📅❓ Vom Vornamen-Sortieren zur KI-Ära: Wie der technologische Wandel mein größtes Berufsglück wurde.

Die Technologie hat meinen Job vollkommen verändert. Als ich meine Ausbildung begann, stand in einem von hundert Büros ein IBM-Computer für spezielle Aufgaben. Ansonsten wurden Kundendaten auf Karteikarten (mehrere zehntausend) festgehalten. Karteikarten, die am Schalter länger nicht mehr gezogen wurden, kamen ins Archiv, also in den Keller. Diese Aufgabe bekamen Studenten in den Semesterferien als gut bezahlten Ferienjob. Ein Student machte sich einmal den Spaß und sortierte die Karteikarten nicht nach dem Nachnamen, sondern nach dem Vornamen.

Ich lernte den Beruf des Sozialversicherungsfachangestellten, d. h., ich musste mich im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung gut auskennen. Nach der Ausbildung kam die Fortbildung und ich musste mich noch besser auskennen. Zwei Jahrzehnte konnte ich dieses Wissen praktisch anwenden.

Fünf Jahre nach Ausbildungsbeginn stand auf jedem Schreibtisch ein Computer und die Karteikarten wurden digitalisiert. Die täglichen Datenänderungen wurden über Nacht verarbeitet.

24 Jahre nach Ausbildungsbeginn genügte die vorhandene Software den modernen Anforderungen nicht mehr. An das seit 20 Jahren bestehende System wurden sogenannte Client-Server-Anwendungen angehängt. Das war der Zeitpunkt, an dem für reine IT-Aufgaben mehr Personal benötigt wurde. Das interessierte mich mehr als das trockene Recht. Ich bewarb mich. Ich wechselte zum IT-Dienstleister meiner Firma. Datenänderungen wurden nun großteils in Echtzeit verarbeitet.

Rund 30 Jahre nach meiner Ausbildung wurden das alte System und die Client-Server-Anwendungen durch SAP-Software abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt habe ich das papierlose Büro für mich realisiert und ausschließlich am PC gearbeitet. Im Laufe der Jahre wurde aus einem Verwaltungsfachangestellten ein Anwendungsberater, ein Supporter und ein Qualitätssicherer. Aus einem stationären Job in einem Büro an einem Standort wurde ein Dienstreisender, der an vielen Standorten und Wochen im Jahr an Testgruppensitzungen teilnahm oder diese organisierte.

Die beschriebene Technologie war ein Glücksfall für mich, weil sie meine Arbeit vielfältiger machte, mich nicht auf eine Spezialisierung festlegte und ich so viele Städte und Menschen kennenlernen konnte. Zudem konnte ich mein Faible für Workarounds ausleben.

Das Ende dieses Zeitalters ist absehbar gekommen und ein neues wird eingeläutet: Der Kollege oder die Kollegin „AI-KI” wird nach und nach übernehmen.

Täglicher Schreibanreiz
Wie hat Technologie deinen Job verändert?

How has technology changed your job?  |  Wie hat die Technologie deinen Job verändert?

„CC BY-NC-SA“-Lizenz öffnet sich in einem neuen Tab: https://rueckzuginsprivate.de/cc-lizenzierung-cc-by-nc-sa/

🎙 Liebe auf Lochkarten: Warum der Algorithmus der Liebe älter ist als das Internet.

In dieser Vorlesung wird die Geschichte des digitalen Datings behandelt, das bereits lange vor der Einführung des Internets existierte. Der Historiker Michael Homberg erklärt, dass die elektronische Partnervermittlung in den 1950er Jahren begann, als die ersten Computer genutzt wurden, um Menschen zusammenzubringen.


Podcastfolge „Algorithmus der Liebe – Der Ursprung des digitalen Datings“ aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal“ vom 11.09.2025.


Homberg beschreibt, wie die ersten Computer als Partnervermittlungsmaschinen fungierten, und führt aus, dass bereits in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren Versuche unternommen wurden, Menschen mithilfe von Technologie zu verkuppeln. Ein bekanntes Beispiel sind Shirley Saunders und Bob Cadell, die 1958 durch ein Computer-Matchmaking-Programm zusammenkamen und in einer Fernsehsendung vorgestellt wurden.

