📔 ‚Cogito, ergo sum‘, ‚contradictio in se‘, ‚deus ex machina‘.

Dies ist die kurze Geschichte über einen Menschen, der mein Leben positiv beeinflusst hat.

Es war mein Deutschlehrer H., der Konrektor des Gymnasiums, ein sogenannter alter Knochen, geprägt durch die Erfahrungen der Nazi-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Sein Tick waren lateinische Sprüche. Er war ein Lehrer, der die Klasse verstummen ließ, wenn er den Raum betrat. Ich hatte Probleme mit Autoritäten. Ich machte mich klein und hoffte, unsichtbar zu sein. Ich war einer der schlechtesten Deutschschüler. Bis zu dem einen Morgen nach der großen Pause.

In dieser Pause nahm ich meinen kleineren Klassenkameraden P. spaßeshalber unter den Arm. In der darauffolgenden Deutschstunde wurde P. übel und H. fragte ihn, ob er wisse, woher seine Übelkeit komme. P. berichtete von meinem Armgriff.

Danach wackelten die Wände. H. schrie mich an, machte mir die größten Vorwürfe und trug mir auf, bis zum nächsten Tag zwölf DIN-A4-Seiten zu beschriften. Zuhause angekommen, war ich außer mir. Ich bebte vor empfundener Ungerechtigkeit. Ich hatte lediglich in der Pause mit P. geflachst und ihn möglicherweise unglücklich gegriffen. Meine Eltern suchten das Gespräch mit H., und ich gab meine zwölf DIN-A4-Seiten ab. Dann geschah etwas Überraschendes.

In den folgenden Wochen und Monaten gehörte ich immer zu denjenigen, die ihre Deutschhausaufgaben vor der Klasse stehend vortragen mussten. Nicht, weil H. mich vorführen oder beschämen wollte, sondern, wie ich gleich beim ersten Mal merkte, weil er mich von nun an fördern wollte. Im Laufe der Zeit wurde ich zu einem guten Deutschschüler. Ohne H. wäre ich heute vermutlich ein anderer Mensch.

Unsere gegenseitige Sympathie ging sogar so weit, dass mein befreundeter Klassenkamerad R. und ich eine Radtour auf die andere Rheinseite unternahmen, um H. zu Hause überraschend zu besuchen. Wir wurden freundlich empfangen. Ich lernte, was der Spruch „Harte Schale, weicher Kern” bedeutet.

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📅❓ Fordern und Fördern.

Es sind drei Lehrer:innen, die mich geprägt haben. Indirekt sind es sogar vier.

Nach der Grundschule erhielt ich keine Empfehlung für das Gymnasium, da meine Klassenlehrerin, Frau D., der Meinung war, dass Kinder, deren Eltern keine Fremdsprachen sprechen, auf dem Gymnasium nichts zu suchen haben. Auch nicht auf der Realschule.

Ich ging also in die fünfte Klasse der Hauptschule. Meine Klassenlehrerin, Frau K., war wohl Berufseinsteigerin, noch voller Illusionen und Enthusiasmus. Sie war mitfühlend, zugewandt und hatte alle ihre Schülerinnen und Schüler im Blick. Ihr war sehr daran gelegen, dass aus der Klasse eine Gemeinschaft wurde. Und das wurden wir. Wir trafen uns oft nachmittags nach der Schule zum Spielen. Wir Jungs vor allem, um Fußball zu spielen. Und Frau K. war sehr oft dabei. Das schweißte uns zusammen und machte aus vielen von uns eine eingeschworene Gemeinschaft. Unter ihrer Führung wurde ich einer der besten Schüler:innen der Klasse. Frau K. nutzte die Klassenbesten, um die Schwächeren zu unterstützen. Mit Erfolg. Viele von uns konnten am Ende des Schuljahres die Hauptschule in Richtung Realschule oder Gymnasium verlassen. Dazu musste man eine Aufnahmeprüfung bestehen. Frau K. ist mir bis heute lebendig in Erinnerung.

Ich wechselte aufs Gymnasium und erlebte sozusagen das Gegenteil. Überfüllte Klassen und Schulhöfe, überforderte Lehrer:innen. Ich schleppte mich die ersten drei Jahre durch, ging dann völlig unter und blieb glücklicherweise nach dem siebten Schuljahr sitzen.

