🎙 Reparaturbedarf beim Menschen? Warum der Begriff „Störung” im Autismus-Spektrum falsch ist.

In dieser Radio-Sendung mit dem Titel „Autismus und Stigma“ wird die Sprache beleuchtet, die verwendet wird, um neurodivergente Menschen, insbesondere autistische Personen, zu beschreiben. Er erläutert, wie negative Begriffe und Ausdrücke in der Gesellschaft dazu beitragen, dass autistische Menschen abgewertet werden.

Ivan Nenchev, Facharzt für Psychiatrie, und seine Kollegen haben untersucht, wie die Sprache in wissenschaftlichen Artikeln über psychische Erkrankungen wie Schizophrenie und Depression verwendet wird. Sie fanden heraus, dass negative Formulierungen oft stärker im Gedächtnis haften bleiben und die Wahrnehmung von Krankheiten prägen. Insbesondere über Schizophrenie wird negativer gesprochen als über Depressionen.

In der Sendung wird betont, dass die Begriffe „Störung“ oder „Krankheit“ für Autismus nicht angemessen sind, da Autismus keine Krankheit im klassischen Sinne ist. Stattdessen könnte man von einer „neurologischen Variation“ sprechen. Das bedeutet, dass autistische Menschen anders denken und kommunizieren, aber nicht krank sind.

Es wird auch diskutiert, dass die Sprache, die wir verwenden, unser Denken und Handeln beeinflusst. Während viele Betroffene es bevorzugen, sich als „Autisten“ zu bezeichnen, verwenden Fachleute oft die Formulierung „Person mit Autismus“. Beide Ansätze zielen darauf ab, die Identität der Betroffenen zu respektieren und Stigmatisierung zu vermeiden.

Zusammenfassend zeigt diese Radiosendung, wie wichtig die richtige Sprache ist, um das Bild von autistischen Menschen in der Gesellschaft zu verbessern und Stigmatisierung abzubauen. Es wird betont, dass sich Sprache ändern kann und sollte, um eine inklusivere und respektvollere Kommunikation zu fördern.


Podcastfolge „Autismus und Stigma – Wie Sprache neurodivergente Menschen abwertet“ vom –21.05.2026– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


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🎙 »Aktueller könnte auch heute eine Dichterin nicht sprechen.«

»Sie hat das wahrgenommen, wie zerstörerisch Gesellschaft sein kann und hat sich nie befrieden lassen im Sinne einem Nachkriegsfrieden getraut.

Meine Güte, kann ich dazu nur sagen, hätten wir sie mal ein bisschen, hätten wir ihr ein bisschen genauer zugehört in den letzten Jahren, dann wäre es vielleicht auch um unsere Situation in Europa, in unserer Gesellschaft besser bestellt.

Denn sie wusste, dass ohne diesen Respekt für das andere ohne genaues Zuhören, was der andere wirklich meint, was die andere wirklich sagen will, Gesellschaft nicht gut, das heißt nicht friedvoll funktionieren kann.

Gleichzeitig war sie auch durch ihre Kriegserfahrungen desillusioniert. Sie glaubte nicht so ohne weiteres, dass die Menschen nur das Gute hervorbringen, aber sie war voller Hoffnung.

Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben. Und ihre Hoffnung begründet sich aus den Möglichkeiten der Sprache. Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Aktueller könnte auch heute eine Dichterin nicht sprechen.«

Das Gespräch dreht sich um Ingeborg Bachmann, eine der bedeutendsten österreichischen Dichterinnen und Schriftstellerinnen, die bald ihren 100. Geburtstag feiern würde. Anlässlich dieses Jubiläums wird ein neuer Film über ihr Leben veröffentlicht, in dem Sandra Hüller die Hauptrolle spielt. Die Biografin Andrea Stoll hat ein Buch mit dem Titel „Zwei Menschen sind in mir” über Bachmann geschrieben und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit ihrem Werk.

Bachmann wuchs in Kärnten auf und erlebte in ihrer Kindheit den starken Einfluss ihres nationalsozialistischen Vaters. In ihren Gedichten reflektiert sie oft die Spannungen zwischen persönlichen Gefühlen und gesellschaftlichen Themen. Ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben war die Begegnung mit dem Dichter Paul Celan, mit dem sie gemeinsame Erfahrungen mit Trauer und Verlust verbanden.