Der Vortrag beleuchtet auch die Hoffnungen und Ängste, die die Menschen in Bezug auf computergestütztes Dating hegten. Kritiker befürchteten, die Technik könnte sich negativ auf Romantik und zwischenmenschliche Beziehungen auswirken. Dennoch zeigt die Geschichte, dass Computerdating nicht nur ein Produkt der modernen Technologie ist, sondern auch mit sozialen und kulturellen Veränderungen verbunden ist.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich das digitale Dating weiter und wurde kommerzialisiert. Die ersten Dating-Agenturen begannen, ihre Dienste anzubieten, und lockten mit der Idee, den idealen Partner mittels wissenschaftlicher Methoden zu finden. Diese Entwicklung führte zu einer Pluralisierung der Beziehungsmodelle und einer Liberalisierung von Liebeskonzepten.

Insgesamt zeigt der Vortrag, dass die Geschichte des digitalen Datings komplex ist und tief in den sozialen und kulturellen Veränderungen des 20. Jahrhunderts verwurzelt ist.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/09/11/deutschlandfunknova_algorithmus_der_liebe_der_20250911_8c845c85.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/algorithmus-der-liebe-der-ursprung-des-digitalen-datings

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What a wonderful world | dailyprompt

Ich könnte die App „UBA Luftqualität” des Umweltbundesamtes deinstallieren, da die Luftqualität durchgehend gut ist.

Meine Wohnung hat ihre Fenster zu einem großen Hinterhof mit vielen Parkplätzen und Garagen. Dieser wäre jetzt ein großer Garten, in dem wir Mieter uns aufhalten und Obst und Gemüse ernten könnten. Die Straße vor meinem Haus und die Straßen in unserer Stadt wären Einbahnstraßen, die von Straßenbahnen, Bussen sowie Last- und Lieferwagen genutzt werden könnten.

Ich könnte auf großzügig ausgebauten Bürgersteigen mit Fahrspuren für Fahrradfahrer, Bäumen und Grünflächen gehen.

Mir würden Igel, Eichhörnchen und seltene Vögel im Stadtbereich begegnen.

Alle zehn Minuten könnte ich im Umkreis von 500 Metern um meine Wohnung ein öffentliches Verkehrsmittel erreichen. Die Busse und Bahnen kämen verlässlich und brächten mich pünktlich an mein Ziel.

Meine Einkäufe in den wieder in den Innenstädten angesiedelten Einzelhandelsgeschäften und in allen Supermärkten würden mir nach Hause geliefert.

Pakete würde ich nur noch von einem Paketdienstleister erhalten, da sich die Paketdienstleister ihre Bezirke wie die Schornsteinfeger aufteilen würden, sodass es zu keinen Mehrfachfahrten in einem Bezirk käme.

Ich würde wieder fröhliche Kinder sehen und hören, denn die Geburtenrate wäre gestiegen. Es gäbe mehr und größere Kinderspielplätze … Ich halte mir die Ohren zu: Gerade reißt mich das entsetzliche Geräusch einer Vollbremsung mit Aufprall auf der Straße vor meiner Wohnung aus meinen Träumen. Es ist Zeit, einkaufen zu gehen. Seit elf Jahren besitze ich kein Auto mehr, und es mangelt mir an nichts. Ich erreiche fast jedes Ziel. Ich fahre nur noch Auto, wenn ich als Fahrer gebraucht werde.

Die Hoffnung, dass sich eine Mehrheit der Menschen vernünftig verhält, habe ich längst begraben. Fassungslos beobachte ich den Niedergang, den freien Fall. —

Alle 23 Sekunden stirbt auf der Erde ein Mensch bei einem Autounfall. Das entspricht knapp 3.700 Menschen pro Tag oder 1,35 Millionen pro Jahr. Es handelt sich um die Todesursache Nr. 1 für Kinder und junge Menschen im Alter …

diese Welt wäre
ohne das Automobil
eine bessere

… von 5 bis 29 Jahren. Alle 60 Sekunden wird zudem irgendwo auf der Welt ein Fußgänger totgefahren.

Der Flächenbedarf für das Fahren und Parken von Autos beträgt weltweit geschätzt über 500.000 km².

Die weltweiten Ölreserven, einschließlich der extrem umweltschädlichen Fracking-Methode, werden voraussichtlich noch etwa 40 Jahre zur Verfügung stehen. Das UPI (Umwelt- und Prognose-Institut Heidelberg) prognostiziert für das Jahr 2030 eine Verdopplung des Primärenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen bei Pkw. Die Stickoxid-Emissionen (NO_x) werden demzufolge auf 35 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Auch das äußerst giftige Kohlenmonoxid (CO) wird sich verstärkt bemerkbar machen. Es wird sich fast verdoppeln. Die Kfz-Flotte wird gigantisch wachsen und damit fast alle technischen Fortschritte in der Entwicklung abgasarmer Motoren zunichte machen. Die Kohlenwasserstoffe (VOC), darunter die besonders toxischen Benzo(a)pyrene und Benzol, werden erheblich zunehmen. Stickstoffdioxid (N₂O), ein äußerst gravierendes Treibhausgas, wird im Gegensatz zu den anderen Giftstoffen durch den Katalysator sogar verstärkt und wird zwei- bis dreimal so hoch sein. Das gesamte belastete Luftvolumen wird bis 2030 auf 600 Millionen km³ pro Jahr steigen.

