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Ich gehe meine Biografie durch und suche nach veralteter Technik, die ich vermisse. Ich befrage sogenannte Künstliche Intelligenzen nach veralteter Technik.
Es gibt einige veraltete Technik. Doch keine davon vermisse ich.
Ich bin von der technischen Entwicklung fasziniert und sie geht mir nicht schnell genug.
Der Vorteil veralteter Technik war oft, dass sie mir Geduld abverlangte und mein Leben entschleunigte. Wenn ich will, kann ich auch die heutige Technik so verwenden, dass ich entschleunigt lebe und mich nicht durch ihre Rasanz unter Druck setzen lasse.
Tägliche Schreibanregung
Welche veraltete Technik vermisst du am meisten – und warum?
Falls wir die kommenden 20 Jahre überleben – was ich bezweifle – und ein lebenswertes Leben führen können, fallen mir einige Technologien ein, die es meiner Meinung nach in 20 Jahren ganz sicher geben wird.
Eine davon ist die Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme.
Wenn ich die Entwicklung des Computers der letzten 50 Jahre als Vergleich heranziehe, werden Solarpaneele, Windräder, die Stromerzeugung aus fließendem Wasser und die Nutzung jeglicher Abwärme mit immer kleineren Bauteilen möglich sein.
Eine Solarzelle in Briefmarkengröße wird ausreichen, um ein Auto selbst im Winter zu fahren und zu laden. Vermutlich werden Glasflächen, Gebäudefassaden oder Karosserien Licht (nicht nur direkte Sonneneinstrahlung) in Energie umwandeln können.
Kleine Windmühlen auf Dächern werden zusammen mit Licht den Strombedarf eines Hauses selbst im Winter decken können.
Strom und Wärme werden aus fließendem Abwasser gewonnen werden können.
Energiespeicher werden auf immer kleinerem Raum immer größere Mengen Energie speichern können.
Zukünftige Generationen werden nicht verstehen, wie die Menschheit jemals auf die Idee kommen konnte, Kohle, Öl oder Gas zu verbrennen und die Warnungen von Wissenschaftlern und Forschern bereits im 19. Jahrhundert zu ignorieren bzw. zu unterdrücken.
Tägliche Schreibanregung
Welche Technologie wird es deiner Meinung nach in 20 Jahren ganz sicher geben?
Die Technologie hat meinen Job vollkommen verändert. Als ich meine Ausbildung begann, stand in einem von hundert Büros ein IBM-Computer für spezielle Aufgaben. Ansonsten wurden Kundendaten auf Karteikarten (mehrere zehntausend) festgehalten. Karteikarten, die am Schalter länger nicht mehr gezogen wurden, kamen ins Archiv, also in den Keller. Diese Aufgabe bekamen Studenten in den Semesterferien als gut bezahlten Ferienjob. Ein Student machte sich einmal den Spaß und sortierte die Karteikarten nicht nach dem Nachnamen, sondern nach dem Vornamen.
Ich lernte den Beruf des Sozialversicherungsfachangestellten, d. h., ich musste mich im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung gut auskennen. Nach der Ausbildung kam die Fortbildung und ich musste mich noch besser auskennen. Zwei Jahrzehnte konnte ich dieses Wissen praktisch anwenden.
Fünf Jahre nach Ausbildungsbeginn stand auf jedem Schreibtisch ein Computer und die Karteikarten wurden digitalisiert. Die täglichen Datenänderungen wurden über Nacht verarbeitet.
24 Jahre nach Ausbildungsbeginn genügte die vorhandene Software den modernen Anforderungen nicht mehr. An das seit 20 Jahren bestehende System wurden sogenannte Client-Server-Anwendungen angehängt. Das war der Zeitpunkt, an dem für reine IT-Aufgaben mehr Personal benötigt wurde. Das interessierte mich mehr als das trockene Recht. Ich bewarb mich. Ich wechselte zum IT-Dienstleister meiner Firma. Datenänderungen wurden nun großteils in Echtzeit verarbeitet.
Rund 30 Jahre nach meiner Ausbildung wurden das alte System und die Client-Server-Anwendungen durch SAP-Software abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt habe ich das papierlose Büro für mich realisiert und ausschließlich am PC gearbeitet. Im Laufe der Jahre wurde aus einem Verwaltungsfachangestellten ein Anwendungsberater, ein Supporter und ein Qualitätssicherer. Aus einem stationären Job in einem Büro an einem Standort wurde ein Dienstreisender, der an vielen Standorten und Wochen im Jahr an Testgruppensitzungen teilnahm oder diese organisierte.
Die beschriebene Technologie war ein Glücksfall für mich, weil sie meine Arbeit vielfältiger machte, mich nicht auf eine Spezialisierung festlegte und ich so viele Städte und Menschen kennenlernen konnte. Zudem konnte ich mein Faible für Workarounds ausleben.
Das Ende dieses Zeitalters ist absehbar gekommen und ein neues wird eingeläutet: Der Kollege oder die Kollegin „AI-KI” wird nach und nach übernehmen.
Ich könnte die App „UBA Luftqualität” des Umweltbundesamtes deinstallieren, da die Luftqualität durchgehend gut ist.
