📅❓ „Ein Mann muss in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen.“

Dieser Satz war einer der vielen Glaubenssätze meines Vaters. Er glaubte nicht nur daran, sondern setzte sie auch in die Tat um.

Er begann von hinten und zeugte mich als Erstes. Das Ergebnis schien ihm nicht ganz zu gefallen, denn ich war ganz und gar nicht sein Ebenbild. Ein introvertiertes Kind trifft auf einen extravertiert lebenden Vater. Deshalb startete er fünf Jahre später einen neuen Versuch – und es gelang ihm, einen besser passenden Sohn zu zeugen. Rückblickend verstehe ich, dass dies die Kränkung meines Lebens war.

Dem Hausbau musste sich alles unterordnen. Fünfzehn Jahre lang hielt er die Familie knapp bei Kasse, sparte, wo er nur konnte, was mit Entbehrungen für die ganze Familie verbunden war. Was für Nachbarskinder selbstverständlich war, mussten wir uns hartnäckig erbetteln. Mitten in meiner Pubertät zogen wir in das neu gebaute Haus. Ich war entwurzelt und fühlte mich in diesem Haus wie ein Gast.

Das Haus hatte auch einen Garten. Hier konnte er endlich den dritten Teil seines Glaubenssatzes erfüllen. Der Baum wurde gepflanzt.

Ich dagegen wollte keine Kinder zeugen. Ich wollte auch nie ein Haus bauen oder kaufen, und das nicht, um des Preises des Sparens oder der hohen Kreditzinsen willen. Ich las Hoimar von Ditfurth: „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – es ist soweit.” Seine Hoffnung teile ich jedoch nicht. Also wollte ich auch keinen Baum pflanzen.

Stattdessen habe ich einen Sohn adoptiert, bin für ein Mädchen, das über die Jahre zur Frau geworden ist, der soziale Vater geworden und wurde Pflegevater eines Babys, das sechs Monate alt war und geblieben ist. Ich wohne gerne zur Miete in Häusern, Wohnungen und kleinen Appartements. Einmal musste ich ein renovierungsbedürftiges Häuschen kaufen, um Wohnungslosigkeit zu verhindern. Von dieser Last trennte ich mich nach neun Jahren. In dem gekauften Haus und den gemieteten Wohnungen pflanzte ich keine Bäume, sondern Bodendecker, um die vielen Gräber der Hunde und Katzen zu bedecken.

Über Gefühle wurde zu Hause nicht gesprochen, sie wurden nur selten gezeigt. Meist als Lachen, verlegen oder albern.

Ich dagegen spreche heute über meine Gefühle.

PS: Ich weiß übrigens, warum mein Vater so war, wie er war. Seine Eltern waren vom Ersten Weltkrieg geprägt, er wurde in den Zweiten hineingeboren. Da wird die Schale so hart, dass der weiche Kern nur noch manchmal durchblitzt. Da verdrängt man Gefühle, denn wenn man sie zuließe, würden sie einen überwältigen. Denn: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.” Schade, dass für ihn eine Psychotherapie keine Option war.

Tägliche Schreibanregung
Was machst du heute komplett anders, als du es von zu Hause aus gelernt hast?

What’s something you do completely differently from how you were raised?  |  Was machst du ganz anders als in deiner Kindheit?

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🎙 Die Einkaufsliste der Sorgen: Warum dein Gehirn ein Update braucht und wie du zur Ruhe kommst.

In diesem Podcast geht es darum, wie man in einer hektischen Welt zur Ruhe kommen und abschalten kann. Die Hosts Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski sprechen über die Schwierigkeiten, die viele Menschen haben, wenn sie versuchen, ihre Gedanken zu beruhigen. Oft kreisen diese um Probleme aus der Vergangenheit oder Ängste bezüglich der Zukunft. Das kann zu Stress und Schlafstörungen führen.


Podcastfolge „Zur Ruhe kommen und abschalten“ vom 26.01.2022 aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


Eine Hörerin namens Ramona berichtet von ihrem ständigen Grübeln und ihren Schlafproblemen. Stefanie erklärt, dass Grübeln ein Versuch des Gehirns ist, Kontrolle über Ängste zu gewinnen. Sie empfiehlt, sich täglich Zeit zu nehmen, um Sorgen aufzuschreiben und den Kopf freizubekommen. Lukas und Stefanie betonen, wie wichtig es ist, sich von negativen Gedanken zu distanzieren und im Hier und Jetzt zu leben.

Ein weiteres Thema sind Schlafstörungen, die oft durch Stress und vergangene traumatische Erlebnisse verstärkt werden. Stefanie empfiehlt, sich ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen und Meditationen auszuprobieren, um besser schlafen zu können.

Der Podcast diskutiert auch, wie tief verwurzelte Kindheitserfahrungen das Denken und Fühlen im Erwachsenenleben beeinflussen können. Es wird betont, wie wichtig es ist, die Verantwortung für die eigenen Gefühle von den Eltern zu lösen und sich selbst zu stärken.

Insgesamt bietet der Podcast praktische Tipps und Einsichten, um mit innerer Unruhe und Grübelzwängen umzugehen und ein besseres Gefühl von Sicherheit und Selbstwert zu entwickeln.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://open.acast.com/public/streams/695b7e82511175cf3ed1d504/episodes/695b7e9ffb49dbac00f440dc.mp3

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