📅❓ Was ist Zeit?

Die heutige Schreibanregung zu einem Buch, das ich nie zu Ende gelesen habe, und immer wieder daran denke, zielt für mich auf ein Buch ab, das ich auch nie zu Ende lesen möchte. Ein solches Buch besitze ich allerdings nicht.

Ich habe einige Bücher, vor allem Sachbücher, die ich schon vor langer Zeit gekauft habe und irgendwann noch lesen möchte.

Dann gibt es dieses eine Buch, „Ein wenig Leben” von Hanya Yanagihara, das ich angefangen habe zu lesen, mit dem ich aber überhaupt nichts anfangen konnte. Ich werde es vermutlich auch nie weiterlesen, denke aber auch nie an dieses Buch.

Und dann gibt es diesen Roman „Der Zauberberg” von Thomas Mann, den ich vor ungefähr zehn Jahren zu lesen begann. Aufgrund einer Challenge. Ich unterhielt mich damals mit meiner besten Freundin über Bücher und Lesen. Sie erzählte mir von „Der Zauberberg” und wie langweilig dieser Roman sei. Sie sagte sinngemäß, ich solle ihr glauben, wenn ich dieses Buch anfange zu lesen, würde ich es niemals zu Ende lesen. Das forderte mich heraus. Ich kaufte das Buch und fing an, es zu lesen.

Seit nunmehr zehn Jahren lese ich darin. Immer mal wieder, mit meist größeren Pausen dazwischen. Und ich habe den festen Willen, es auch irgendwann zu Ende zu lesen. Ich empfinde es nicht als langweilig.

Der Roman ist langsam erzählt, es kommt mir fast so vor, als würde ich die Geschichte in Echtzeit erleben. Und ich halte meinen Leserhythmus gerade für dieses Buch für angemessen. Ich nehme mir die Zeit. Dieses Buch begleitet mich nun bereits so lange.

Immer wieder muss ich an diesen Roman denken, der die Vorkriegszeit des Ersten Weltkriegs beschreibt. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Es sind die Jahre vor der Explosion der Gewalt, die langsam beginnen, dann an Fahrt gewinnen und Abermillionen Menschen überrollen werden.

Die Parallelen zu heute sind unübersehbar.

Ich muss mich beeilen, um den Roman zu Ende lesen zu können …

Tägliche Schreibanregung
Welches Buch hast du nie zu Ende gelesen, denkst aber trotzdem immer wieder daran?

What’s a book you never finished but still think about?  |  Welches Buch hast du nie zu Ende gelesen, aber es geht dir immer noch durch den Kopf?

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🎙 Kleinvieh macht auch Mist: Umwelt- und Klimaschutz im eigenen Alltag

Zum Weltumwelttag wird darüber gesprochen, was jeder Einzelne für das Klima tun kann. David Nelles, Experte für Nachhaltigkeit, erklärt, dass bereits kleine Veränderungen im Alltag einen großen Unterschied machen können.

Ein Beispiel ist die Ernährung: Immer mehr Menschen werden Vegetarier oder Veganer. Allein in Deutschland können dadurch bereits über 5 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart werden. Das ist doppelt so viel wie der gesamte Luftverkehr innerhalb Deutschlands.

Nelles betont auch die Bedeutung von lokalem Engagement. Dazu zählt beispielsweise die Förderung von Fahrradwegen oder die Umgestaltung von Straßen, um umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu unterstützen. Er erklärt, dass es unserem Gehirn oft schwerfällt, Veränderungen zu akzeptieren, da wir dazu neigen, im Hier und Jetzt zu denken und uns vor zukünftigen Bedrohungen zu fürchten.

Um Veränderungen zu fördern, sollten wir persönliche Vorteile hervorheben, wie etwa die Einsparungen durch dynamische Stromtarife. Nelles warnt vor Klimamythen, die uns davon abhalten, aktiv zu werden. Ein Beispiel ist die Annahme, dass wir auf perfekte Lösungen warten sollten, bevor wir handeln.

In Diskussionen über Klimaschutz empfiehlt er, zuerst zuzuhören und zu verstehen, welche Bedenken die anderen haben, anstatt sofort zu widersprechen. Veränderungen können oft einen Schneeballeffekt haben. Wenn einige Menschen anfangen, folgen ihnen andere.

Insgesamt zeigt das Gespräch, dass jeder Einzelne durch kleine Schritte zur Verbesserung des Klimas beitragen kann.


