Angenommen zu werden und zu spüren, dass man gut genug ist, so wie man ist, ist das Netteste, was jemand für einen tun kann.
Meine Oma Juliane hat mich so angenommen, wie ich bin, und mir immer das Gefühl gegeben, gut genug zu sein. Das war meine Rettung.
Es gab nur eine Situation, in der das nicht der Fall war: Als ich meiner Urgroßmutter Margarethe nämlich als Kind wütend einen Kaffeelöffel an den Kopf warf. Ich saß eingesperrt auf dem Dachboden und konnte darüber nachdenken. Ich habe daraus gelernt.
Tägliche Schreibanregung
Was ist das Netteste, das jemals jemand für dich getan hat?
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
~ Der erste Schöpfungsbericht (1. Mose (Genesis) 1,27), in der Übersetzung der Lutherbibel 2017
Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
~ Der zweite Schöpfungsbericht (1. Mose (Genesis) 2,7), in der Übersetzung der Lutherbibel 2017
Tägliche Schreibanregung
Wenn du ein Ereignis aus der Geschichte ausradieren könntest – welches wäre das?
In der Podcast-Episode „Speziesismus leicht gemacht” von Daniela Noitz wird der Begriff „Speziesismus” erklärt.
Dieser beschreibt die Diskriminierung von Arten, insbesondere die Bevorzugung des Menschen gegenüber anderen Tieren. Noitz kritisiert, dass sich der Mensch oft als überlegene Spezies sieht und die Gemeinsamkeiten mit anderen Tieren ignoriert, was zu einer Abwertung führt.
Sie beleuchtet die rechtlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die diese Ungleichbehandlung unterstützen, und weist darauf hin, dass Tiere in der Landwirtschaft häufig als Produktionsmittel statt als fühlende Wesen betrachtet werden. Die Podcastfolge thematisiert auch die Rolle der Sprache bei der Normalisierung dieser Verhältnisse und ruft dazu auf, die gesellschaftlichen Bedingungen, die Speziesismus fördern, zu hinterfragen.
Abschließend betont Noitz, dass ein Wandel in der Wahrnehmung und Behandlung von Tieren auch eine Veränderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen erfordert.
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Der polnische Science-Fiction-Autor und Technikphilosoph Stanisław Lem überlebte als junger Mann den Überfall der Nazis auf seine Heimatstadt Lemberg und lebte während des Krieges unter falscher Identität.
Nach dem Krieg ließ er sich in Krakau nieder und tauschte seine medizinische Ausbildung gegen das Schreiben ein. In seinen Büchern verband er Wissenschaft mit Philosophie. Sein bekanntester Roman „Solaris” thematisiert die dunklen Seiten der Raumfahrt und der menschlichen Psyche und wird oft als gesellschaftskritische Satire interpretiert.
In seinen Essays warnte Lem vor den Gefahren der Technologie und der menschlichen Natur, indem er die moralischen Implikationen von künstlicher Intelligenz und Evolution hinterfragte.
Er starb am 27. März 2006, hinterließ jedoch ein umfangreiches Werk, das weiterhin relevante Fragen zur Beziehung zwischen Mensch und Maschine aufwirft.
Aus der Podcastfolge „Visionär der Moderne: Der Autor Stanislaw Lem“ vom –27.03.2026– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.
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Ich habe nie das Feedback bekommen, dass ich unsozial sei oder wirke. Im Gegenteil.
Grundsätzlich bin ich ein geselliger Mensch. Das habe ich bereits in der Kindheit verinnerlicht, weil meine Eltern und meine Umwelt mir signalisiert haben, dass meine introvertierten Eigenschaften falsch sind (das Wort „introvertiert“ ist dabei damals nie gefallen). Ich wurde für extravertiertes Verhalten gelobt. Dadurch war ich unter Leuten, mehr als mir gut tat.
Heute achte ich darauf, dass die sogenannte Me-Time mit der geselligen Zeit für mich ausgeglichen ist.
Ich bezeichne mich weder als Anführer noch als Mitläufer.
