🎙 Der Rechtsruck, der keiner ist? Warum radikale Ansichten laut Forschung nur sichtbarer werden.

In dieser Podcast-Folge wird die zunehmende Unterstützung für radikale rechte Parteien thematisiert und untersucht, warum immer mehr Menschen solche Parteien wählen. Die Autoren Kathrin Kühn und Patric Seibel beziehen sich dabei auf die Forschung des Politikwissenschaftlers Vicente Valentim.

Dieser argumentiert, dass sich die politischen Ansichten der Menschen nicht plötzlich geändert haben. Vielmehr seien diese Ansichten schon immer vorhanden gewesen, könnten jetzt aber offener ausgedrückt werden. Viele Menschen trauen sich, ihre rechten Einstellungen zu zeigen, da diese in der Gesellschaft weniger tabuisiert werden.

Valentim beschreibt drei Phasen der Normalisierung radikaler rechter Ansichten:

Latenzphase: Menschen mit rechten Ansichten äußern sich nicht, da es keine geeigneten Politiker gibt, die diese Ansichten vertreten.

Aktivierungsphase: Durch externe Ereignisse wie Krisen oder plötzliche Veränderungen (z. B. Migration) beginnen mehr Menschen, ihre extremen Ansichten zu äußern. Politiker erkennen die Möglichkeit, mit diesen Ansichten Wähler zu gewinnen.

Auftauchphase: Radikale rechte Positionen werden gesellschaftlich akzeptiert und normalisiert. Die Menschen fühlen sich wohler, wenn sie ihre Ansichten offen zeigen.

In dieser Podcastfolge wird auch darauf hingewiesen, dass die Medien eine wichtige Rolle spielen, da sie die öffentliche Meinung beeinflussen. Es wird diskutiert, wie sich die Diskussion über Migration in Talkshows zwischen 2015 und 2023 verändert hat: Radikale Forderungen rufen heute weniger Widerstand hervor als früher.

Zusammenfassend zeigt diese Podcast-Folge, dass die Unterstützung für radikale rechte Parteien nicht durch einen plötzlichen Anstieg rechter Einstellungen, sondern durch die Normalisierung dieser Ansichten in der Gesellschaft erklärt werden kann.


Podcastfolge „Rechtsextremismus: Warum die radikale Rechte so stark wird“ vom –30.10.2025– aus dem Deutschlandfunk-Podcast „Systemfragen“.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/10/30/kippende_normen_warum_die_radikale_rechte_so_stark_wird_dlf_20251030_2010_ab87736f.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/kippende-normen-warum-die-radikale-rechte-so-stark-wird-100.html

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🎙 Vom Wohlstandsversprechen zum Auslaufmodell: Die bewegte Geschichte der Familie Tietz und ihrer Warenhäuser.

In dem Interview von Michael Köhler mit dem Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe geht es um den Rückgang der traditionellen Warenhäuser in Deutschland, die einst Symbole für Konsum und Wohlstand waren. Plumpe erläutert, dass die Warenhäuser ihren Ursprung in kleinen Städten hatten und sich später in großen Städten etablierten. Sie boten eine neue Einkaufserfahrung: Kunden konnten die Waren selbst auswählen und sofort bezahlen. Dies unterschied sich von den bisherigen Verkaufspraktiken.


Aus dem Interview „Mythos und Ramsch – Der Niedergang des Warenhauses. Werner Plumpe, Historiker“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom 29.03.2026.


Ursprünglich waren die Warenhäuser für die Arbeiterklasse gedacht und nicht für die Oberschicht, wie Plumpe beschreibt. Mit der Zeit wurden sie jedoch von den Nationalsozialisten verfolgt, was zum großen Teil auf ihre jüdischen Eigentümer zurückzuführen war. Die Nationalsozialisten zwangen die Warenhäuser, ihre jüdischen Anteilseigner zu verdrängen und änderten deren Namen.

Ab den 1970er Jahren gerieten die Warenhäuser in Schwierigkeiten, da sie mit spezialisierten Geschäften und neuen Verkaufsformen nicht mithalten konnten. Die Kunden hatten mehr Auswahl und konnten bequemere Einkaufsmöglichkeiten nutzen, was zu einem stetigen Rückgang der Warenhäuser führte. Heute sind nur noch wenige Warenhäuser übrig und sie sind weit entfernt von ihrem einstigen Glanz. Der Artikel zeigt, dass die Warenhäuser eine wichtige Rolle im deutschen Konsumleben spielten, sich aber nicht an die veränderten Marktbedingungen anpassen konnten.

Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/03/29/mythos_und_ramsch_der_niedergang_des_warenhauses_werner_dlf_20260329_0737_1e6cfa1f.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/mythos-und-ramsch-der-niedergang-des-warenhauses-werner-plumpe-historiker-100.html

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🎙 Bargeld ist und bleibt wichtig für die Gesellschaft und die Freiheit.

In ihrem Vortrag behandelt Heike Wörlen, Wirtschaftswissenschaftlerin bei der Deutschen Bundesbank, die Bedeutung von Bargeld in der heutigen Gesellschaft und warum es auch in Zukunft wichtig bleibt. Sie kommt zu dem Schluss, dass Bargeld trotz der zunehmenden Nutzung digitaler Zahlungsmethoden nach wie vor eine wichtige Rolle spielt.


Podcastfolge „Warum wir Bargeld auch in Zukunft brauchen“ aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal“ vom 12.12.2025.


Wörlen erklärt, dass Bargeld nicht nur für alltägliche Einkäufe verwendet wird, sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel dient. Viele Menschen horten Bargeld zu Hause oder nutzen es in Krisensituationen, wenn digitale Zahlungsmethoden nicht verfügbar sind. Wörlen betont, dass Bargeld Datenschutz und Anonymität ermöglicht, was in einer zunehmend digitalen Welt wichtig ist.

Zudem hebt sie hervor, dass Bargeld für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich ist, einschließlich Kinder und Menschen ohne technischen Zugang. Es fördert die finanzielle Bildung und das Verständnis für Geld. Wörlen warnt jedoch auch, dass Bargeld keine Selbstverständlichkeit ist und dass es wichtig ist, seine Nutzung und Akzeptanz zu fördern, um nicht in eine Zukunft zu geraten, in der Bargeld an Bedeutung verliert.

Abschließend appelliert sie, Bargeld zu schätzen und zu bewahren, da es ein unverzichtbarer Teil des Zahlungssystems ist und Freiheit, Sicherheit sowie Teilhabe bietet.

Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2025/12/12/deutschlandfunknova_cash_warum_wir_bargeld_20251212_50cb017d.mp3

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