🎙 Wer pflegt uns im Alter? Der Nachbar.

Der Deutschlandfunk-Kultur-Beitrag „Wie wir als Gesellschaft das Sterben lernen müssen“ enthält ein Interview mit dem Palliativmediziner Gian Domenico Borasio. Er beschäftigt sich mit dem Thema Sterben und der Begleitung Sterbender. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Borasio kritisiert den aktuellen Trend zur Longevity, der seiner Meinung nach eine Verdrängung oder Tabuisierung des Todes darstellt. Er sieht Parallelen zu vergangenen Jahrzehnten, in denen die medizinische Hybris dazu führte, dass schwerkranke und sterbende Patienten vernachlässigt wurden.

Obwohl die Gesellschaft im Durchschnitt älter wird, betont Borasio, dass es wichtig ist, dies mit einer hohen Lebensqualität zu verbinden. Die Herausforderungen im Pflegebereich sind jedoch groß, da es einen Anstieg an pflegebedürftigen älteren Menschen geben wird, während die notwendigen Pflegeeinrichtungen und -kräfte fehlen.

Borasio schlägt vor, dass sich die Gesellschaft stärker um die Pflege und Unterstützung Bedürftiger kümmern sollte, indem sie „sorgende Gemeinschaften“ bildet. Dies würde eine bessere gegenseitige Unterstützung ermöglichen.

Das [wir immer länger leben] ist im Prinzip was Gutes, vor allem wenn wir mit einer guten Lebensqualität älter werden und wenn wir die Zeit, die uns geschenkt wird, mit einer guten Lebensqualität auch leben können.

Und das hängt natürlich von den äußeren Umständen ab. Das hängt davon ab, wie die Gesellschaft es uns ermöglicht, unsere letzten Lebensjahre zu leben. Und da gibt es natürlich eine große Gefahr, denn diejenigen Einrichtungen, die notwendig wären, die alten Pflegeheime und die Pflegekräfte, die man bräuchte, die wird es in Zukunft nicht mehr geben, weil es ein Tsunami von hochaltrigen, gebrechlichen Pflegebedürftigen und großteils auch dementen Patienten auf uns, auf unsere Gesellschaft zukommt.

Und da ist die einzige Lösung, die ich sehe, tatsächlich die Vergesellschaftung der Care-Arbeit durch das, was man sorgende Gemeinschaften nennt, also Caring Communities, wo sich alle um alle kümmern, nicht nur um Alte und Sterbende, sondern auch um Mütter mit alleinerziehenden Kindern, um behinderte Menschen.

Da müssen wir wieder dazu kommen, dass sich die Menschen umeinander kümmern, damit auch später sie eine Chance haben, dass man sich um sie kümmert, wenn sie denn eben soweit sind.

Denn wenn wir erwarten, dass der Staat das für uns löst, dann werden wir Schiffbruch erleiden.

Borasio hebt hervor, dass es in Deutschland Fortschritte in der Palliativmedizin gegeben hat, wie die flächendeckende Verfügbarkeit von ambulanten Palliativteams. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Ökonomisierung des Gesundheitssystems, die zu einer Zweiklassengesellschaft führen könnte, in der einige Patienten über-, andere unterversorgt werden.

Oft unterscheiden sich die Prioritäten der Patienten am Lebensende von den Annahmen der Ärzte. Borasio betont die Notwendigkeit, die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten zu hören und zu respektieren, statt sie als Kostenfaktoren zu betrachten.

Borasio ist optimistisch, dass es viele in der Medizin gibt, die sich um die Patienten kümmern und ihnen zuhören. Er fordert jedoch politische Veränderungen, um finanzielle Fehlanreize im Gesundheitssystem zu beseitigen.

Insgesamt plädiert der Palliativmediziner für einen bewussteren und empathischeren Umgang mit dem Sterben in der Gesellschaft, bei dem die Bedürfnisse der Patienten im Mittelpunkt stehen.