Meine Wohnung hat ihre Fenster zu einem großen Hinterhof mit vielen Parkplätzen und Garagen. Dieser wäre jetzt ein großer Garten, in dem wir Mieter uns aufhalten und Obst und Gemüse ernten könnten. Die Straße vor meinem Haus und die Straßen in unserer Stadt wären Einbahnstraßen, die von Straßenbahnen, Bussen sowie Last- und Lieferwagen genutzt werden könnten.
Ich könnte auf großzügig ausgebauten Bürgersteigen mit Fahrspuren für Fahrradfahrer, Bäumen und Grünflächen gehen.
Mir würden Igel, Eichhörnchen und seltene Vögel im Stadtbereich begegnen.
Alle zehn Minuten könnte ich im Umkreis von 500 Metern um meine Wohnung ein öffentliches Verkehrsmittel erreichen. Die Busse und Bahnen kämen verlässlich und brächten mich pünktlich an mein Ziel.
Meine Einkäufe in den wieder in den Innenstädten angesiedelten Einzelhandelsgeschäften und in allen Supermärkten würden mir nach Hause geliefert.
Pakete würde ich nur noch von einem Paketdienstleister erhalten, da sich die Paketdienstleister ihre Bezirke wie die Schornsteinfeger aufteilen würden, sodass es zu keinen Mehrfachfahrten in einem Bezirk käme.
Ich würde wieder fröhliche Kinder sehen und hören, denn die Geburtenrate wäre gestiegen. Es gäbe mehr und größere Kinderspielplätze … Ich halte mir die Ohren zu: Gerade reißt mich das entsetzliche Geräusch einer Vollbremsung mit Aufprall auf der Straße vor meiner Wohnung aus meinen Träumen. Es ist Zeit, einkaufen zu gehen. Seit elf Jahren besitze ich kein Auto mehr, und es mangelt mir an nichts. Ich erreiche fast jedes Ziel. Ich fahre nur noch Auto, wenn ich als Fahrer gebraucht werde.
Die Hoffnung, dass sich eine Mehrheit der Menschen vernünftig verhält, habe ich längst begraben. Fassungslos beobachte ich den Niedergang, den freien Fall. —
Alle 23 Sekunden stirbt auf der Erde ein Mensch bei einem Autounfall. Das entspricht knapp 3.700 Menschen pro Tag oder 1,35 Millionen pro Jahr. Es handelt sich um die Todesursache Nr. 1 für Kinder und junge Menschen im Alter …
diese Welt wäre ohne das Automobil eine bessere
… von 5 bis 29 Jahren. Alle 60 Sekunden wird zudem irgendwo auf der Welt ein Fußgänger totgefahren.
Der Flächenbedarf für das Fahren und Parken von Autos beträgt weltweit geschätzt über 500.000 km².
Die weltweiten Ölreserven, einschließlich der extrem umweltschädlichen Fracking-Methode, werden voraussichtlich noch etwa 40 Jahre zur Verfügung stehen. Das UPI (Umwelt- und Prognose-Institut Heidelberg) prognostiziert für das Jahr 2030 eine Verdopplung des Primärenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen bei Pkw. Die Stickoxid-Emissionen (NO_x) werden demzufolge auf 35 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Auch das äußerst giftige Kohlenmonoxid (CO) wird sich verstärkt bemerkbar machen. Es wird sich fast verdoppeln. Die Kfz-Flotte wird gigantisch wachsen und damit fast alle technischen Fortschritte in der Entwicklung abgasarmer Motoren zunichte machen. Die Kohlenwasserstoffe (VOC), darunter die besonders toxischen Benzo(a)pyrene und Benzol, werden erheblich zunehmen. Stickstoffdioxid (N₂O), ein äußerst gravierendes Treibhausgas, wird im Gegensatz zu den anderen Giftstoffen durch den Katalysator sogar verstärkt und wird zwei- bis dreimal so hoch sein. Das gesamte belastete Luftvolumen wird bis 2030 auf 600 Millionen km³ pro Jahr steigen.
Stickoxide und Feinstaub werden hauptsächlich durch Autos verursacht. Feinstaub entsteht nicht nur durch die Motoren, sondern auch durch den Abrieb von Fahrbahnasphalt und Fahrbahnmarkierungen, durch Bremsen und durch Staubaufwirbelung. Hauptverursacher für das Mikroplastik im Meer, in der Luft und in unseren Organen bis hin zum Gehirn ist der Reifenabrieb (ein Drittel bis 60 %).
Das Auto führt Krieg gegen Menschen, Umwelt und ein gesundes Klima. Ein Auto produziert im Durchschnitt bei seiner Herstellung einen „ökologischen Rucksack” von 30 Tonnen CO₂. Und der ökologische Rucksack eines Elektroautos ist sogar noch viel größer. Elektroautos sind nur im Kleinwagenbereich effizient, und das auch nur, wenn erneuerbare Energien einen übermächtigen Anteil haben. Das wird jedoch erst 2040 bzw. vielleicht sogar erst 2050 der Fall sein. Das heißt, allenfalls als kleines Nischenprodukt ist das E-Auto sinnvoll – und auch nur im Rahmen einer wirklichen Verkehrswende, in der das Auto kein Massenverkehrsmittel mehr ist.