Stoll beschreibt Bachmann als komplexe Persönlichkeit, die sowohl eine öffentliche Figur als auch eine verletzliche Frau war. Ihre Gedichte und Kunst waren ein Weg, um mit ihren Ängsten und der schwierigen Realität ihrer Zeit umzugehen. Trotz ihrer Erfolge fühlte sie sich oft fremd und suchte nach einem Ort, an dem sie wirklich zu Hause sein konnte.

Insgesamt wird Bachmann als hellsichtige Poetin dargestellt, die die Probleme ihrer Zeit erkannte und die Wichtigkeit von Sprache und Kommunikation betonte. Ihr Werk ist bis heute relevant und könnte der Gesellschaft wichtige Einsichten bieten.


Aus dem Interview „„Sie blieb unbehaust“ – Biografin Andrea Stoll zu Ingeborg Bachmanns 100. Geb.“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –21.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/21/sie_blieb_unbehaust_biografin_andrea_stoll_zu_ingeborg_dlf_20260621_0716_e40cbd03.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/sie-blieb-unbehaust-biografin-andrea-stoll-zu-ingeborg-bachmanns-100-geb-100.html

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🎙 Die unverzügliche Notwendigkeit: die 3-30-300-Regel.

Das Konzept der „klimagerechten Stadt“ vereint die drei entscheidenden Faktoren Klimaschutz, Klimaanpassung – beispielsweise in Form von Abkühlung und Regenwasseraufnahme durch Pflanzen – und Gerechtigkeit, also eine faire Versorgung aller Stadtquartiere mit ausreichenden Grünflächen.

Zentrale Lösungsansätze: Eine Mobilitätswende ist der Schlüssel, denn der Platz in Städten ist knapp und stark umkämpft. Um den dringend benötigten Raum für neue Grünflächen zu schaffen, muss der ruhende Verkehr (Parkplätze für Autos) zugunsten des Fahrrad- und Nahverkehrs reduziert werden.

Intelligente Nachverdichtung: Anstatt bestehende Gebäude abzureißen und neu zu bauen, ist es ökologisch sinnvoller, diese zu sanieren und aufzustocken. Gelingt es gleichzeitig, versiegelte Flächen wie Innenhöfe aufzubrechen und Gebäude zu begrünen (Dach und Fassade), entsteht trotz Nachverdichtung mehr Naturraum.

Klimamanagement in Kommunen: Eigene Klimamanager:innen in den Verwaltungen treiben das Thema stark voran – besonders dann, wenn sie als Stabsstellen weit oben in der Hierarchie angesiedelt sind. Die Hürde: Diese Stellen sind oft nur befristet finanziert.

Hürden in der deutschen Stadtplanung

Im Vergleich zu Städten wie Paris oder Kopenhagen hinkt Deutschland bei der Umsetzung hinterher. Ein Hauptgrund dafür sind die starren, komplexen und sehr langwierigen Planungsprozesse. Klimaschutz und -anpassung müssen zwingend von Beginn an in Bauvorhaben integriert werden. Wenn die rechtlichen Abstimmungen bereits laufen, ist es fast unmöglich, Planungen nachträglich noch klimagerechter umzugestalten.

Die Vision für die Zukunft: die 3-30-300-Regel.

Simone Linke nennt eine einfache Faustregel als Idealbild für die Stadt der Zukunft:

Man sollte mindestens drei Bäume sehen, wenn man aus dem eigenen Fenster schaut.

30 Prozent der Stadtfläche sollten von Baumkronen überdeckt sein, um im Sommer kühle Wege zu schaffen.

Die maximale Entfernung zur nächsten öffentlichen Grünfläche sollte 300 Meter betragen.


Aus dem Interview „Stadtplanung – Wie gelingt die klimagerechte Zukunft? Simone Linke, Stadtpl.HSWT“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –14.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/14/stadtplanung_wie_gelingt_die_klimagerechte_zukunft_simone_dlf_20260614_0737_4bf59ba3.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/stadtplanung-wie-gelingt-die-klimagerechte-zukunft-simone-linke-stadtpl-hswt-100.html

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Der kommt von innen, ganz tief innen:

Männlichkeitswahn.