Aus dem Interview „Welt-Umwelt-Tag – Was der Einzelne für das Klima tun kann“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –05.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/05/welt_umwelt_tag_was_der_einzelne_fuer_das_klima_tun_kann_drk_20260605_0750_f95dde12.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/welt-umwelt-tag-was-der-einzelne-fuer-das-klima-tun-kann-100.html

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📅❓ Wollen – Tun – Wissen – Anwenden

In einem Lernbrief meiner Fortbildung wurde Johann Wolfgang von Goethe mit den Worten zitiert: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

Dieses Zitat kam mir sofort in den Sinn, als ich den heutigen Daily Prompt las. Nach diesem Zitat lebe ich zwar nicht, aber ich denke oft an es.

Erworbenes Wissen, das nie angewendet wird, verflüchtigt sich mit der Zeit. Es verschwindet jedoch nie vollständig. Wenn ich nach Jahren oder Jahrzehnten auf einmal auf gelerntes Wissen zurückgreifen möchte, kommt die Erinnerung allmählich wieder an die Oberfläche bzw. das einmal erworbene Wissen kann viel leichter wieder erneuert werden.

Für mich hat der zweite Teil des Zitats die größere Bedeutung, da ich mich schwer tue, vom Denken ins Handeln zu kommen. In wichtigen Momenten meines Lebens, in denen ich mit mir hadere, etwas zu tun, denke ich an dieses Zitat, und es hilft mir, mein Wollen in die Tat umzusetzen.

PS: Ich habe die Quelle dieses Zitats überprüft. ChatGPT erklärte mir im Brustton der Überzeugung, dass dieses Zitat nicht von Goethe stamme, da es keinen verlässlichen Beleg dafür in seinen Werken gebe, und ordnete es einem französischen Schriftsteller zu. Dagegen fanden IONOS, Le Chat und Gemini die korrekten Stellen. Ich nehme gerne Quellenkritik entgegen.

Täglicher Schreibanreiz
Gibt es ein Zitat, nach dem du dein Leben lebst oder an das du oft denkst?

Do you have a quote you live your life by or think of often?  |  Hast du ein Zitat, nach dem du dein Leben richtest oder an das du oft denkst?

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🐚 Erst denken, dann sprechen! 🐚

Introvertierte denken, bevor sie sprechen. Sie reden wenig, spät und langsam, weil sie nicht sprechen (können), ohne nachgedacht zu haben.

~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten

Das ist heute nicht mehr so. In meinen ersten Schuljahren war das jedoch sehr ausgeprägt. Wenn mein Gegenüber mir keine Zeit ließ, meine Gedanken zu sortieren, und dann auch noch deutliche Zeichen der Ungeduld zeigte oder mich gar aufforderte, endlich zu sprechen, bekam ich einen Blackout und sagte nichts mehr.
In diesen ersten Lebensjahren begann ich irgendwann auch zu stottern. Vermutlich, weil mein Vater ungeduldig und mit Druck auf mich reagierte. Durch eine Therapie konnte ich das Stottern überwinden und es ist nie wieder aufgetreten.

Meine Umwelt und ich hatten für diese „Generalpausen” keinen Namen, denn der Begriff „Introversion” war noch nicht geläufig. Ich fühlte mich falsch und war bemüht, mich „richtig” zu verhalten. Unbewusst versuchte ich, die Lücke zwischen Denken und Sprechen zu verkleinern, was mir spätestens mit Beginn meiner Ausbildung auch gelang. Das war aber auch ein Grund, warum ich nach solchen Situationen oder am Ende eines (Arbeits-)Tages erschöpft war.

Heute kann ich meinem Gegenüber signalisieren, dass ich noch etwas Zeit zum Denken benötige, bevor ich antworte oder spreche.

Wenn ihr also jemanden trefft, der nicht oder nur langsam antwortet, habt ihr vermutlich eine Person mit introvertierten Anteilen vor euch.
Gebt ihr Gelegenheit zu denken. (-:

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🎙 Die Einkaufsliste der Sorgen: Warum dein Gehirn ein Update braucht und wie du zur Ruhe kommst.

In diesem Podcast geht es darum, wie man in einer hektischen Welt zur Ruhe kommen und abschalten kann. Die Hosts Stefanie Stahl und Lukas Klaschinski sprechen über die Schwierigkeiten, die viele Menschen haben, wenn sie versuchen, ihre Gedanken zu beruhigen. Oft kreisen diese um Probleme aus der Vergangenheit oder Ängste bezüglich der Zukunft. Das kann zu Stress und Schlafstörungen führen.