Ein Anführer ist eine Person, die eine Gruppe oder Organisation durch eine klare Vision leitet und dabei als inspirierendes Vorbild agiert, statt sich nur auf formale Befehlsgewalt zu stützen. Er gewinnt das Vertrauen seiner Mitmenschen, um gemeinsam Ziele zu erreichen und die individuellen Potenziale der Teammitglieder gezielt zu fördern. Dabei trägt er die zentrale Verantwortung für die strategische Ausrichtung sowie den Zusammenhalt der Gemeinschaft.
Ein Mitläufer hingegen schließt sich einer Gruppe oder Bewegung an, ohne eine aktive Führungsrolle zu übernehmen oder eigene kritische Standpunkte deutlich zu vertreten. Meist treibt ihn der Wunsch nach Sicherheit und Zugehörigkeit dazu, sich passiv der Mehrheitsmeinung anzupassen. Er trägt die kollektiven Ziele zwar mit, scheut jedoch die individuelle Verantwortung für die daraus resultierenden Konsequenzen.
Ein Mitläufer bin ich nicht. Es gibt nur wenige Gruppen oder Bewegungen, denen ich mich anschließe, meistens auch nur vorübergehend. Wenn es sich ergibt, bin ich bereit, zeitweise eine aktive Führungsrolle zu übernehmen. Kritische Standpunkte vertrete ich deutlich. Weicht die Mehrheitsmeinung fundamental von meiner Meinung ab, halte ich Distanz zur Gruppe oder Bewegung. Als Verantwortungsethiker übernehme ich selbstverständlich die individuelle Verantwortung für die Konsequenzen meiner Mitgliedschaft.
Ein Anführer bin ich jedoch nicht, da mich diese Rolle als zutiefst introvertierter Mensch überfordern und ungesund stressen würde. Für einen überschaubaren Zeitraum bin ich jedoch bereit, eine Führungsrolle zu übernehmen. Gerne unterstütze ich selbstlos Anführer, deren Ziele, Werte und Verhalten ich gutheiße.
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Dies ist die kurze Geschichte über einen Menschen, der mein Leben positiv beeinflusst hat.
Es war mein Deutschlehrer H., der Konrektor des Gymnasiums, ein sogenannter alter Knochen, geprägt durch die Erfahrungen der Nazi-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Sein Tick waren lateinische Sprüche. Er war ein Lehrer, der die Klasse verstummen ließ, wenn er den Raum betrat. Ich hatte Probleme mit Autoritäten. Ich machte mich klein und hoffte, unsichtbar zu sein. Ich war einer der schlechtesten Deutschschüler. Bis zu dem einen Morgen nach der großen Pause.
In dieser Pause nahm ich meinen kleineren Klassenkameraden P. spaßeshalber unter den Arm. In der darauffolgenden Deutschstunde wurde P. übel und H. fragte ihn, ob er wisse, woher seine Übelkeit komme. P. berichtete von meinem Armgriff.
Danach wackelten die Wände. H. schrie mich an, machte mir die größten Vorwürfe und trug mir auf, bis zum nächsten Tag zwölf DIN-A4-Seiten zu beschriften. Zuhause angekommen, war ich außer mir. Ich bebte vor empfundener Ungerechtigkeit. Ich hatte lediglich in der Pause mit P. geflachst und ihn möglicherweise unglücklich gegriffen. Meine Eltern suchten das Gespräch mit H., und ich gab meine zwölf DIN-A4-Seiten ab. Dann geschah etwas Überraschendes.
In den folgenden Wochen und Monaten gehörte ich immer zu denjenigen, die ihre Deutschhausaufgaben vor der Klasse stehend vortragen mussten. Nicht, weil H. mich vorführen oder beschämen wollte, sondern, wie ich gleich beim ersten Mal merkte, weil er mich von nun an fördern wollte. Im Laufe der Zeit wurde ich zu einem guten Deutschschüler. Ohne H. wäre ich heute vermutlich ein anderer Mensch.
Unsere gegenseitige Sympathie ging sogar so weit, dass mein befreundeter Klassenkamerad R. und ich eine Radtour auf die andere Rheinseite unternahmen, um H. zu Hause überraschend zu besuchen. Wir wurden freundlich empfangen. Ich lernte, was der Spruch „Harte Schale, weicher Kern” bedeutet.