In ihrem Artikel „Gekränkte Männer“ behandelt Alice Schwarzer die tragischen Ereignisse in Stade, bei denen ein Vater während eines Sorgerechtsgesprächs sechs Menschen erschoss. Der Täter, ein 45-jähriger türkischer Staatsbürger aus Hannover, hatte eine Vorgeschichte mit Bedrohungsdelikten. Der Vorfall wird im Artikel in den Kontext einer wachsenden Gewaltbereitschaft von Männern gesetzt, die aus gekränkter Ehre oder sozialen Problemen resultiert.

Diesmal müsste es eine echte gesellschaftliche Zeitenwende sein. Ein Wertewandel zu einer anderen Zeit. Eine Zeit, in der zum Beispiel keine epidemische, allgegenwärtige Pornographie den Zusammenhang zwischen sexueller Gewalt und erotischem Begehren propagiert. Eine Zeit, in der das Demonstrieren karikaturaler „Männlichkeit“ – Muskeln, Breitbeinigkeit, Gewalt – nicht cool, sondern lächerlich ist. Eine Zeit, in der „Weiblichkeit“ nicht gleichgesetzt wird mit aufgeblasenen Gummipuppen-Lippen und gesundheitsgefährdenden, obszönen Silikonbusen. Eine Zeit, in der Mitgefühl angesagt ist und „Opfer“ kein höhnisches Schimpfwort, sondern ein Hilferuf ist.

Schwarzer argumentiert, dass diese Gewalttaten kein Einzelfall sind, sondern Teil eines größeren gesellschaftlichen Problems, das mit Männlichkeitswahn und patriarchalen Strukturen verknüpft ist. Schwarzer hebt hervor, dass Männer ihre Aggressionen oft nach außen richten, während Frauen dazu tendieren, sie gegen sich selbst zu richten. Der Artikel verweist auf mehrere ähnliche Gewalttaten in Deutschland der letzten Jahre und kritisiert die gesellschaftlichen und politischen Reaktionen darauf.

Für so eine Zeit dürfen nicht noch mehr Milliarden in die Hardware fließen, sondern müssten „Sondervermögen“ für die Software her. Der Wertewandel muss gefördert werden. Zum Beispiel durch ein Handyverbot für Kinder und rechtsstaatliche Kontrollen des Internets; durch ausreichend LehrerInnen, die sich mit den Kindern beschäftigen, statt sie nur zu verwalten; durch genug Krippen- und Kindergartenplätze sowie Ganztagsschulen; durch das Vorbild von Müttern, die selbstverständlich berufstätig sein können, ohne deswegen als „Rabenmütter“ zu gelten; durch das Vorbild von Vätern, die nicht missbrauchen, sondern bemuttern; durch humane Lebensbedingungen und Respekt für Alte; durch Eindämmung der Macht des Kapitals und mehr soziale Gerechtigkeit. Undsoweiterundsofort.

Schwarzer fordert einen grundlegenden Wertewandel in der Gesellschaft, um die Ursachen dieser Gewalt zu bekämpfen. Sie plädiert für eine Zeit, in der Mitgefühl und soziale Gerechtigkeit an erster Stelle stehen und in die entsprechend investiert wird, anstatt in Sicherheit und Überwachung. Der Artikel schließt mit der Aufforderung, in Menschen und ihre sozialen Rahmenbedingungen zu investieren, um eine nachhaltige Veränderung zu erreichen.

Statt dem (Wahl)Volk unrealistischen Unsinn vorzugaukeln, gilt es, endlich in Menschen zu investieren.


Aus „Alice Schwarzer schreibt“ „Stade: Gekränkte Männer“ vom –3. Januar 2025 / aktualisiert: 30. Juni 2026– „EMMA„.


Artikel in neuem Tab lesen: https://www.emma.de/artikel/gekraenkte-maenner-341525

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🎙 Mehr Zutrauen als Misstrauen.

In dem Interview geht es um die Zukunft der Arbeit in Deutschland und die Gedanken der Philosophin Lisa Herzog dazu. Herzog ist der Meinung, dass es bei Reformen nicht nur um höhere Produktivität gehen sollte, sondern auch um die Qualität der Arbeit und darum, was Menschen benötigen, um gut arbeiten zu können.

