🎙 Wir müssen die Krankenhäuser dringend klimaresistent machen!

Anlässlich des Hitzeaktionstages thematisiert das Interview von Deutschlandfunk Kultur die enormen Herausforderungen, die extreme Hitze für das deutsche Gesundheitssystem – und speziell für Krankenhäuser – mit sich bringt. Die Expertin Lea Eggers erklärt, dass viele Kliniken baulich nicht auf die durch den Klimawandel bedingten steigenden Temperaturen vorbereitet sind.

Zentrale Probleme und Auswirkungen sind:

Belastung für Erkrankte: Auf Stationen ohne Klimaanlage verschlechtert sich der Zustand ohnehin geschwächter Personen (vulnerable Gruppen) durch die starke Erwärmung zusätzlich.

Einschränkungen für das Personal: Die Hitze mindert die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. In der Folge kann es vermehrt zu Arbeitsausfällen, Komplikationen und Unfällen kommen.

Strukturelle und finanzielle Hürden: Die Krankenhauslandschaft ist oft veraltet und steht unter hohem finanziellen Druck. Es fehlen die finanziellen Mittel für teure, großflächige Umbaumaßnahmen.

Klimaschutz-Dilemma: Ein flächendeckender Einbau von Klimaanlagen würde zwar für Abkühlung sorgen, widerspricht jedoch dem übergeordneten Ziel der Klimaneutralität.

Um die Situation zu verbessern, erarbeiten Krankenhäuser zunehmend Hitzeschutzpläne, die sich oft an einem Muster des Bundesgesundheitsministeriums orientieren. Mithilfe dieser Pläne können gezielte Maßnahmen geplant werden. Diese lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:

Kurzfristige und organisatorische Maßnahmen

Aufklärung: Sensibilisierung von Personal und Patientinnen sowie aktives Erinnern an ausreichendes Trinken.

Ablaufänderungen: – Anpassung von Dienstplänen und Verlegung körperlich schwerer Tätigkeiten (wie die Lagerung oder Waschung von Patientinnen) in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.

Anpassung der Speisepläne im Sommer durch das Reichen von wasserreichen Lebensmitteln (z. B. Melone oder Gurke), um den Wasserhaushalt aufzufüllen.

Langfristige Maßnahmen

– Verbesserung der Raumluftqualität durch geeignete technische Maßnahmen.

– Soforthilfe: Verschaffung von Kühlung durch einfache Mittel wie kalte Tücher.

Minimalinvasive bauliche Maßnahmen

Da klassische Klimaanlagen teuer und wenig klimafreundlich sind, werden alternative Lösungen eingesetzt:

– Nachrüstung von Verschattungsmöglichkeiten.

– Einsatz von spezieller Klimafarbe, die die Raumtemperatur passiv um 2 bis 3 Grad senken kann.


Aus dem Interview „Hitzeaktionstag – warum unsere Krankenhäuser nicht klimaresilient sind“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –11.06.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/11/hitzeaktionstag_warum_unsere_krankenhaeuser_nicht_drk_20260611_0740_c53712b9.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/hitzeaktionstag-warum-unsere-krankenhaeuser-nicht-klimaresilient-sind-100.html

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Ausreichend, zweckmäßig, das Maß des Notwendigen nicht überschreitend.

Im Jahr 1979 veröffentlichte Hans A. Pestalozzi sein Buch „Nach uns die Zukunft”. Darin beschäftigte er sich mit einem zukünftigen Leben, das lebenswert ist. Darin stellte er unter anderem die Frage, ob wir eine verkehrsgerechte Stadt oder einen stadtgerechten Verkehr wollen.
In dieser Zeit veröffentlichte die von Horst Stern geleitete Monatszeitschrift „Natur” Beilagen, die sich ebenfalls mit einem lebenswerteren Leben beschäftigten.
Die Umverteilungsmaschine (von unten nach oben) wusste schon damals, wie sie die Verbreitung dieser Ideen unterdrücken oder umlenken konnte.

Die Frage ist nicht, wie ICH die Stadt der Zukunft gestalten würde, sondern wie sie aussehen muss, damit sie Teil des Überlebenskampfes der Menschheit wird.

Die Stadt der Zukunft muss autofrei sein. Den rollenden Verkehr teilen sich Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel mit emissionsfreien Lieferwagen.

Die immer häufiger auftretenden und heftiger werdenden Starkregen dürfen nicht zu Überflutungen führen und die Häuser müssen Orkanen und Wirbelstürmen standhalten können.

In den extrem heißen Trockenperioden muss die Stadt schattig und kühl sein.

Es dürfen keine neuen Häuser mehr gebaut werden, der Altbestand muss klimakatastrophenresilient gemacht werden. Große Wohnungen müssen zurückgebaut werden, jeder Mensch darf höchstens 30 Quadratmeter Wohnfläche beanspruchen.
Wenn ein Neubau unumgänglich ist, darf dieser nur klimaneutral errichtet werden.

Es müssen genügend grüne und feuchte Oasen der Ruhe vorhanden sein.

Und so weiter, und so fort … Die entsprechenden Vorstellungen sind seit Jahrzehnten verfügbar. Mindestens seit dem Bericht des Club of Rome aus dem Jahr 1972 mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums. Zur Lage der Menschheit.“.
Nicht nur die Stadt der Zukunft, sondern unsere gesamte Lebensweise muss sich diesem kategorischen Imperativ unterordnen: Sie muss sich bescheiden, ausreichend und zweckmäßig sein und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

Der kommende Krieg, dessen Vorbereitungen gerade getroffen werden, wird den Überlebenden helfen, aus dieser Utopie eine Vision zu machen und aus dieser Vision Realität werden zu lassen.
Es wäre einfacher, wenn man die 1.000.000.000.000 Euro statt in Kriegsvorbereitungen in Klimaresilienz investieren würde.

Täglicher Schreibanreiz
Wie würdest du die Stadt der Zukunft gestalten?