📰 bauchgefühlt

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📅❓ Wälzer

Siebenhundert bis eintausend Seiten. Wenn man mich nach dem längsten Buch fragt, das ich je gelesen habe, dann liegen die Seitenzahlen dieser Bücher dazwischen.

Meine Eltern gehörten einem Buchclub an. Ein Buchclub war ein Vertriebsmodell, bei dem Verlage bzw. Buchgemeinschaften ihren Mitgliedern regelmäßig und vergleichsweise günstig Bücher verkauften. Typischerweise trat man einer Buchgemeinschaft bei und verpflichtete sich, in bestimmten Abständen ein Buch abzunehmen. Die Mitglieder erhielten die Bücher zu Preisen, die häufig unter denen des normalen Buchhandels lagen. Meine Mutter verschlang Bücher regelrecht. Ihr Leben lang. Bis zu ihrem Tod in hohem Alter, zuletzt noch auf einem E-Book-Reader.

Als Teenager bestellte ich mir ab und zu auch ein Buch oder eine Schallplatte. Damals war Alexander Issajewitsch Solschenizyn in aller Munde. Ich kaufte mir sein Buch „Der erste Kreis der Hölle“.

Es beschreibt das Leben in einer sogenannten „Scharaschka“, einem Arbeitslager für Wissenschaftler und Ingenieure. Es basiert auf Solschenizyns eigenen Erfahrungen im Spezialgefängnis Nr. 16 des MGB in Marfino bei Moskau. Was ich las, war mir fremd, fesselte mich jedoch und ich las die über 700 Seiten relativ zügig zu Ende.

Auf Gero von Boehm, einen Journalisten im besten Sinne, wurde ich durch Talkshows aufmerksam. Er ist ein äußerst angenehmer Zeitgenosse. Er verstand das Handwerk des Interviews. Er hat alles, was Rang und Namen hatte, fürs Fernsehen („Wortwechsel“, „Gero von Boehm begegnet …“) interviewt. Diese Sendungen hatte ich nicht gesehen. In einer der Talkshows wurde sein Buch „Begegnungen – Menschenbilder aus drei Jahrzehnten” vorgestellt. Ich kaufte es und las die über 700 Seiten über viele Jahre hinweg nach und nach. Es enthält weit über 70 Interviews. Keines war überflüssig, manches war schwierig, einige erhellend und verschiedene stellten größere Zusammenhänge her.

Am 27. August war erst Thomas Manns „Zauberberg” Gegenstand meiner Antwort auf die dann gestellte Schreibanregung. Wie berichtet, bin ich gerade dabei, die eintausend Seiten zu lesen. Gerade habe ich das erste Drittel geschafft. Es liest sich am besten, wenn man längere Zeit ans Bett gebunden oder immobil ist. Das Buch erfordert Konzentration. Mir begegnen Formulierungen und Worte, die heute nicht mehr gebräuchlich sind. Die Zeit verlangsamt sich und wird zur Zeitlupe. Wer die Zeit und Geduld aufbringt, kann in der Welt des Sanatoriums und der Siechen aufgehen.

Tägliche Schreibanregung
Was ist das längste Buch, das du je gelesen hast?

What’s the longest book you’ve ever read?  |  Was ist das längste Buch, das du je gelesen hast?

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📅❓ wucherisch

Ich lese Bücher auf einem E-Reader. Ich habe es schon einmal bereut, ein Buch heruntergeladen zu haben.

Der Nachteil beim Kauf eines Buches für den E-Reader oder die Zusendung ist, dass man das Buch nicht in den Händen hält und somit nicht sofort erkennt, wie viele Seiten man für sein Geld erhält.

Ich hatte mir mehrere Romane eines französischen Autors in chronologischer Reihenfolge heruntergeladen und gelesen. Jeder dieser Romane hatte zwischen 300 und 400 Seiten. Der letzte „Roman” hatte nur 112 Seiten, und das für den annähernd gleichen Preis der vorherigen. Das empfand ich als Wucher.

Seitdem achte ich immer darauf, wie viele Seiten ein Buch hat, und stelle den Preis ins Verhältnis dazu.

Ich habe es noch nie bereut, ein Buch gelesen zu haben.

