Ich bewerte auf einer imaginären Skala von 1 bis 10, wie wichtig mir etwas ist. Anschließend priorisiere ich und schätze die Zeit, die ich dafür brauche. Dabei kann es vorkommen, dass ich mich von etwas verabschiede oder Tätigkeiten mit geringerer Priorität weniger oft ausübe, um Freiraum für das Wichtigere zu schaffen.
Dieser Prozess ist dynamisch und wird regelmäßig überprüft und neu priorisiert.
So schaffe ich mir auch täglich Zeit für Self-Care.
Das günstigste Reisen ist nicht das Reisen mit dem geringsten Geldeinsatz, sondern das Vermeiden von Reisen. Das ist Teil der weltweiten Rettungsaktion, die unseren Kindern, Enkeln, Urenkeln und Ururenkeln ein gerade noch lebenswertes Leben ermöglicht.
Heute kann ich mittellange Distanzen in wenigen Stunden mit dem Flugzeug für ein 29-Euro-Ticket überbrücken. Die wahren Kosten dieses Fluges sind dabei ausgelagert: Die Kosten für die Folgen der CO2-Emissionen – wie die Beseitigung von Unwetterschäden, Ernteausfälle oder der Bau höherer Deiche – tauchen auf keinem Ticket auf. Sie werden von der Allgemeinheit getragen. Es ist die klassische Privatisierung von Gewinnen (für Fluggesellschaften und Schnäppchenjäger) und die Sozialisierung von Verlusten (für die Umwelt und die Gesellschaft).
Eine Reise ist dann klimaneutral, wenn die Klimabilanz für Transport, Unterkunft, Verpflegung und alle Aktivitäten vor Ort bei exakt null liegt. Bei jeder anderen Reise ist die Währung nicht der Euro, sondern das Leben. Das eigene vielleicht in wenigen Jahrzehnten, das Leben der nachfolgenden Generationen bestimmt.
Die Menschen, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, zahlen den höchsten Preis. Ein „billiger” Wochenendtrip auf die Kanaren wird mit der Existenzgrundlage von Menschen bezahlt, die durch Dürren oder Überflutungen ihre Heimat verlieren. Inzwischen trifft dieser Preis auch uns in Europa immer häufiger und direkter, wie Überschwemmungen und extreme Hitzewellen zeigen.
Eine „günstige”, fossil betriebene Reise ist im Grunde ein Kredit, der im Namen kommender Generationen unter Zwang aufgenommen wird. Was wir heute vermeintlich an Geld sparen, hinterlassen wir jungen Erwachsenen und künftigen Generationen als unbezahlbare Schuldenlast. Es ist ein „Leben auf Pump” in der extremsten Form, bei dem die nachfolgende Generation die Rechnung in Form einer unbewohnbaren Welt präsentiert bekommt.
Wahrer Luxus beim Reisen ist nicht die zurückgelegte Entfernung, sondern die Entschleunigung. Wer sich auf den Weg macht – ob bei einer ausgedehnten Wanderung, einer Radtour oder beim sanften Gleiten auf Schienen – der lässt den Stress von Flughafenkontrollen und Staus hinter sich.
Beim langsamen, bodengebundenen Reisen beginnt die Erholung bereits an der eigenen Haustür. Das ist Balsam für die Seele, stärkt die innere Gelassenheit und belastet den Planeten nicht.
Es ist die einzige Form des Reisens, die uns wirklich bereichert, anstatt uns etwas zu nehmen.
In meinem heutigen Leben würde ich nicht auf I. meinen Kühlschrank, II. meine Waschmaschine und III. meinen Computer verzichten wollen.
Wenn ich ein Flüchtling wäre, könnte ich nicht auf folgende Dinge verzichten: 1.) mein Smartphone mit Powerbank und Ladegerät, 2.) warme, regenfeste Kleidung und Schuhe und 3.) ein Outdoor-Allzweckmesser.
Für mein Seelenheil könnte ich nicht auf meine a) Musiksammlung (MP3), b) meine Bücher (in Papierform oder als E-Book) und c) mein großes Notizbuch mit Kugelschreiber verzichten.
In einer Welt ohne Strom würde ich nicht missen wollen: ~ warme, regenfeste Kleidung und Schuhe, ~ ein Outdoor-Allzweckmesser und ~ mein Handbuch des Überlebens in der Natur.
Täglicher Schreibanreiz
Auf welche drei Gegenstände könntest du nicht verzichten?