🎶 »Die Sonne scheint auch noch im Herbst und zeigt ihr hellstes Licht.«

Im Moment weiß ich gar nicht genau, wie es wirklich in ihm aussieht. Ich merke nur, dass ihm das Schreiben sehr schwerfällt. Oft blickt er in den Spiegel und scheint die Person, die ihn dort anschaut, überhaupt nicht mehr zu erkennen. Draußen strahlt die Januarsonne in ihrer klarsten Helligkeit. Auch wenn du diese in deiner jetzigen Dunkelheit absolut nicht wahrnehmen kannst: Sie ist da und wartet auf dich.

https://youtu.be/n3Ipw7yvATw

Dabei weiß ich, dass wir uns beide unfassbar ähnlich sind. Er ist ein Mensch, der immer alles oder gar nichts will, der getrieben ist und unaufhörlich weitergehen muss – aus einer tiefen Angst heraus, dass sonst alles zerbrechen könnte. Er hat mir anvertraut, dass ihm jegliche Leidenschaft abhandengekommen sei, und er fragt sich verzweifelt, wo sie geblieben ist. Doch ich weiß, dass sie nicht verschwunden ist. Sie ruht sich gerade nur ein wenig aus und wartet geduldig auf dich.

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Seine Tage sind momentan endlos lang und in ein tiefes Grau getaucht. Eine bleierne Schwere scheint sein Herz zu erdrücken. Manchmal zwingt er sich zwar, nach draußen zu gehen, doch innerlich ist er so taub geworden, dass er nicht einmal mehr den Schmerz spüren kann. Ich hoffe inständig, dass er tief in sich spürt, dass ich ihn wirklich sehe und weiß, wie unermesslich viel er mir bedeutet. Auch wenn ich in diesem Moment nicht physisch an deiner Seite sein kann, bin ich bei dir und warte auf dich.

https://music.apple.com/ch/song/97/1689132160

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Wir haben diese Reise damals gemeinsam begonnen und leben nun unseren Traum, der nach all der Zeit endlich abhebt. Es ist ein Traum, der uns allen gehört – und den es ohne ihn schlichtweg nicht geben würde. Die Sonne wird auch im kommenden Herbst noch scheinen und ihr hellstes Licht zeigen. Ganz egal, wo du bist oder wie lange du brauchst: Wir alle stehen hier und warten auf dich.

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📅❓ Der Fremde in mir.

Wenn ich darüber nachdenke, welche Beziehung mich am meisten über mich selbst gelehrt hat, nenne ich als erstes meine Ehe und ihr Scheitern. Die letzte Zeit des Ringens während der ehelichen Agonie zwischen „change it, love it or leave it”, die relativ kurze Zeit, in der ich mich entschied, die Ehe zu verlassen, und die Zeit danach, in der ich mich intensiv mit mir selbst auseinandersetzte, haben mich zu Selbsterkenntnissen geführt.

Ein paar Jahre später folgte erst der virtuelle und später der telefonische Austausch mit einer jüngeren Frau, die selbstverständlich über ihre tiefe Introversion und wie sie diese lebt, sprach. Sie öffnete mir durch ihr Beispiel die in meiner Kindheit verschlossene Tür zu meiner eigenen Introversion. Diese eher lockere Beziehung war meine Rettung und hat mich am meisten über mich selbst gelehrt.

Welche Beziehung hat dich am meisten über dich selbst gelehrt?

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Which relationship has taught you the most about yourself?  |  Welche Beziehung hat dir am meisten über dich selbst beigebracht?

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🕮 dazugehören

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📅❓ „Im Buch des Lebens stehen die Antworten nicht auf der letzten Seite.“

Wir sind selbstbewusst und unabhängig. Wir führen ein unfassbar reiches und fast schon grenzenloses Innenleben.

ER geht oft auf zwei Beinen, tanzt ausgiebig, spielt Shortstop und liest Bücher – am liebsten „Krieg und Frieden” –, allerdings mit der Lesegeschwindigkeit von einem Wort pro Tag.

Trotz seiner Unabhängigkeit und gelegentlichen Arroganz empfindet ER tiefe Zuneigung zu mir, auch wenn ER das nicht immer zeigt.

Für ihn bin ich meist nur „der Mann mit dem Dreitagebart auf dem Kopf“ (the man with three-day stubble on his head), meine Hauptaufgabe ist es, ihm sein Abendessen zu bringen.

Obwohl ER mein Tier ist, sieht ER sich selbst eher als gleichberechtigt, wenn nicht sogar als überlegen.

Sein auffälligstes Merkmal ist seine Vorstellungskraft. Wenn ihm sein normales Dasein zu langweilig wird, schlüpft ER in verschiedene Rollen.

Oft sitzt ER an seiner Schreibmaschine. Sein Roman beginnt stets mit dem legendären Satz „Es war eine dunkle und stürmische Nacht …”, wird aber von den Verlagen unerbittlich abgelehnt – oft in Form von Absagemails.