Selbst aus einem Buch, das mich ärgerlich zurücklässt, kann ich noch gute Erkenntnisse ziehen.

Wie bereits vor einigen Tagen geschrieben, gibt es allerdings ein Buch, das ich nicht zu Ende gelesen habe, weil es mich überhaupt nicht angesprochen hat. Dass ich es gekauft und angelesen habe, bereue ich nicht.

Tägliche Schreibanregung
Hast du es schon mal bereut, ein Buch gelesen zu haben – welches und warum?

Have you ever regretted reading a book — which one and why?  |  Hast du es jemals bereut, ein Buch gelesen zu haben – welches und warum?

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🕮 still, still, still, …

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📅❓ Was ist Zeit?

Die heutige Schreibanregung zu einem Buch, das ich nie zu Ende gelesen habe, und immer wieder daran denke, zielt für mich auf ein Buch ab, das ich auch nie zu Ende lesen möchte. Ein solches Buch besitze ich allerdings nicht.

Ich habe einige Bücher, vor allem Sachbücher, die ich schon vor langer Zeit gekauft habe und irgendwann noch lesen möchte.

Dann gibt es dieses eine Buch, „Ein wenig Leben” von Hanya Yanagihara, das ich angefangen habe zu lesen, mit dem ich aber überhaupt nichts anfangen konnte. Ich werde es vermutlich auch nie weiterlesen, denke aber auch nie an dieses Buch.

Und dann gibt es diesen Roman „Der Zauberberg” von Thomas Mann, den ich vor ungefähr zehn Jahren zu lesen begann. Aufgrund einer Challenge. Ich unterhielt mich damals mit meiner besten Freundin über Bücher und Lesen. Sie erzählte mir von „Der Zauberberg” und wie langweilig dieser Roman sei. Sie sagte sinngemäß, ich solle ihr glauben, wenn ich dieses Buch anfange zu lesen, würde ich es niemals zu Ende lesen. Das forderte mich heraus. Ich kaufte das Buch und fing an, es zu lesen.

Seit nunmehr zehn Jahren lese ich darin. Immer mal wieder, mit meist größeren Pausen dazwischen. Und ich habe den festen Willen, es auch irgendwann zu Ende zu lesen. Ich empfinde es nicht als langweilig.

Der Roman ist langsam erzählt, es kommt mir fast so vor, als würde ich die Geschichte in Echtzeit erleben. Und ich halte meinen Leserhythmus gerade für dieses Buch für angemessen. Ich nehme mir die Zeit. Dieses Buch begleitet mich nun bereits so lange.

Immer wieder muss ich an diesen Roman denken, der die Vorkriegszeit des Ersten Weltkriegs beschreibt. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Es sind die Jahre vor der Explosion der Gewalt, die langsam beginnen, dann an Fahrt gewinnen und Abermillionen Menschen überrollen werden.

Die Parallelen zu heute sind unübersehbar.

Ich muss mich beeilen, um den Roman zu Ende lesen zu können …

Tägliche Schreibanregung
Welches Buch hast du nie zu Ende gelesen, denkst aber trotzdem immer wieder daran?

What’s a book you never finished but still think about?  |  Welches Buch hast du nie zu Ende gelesen, aber es geht dir immer noch durch den Kopf?

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📅❓ Nichts hinzufügen, nichts wegnehmen.

27.07.2026 | Es gibt viele Bücher, deren Ende mir nicht gefällt und bei denen ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte. Für mich sind Bücher Kunstwerke oder Handwerkskunst. Ich käme nie auf die Idee, etwas daran zu ändern. Ich würde mir nie anmaßen, ein Werk zu ändern. Als Rezipient muss ich es aushalten, dass mir etwas nicht gefällt oder zusagt.

Selbst die Bibel endet mit einer eindringlichen Warnung an die Leserschaft, den Worten dieser prophetischen Schrift nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzulassen (Offenbarung 22, Verse 18 und 19).

Tägliche Schreibanregung
Wenn du das Ende eines Buches umschreiben könntest – welches würdest du wählen?

If you could rewrite any book’s ending, which one would you choose?  |  Wenn du das Ende eines beliebigen Buches umschreiben könntest, welches würdest du wählen?

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📅❓ Reisen

Bislang haben mich weder Film noch Buch zu Reisen inspirieren können.