Podcastfolge „Zur Ruhe kommen und abschalten“ vom 26.01.2022 aus dem RTL+-Podcast „So bin ich eben! Stefanie Stahls Psychologie-Podcast für alle „Normalgestörten“„.


Eine Hörerin namens Ramona berichtet von ihrem ständigen Grübeln und ihren Schlafproblemen. Stefanie erklärt, dass Grübeln ein Versuch des Gehirns ist, Kontrolle über Ängste zu gewinnen. Sie empfiehlt, sich täglich Zeit zu nehmen, um Sorgen aufzuschreiben und den Kopf freizubekommen. Lukas und Stefanie betonen, wie wichtig es ist, sich von negativen Gedanken zu distanzieren und im Hier und Jetzt zu leben.

Ein weiteres Thema sind Schlafstörungen, die oft durch Stress und vergangene traumatische Erlebnisse verstärkt werden. Stefanie empfiehlt, sich ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen und Meditationen auszuprobieren, um besser schlafen zu können.

Der Podcast diskutiert auch, wie tief verwurzelte Kindheitserfahrungen das Denken und Fühlen im Erwachsenenleben beeinflussen können. Es wird betont, wie wichtig es ist, die Verantwortung für die eigenen Gefühle von den Eltern zu lösen und sich selbst zu stärken.

Insgesamt bietet der Podcast praktische Tipps und Einsichten, um mit innerer Unruhe und Grübelzwängen umzugehen und ein besseres Gefühl von Sicherheit und Selbstwert zu entwickeln.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://open.acast.com/public/streams/695b7e82511175cf3ed1d504/episodes/695b7e9ffb49dbac00f440dc.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://shows.acast.com/so-bin-ich-eben/episodes/695b7e9ffb49dbac00f440dc

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• außergewöhnliche Denkerin • furchtlose Persönlichkeit • politische Theoretikerin •

Porträt einer außergewöhnlichen Denkerin

In den Kritiken wird Hannah Arendts Selbstverständnis und ihre furchtlose Persönlichkeit betont. Sie wird nicht als klassische Philosophin, sondern als politische Theoretikerin vorgestellt, die „ohne Geländer“ dachte. Der Film spannt den Bogen von ihrer Zeit in Deutschland – einschließlich der Beziehung zu Heidegger – über ihre Flucht vor den Nationalsozialisten bis hin zu ihrem einflussreichen Wirken in den USA.

Zentrale Themen und Werke

Die Rezensionen heben hervor, dass die Dokumentation Arendts wichtigste Thesen verständlich aufbereitet.

– Totalitarismus und Macht: die Analyse von Antisemitismus und der Rekrutierung politisch Desinteressierter.

Die „Banalität des Bösen“: – ihre kontroverse Berichterstattung über den Eichmann-Prozess.

Freiheit und Denken: Ihr Appell „Stop and think” als Schutzraum gegen ideologische Verblendung.

Formale Gestaltung und Umsetzung

Die filmische Machart wird überwiegend gelobt.

Die Schauspielerin Nina Hoss leiht Arendt ihre Stimme und liest aus Briefen und Texten, was als sehr angemessen und atmosphärisch empfunden wird.

Der Film nutzt geschickt Archivaufnahmen, Wochenschauen und das legendäre Interview mit Günter Gaus aus dem Jahr 1964.

Während einige Kritiken den Verzicht auf „Talking Heads“ (Interviewszenen) und die elegante Montage loben, bemängeln andere Kritiken punktuelle historische Ungenauigkeiten bei der Zuordnung von Ton- und Bildmaterial.

Aktuelle Relevanz

Darüber, dass Arendts Denken heute so aktuell ist wie eh und je, herrscht Einigkeit. Ihre Analysen zu Propaganda, dem „Zerfressen“ der Republik von innen und der Unberechenbarkeit der Zukunft dienen als Spiegel für heutige politische Entwicklungen wie Populismus oder die Krise der Demokratie. Der Film befreit sie zudem von der Reduzierung auf bloße „Kalendersprüche“.

Es ist ein sehenswerter, anspruchsvoller und zugleich zugänglicher Film, der Mut zum eigenständigen Denken macht und zeigt, warum Hannah Arendts Stimme in der heutigen Zeit unentbehrlich bleibt.

Hannah Arendt – Denken ist gefährlich, Dokumentation Deutschland/USA 2025 von Jeff Bieber, Chana Gazit, bis 29.04.2026 in der ARD-Mediathek

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyODM0NzI

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