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Ich stelle dich vor anderen immer besser dar, als du in Wirklichkeit bist. Wenn mir das nicht gelingt, schweige ich lieber ganz. Wer sich selbst so sehr belügt wie ich, hat ohnehin Angst, sein Gesicht zu verlieren. Du stehst vor meinem warmen Bett und selbst wenn du mir ein Lächeln schenkst, spüre ich nur deine eisige Kälte. Dann sagst du, dass du jetzt gehen musst. Auf meine verzweifelte Frage, wann wir uns wiedersehen, wirfst du mir nur ein flüchtiges „Bald” hin.
Tief im Innern verstehe ich genau, was all das bedeutet. Ich lese deine Nachrichten und sehe das, was du ungesagt lässt. Zwischen den Zeilen steht ganz unmissverständlich, was du wirklich denkst: Da steht ein klares „Nein“. Da steht, dass es für uns einfach nicht reicht. Und trotzdem klammere ich mich an den Gedanken, dass steter Tropfen den Stein höhlt und selbst Feuer das härteste Blei verbiegen kann. Ich rede mir ein, dass sich alles noch ändern kann, und halte an dieser unerbittlichen Hoffnung fest. Doch die Realität ist, dass ich genau dort, in den leeren Räumen zwischen deinen Worten, vollkommen allein bleibe.
Ich frage mich so oft, was du eigentlich brauchst, um wirklich etwas für mich zu empfinden. Soll ich einfach weiter warten? Brauchst du nur mehr Zeit? Oder liebst du längst jemand anderen, sodass ich nur die Reste abbekomme, die am Ende übrig bleiben? Um dich bloß nicht zu stören, mache ich mich unsichtbar, verhalte mich leise und nehme mich völlig zurück. Ich bin kaum noch ich selbst. Ich will einfach glauben, dass da tief in dir Gefühle für mich sind, und ich wünsche mir so sehr, dass du endlich den Mut findest, darüber zu sprechen. Doch stattdessen schweigst du.
Und dann tauchst du immer wieder und meistens völlig aus dem Nichts auf und nimmst dir plötzlich Zeit für mich. Jedes Wort, das du in diesen Momenten sprichst, wirft in mir nur noch mehr Fragen auf. Du zeigst ehrliche Freude darüber, mich zu sehen, und ich bin einfach nicht stark genug, um dir zu widerstehen. Doch ich ahne bereits, dass, wenn ich mich dir jetzt wieder voll und ganz hingebe, du mir alles nehmen wirst, nur um mich am Ende wieder genau dort zurückzulassen – allein zwischen den Zeilen.
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Das Bild der „besseren Hälfte“ hat unter anderem einen poetischen Ursprung: Es geht auf den antiken Philosophen Platon und seinen „Mythos der Kugelmenschen“ zurück. Demnach waren Menschen ursprünglich kugelförmige Wesen mit vier Armen, vier Beinen und zwei Gesichtern. Von den Göttern wurden sie zur Strafe in zwei Hälften geteilt. Seitdem sucht jeder Mensch ein Leben lang nach seiner „anderen Hälfte“, um wieder vollkommen zu sein.
Ich mag diese Redewendung überhaupt nicht und verwende ihn auch nicht. Zu oft habe ich ihn mit einem Unterton gehört, der das Gegenteil des Ausdrucks vermittelte.
Auch scheint mir die heutige Schreibanregung aus einem weiteren Grund aus der Zeit gefallen zu sein: In Deutschland leben aktuell über 21 Millionen Erwachsene nicht in einer festen Beziehung. 16,7 Millionen Menschen leben allein in einem Haushalt, das sind 34,4 % aller Privathaushalte in Deutschland. Damit ist der Einpersonenhaushalt hierzulande die häufigste Haushaltsform.
Meine ehemalige Partnerin und mich verband die Sorge vor den unkalkulierbaren Folgen der Atomspaltung, sowohl der friedlichen als auch der militärischen. Wir waren Teil eines lokalen Friedensgrüppchens. Im Anschluss an unsere wöchentlichen Treffen führten wir über mehrere Wochen hinweg lange Gespräche zu zweit. Bei unserer ersten gemeinsamen Teilnahme an einer großen, überörtlichen Demonstration kamen wir uns so nah, dass wir fortan gemeinsam durchs Leben gegangen waren.