Mit Sonnenbrille und Pullover lehnt ER lässig an Wänden und hält sich für den coolsten Typen.

Ausgestattet mit Fliegerbrille und rotem Schal kämpft ER auf dem Dach unseres Hauses imaginäre Luftschlachten gegen seinen unsichtbaren Erzfeind, den Roten Baron.

Mit ihm als lebenslangen Begleiter wäre das Leben immer anregend – wenn ER nicht gerade schläft oder isst.

ER ist ein Träumer, ein Philosoph und ein Lebenskünstler. ER zeigt mir, dass die Realität das ist, was ich aus ihr mache.

Ich könnte stundenlang mit ihm philosophieren, und das Leben wäre leichter.

Tägliche Schreibanregung
Wenn du dir irgendein fiktives Tier als lebenslangen Begleiter aussuchen könntest (wie ein Pokémon oder ein Fantasy-Haustier) – welches wäre das?

If you could pick any fictional animal to be your lifelong companion (like a Pokémon or fantasy pet), what would it be?  |  Wenn du dir ein fiktives Tier als lebenslangen Begleiter aussuchen könntest (zum Beispiel ein Pokémon oder ein Fantasietier), welches wäre das?

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📅❓ Tobie

Meine favorisierte Zeichentrickfigur ist Tobie Lolness aus einer Buchreihe von Timothée de Fombelle. Leider wurden die Bücher in einer deutsch-französischen Kooperation für KiKA für Kinder verfilmt. Die beiden Bücher sind definitiv keine Kinderbücher, sondern Jugendliteratur, die auch Erwachsenen ein Lesevergnügen bereitet. Die beiden Fortsetzungsromane verdichten unseren Makrokosmos im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Mikrokosmos. Das Leben auf der Rinde eines Baumes. Die Bewohner verhalten sich dabei genauso gut und schlecht wie wir. Sie sägen auch an dem Ast, auf dem sie sitzen.

Obwohl Tobie Lolness nur anderthalb Millimeter groß ist, trägt er im Laufe der Geschichte buchstäblich das Schicksal seiner gesamten Welt – des riesigen Eichenbaums – auf seinen Schultern. Tobie ist selbst für die Verhältnisse seines Volkes winzig. Mit einer Körpergröße von nur 1,5 Millimetern wirkt er oft zerbrechlich, was ihn für seine Feinde leicht unterschätzbar macht.

Was ihm an physischer Stärke fehlt, gleicht er durch enorme Schnelligkeit, Kletterkunst und Geschicklichkeit aus. Im Laufe der Jahre auf der Flucht entwickelt er sich zu einem wahren Überlebenskünstler, der sich in den rauen, unbarmherzigen Zonen des Baumes (und später sogar auf der Erde darunter) zurechtfindet.

Geprägt durch seinen Vater, den weisen Wissenschaftler Sim Lolness, versteht Tobie, dass der Baum ein atmender, lebendiger Organismus ist. Er besitzt ein ausgeprägtes ökologisches Gewissen und Respekt vor allem Lebendigen.

Seine Liebe zu seinen Eltern (Sim und Maia) sowie zu Elisha, seiner großen Liebe, ist sein absoluter Antrieb. Um sie zu retten, nimmt er jedes noch so große Risiko in Kauf.

Tobie ist jedoch kein furchtloser Superheld. Er ist oft einsam und verzweifelt und hat schreckliche Angst. Sein wahrer Mut zeigt sich darin, dass er trotz dieser Ängste und der schier übermächtigen Gegner niemals aufgibt.

Zu Beginn der Geschichte erleben wir Tobie als behütetes Kind einer intellektuellen Familie. Durch die politische Verbannung in die Niederen Äste und die spätere Gefangennahme seiner Eltern wird er brutal aus dieser Welt gerissen. Er wird zum permanenten Flüchtling, verliert seine kindliche Unschuld und muss lernen, unsichtbar zu bleiben und der ständigen Verfolgung durch Jo Mitchs Handlanger zu entkommen.

Tobie durchläuft eine Wandlung vom reaktiven Flüchtling zum aktiven Kämpfer. Er erkennt, dass reines Überleben nicht mehr ausreicht. Er verlässt sein sicheres Exil beim „Grasvolk”, kehrt in den Baum zurück und entwickelt sich zum Dreh- und Angelpunkt des Widerstands. Er lernt, Allianzen zu schmieden, und übernimmt die Verantwortung, nicht nur seine Liebsten, sondern den Baum selbst vor der endgültigen Zerstörung zu bewahren.

Tobie verkörpert das klassische Motiv, dass selbst der Kleinste die Welt verändern kann – nicht durch rohe Gewalt, sondern durch Standhaftigkeit, Liebe und das Festhalten an moralischen Werten in einer korrupten Gesellschaft.

Die Zeichentrickfigur und Romanheld Tobie Lolness ist meine Lieblingsfigur.