Stickoxide und Feinstaub werden hauptsächlich durch Autos verursacht. Feinstaub entsteht nicht nur durch die Motoren, sondern auch durch den Abrieb von Fahrbahnasphalt und Fahrbahnmarkierungen, durch Bremsen und durch Staubaufwirbelung. Hauptverursacher für das Mikroplastik im Meer, in der Luft und in unseren Organen bis hin zum Gehirn ist der Reifenabrieb (ein Drittel bis 60 %).

Das Auto führt Krieg gegen Menschen, Umwelt und ein gesundes Klima. Ein Auto produziert im Durchschnitt bei seiner Herstellung einen „ökologischen Rucksack” von 30 Tonnen CO₂. Und der ökologische Rucksack eines Elektroautos ist sogar noch viel größer. Elektroautos sind nur im Kleinwagenbereich effizient, und das auch nur, wenn erneuerbare Energien einen übermächtigen Anteil haben. Das wird jedoch erst 2040 bzw. vielleicht sogar erst 2050 der Fall sein. Das heißt, allenfalls als kleines Nischenprodukt ist das E-Auto sinnvoll – und auch nur im Rahmen einer wirklichen Verkehrswende, in der das Auto kein Massenverkehrsmittel mehr ist.

Quellen: Klaus Gietingers Buch „Vollbremsung – warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen“ & detaillierte Abfragen bei diversen AI/KI & „Wir werden keine privaten Autos mehr besitzen – Verkehrswissenschaftler über unsere Mobilität in 10 Jahren“ in https://utopia.de/keine-privaten-autos-mehr-verkehrswissenschaftler-utopia-interview_798559/

What a wonderful world …

Täglicher Schreibanreiz
Ohne welche Technologie ginge es dir besser und warum?

Was essen wir und was tun wir Tieren dafür an? |

Wenn Sie ein Stück weitergehen, sehen Sie aus dem Tiefgeschoss ein aufragendes Dinosaurier-Skelett und fragen sich: „Sind wir jetzt im Naturkundemuseum?” Doch dann entpuppt es sich als vergrößertes Masthuhn. Zwanzigmal vergrößert. Es ist nur ausgestellt, weil man einen CT-Scan machen konnte, bei dem die Deformationen der Knochen sichtbar wurden. Das Kunstwerk heißt „Monument for 308” und stammt von Andreas Greiner. Und das ist so wahnsinnig, weil es das Monument des Anthropozäns ist, so wie es ist, denn dieses Huhn kennt niemand. Es hat nur diese Nummer, aber es wird zu Millionen produziert und wir essen es. Man muss sich wirklich fragen: Was essen wir und was tun wir Tieren dafür an?

Anlässlich des 130. Jahrestags der Entdeckung des Röntgenbildes durch Wilhelm Conrad Röntgen widmet sich die Ausstellung in der Völklinger Hütte dessen Einfluss auf Kunst, Medizin und gesellschaftliche Machtverhältnisse.

Die Ausstellung „X. Die Macht des Röntgenblicks“ in der Völklinger Hütte feiert den 130. Jahrestag der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen. Die Ausstellung zeigt, wie diese Technologie Kunst, Medizin und das Menschenbild verändert hat. Kurator Ralf Beil betont, dass die Ausstellung neben den wissenschaftlichen Aspekten auch gesellschaftliche Themen wie Machtverhältnisse und Sichtbarkeit beleuchtet. Dabei werden verschiedene Kunstwerke und Installationen eingesetzt. Ziel der Ausstellung ist es, das Publikum zum Nachdenken über die tiefere Bedeutung von Röntgenbildern und deren Einfluss auf unsere Wahrnehmung anzuregen.

»Völklinger Hütte: X.RAY. Die Macht des Röntgenblicks – Heute vor 130 Jahren macht Röntgen das Unsichtbare sichtbar. Eine große Schau in der Völklinger Hütte im Saarland zeigt, wie diese Entdeckung Kunst, Medizin und Menschenbild verändert.«, 08.11.2025, https://www.deutschlandfunkkultur.de/voelklinger-huette-x-ray-die-macht-des-roentgenblicks-100.html

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