»Aber man kann sie [KI – Künstliche Intelligenz] auch dazu einsetzen, Menschen zu kontrollieren und eigentlich die Arbeit auch weniger interessant, weniger herausfordernd zu machen. Sowas wie, dass in Callcentern die Stimmlage von der KI überwacht wird. Und wenn dann jemand da nicht freundlich genug klingt, dann kommt sofort eine Anweisung, dass man jetzt bitte anders klingen soll. Und da geht natürlich alles an Spontanität, Kreativität, eigenem Ausfüllen der beruflichen Rolle dann auch verloren.«

Herzog kritisiert, dass sich viele Diskussionen nur auf den finanziellen Nutzen der Arbeit konzentrieren. Sie betont, wie wichtig die Bedürfnisse der Arbeitnehmer sind, zum Beispiel gute Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit, mitzubestimmen, wie die Arbeit gestaltet wird. Wenn Menschen motiviert sind und sich fair behandelt fühlen, kann das zu besserer Arbeit führen.

»Und dann müsste man eigentlich die Debatte über gerechte Renten zum Beispiel auch verbinden mit einer Debatte über gerechte Löhne. Denn es ist ja so, dass bei uns das Rentenniveau auch ans Lohnniveau gekoppelt ist. Und wenn man jetzt nur die eine Seite korrigieren will, ohne die andere überhaupt anzufassen.«

Herzog spricht auch über die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) und warnt davor, dass diese Technologie dazu benutzt werden kann, Arbeit weniger interessant zu machen, statt sie zu verbessern. Zudem betont sie die Wichtigkeit von Gerechtigkeit in der Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf soziale Systeme wie Renten- und Krankenversicherungen.

»Ja, und da sieht man auch, dass das ganze Angebot- und Nachfrageargument nicht so ganz funktionieren kann, denn in der Pflege haben wir seit Jahren den Arbeitskräftemangel und trotzdem gehen die Löhne nicht nach oben. Also Arbeitsmärkte sind nicht Märkte, wo wirklich nur Angebot und Nachfrage zählen, sondern sind auch ganz viele soziale Machtfaktoren mit im Hintergrund.«

Herzog fordert eine grundlegende Diskussion darüber, welche Art von Gesellschaft wir sein wollen und wie wir die Arbeit und deren Wertschätzung für alle Menschen gestalten können. Sie schlägt vor, die Bedingungen so zu verbessern, dass mehr Menschen arbeiten können, und unbezahlte Arbeit, wie die Betreuung von Kindern, wertzuschätzen.

»Und insofern würde ich eigentlich sagen, das Logischste wäre, auszugehen von gleicher Entlohnung, vielleicht pro gearbeiteter Stunde. Und dann könnte man vielleicht sagen, okay, was sind so Faktoren, die jetzt höhere oder vielleicht an manchen Stellen niedrigere Sätze rechtfertigen. Zum Beispiel eine längere Ausbildung, aber zum Beispiel auch sowas wie eine höhere physische oder psychische Belastung an manchen Jobs. Und dann könnte man da entsprechend Zuschläge verteilen und nicht davon ausgehen, dass sozusagen die individuelle Verhandlungsmacht der Einzelnen irgendwie gerechtfertigt werden kann, als ja, die haben so viel beigetragen. Letztlich tragen alle an etwas bei, das nur bestehen kann, weil es gemeinschaftlich erzeugt wird.«

Insgesamt plädiert sie für einen Ansatz, der Menschen ermutigt und unterstützt, statt Druck auszuüben.

»Also ich finde es ziemlich frech Leuten zu unterstellen, sie wollen etwas nicht tun, wenn einfach die Bedingungen dafür, dass sie es tun könnten, oft überhaupt nicht gegeben sind.«


Aus dem Interview „Zukunft der Arbeit – Es gibt mehr als nur höhere Produktivität“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –14.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/14/arbeit_der_gesellschaftsvertrag_unseres_lebens_lisa_herzog_dlf_20260614_0715_acf1e234.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/arbeit-der-gesellschaftsvertrag-unseres-lebens-lisa-herzog-philosophin-100.html

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🎙 Wir müssen die Krankenhäuser dringend klimaresistent machen!