Bitte erst die Bücher lesen, dann die Zeichentrickserie schauen. Andersherum wird es eine Enttäuschung. Die Zeichentrickserie ist liebevoll umgesetzt und die Bilder entsprechen den Bildern, die ich beim Lesen der Romane im Kopf hatte.

Ich hätte mir eine Verfilmung durch James Cameron oder Steven Spielberg mit echten Schauspieler:innen gewünscht.

Tägliche Schreibanregung
Welche Zeichentrickfigur ist dein Favorit?

Who is your favorite cartoon character?  |  Wer ist deine Lieblings-Zeichentrickfigur?

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📅❓ Detektieren.

Da ich vor Kurzem kein neues Hobby für mich entdeckt habe, kann ich weder davon erzählen noch davon berichten, wie ich darauf gekommen bin.

Beim Nachdenken über die heutige Schreibanregung fiel mir jedoch ein Hobby ein, über das die BBC eine Serie in drei Staffeln produziert hat: das Detektieren.

Es handelt sich um die Serie „Detectorists”.

Wenn man die Handlung auf das Hobby des Sondengehens reduziert, liest sie sich wie eine fortlaufende, methodische archäologische Schatzsuche im ländlichen Essex.

Das Herzstück der Serie ist das titelgebende Duo, die beiden befreundeten Sondengänger Andy (Mackenzie Crook) und Lance (Toby Jones). Die Chemie der beiden Schauspieler passt perfekt.

Obwohl es vordergründig nur um ein paar Männer geht, die auf Äckern nach rostigem Schrott und römischen Münzen suchen (es gibt auch noch konkurrierende Sondengänger), geht es in „The Detectorists“ eigentlich um viel mehr. Die Serie fängt Themen wie männliche Freundschaft, Einsamkeit, die Liebe zur Natur und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben wunderschön ein.

Auch die Nebenfiguren aus dem lokalen Sondengänger-Verein werden liebevoll und augenzwinkernd gefeiert. Sie werden nie als reine Witzfiguren oder tumbe Nerds bloßgestellt, sondern als echte, tiefgründige Menschen mit all ihren alltäglichen Sorgen, Macken und Leidenschaften gezeichnet.

Das Drehbuch von Mackenzie Crook, der auch Regie führt und die Hauptrolle spielt, ist brillant. Der Humor ist trocken, subtil und extrem pointiert, kommt aber völlig ohne eingespielte Lacher aus. Die Serie glänzt durch clevere, schlagfertige Dialoge und fantastische, kurze, pointierte Bemerkungen, ohne dabei jemals in platten Klamauk abzurutschen. Meisterhaft pendelt sie zwischen leiser Komik, trockenem Humor und berührender Tragik.

Das Sondengehen bildet die Klammer um tragische, komische und tragikkomische Geschichten aus einer britischen Kleinstadt und ihren Bewohner:innen. Liebe, Freundschaft, Familien und deren Zusammenführung, Loyalität, Pubbesuche und Vereinsmeierei sind die noch viel interessanteren Nebenschauplätze.

„Detectorists“ ist ein echtes Juwel der britischen Fernsehlandschaft. Wer sich auf das ruhige Tempo („Slow Burn“) einlässt, wird mit einer der besten, lustigsten und herzlichsten Comedy-Drama-Serien der letzten Jahre belohnt.

Britischer Humor und Situationskomik vom Feinsten.

Die Serie sollte im Originalton angeschaut und gehört werden, denn keine Synchronisation kann den originalen Tonfall ersetzen. Die Serie ist untertitelt.

Tägliche Schreibanregung
Erzähl von einem Hobby, das du dir erst kürzlich angeeignet hast – wie bist du dazu gekommen?

Share a hobby you’ve picked up recently — what got you into it?  |  Erzähl uns von einem Hobby, das du vor Kurzem für dich entdeckt hast – wie bist du darauf gekommen?

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Was Freunde einander schenken, …

… entspricht den Gaben in der Liebe, erreicht aber kaum je das Stadium leidenschaftlicher Hingabe.

~ Wilhelm Schmid, Vom Schenken und Beschenktwerden, Insel Verlag Berlin 2017

Dies stand auf der Geburtstagskarte, die mir N. zu meinem Geburtstag am 21.07.2016 schenkte. Wir unternahmen einen Ausflug mit Picknick und Kaffeetrinken und gingen abends in ein Hotel-Restaurant essen. Es war eine warme Sommernacht. Sie brachte mich nach Hause. Wir standen im dunklen Hof, unterhielten uns noch ein wenig und staunten über den sternenklaren Nachthimmel. Sie nahm mich in den Arm, ich umarmte sie. So blieben wir stundenlang regungslos stehen, lauschten dem Klang der Nacht, hörten unseren Atem und spürten unseren gegenseitigen Herzschlägen nach.

Täglicher Schreibanreiz
Kannst du eine Situation schildern, in der du dich geliebt gefühlt hast?

Can you share a positive example of where you’ve felt loved? | Können Sie ein positives Beispiel nennen, bei dem Sie sich geliebt gefühlt haben?

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