Ich kam in eine Klassengemeinschaft, die sich in den drei Jahren zuvor gut entwickelt hatte und sich ähnlich anfühlte wie unsere in der Hauptschule. Unser Klassenlehrer war Herr D., ein noch junger, drahtiger, sportlicher und lebenslustiger Mensch. Ihm habe ich meine Liebe zu Frankreich und zur französischen Sprache zu verdanken, die ich aktuell wieder auffrische. Auch er war ein Lehrer, der seinen Schüler:innen auf Augenhöhe begegnete, und es wurde immer respektiert, dass er der Erste unter Gleichen war. Er blieb unser Klassenlehrer bis zum Abschluss des 10. Schuljahres. Irgendwann stellten Herr D. und ich fest, dass er meine Klassenlehrerin aus der Hauptschule, Frau K., geheiratet hatte. Diese Erinnerung erzeugt noch heute Gänsehaut bei mir. Was für eine schöne Fügung!

Als Deutschlehrer hatten wir den Konrektor des Gymnasiums, Herrn H., einen sogenannten alten Knochen, geprägt durch die Erfahrungen der Nazi-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Er war ein Lehrer, der die Klasse verstummen ließ, wenn er den Raum betrat. Ich habe schon immer Probleme mit Autoritäten. Ich machte mich klein und hoffte, unsichtbar zu sein. Ich war einer der schlechtesten Deutschschüler:innen. Bis zu dem Morgen nach der großen Pause, als ich meinen kleineren Klassenkameraden P. spaßeshalber unter den Arm nahm. In der darauffolgenden Deutschstunde wurde P. übel und H. fragte ihn, ob er sich seine Übelkeit erklären könne. P. berichtete von meinem Armgriff.

Danach wackelten die Wände. H. schrie mich an, machte mir die größten Vorwürfe und trug mir auf, bis zum nächsten Tag zwölf DIN-A4-Seiten zu beschriften. Zuhause angekommen, war ich außer mir. Ich bebte vor empfundener Ungerechtigkeit. Ich hatte lediglich in der Pause mit P. geflachst und ihn möglicherweise unglücklich gegriffen. Meine Eltern suchten das Gespräch mit H., woraufhin das Überraschende geschah.

In den folgenden Wochen und Monaten gehörte ich immer zu denjenigen, die ihre Deutschhausaufgaben vor der Klasse stehend vortragen mussten. Nicht, weil H. mich vorführen wollte, sondern, wie ich gleich beim ersten Mal merkte, weil er mich von nun an förderte. Ohne H. wäre ich heute vermutlich ein anderer Mensch.

Unsere gegenseitige Sympathie ging sogar so weit, dass ich mit meinem befreundeten Klassenkameraden R. eine Radtour auf die andere Rheinseite unternahm, um H. zu Hause zu besuchen. Wir wurden freundlich empfangen. Ich lernte, was der Spruch „Harte Schale, weicher Kern” bedeutete.

Von K., D. und H. lernte ich, wie wichtig es ist, Kinder zu fordern und zu fördern.

Fordern und Fördern, das eine nicht ohne das andere, ist zu einer meiner Lebensmaximen und zu meinem Erfolgsrezept geworden.

Täglicher Schreibanreiz
Welcher Lehrer hat dich am meisten beeinflusst? Warum?

Who was your most influential teacher? Why?  |  Wer war dein prägendster Lehrer? Warum?

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📰 Neu: Podcast über sexuellen Missbrauch durch Lehrer.

In dem Interview geht es um den neuen Podcast „Die Lieblingsschülerin“, in dem drei Frauen über ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt in der Schule berichten. Die Journalistin Britta Rotsch ist selbst betroffen und möchte herausfinden, warum solche Übergriffe von Lehrkräften oft unbemerkt bleiben.


Deutschlandfunk Kultur InterviewMeToo-Fall Schule: Wenn Lehrer Schülerinnen missbrauchen – Julia Bamberg interviewt die Journalistin Britta Rotsch über ihren Podcast „Die Lieblingsschülerin“ – 26.02.2026 – Webseite des Interviews in neuem Tab: https://www.deutschlandfunkkultur.de/metoo-fall-schule-wenn-lehrer-schuelerinnen-missbrauchen-100.htmlInterview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/02/26/metoo_fall_schule_wenn_lehrer_schuelerinnen_missbrauchen_drk_20260226_0740_07b3596a.mp3


Im Podcast erzählen die Frauen, die zum Zeitpunkt der Belästigungen 15 Jahre alt waren, von ihren verwirrenden Gefühlen. Einerseits fühlten sie sich geschmeichelt, andererseits waren sie von der Aufmerksamkeit, die sie von den Lehrern erhielten, überfordert. Deutlich wird, dass viele Schüler*innen in schwierigen persönlichen Situationen sind, wodurch sie anfälliger für solche Übergriffe werden.

Rotsch beschreibt, dass Lehrerinnen oft schrittweise vorgehen: Zunächst bauen sie Vertrauen auf und senden dann immer sexualisiertere Nachrichten. Dies führt dazu, dass die Schülerinnen verwirrt sind und oft nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Es wird betont, dass es sich dabei nicht um eine gesunde Beziehung handelt, sondern um Machtmissbrauch.