Anlässlich des Hitzeaktionstages thematisiert das Interview von Deutschlandfunk Kultur die enormen Herausforderungen, die extreme Hitze für das deutsche Gesundheitssystem – und speziell für Krankenhäuser – mit sich bringt. Die Expertin Lea Eggers erklärt, dass viele Kliniken baulich nicht auf die durch den Klimawandel bedingten steigenden Temperaturen vorbereitet sind.

Zentrale Probleme und Auswirkungen sind:

Belastung für Erkrankte: Auf Stationen ohne Klimaanlage verschlechtert sich der Zustand ohnehin geschwächter Personen (vulnerable Gruppen) durch die starke Erwärmung zusätzlich.

Einschränkungen für das Personal: Die Hitze mindert die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. In der Folge kann es vermehrt zu Arbeitsausfällen, Komplikationen und Unfällen kommen.

Strukturelle und finanzielle Hürden: Die Krankenhauslandschaft ist oft veraltet und steht unter hohem finanziellen Druck. Es fehlen die finanziellen Mittel für teure, großflächige Umbaumaßnahmen.

Klimaschutz-Dilemma: Ein flächendeckender Einbau von Klimaanlagen würde zwar für Abkühlung sorgen, widerspricht jedoch dem übergeordneten Ziel der Klimaneutralität.

Um die Situation zu verbessern, erarbeiten Krankenhäuser zunehmend Hitzeschutzpläne, die sich oft an einem Muster des Bundesgesundheitsministeriums orientieren. Mithilfe dieser Pläne können gezielte Maßnahmen geplant werden. Diese lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:

Kurzfristige und organisatorische Maßnahmen

Aufklärung: Sensibilisierung von Personal und Patientinnen sowie aktives Erinnern an ausreichendes Trinken.

Ablaufänderungen: – Anpassung von Dienstplänen und Verlegung körperlich schwerer Tätigkeiten (wie die Lagerung oder Waschung von Patientinnen) in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Anpassung der Speisepläne im Sommer durch das Reichen von wasserreichen Lebensmitteln (z. B. Melone oder Gurke), um den Wasserhaushalt aufzufüllen.

Langfristige Maßnahmen

– Verbesserung der Raumluftqualität durch geeignete technische Maßnahmen.

– Soforthilfe: Verschaffung von Kühlung durch einfache Mittel wie kalte Tücher.

Minimalinvasive bauliche Maßnahmen

Da klassische Klimaanlagen teuer und wenig klimafreundlich sind, werden alternative Lösungen eingesetzt:

– Nachrüstung von Verschattungsmöglichkeiten.

– Einsatz von spezieller Klimafarbe, die die Raumtemperatur passiv um 2 bis 3 Grad senken kann.


Aus dem Interview „Hitzeaktionstag – warum unsere Krankenhäuser nicht klimaresilient sind“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –11.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/11/hitzeaktionstag_warum_unsere_krankenhaeuser_nicht_drk_20260611_0740_c53712b9.mp3

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🎙 Kleinvieh macht auch Mist: Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Alltag

Zum Weltumwelttag wird darüber gesprochen, was jeder Einzelne für das Klima tun kann. David Nelles, Experte für Nachhaltigkeit, erklärt, dass bereits kleine Veränderungen im Alltag einen großen Unterschied machen können.

Ein Beispiel ist die Ernährung: Immer mehr Menschen werden Vegetarier oder Veganer. Allein in Deutschland können dadurch bereits über 5 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart werden. Das ist doppelt so viel wie der gesamte Luftverkehr innerhalb Deutschlands.

Nelles betont auch die Bedeutung von lokalem Engagement. Dazu zählt beispielsweise die Förderung von Fahrradwegen oder die Umgestaltung von Straßen, um umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu unterstützen. Er erklärt, dass es unserem Gehirn oft schwerfällt, Veränderungen zu akzeptieren, da wir dazu neigen, im Hier und Jetzt zu denken und uns vor zukünftigen Bedrohungen zu fürchten.

Um Veränderungen zu fördern, sollten wir persönliche Vorteile hervorheben, wie etwa die Einsparungen durch dynamische Stromtarife. Nelles warnt vor Klimamythen, die uns davon abhalten, aktiv zu werden. Ein Beispiel ist die Annahme, dass wir auf perfekte Lösungen warten sollten, bevor wir handeln.

