📅❓ Die nahe Zukunft?

In Cormac McCarthys preisgekröntem und düsterem Roman „Die Straße“ begleiten wir einen Vater und seinen Sohn auf einer zermürbenden Reise durch ein postapokalyptisches Amerika, das völlig zerstört ist. Eine ungenannte Katastrophe hat die Welt buchstäblich in Asche gelegt. Der Himmel ist verdunkelt, bittere Kälte ist eingekehrt und jegliches pflanzliche und tierische Leben scheint erloschen zu sein.

Die beiden namenlosen Protagonisten haben nur ein Ziel: Sie kämpfen sich zu Fuß in Richtung Süden an die Küste vor, in der Hoffnung, dem tödlichen Winter zu entkommen. Ihr gesamtes Hab und Gut schieben sie in einem klapprigen Einkaufswagen vor sich her. Ständig quält sie der Hunger und hinter jeder Biegung lauert die Gefahr durch verrohte Plünderer und kannibalistische Banden. Um sich zu verteidigen, bleibt ihnen lediglich ein Revolver mit nur noch zwei Kugeln – eine Waffe, die im schlimmsten Fall als letzter Ausweg für sie selbst gedacht ist.

Doch im Kern ist der Roman weit mehr als ein reiner Überlebenskampf. Es ist eine tief berührende Geschichte über die bedingungslose Liebe eines Vaters, der verzweifelt versucht, sein Kind am Leben zu halten und ihm gleichzeitig einen moralischen Kompass zu bewahren. In einer Welt, in der jegliche Zivilisation und Menschlichkeit zusammengebrochen sind, klammern sich die beiden an den Glauben, dass sie „die Guten“ sind und unermüdlich „das Feuer weitertragen“.

Ob sie die Küste jemals erreichen und ob dort tatsächlich eine Perspektive oder nur weitere Trostlosigkeit auf sie wartet, ist die große, treibende Frage dieser packenden Reise ins Ungewisse.

Erst das Buch lesen, dann die Verfilmung schauen.

In dieser Buchwelt ist es am schlimmsten zu leben, weil wir unmittelbar spüren, wie dünn der Firnis der Zivilisation ist, der uns von der Barbarei trennt. Und weil die Menschheit am Scheideweg steht: Hält sie inne, kehrt dem Kapitalismus den Rücken und wendet sich der Gemeinwohlökonomie zu? Oder geht sie die noch wenigen Schritte auf den Abgrund zu, in den dieser Roman uns blicken lässt?


In welcher Buchwelt wäre es absolut am schlimmsten zu leben?

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Which book’s world would be the absolute worst to live in?  |  In welcher Buchwelt wäre es am schlimmsten zu leben?


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🎙 „Das Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten.“ – Über Roger Willemsen.

Roger Willemsen war ein bekannter deutscher Publizist und Fernsehmoderator. Er ist am 7. Februar 2016 verstorben. Ursprünglich wollte er Germanistikprofessor werden, doch dann änderte das Fernsehen seinen beruflichen Werdegang. Er war bekannt für seine scharfen, witzigen Fragen und seine Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe zu sprechen. Willemsen moderierte zahlreiche Talkshows und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den Grimme-Preis in Gold.

Neben seiner Fernsehtätigkeit schrieb er 36 Bücher, von denen viele Bestseller wurden, sowie Essays und Artikel. Er reiste viel und hatte eine Leidenschaft für das Schreiben. Willemsen war ein charismatischer Entertainer, der sein Publikum in den Bann zog und häufig auf der Bühne stand.

Er hatte eine komplexe Beziehung zur Liebe und war für seine Unabhängigkeit bekannt. Willemsen wuchs in einer gebildeten, aber nicht wohlhabenden Familie auf und fand Trost in Büchern, insbesondere nach dem frühen Tod seines Vaters.

In den letzten Jahren seines Lebens engagierte er sich für Afghanistan und spendete für Projekte, die Frauen dort unterstützen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag gab er seine Krebserkrankung bekannt. Er hinterließ einen bleibenden Eindruck in der deutschen Medienlandschaft und wird als wichtige Stimme in Erinnerung bleiben.


Aus der Podcastfolge „Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen“ vom –07.02.2026– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/ondemand/weltweit/fsk0/342/3421299/3421299_65600907.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-zu-schlau-fuers-fernsehen-der-publizist-roger-willemsen-100.html

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🎶 berührend

Es gehört viel dazu, einen Mann zu kennen. Noch viel mehr, ihn zu verstehen: den Krieger, den Weisen und den zornigen kleinen Jungen in ihm. Und es gehört viel dazu, eine Frau zu begreifen – das Summen in ihr, die Biene und den Stich, das Mädchen mit Flügeln, das sich nicht fangen lässt.

https://youtu.be/BxWl-O19i-I

Wir schlüpfen in Rollen: Vater und Sohn, Mutter und Kind, Jäger und Waffe, Muse und Verfall. Kein Mensch ist nur eines. Jeder ist ein Haus mit vielen Zimmern und manche Türen öffnen sich erst, wenn man lange genug wartet.

https://youtu.be/t0b-OHXzLV0

Viel gehört dazu, zu geben. Um Hilfe zu bitten. Bei sich zu bleiben. Das eigene Leben zu lieben, mit allem, was darin wohnt. Zu atmen. Zu berühren. Zu spüren, wie langsam sichtbar wird, was ein anderer Körper braucht.

https://open.spotify.com/intl-de/track/4ebhPf4TWkEhku5eX9hxOf

Dann stellt sich die Frage, die nicht loslässt: Wovor hast du Angst, es zu verlieren? Was fürchtest du, würde geschehen, wenn du es wirklich loslässt? Was trägst du mit dir herum? Und was erkennst du, wenn das Lachen verstummt?

https://music.apple.com/us/song/it-takes-a-lot-to-know-a-man/915616203

https://link.deezer.com/s/34BEZxMB2uHEsYh1IKuX8

Vielleicht ist Nähe kein Wissen, sondern ein Aushalten. Ein leises Sich-Zeigen. Ein Atemzug nach dem anderen, bis zwei Menschen einander nicht mehr erklären, sondern endlich wahrnehmen.

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