine Mahlzeiten. Es gibt nur noch den nächsten Augenblick und die Angst, dass wir ihn nicht überleben werden.
Sogar der Himmel über Gaza hat sich verändert. Die Sonne geht auf, aber sie wärmt nicht mehr. Die Nacht senkt sich über uns, aber sie bietet keine Ruhe.
Was wir Schlaf nennen, ist kein Schlaf mehr. Es ist Müdigkeit mit einem geöffneten Auge. Wir packen unsere Taschen. Wir lassen unsere Kinder vollständig angezogen. Jedes Summen über uns lässt uns den Atem anhalten. Wenn es länger als zehn Minuten still ist, entspannen wir uns ein wenig.
In der vierten Nacht des Oktobers 2023[1] leuchtete der Himmel auf. Ein Feuergürtel peitschte über unsere Straße. Ich lag neben meinem Bruder auf dem Boden. Wir hörten Kreischen. Dann nichts mehr. Dann Staub und Schreien. Ich sah, wie die Brust meines Cousins aufgerissen wurde. Sein Körper fiel zu Boden und machte ein Geräusch wie kein anderes. Mein Bruder und ich krochen unter Glasscherben hervor. Die Hälfte des Gebäudes auf der anderen Straßenseite war verschwunden. Wir hatten keine Zeit, meinen Cousin ordentlich zu begraben. Keine Tücher. Kein Licht. Zum ersten Mal stellte ich die Gerechtigkeit meines Überlebens in Frage. Etwas in mir erstarrte und zersplitterte dann. Ich weinte nicht. Ich blieb gebrochen. Schließlich hörte der Krieg nicht auf. Reparatur würde nur darauf vorbereiten, erneut zerbrochen zu werden.
In einem Schutzraum weinte ein Kind um seinen Vater, der am Morgen zuvor gestorben war. Seine Mutter hielt ihn mit steinernen Armen fest, stumm und mit starrem Blick. „Mama, warum weinst du nicht?“, fragte das Kind. Die Mutter brach zusammen. Ich wünschte, ich hätte es nicht gesehen, wie ihr Gesicht in sich zusammenfiel.
Früher habe ich unter einer Lampe gelernt. Ich habe Bücher gelesen. Ich habe vom Leben geträumt. Jetzt lässt mich das Leuchten meines Handys zusammenzucken. Eine Kerze ist ein Ziel. Ein Streichholz ein Verrat. Die Drohnen suchen nach Lichtquellen. Ich erinnere mich an die Nacht, in der die Taschenlampe eines Nachbarn ihn sein Zuhause gekostet hat. Das Flugzeug kreiste. Dann kam das Licht. Dann das Ende.
Wir verdecken unsere Fenster. Wir sprechen flüsternd. Ich lerne jeden Winkel unserer zerstörten Wohnung auswendig. Die Anzahl der Schritte zwischen dem Flur und dem Waschbecken. Das Muster der Risse auf dem Boden. Den Geruch von Verbranntem in der Ferne.
Kinder spielen Stille-Spiele. Ich greife nach der Hand meiner Mutter, um mich zu vergewissern, dass sie da ist. Wir stellen keine Fragen mehr. Die Antworten sind erbarmungslos: Nirgendwo ist es sicher, niemand ist unversehrt.
Im Dezember 2023 suchten wir Schutz in einem Industriegebiet. Panzer umzingelten uns. Kein Ausweg. Keine Zukunft. Mein Vater sagte: „Rennt jetzt.“ Ich sah den Staub unter den Ketten der Panzer. Ich roch ihren Stahl. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben – aber das ist alles, was mir geblieben ist: die schlichte Tatsache, dass wir überlebt haben, und das Gefühl der Schuld, dass es bei anderen nicht so war.
Ich habe Angst vor Licht. Ich habe Angst vor Dunkelheit. Ich habe Angst vor Stille. Ich fürchte mich vor Lärm. Wenn die Explosionen aufhören, wird meine Angst stärker. Die Stille ist nur ein Vorspiel. Jede Sekunde fühlt sich wie Warten an. Worauf warten wir? Wir wissen es nicht.
Am Abgrund jedes Augenblicks sprechen zwei Stimmen zu mir. Die eine sagt: „Du hast überlebt.“ Die andere: „Es fängt bald wieder an.“
Ein Teil von mir möchte an den Morgen glauben. Ein Teil von mir bereitet sich auf eine weitere Nacht vor.
Früher kannte ich Zeit als Kalender, als Plan, als Ziel. Jetzt ist Zeit nur noch etwas, das wir ertragen.
Manchmal schließe ich die Augen und stelle mir einen Sonnenaufgang vor, der Kaffee mit sich bringt, nicht Angst. Ich träume davon, gedankenlos ein Fenster zu öffnen, um die Brise zu spüren; davon, ein Buch zu lesen ohne das Geräusch von Drohnen über mir. Ich träume von Nächten in Gaza, wie sie einmal waren: Verliebte, die durch vom Mond erhellte Straßen spazieren, spielende Kinder. Aber ich glaube diesen Träumen nicht.
Ich frage mich, wer ich sein werde, wenn das hier endet; ob ich jemals wieder ohne Angst neben einer Lampe sitzen werde; ob die Kinder meiner Kinder jemals wieder dem Licht vertrauen werden. In Gaza gibt es keine Metaphern. Es gibt nur das, was verschwunden ist, und das, was bleibt – dieses Leben zwischen Schatten und die Erinnerung an ein anderes Licht.
12.08.2025; von Abdullah Hany Daher, palästinensischer Schriftsteller und Journalist aus Gaza
Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch in der Zeitschrift Jewish Currents. Übersetzung: Maike Gosch, NachDenkSeiten