In Diskussionen über Klimaschutz empfiehlt er, zuerst zuzuhören und zu verstehen, welche Bedenken die anderen haben, anstatt sofort zu widersprechen. Veränderungen können oft einen Schneeballeffekt haben. Wenn einige Menschen anfangen, folgen ihnen andere.

Insgesamt zeigt das Gespräch, dass jeder Einzelne durch kleine Schritte zur Verbesserung des Klimas beitragen kann.


Aus dem Interview „Welt-Umwelt-Tag – Was der Einzelne für das Klima tun kann“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –05.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/05/welt_umwelt_tag_was_der_einzelne_fuer_das_klima_tun_kann_drk_20260605_0750_f95dde12.mp3

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🎙 Freie Fahrt für freie Bürger …

lässt unfreie Bürger glauben, sie seien frei.


Das Interview behandelt die aktuelle Debatte um die Einführung eines Tempolimits (zum Beispiel 130 km/h) auf deutschen Autobahnen. Während Deutschland weltweit das einzige Land ohne eine solche Begrenzung ist, plädiert der Verkehrspsychologe Prof. Bernhard Schlag nachdrücklich für ein Umdenken, um die Sicherheit zu erhöhen, die Umwelt zu schonen und den Verkehrsfluss zu optimieren.

Argumente für ein Tempolimit (Position Bernhard Schlag)

Verkehrssicherheit: Durch ein Tempolimit könnten jährlich etwa 80 bis 140 Menschenleben auf Autobahnen gerettet werden. Für Schlag sind dies „niedrig hängende Früchte” auf dem Weg zur „Vision Zero” (null Verkehrstote).

Klimaschutz und Verbrauch: Langsameres Fahren reduziert den Kraftstoff- und Energiebedarf erheblich. Die vom Umweltbundesamt errechneten Einsparungen von 6 bis 7 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr sind für ihn ein hochwirksames Mittel und keinesfalls nur Symbolpolitik.

Effizienterer Verkehrsfluss: Ein Tempolimit verringert die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Fahrzeugen. Ein gleichmäßiger, fließender Verkehr verhindert Staus und erhöht paradoxerweise den Gesamtdurchsatz der Autobahnen.

Ethische Grenzen: Das klassische Argument „Freie Fahrt für freie Bürger” hält er für überholt. Die persönliche Freiheit müsse enden, wenn sie das Leben und die Gesundheit anderer gefährdet.

Diskutierte Gegenargumente: Landstraßen sind gefährlicher. Schlag räumt dies ein, betont jedoch, dass man Sicherheitsmaßnahmen nicht gegeneinander ausspielen dürfe. Beide Bereiche erfordern angepasste Lösungen.

Der Vorwurf der „Symbolpolitik” durch die Autolobby weist er scharf zurück und bezeichnet ihn als „Chuzpe”, da die Verhaltensbeschränkung weniger Raser der Gesamtgesellschaft große Vorteile bringen würde.

Warum gibt es in Deutschland noch kein Tempolimit?

Trotz der klaren wissenschaftlichen Argumente und obwohl laut Umfragen mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung (über 60 %) für ein Tempolimit ist, bleibt die politische Umsetzung aus. Schlag nennt dafür folgende Hauptgründe:

Historischer Lobbyismus: Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren blockierten die Automobil- und Ölindustrie wissenschaftlich fundierte Sicherheitsvorstöße. Als Kompromiss wurde stattdessen die wirkungslose „Richtgeschwindigkeit” eingeführt.

Wirtschaftliche Macht: Die Automobilindustrie hat in Deutschland traditionell eine sehr starke Stellung. Laut Schlag beugt sich die Politik diesen wirtschaftlichen Einzelinteressen, anstatt dem Willen der Bevölkerungsmehrheit zu folgen.


Aus dem Interview „Freie Fahrt, feste Fronten – Tempolimit. Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –14.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/14/freie_fahrt_feste_fronten_tempolimit_bernhard_schlag_dlf_20260614_0812_1403da71.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/freie-fahrt-feste-fronten-tempolimit-bernhard-schlag-verkehrspsychologe-100.html

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🎙 Der Rechtsruck, der keiner ist? Warum radikale Ansichten laut Forschung nur sichtbarer werden.