Es sind vor allem Menschen, die mich inspirieren. Oder die Umstände.

Tägliche Schreibanregung
Welcher Film oder welches Buch hat dich dazu inspiriert zu reisen?

What’s a movie or book that inspired you to travel?  |  Welcher Film oder welches Buch hat dich zum Reisen inspiriert?

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📔 Ausmisten und Möbelrücken.

„Ausmisten“ wäre eine kleine Verbesserung, die ich in meinem Leben umsetzen könnte.

Nach fast zwölf Jahren in meiner kleinen Wohnung finden sich nun überall Stapel: Zeitschriften, Bücher, Briefe und alles, was sich sonst noch so stapeln lässt. Hinzu kommen Altlasten in Umzugskartons, Regalen und Schränken, von denen ich mich trennen könnte. Auch von einigen Kleidungsstücken könnte ich mich trennen.

Dadurch würde sich meine Wohnumgebung luftiger anfühlen.

Und bei dieser Gelegenheit könnte ich auch meine Möbel neu arrangieren.

Die Zeit ist reif für diese kleinen Verbesserungen in meinem Leben.

=> Weitere „dailyprompts“ aller Blogger:innen: LINK

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Lesen

Introvertierte lesen viel. Sie verbringen viel Zeit mit Büchern, denn Lesen ist für sie eine gute Möglichkeit, um Energie zu tanken und persönlich zu wachsen.

~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten

Seit ich denken kann, lese ich. Ich sehe noch die geflochtene Tasche mit den Bilderbüchern im Schrank unter dem Waschbecken meiner Oma. Sie hatte eine Wohnküche, die gleichzeitig ihr „Badezimmer” war. Es gab eine Spüle fürs Geschirr und ein Waschbecken für die Körperpflege. Zum Baden ging sie in die sogenannte Badeanstalt.

Ich freute mich auf die Fahrten mit dem Zug, denn dann durfte ich mir am Bahnhofskiosk ein Comic-Heft oder -Buch aussuchen. Meistens waren es Mickey Mouse oder Donald Duck.

Gegen Ende meiner Grundschulzeit bekam ich regelmäßig Bücher von Karl May geschenkt, die ich alle gelesen habe.

Zu Beginn der Pubertät kaufte ich mir jede Woche ein Heftchen aus der Science-Fiction-Reihe Perry Rhodan. Ich meine mich zu erinnern, dass es immer dienstags war. Nach der Schule ging ich am Kiosk vorbei und las dann den ganzen Nachmittag das neue Heft zuhause. Trivial-Literatur wurde das geringschätzig genannt. Inhaltlich fand ich es jedoch große Kunst. Als ich in die Serie einstieg, war diese bereits ein philosophisches Epos, das sich mit Evolution, Superintelligenzen und dem Platz des Lebens im Kosmos beschäftigte. Die Serie warf einen grundsätzlich optimistischen und humanistischen Blick auf die Zukunft der Menschheit.

Im Laufe der Jahre las ich unzählige Bücher, Zeitschriftenartikel, Tages- und Wochenzeitungen und sah oder hörte informative Radio- oder Fernsehsendungen. Später kam das Internet mit seinen schier unerschöpflichen Quellen hinzu. Und neuerdings kamen Podcasts hinzu.

Ja, tatsächlich, durch Lesen und Nachdenken über das Gelesene konnte und kann ich persönlich wachsen. Wenn ich zur Ruhe kommen und meine Batterien aufladen möchte, ist neben dem Spaziergang das Lesen die wertvollste Möglichkeit dazu.

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Diese Bücher möchte ich lesen:

Diese Frage lässt sich sowohl allgemein als auch konkret beantworten.

Ich beantworte sie allgemein: Ich lese Sachbücher (wenn sie flüssig zu lesen sind), Romane, philosophische Essays, psychologische Populärliteratur, Science-Fiction, Thriller oder Skurriles. Fünfundneunzig Prozent aller Bücher kaufe ich aufgrund von Empfehlungen, Rezensionen, gesehener oder gehörter Interviews oder Gesprächen mit den Autorinnen und Autoren. Fünf Prozent kaufe ich, indem ich in einer Buchhandlung stöbere.

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