Aus dem Interview „Wie wir als Gesellschaft das Sterben lernen müssen“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –08.07.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/07/08/wie_wir_als_gesellschaft_das_sterben_lernen_muessen_drk_20260708_0740_095288f2.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/wie-wir-als-gesellschaft-das-sterben-lernen-muessen-100.html

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🎙 „Eine Peepshow für jedermann“: Die beispiellose Jagd auf Typhoid Mary.

Andrea Kath beschreibt in ihrem WDR-Zeitzeichen das Schicksal von Mary Mallon, die als „Typhoid Mary“ bekannt wurde, da sie die erste gesunde Typhus-Dauerausscheiderin in den USA war. Hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Hintergrund: Mary Mallon wurde am 23. September 1869 in Irland geboren und wanderte Ende des 19. Jahrhunderts in die USA aus. Sie arbeitete als Köchin und genoss einen tadellosen Ruf.

Typhus-Ausbrüche: 1906 erkrankten mehrere Mitglieder einer Familie, für die Mallon arbeitete, an Typhus, während sie selbst gesund blieb. Dies führte zu Verdacht und Ermittlungen durch die Gesundheitsbehörden.

Ermittlungen: Der Abwasseringenieur George Soper identifizierte Mallon schließlich als möglichen Überträger des Typhus, da sie in mehreren Haushalten gearbeitet hatte, in denen es Typhusfälle gegeben hatte.

1907 wurde Mallon auf North Brother Island in Isolation gebracht, wo sie wie ein medizinisches Versuchskaninchen behandelt wurde. Ihre Klage gegen die Gesundheitsbehörde wurde abgewiesen und sie blieb 26 Jahre in Quarantäne.

Das Zeitzeichen beleuchtet die sozialen Vorurteile, die Mallons Behandlung beeinflussten, insbesondere ihre Identität als alleinstehende irische Frau, und thematisiert damit auch die Gesundheitspolitik und Diskriminierung. Männer in ähnlichen Situationen wurden weniger streng behandelt.

Nach ihrer Freilassung im Jahr 1910 arbeitete sie unter falschem Namen in einer Klinik, in der es zu einem weiteren Typhusausbruch kam. Sie wurde erneut isoliert und verbrachte den Rest ihres Lebens auf der Quarantäneinsel.

Mary Mallon starb am 11. November 1938 an den Folgen eines Schlaganfalls, nachdem sie ein Leben in Isolation geführt hatte.

Das Zeitzeichen thematisiert die ethischen und sozialen Implikationen der Quarantäne sowie die Rolle der Geschlechterdiskriminierung in der Gesundheitsversorgung. Mallon wird darin als unschuldiges Opfer dargestellt, das aufgrund von Angst und Vorurteilen behandelt wurde.


Aus der Podcastfolge „Stigmatisiert und weggesperrt: Das Schicksal der „Typhus-Mary““ vom –23.09.2024– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/ondemand/weltweit/fsk0/316/3165539/3165539_58776704.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-stigmatisiert-und-weggesperrt-das-schicksal-der-typhus-mary-100.html

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🎙 Zwei Seelen, eine DNA: Die unglaubliche Verbindung zwischen Nadine und Joshua.

Nadine Wimmer beschloss, Stammzellenspenderin zu werden, nachdem ihre Schwester eine Krebserkrankung überlebt hatte, während eine Freundin daran starb. Im Jahr 2018 erhielt sie einen Anruf und spendete Stammzellen für einen todkranken Mann aus Kanada namens Joshua. Drei Jahre später trafen sich die beiden zum ersten Mal und erlebten eine emotionale Verbindung, die über eine einfache Freundschaft hinausgeht. Heute haben die beiden eine enge Beziehung und Nadines Schwester ist ebenfalls wohlauf, was das positive Ende ihrer gemeinsamen Geschichte unterstreicht.


Aus der Podcastfolge „Freunde fürs Leben durch Stammzellspende – Nadine Wimmer“ vom –26.01.2025– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://pdodswr-a.akamaihd.net/swr/nachtcafe/podcast/freunde-fuers-leben-durch-stammzellspende-nadine-wimmer.m.mp3

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DKMS – Wie funktioniert die Registrierung?

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