Die Konsequenzen für die Lehrer:innen sind oft gering: Sie werden manchmal einfach an eine andere Schule versetzt, ohne bestraft zu werden. Viele Betroffene schweigen aus Angst vor den Folgen für ihre Zukunft.

Der Podcast konzentriert sich auf weibliche Betroffene, da die Mehrheit der Fälle von männlichen Lehrern begangen wird. Es wird auch darauf hingewiesen, dass emotionaler und sexueller Missbrauch an Schulen ein größeres Problem darstellen, mit dem sich weiterhin befasst wird.


Webseite des Podcasts „Die Lieblingsschülerin“: https://www.deutschlandfunk.de/die-lieblingsschuelerin-100.html


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Frauen: Freiwild, nicht nur im Freibad

[…] Ich bin (wie die meisten Mädchen) in den 60ern und 70er Jahren auch ganz ohne Ausländer von Männern belästigt worden. Und das nicht nur im Schwimmbad, sondern durch die eigenen Verwandten, Lehrer, Pfarrer, Nachbarn etc.
Das Patriarchat ist überall und seit Jahrtausenden schuld an der nicht enden wollenden Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
~ I. F., Wetzlar, Leserinnenbrief […]

Ich habe mehrere Jahre in einer Ausländerbehörde gearbeitet. Die Bilder von den naiven Menschen, die klatschend an den Bahnhöfen standen, haben mich damals entsetzt.
~ A. Leserinnenbrief

Ich habe seit 2015 meine sämtlichen links-grünen Freunde und Freundinnen verloren, weil ich nie aufhörte, genau vor diesen frauenfeindlichen Gesellschaften zu warnen.
~ G. F., Frankfurt, Leserinnenbrief […]

Ich habe als Lehrerin der Sekundarstufe 1 seit 2015 akribisch Belästigungen, Übergriffe, Zuhälterei, Drogenhandel, Morddrohungen usw. von muslimischen Jungs dokumentiert und erst der Schulleitung und denn dem Dezernenten vorgelegt. Ergebnis: Dienstgespräch 2020/21 mit Denunzierung meiner Person. Haben meinen Dienst freiwillig quittiert, nach über 20 Jahren.
~ M. R., Leserinnenbrief […]

EMMA Nr. 5 (382), September/Oktober 2025, Briefe, Seite 97 zum Artikel „Frauen: Freiwild im Freibad“ vom 04.07.2025 in https://www.emma.de/artikel/freiwild-im-freibad-341875

Die Bundeswehr hat einen Schüler angezeigt. Bestrafe einen, erziehe hundert? |

Die Bundeswehr hat einen Schüler angezeigt, der nach dem Besuch eines Jugendoffiziers ein kritisches Meme veröffentlicht hat. Dies wirft Fragen zur Rolle der Bundeswehr in Schulen sowie zur Meinungsfreiheit auf.

Nach dem Besuch eines Jugendoffiziers der Bundeswehr an einer Freiburger Schule hat die Bundeswehr einen Schüler angezeigt, der ein kritisches Meme auf Instagram gepostet hatte. Dies führte zu Ermittlungen wegen Beleidigung. Der Schüler hatte bereits vor dem Besuch eine Schülerzeitung gegründet, um gegen den Vortrag zu protestieren. Es gibt Bedenken, dass die Anzeige der Bundeswehr darauf abzielt, Kritiker einzuschüchtern. Das Vorgehen wirft Fragen zur Verantwortung von Schulen auf, die der Bundeswehr Auftritte in ihren Einrichtungen ermöglichen, und fordert Lehrer zur Zivilcourage auf.

»Bundeswehr-Anzeige gegen Schüler produziert PR-Gau und stellt Schulbesuche der Jugendoffiziere in Frage – Nach dem Besuch eines Bundeswehr-Jugendoffiziers in einer Freiburger Schule hat die Bundeswehr Berichten zufolge einen kritischen Schüler angezeigt. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung gegen ihn. Das Verteidigungsministerium dementiert die Anzeige des Schülers durch die Bundeswehr.«, 31.10.2025, https://norberthaering.de/bundeswehr-anzeige/

Die, die tun, und die, die zulassen.

… während die Staaten Unsummen für die Wehrmacht hinauswerfen. Da sie nur Lehrer für 600 Mark sich leisten können, bleiben die Völker so dumm, daß sie sich Kriege für 60 Milliarden leisten müssen. …

Christian Morgenstern, 1907, Stufen, Politisches Soziales

Satirische Kritik an der Prioritätensetzung in Gesellschaften: Bildung wird vernachlässigt, während Kriegsführung teuer ist und dennoch ermöglicht wird.