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In dieser Vorlesung wird die Kommunikation von Affen, insbesondere der südlichen Grünmeerkatze, thematisiert. Diese weist durch spezifische Alarmrufe auf Raubtiere hin. Julia Fischer von der Universität Göttingen erklärt, dass Sprache kein einzelnes Merkmal, sondern ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Komponenten ist, das auch bei Affen beobachtet werden kann. Ihre Forschung zeigt, dass Affen differenzierte Rufe verwenden, um auf unterschiedliche Bedrohungen hinzuweisen, und dass diese Rufe eine evolutionär festgelegte Beziehung zu den entsprechenden Gefahren haben. Abschließend wird betont, dass die Sprachfähigkeit beim Menschen einzigartig ist, da sie eine kumulative Evolution und die Fähigkeit zum Erlernen neuer Sprachen umfasst, was bei Tieren nicht in gleichem Maße beobachtet werden kann.
Podcastfolge „Vorsicht, Leopard! Wie Affen sich verständigen“ vom 04.09.2025 aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.
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Der heutige Daily Prompt fragt danach, was einen Menschen meiner Meinung nach einzigartig macht. Es gibt objektive Kriterien: Jeder Mensch hat eine einzigartige DNA. Niemand denkt exakt wie ein anderer. Jeder Mensch ist durch die Summe seiner Erfahrungen einzigartig. Jeder Mensch hat einen einzigartigen Filter aus Kultur, Erziehung und Erlebtem, durch den er die Welt auf seine Weise interpretiert. Jeder Mensch lacht und formuliert anders, hat seine eigenen Vorlieben und Abneigungen. Jeder Mensch trifft Entscheidungen auf seine eigene Weise. Oberflächlich betrachtet gleichen sich viele Menschen, bei genauerer Betrachtung jedoch nicht.
Was macht also für mich persönlich einen Menschen einzigartig? Das möchte ich eigentlich gar nicht wissen. Ich möchte die Einzigartigkeit eines Menschen fühlen und nicht verstehen. Es ist die Aura, die Ausstrahlung, das Charisma, die Menschen für mich einzigartig machen. Der Blick durch die Augen in die Seele. Die Berührung von Haut auf Haut. All das möchte ich nicht verstehen, weil ich befürchte, dass sich der Zauber einer solchen Begegnung durch dieses Verstehen verflüchtigt.
Täglicher Schreibanreiz
Welche Aspekte machen deiner Meinung nach eine Person einzigartig?
Allgemein und vereinfacht bedeutet selbstbewusst sein, voller Selbstwertgefühl zu sein und nicht am eigenen Tun und Wirken zu zweifeln. Das Selbstwertgefühl ist eine positive Einstellung zu sich selbst. Es bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein: seiner Stärken, seiner Schwächen und seines eigenen Wertes – unabhängig von der Meinung anderer. Es ist ein Mensch, der in sich ruht und nicht den Vergleich braucht, um sich gut zu fühlen.
Diese Frage kann ich nicht beantworten. In einer Welt, in der der Schein willkommener ist als das Sein, kann ich nicht mehr unterscheiden, was ist oder was scheint. Ich müsste eine Person wirklich gut kennen, über einen langen Zeitraum hinweg und in aller Tiefe, um das beurteilen zu können. Die Menschen, die ich so gut kenne, haben alle ihre Zweifel, die an ihrem Selbstbewusstsein nagen. Dagegen könnte ich eine fast unendliche Liste mit Menschen schreiben, die selbstbewusst erscheinen. Wenn ich mich mit solchen Menschen länger und intensiver unterhalte, offenbaren sich jedoch immer Abgründe.
Spontan hätte ich auf die Frage mit Helmut Schmidt geantwortet: dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Innensenator Hamburgs, Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag, Bundesverteidigungsminister, Bundesfinanz- und Wirtschaftsminister, Bundeskanzler, Krisenmanager und Mitherausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT. Bei ihm hätte ich die wenigsten Zweifel, dass er eine selbstbewusste Person war.
Täglicher Schreibanreiz
Wer ist die selbstbewussteste Person, die du kennst?