📅❓ slow motion

Es gibt mehrere Kapitel meines Lebens, die ich als „die schweren Jahre” bezeichnen würde. Nicht rückblickend, sondern während ich mich an die damalige Zeit erinnere. Rückblickend erscheint manch schwere Zeit als annehmbar.

Ich bin leidensfähig und geduldig. Ich kann abwarten, was sich im Laufe einer schweren Zeit zeigt. Ich bin absolut realistisch. Ich analysiere eine Situation, zeige mir Lösungswege auf und schließe dabei auch mein Bauch- bzw. Herzgefühl mit ein. Selbst wenn es mir nicht passt, erledige ich das Erforderliche unverzüglich.

Ich überlege, ob ich die Situation selbst verändern kann, ob ich meine Einstellung zur Situation ändern kann oder ob – als ultima ratio – es besser ist, die Situation zu verlassen.

Ich lebe langsam. Deshalb verändern sich Situationen bei mir auch nur langsam. Nur was sich langsam ändert, wird nachhaltig.

Tägliche Schreibanregung
Welches Kapitel deines Lebens würdest du „Die harten Jahre“ nennen – und was hat dich da durchgebracht?

What’s a chapter of your life you’d title "The Hard Years" — and what got you through it?  |  Welchen Abschnitt deines Lebens würdest du mit dem Titel „Die schweren Jahre“ bezeichnen – und was hat dir dabei geholfen, diese Zeit zu überstehen?

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🎙 Die Stille der Opfer: Wer schreibt die Geschichte der Gewalt eigentlich?

Der Vortrag behandelt die Frage, wie sich Migration auf die Erinnerungskultur in Deutschland auswirkt.

Die Soziologin Teresa Koloma Beck erläutert, dass diese stark von der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust geprägt ist und häufig aus der Perspektive der Täter dargestellt wird. Menschen mit Migrationshintergrund haben jedoch häufig andere Erfahrungen gemacht, die mit Opfern von Unterdrückung und Verfolgung verbunden sind.

Diese unterschiedlichen Perspektiven können zu Konflikten führen, insbesondere zwischen den Nachfahren der Täter und der Opfer. Koloma Beck betont, dass die Erinnerungskultur dynamisch ist und sich verändern muss, um den vielfältigen Geschichten in einer postmigrantischen Gesellschaft gerecht zu werden.

Die Diskussion über Erinnerungskultur hat sich in den letzten Jahren intensiviert, insbesondere seit den 2000er Jahren, als Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbarer wurden. Es wird gefordert, dass neben der Erinnerung an den Holocaust auch andere Gewalterfahrungen wie koloniale Gewalt in die Erinnerungskultur einfließen.

Koloma Beck warnt jedoch davor, dass die bestehende Erinnerungskultur die Perspektiven von Opfern und deren Nachfahren oft marginalisiert. Diese Dynamiken müssen in der öffentlichen Debatte stärker berücksichtigt werden, um eine inklusivere Erinnerungskultur zu schaffen, die alle Erfahrungen anerkennt.


Podcastfolge „Opfer und Täter – Wie Migration unsere Erinnerungskultur verändert“ vom –12.09.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/09/12/deutschlandfunknova_opfer_und_taeter_wie_20250912_708ec853.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/opfer-und-taeter-wie-migration-unsere-erinnerungskultur-veraendert

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🎙 Walentina Tereschkowa war die erste Frau im Weltraum.

Walentina Tereschkowa war 1963 die erste Frau im Weltraum.

Sie verbrachte knapp drei Tage in der Raumkapsel „Wostok 6”. Trotz ihrer Heldentaten und der umfangreichen Propaganda, die ihren Flug begleitete, war der Weg zur Gleichberechtigung der Frauen in der Raumfahrt nach ihrem historischen Flug lang und steinig.

Tereschkowa, die aus einfachen Verhältnissen stammte, wurde zur Symbolfigur des Sozialismus, erhielt große Anerkennung, war jedoch auch politischen Zwängen unterworfen. Nach ihrem Weltraumflug stieg sie in die Politik ein und ist seit über zehn Jahren Mitglied des russischen Parlaments, wo sie an der Seite von Wladimir Putin agiert.

Heute, mit 89 Jahren, äußert sie den Wunsch, zum Mars zu fliegen, und bleibt eine bedeutende Figur in der Geschichte der Raumfahrt.


Aus der Podcastfolge „Kosmische Heldin …: Walentina Tereschkowa“ vom –06.03.2026– des WDR-Podcasts „WDR Zeitzeichen„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://wdrmedien-a.akamaihd.net/media/p/public/weltweit/2026/03/02/a03ec747-3623-4635-a27f-53986cc88ba6/a03ec747-3623-4635-a27f-53986cc88ba6_MP3-128.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/zeitzeichen/audio-kosmische-heldin-und-putins-satellit-walentina-tereschkowa-100.html

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🎙 Die US-Demokratie befindet sich im Wandel.

Die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook warnt vor einem tiefgreifenden Systemwandel in den USA, der über die Ära Trump hinausgeht, auf einer über Jahre gewachsenen Ideologie basiert und sich bereits jetzt abzeichnet.

