📰 462 tote Radfahrer, 38 tote E-Scooter-Fahrer und Zehntausende Verletzte in nur einem Jahr

In seiner Kolumne „Freiheit auf dem Kopf” thematisiert Heinrich Schmitz die Diskussion um die Helmpflicht für Rad- und E-Scooter-Fahrer. Der Autor argumentiert, dass die Zahl von 462 tödlich verunglückten Radfahrern und 38 tödlich verunglückten E-Scooter-Fahrern innerhalb eines Jahres zeigt, dass das Tragen eines Helms keine Einschränkung der Freiheit, sondern eine Frage der Vernunft ist.

Schmitz kritisiert, dass viele Menschen beim Thema Helm sofort auf ihre persönliche Freiheit pochen, obwohl sie in anderen Situationen wie beim Autofahren oder Motorradfahren Sicherheitsvorkehrungen akzeptieren. Er weist darauf hin, dass Statistiken belegen, dass viele Radfahrer und E-Scooter-Fahrer schwere Verletzungen erleiden, oft auch bei Alleinunfällen, die nicht durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht werden.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Helme das Risiko von Kopfverletzungen erheblich reduzieren können. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine flächendeckende Helmnutzung viele Leben retten könnte. Er fragt, warum wir beim Motorrad- und Autofahren Sicherheitsmaßnahmen akzeptieren, beim Radfahren und E-Scooter-Fahren jedoch zögern.

Am Ende seiner Kolumne teilt Schmitz eine persönliche Geschichte über einen Freund, der bei einem Fahrradunfall starb, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich um die eigene Sicherheit zu kümmern. Der Artikel fordert dazu auf, die Debatte über die Helmpflicht ernst zu nehmen und die eigene Freiheit nicht über die Sicherheit zu stellen.

thecolumnists.org | -Freiheit auf dem Kopf- | von Heinrich Schmitz | am -22.08.2026- | hier: https://thecolumnists.org/2026/08/22/freiheit-auf-dem-kopf/

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🎙 Micro-Sleep

Sekundenschlaf beschreibt unkontrollierte Schlafepisoden von unter 15 Sekunden. Sie sind besonders im Straßenverkehr lebensgefährlich, da sie zu einem kompletten Reaktionsverlust führen.

Ausgelöst wird das Wegnicken meist durch akuten Schlafmangel, Schlafstörungen wie Apnoe oder generelle Erschöpfung. Zudem wird er durch monotone Aufgaben, Dunkelheit, eine warme Umgebung und das natürliche Mittagstief begünstigt.

Brennen die Augen, wird häufig gegähnt, fröstelt es oder wird unscharf gesehen, kündigt sich der gefährliche Kontrollverlust bereits an.

Ablenkungen wie Kaffee, kalte Luft oder lautes Mitsingen helfen nur minimal. Sie sollten daher ausschließlich dazu dienen, dich noch bis zum nächsten Parkplatz wachzuhalten. Die beste Lösung ist es, sofort anzuhalten und einen Powernap von 15 bis 30 Minuten einzulegen.

Um das Risiko generell zu minimieren, empfehlen Schlafforscher, dauerhaft auf sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht zu kommen.

Ein abschließender Mythencheck legt zudem nahe, dass der späte Rhythmus von sogenannten Nachteulen evolutionär vorteilhaft sein könnte, da so nachts immer jemand über die schlafende Gruppe wachen konnte.


Podcastfolge „Sekundenschlaf – Wie wir am Steuer nicht wegnicken“ vom –03.12.2024– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Über Schlafen“.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2024/12/03/deutschlandfunknova_sekundenschlaf_wie_wir_am_20241203_ba07e8af.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_DRW_ba07e8af

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🎙 Freie Fahrt für freie Bürger …

lässt unfreie Bürger glauben, sie seien frei.


Das Interview behandelt die aktuelle Debatte um die Einführung eines Tempolimits (zum Beispiel 130 km/h) auf deutschen Autobahnen. Während Deutschland weltweit das einzige Land ohne eine solche Begrenzung ist, plädiert der Verkehrspsychologe Prof. Bernhard Schlag nachdrücklich für ein Umdenken, um die Sicherheit zu erhöhen, die Umwelt zu schonen und den Verkehrsfluss zu optimieren.

Argumente für ein Tempolimit (Position Bernhard Schlag)

Verkehrssicherheit: Durch ein Tempolimit könnten jährlich etwa 80 bis 140 Menschenleben auf Autobahnen gerettet werden. Für Schlag sind dies „niedrig hängende Früchte” auf dem Weg zur „Vision Zero” (null Verkehrstote).

Klimaschutz und Verbrauch: Langsameres Fahren reduziert den Kraftstoff- und Energiebedarf erheblich. Die vom Umweltbundesamt errechneten Einsparungen von 6 bis 7 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr sind für ihn ein hochwirksames Mittel und keinesfalls nur Symbolpolitik.

Effizienterer Verkehrsfluss: Ein Tempolimit verringert die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den Fahrzeugen. Ein gleichmäßiger, fließender Verkehr verhindert Staus und erhöht paradoxerweise den Gesamtdurchsatz der Autobahnen.

Ethische Grenzen: Das klassische Argument „Freie Fahrt für freie Bürger” hält er für überholt. Die persönliche Freiheit müsse enden, wenn sie das Leben und die Gesundheit anderer gefährdet.

Diskutierte Gegenargumente: Landstraßen sind gefährlicher. Schlag räumt dies ein, betont jedoch, dass man Sicherheitsmaßnahmen nicht gegeneinander ausspielen dürfe. Beide Bereiche erfordern angepasste Lösungen.

Der Vorwurf der „Symbolpolitik” durch die Autolobby weist er scharf zurück und bezeichnet ihn als „Chuzpe”, da die Verhaltensbeschränkung weniger Raser der Gesamtgesellschaft große Vorteile bringen würde.

Warum gibt es in Deutschland noch kein Tempolimit?

Trotz der klaren wissenschaftlichen Argumente und obwohl laut Umfragen mittlerweile eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung (über 60 %) für ein Tempolimit ist, bleibt die politische Umsetzung aus. Schlag nennt dafür folgende Hauptgründe:

Historischer Lobbyismus: Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren blockierten die Automobil- und Ölindustrie wissenschaftlich fundierte Sicherheitsvorstöße. Als Kompromiss wurde stattdessen die wirkungslose „Richtgeschwindigkeit” eingeführt.

Wirtschaftliche Macht: Die Automobilindustrie hat in Deutschland traditionell eine sehr starke Stellung. Laut Schlag beugt sich die Politik diesen wirtschaftlichen Einzelinteressen, anstatt dem Willen der Bevölkerungsmehrheit zu folgen.


Aus dem Interview „Freie Fahrt, feste Fronten – Tempolimit. Bernhard Schlag, Verkehrspsychologe“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –14.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/14/freie_fahrt_feste_fronten_tempolimit_bernhard_schlag_dlf_20260614_0812_1403da71.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/freie-fahrt-feste-fronten-tempolimit-bernhard-schlag-verkehrspsychologe-100.html

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