In dieser Podcast-Folge wird die zunehmende Unterstützung für radikale rechte Parteien thematisiert und untersucht, warum immer mehr Menschen solche Parteien wählen. Die Autoren Kathrin Kühn und Patric Seibel beziehen sich dabei auf die Forschung des Politikwissenschaftlers Vicente Valentim.

Dieser argumentiert, dass sich die politischen Ansichten der Menschen nicht plötzlich geändert haben. Vielmehr seien diese Ansichten schon immer vorhanden gewesen, könnten jetzt aber offener ausgedrückt werden. Viele Menschen trauen sich, ihre rechten Einstellungen zu zeigen, da diese in der Gesellschaft weniger tabuisiert werden.

Valentim beschreibt drei Phasen der Normalisierung radikaler rechter Ansichten:

Latenzphase: Menschen mit rechten Ansichten äußern sich nicht, da es keine geeigneten Politiker gibt, die diese Ansichten vertreten.

Aktivierungsphase: Durch externe Ereignisse wie Krisen oder plötzliche Veränderungen (z. B. Migration) beginnen mehr Menschen, ihre extremen Ansichten zu äußern. Politiker erkennen die Möglichkeit, mit diesen Ansichten Wähler zu gewinnen.

Auftauchphase: Radikale rechte Positionen werden gesellschaftlich akzeptiert und normalisiert. Die Menschen fühlen sich wohler, wenn sie ihre Ansichten offen zeigen.

In dieser Podcastfolge wird auch darauf hingewiesen, dass die Medien eine wichtige Rolle spielen, da sie die öffentliche Meinung beeinflussen. Es wird diskutiert, wie sich die Diskussion über Migration in Talkshows zwischen 2015 und 2023 verändert hat: Radikale Forderungen rufen heute weniger Widerstand hervor als früher.

Zusammenfassend zeigt diese Podcast-Folge, dass die Unterstützung für radikale rechte Parteien nicht durch einen plötzlichen Anstieg rechter Einstellungen, sondern durch die Normalisierung dieser Ansichten in der Gesellschaft erklärt werden kann.


Podcastfolge „Rechtsextremismus: Warum die radikale Rechte so stark wird“ vom –30.10.2025– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/10/30/kippende_normen_warum_die_radikale_rechte_so_stark_wird_dlf_20251030_2010_ab87736f.mp3

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🎙 Hund auf dem Sofa, Schwein auf dem Spaltenboden. Die Doppelmoral des Tierschutzgesetzes

In der Podcast-Episode „Speziesismus leicht gemacht” von Daniela Noitz wird der Begriff „Speziesismus” erklärt.

Dieser beschreibt die Diskriminierung von Arten, insbesondere die Bevorzugung des Menschen gegenüber anderen Tieren. Noitz kritisiert, dass sich der Mensch oft als überlegene Spezies sieht und die Gemeinsamkeiten mit anderen Tieren ignoriert, was zu einer Abwertung führt.

Sie beleuchtet die rechtlichen und gesellschaftlichen Strukturen, die diese Ungleichbehandlung unterstützen, und weist darauf hin, dass Tiere in der Landwirtschaft häufig als Produktionsmittel statt als fühlende Wesen betrachtet werden. Die Podcastfolge thematisiert auch die Rolle der Sprache bei der Normalisierung dieser Verhältnisse und ruft dazu auf, die gesellschaftlichen Bedingungen, die Speziesismus fördern, zu hinterfragen.

Abschließend betont Noitz, dass ein Wandel in der Wahrnehmung und Behandlung von Tieren auch eine Veränderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen erfordert.

Podcast-Folge in neuem Tab hören: https://novels4u.com/wp-content/uploads/2026/06/LPT-Speziesismus-6_23.mp3


Aus der Podcastfolge „Love, Peace & Tofu: Speziesismus leicht gemacht“ der Website „NOVELS4U“ vom –05.06.2026-.


Webseite der Podcastfolge in neuem Tab lesen: https://novels4u.com/2026/06/05/speziesismus-leicht-gemacht/

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