Sie beschreibt die gegenwärtige US-Demokratie als „schwer angezählt”, insbesondere durch die jüngsten Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs, durch die grundlegende Bürgerrechte gefährdet werden. Clüver Ashbrook hebt hervor, dass es in den USA eine akzelerierte Autokratie gibt, die sich durch eine Konzentration der Macht im Weißen Haus sowie Angriffe auf Institutionen auszeichnet.

Sie warnt, dass sich diese Entwicklungen auch auf Europa auswirken könnten. Die Schwächung der Demokratie in den USA sollte als Warnsignal für andere Demokratien dienen.

In ihrem Buch „Der amerikanische Weckruf” thematisiert sie die Notwendigkeit, die Grundlagen der Demokratie zu stärken und sich gegen autoritäre Tendenzen zu wappnen.


Aus dem Interview „Clüver Ashbrook: „US-Demokratie ist schwer angezählt““ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –14.05.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/05/14/die_entfesselte_demokratie_politologin_c_cluever_ashbrook_dlf_20260514_0737_f24edc32.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/die-entfesselte-demokratie-politologin-c-cluever-ashbrook-ueber-us-faschismus-100.html

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📔 zeitlos

Das älteste Kleidungsstück, das ich heute trage, ist ein Hemd. Meistens sind es Hemden, T-Shirts, Sweatshirts oder Pullover.

Meine Kleidungsstücke sind grundsätzlich langlebig. Ich kaufe, was mir gefällt, und nicht, was gerade angesagt oder beworben wird. Ich kaufe nur selten Kleidung und ersetze lediglich, was ausgemustert werden muss.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich auf einer einhundert Zentimeter breiten Stange in meinem Kleiderschrank „unzählige” Oberbekleidungsstücke angesammelt. Ich komme kaum noch mit der Hand dazwischen. Solange sie nicht verschlissen sind, bleibe ich ihnen treu. Da ich die einzelnen Stücke aufgrund der großen Auswahl nicht oft trage, verschleißen sie erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten. Ein Grund für die große Auswahl ist, dass ich lange und oft auf Dienstreisen war. Beruflich war es mir wichtig, nie businessmäßig, sondern lässig aufzutreten. Ich trage meine Oberbekleidung immer über der Hose.

Alle anderen Kleidungskategorien haben wesentlich kürzere „Laufzeiten”. Ich gehöre nicht zu den Männern, die in Matthias Brodowys Programmpunkt „Shortstory” beschrieben werden und ihre Slips oder Boxershorts so lange tragen, bis die vielen Löcher nur noch durch wenig Stoff zusammengehalten werden. Das heißt, alles außer der Oberbekleidung verschleißt schneller und wird in kürzeren Intervallen ausgetauscht.

Das zweitälteste Kleidungsstück, das ich heute trage, sind meine Straßenschuhe, meine dreistreifigen Sneakers, die ohne tierische Stoffe gefertigt wurden. Wenn Frauen einen Schuh-Tick nachgesagt wird, dann offenbart mein Schuh-Tick meine weiblichen Anteile. Da ich relativ viele Schuhe besitze, halten die einzelnen Paare entsprechend länger, sodass sie heute bereits mehrere Jahre alt sind.

Die ältesten Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank sind Fliegen, die ich schon lange nicht mehr regelmäßig trage – außer zu feierlichen Anlässen oder um den 6. Dezember herum, wenn ich die Fliege mit den Nikoläusen trage.

=> Weitere „dailyprompts“ aller Blogger:innen: LINK

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🎙 „Ich wollte nackt im Regen tanzen.“ – So besiegte Sarah nach zehn Jahren ihre Zwangsstörung.

In dem Interview berichtet Sarah von ihrer zehnjährigen Leidenszeit mit einer schweren Zwangsstörung und Emetophobie.

Durch extreme Reinlichkeitsrituale und soziale Isolation kam ihr Alltag fast vollständig zum Erliegen. Was schleichend in der Schulzeit begann, entwickelte sich über Jahre zu einem massiven Kontrollzwang, aufgrund dessen sie ihre Wohnung schließlich kaum noch verlassen konnte.

Am absoluten Tiefpunkt erkannte sie durch den Gedanken an Suizid paradoxerweise ihre eigene Entscheidungsfreiheit wieder und entschied sich für eine radikale Therapie. Mithilfe eines viertägigen, intensiven Behandlungskonzepts stellte sie sich in einer Klinik ihren größten Ängsten und konnte die Zwänge durch gezielte Konfrontation erfolgreich überwinden.

Heute führt Sarah ein geheiltes Leben und genießt die neu gewonnene Freiheit, nicht mehr perfekt funktionieren zu müssen.


Aus der Podcastfolge „Alles voller Keime – mein zwanghaftes Leben“ vom –08.03.2026– des SWR-Podcasts „Das wahre Leben„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://swr-pd.ard-mcdn.de/swr/video/nachtcafe/podcast/alles-voller-keime-mein-zwanghaftes-leben.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/nachtcafe/alles-voller-keime-mein-zwanghaftes-leben-100.html

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