Tauschen! Nicht einfach für eine Woche nur jemand anderes sein, nein, eine berühmte Person taucht für eine Woche auch in mein Leben ein. Das will gut überlegt sein!
Benjamin Netanjahu wird es eher nicht sein.
Am liebsten hätte ich mit Jane Goodall getauscht. Leider lebt sie nicht mehr. Deshalb entscheide ich mich für Sir David Attenborough.
Er hat am 8. Mai 2026 seinen einhundertsten Geburtstag gefeiert. So könnte ich einmal erleben, was physisch und psychisch auf mich zukommt, wenn ich dieses Alter erreiche. Sir David Attenborough ist einer der bekanntesten Naturfilmer der Welt.
Bereits in seiner Kindheit zeigte er Interesse an der Natur und studierte später Geologie und Zoologie. Mit 26 Jahren begann er seine Karriere beim Fernsehen, als die BBC ein neues Fernsehsenderformat einführte.
Mit innovativen Techniken und fesselnden Erzählungen revolutionierte er die Naturdokumentation. Seine Filme, darunter „Die Erde lebt“ und „Life on Earth“, erreichten Millionen Zuschauer:innen und machten ihn zu einer nationalen Ikone in Großbritannien.
Er begegnete Berggorillas und meisterte die Herausforderungen, die sich ihm während seiner Dreharbeiten in exotischen Ländern stellten.
Seit den 1980er Jahren warnt er vor dem Verlust der Artenvielfalt und spricht seit 2006 regelmäßig über die Gefahren des Klimawandels. Er sieht es als seine Aufgabe, eine Verbindung zwischen Menschen und Natur herzustellen – insbesondere für Stadtbewohner.
Trotz seines Alters ist er weiterhin aktiv, arbeitet an neuen Projekten für die BBC und schärft das Bewusstsein für die Natur.
Attenborough wird als lebendes Kulturgut angesehen, er ist in der britischen Gesellschaft beliebt und respektiert. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Ritterschlag von Königin Elizabeth II.
Attenboroughs Lebenswerk ist eine Kombination aus Leidenschaft für die Natur und dem Bestreben, Menschen für den Naturschutz zu sensibilisieren.
Es wäre für mich wunderbar, im hohen Alter noch aktiv zu sein und an neuen Projekten zu arbeiten. Und Gutes zu tun.
Ich müsste eine Woche auswählen können, in der er eine Einladung zum Essen ins britische Königshaus hat. Das wäre ein Fest. Oder an seiner Stelle im Finale von Wimbledon in der Royal Box am Centre Court sitzen zu können …
Wenn du für eine Woche mit einer berühmten Person das Leben tauschen könntest: Wer wäre das – und warum?
f you could switch lives with a famous person for a week, who would it be and why? | Wenn du eine Woche lang das Leben einer berühmten Persönlichkeit führen könntest, wer wäre das und warum?
Solange ich meine Träume noch leben kann, brauche ich keinen Geist, der mir Wünsche erfüllt.
Er könnte uns einen Wunsch erfüllen. Lieber Geist, sorge bitte dafür, dass die Menschen ihrem Namen „Homo sapiens” wieder gerecht werden, Kriege und Völkermorde beenden, Tiere als Mitgeschöpfe betrachten und unversehrt lassen, den Glauben beenden, dass irgendein Gott etwas bewirken würde, und der unausweichlichen Klimakatastrophe gemeinsam die Spitze nehmen.
Ein Flaschengeist erfüllt dir einen Wunsch – welcher wäre das?
Angeregt durch den Daily Prompt habe ich am 11. Juli dieses Jahres auf die Frage, welche Gewohnheit mein Leben am meisten verbessert hat, geantwortet:
Im Frühsommer 2016 habe ich nach und nach meine Ernährung auf rein pflanzliche Kost umgestellt.
Zunächst aus Mitleid mit den unsäglich leidenden Tieren. Ich habe gesehen, was das alles bedeutet: Zwangsbefruchtung, Trennung von Mutter und Kind, Massentierhaltung, Platzmangel, Fixierung, kein Tageslicht, Spaltenböden, Leben in den eigenen Exkrementen, Qualzuchten, Verstümmelungen, Lebendtransporte bei jedem Wetter, Schlachtung im Akkord, Panik vor dem Tod, Fehlbetäubungen und die Tötung nutzloser Tiere.
Dann auch des Klimas und der Umwelt wegen: enorme Emissionen von Methan, Lachgas und CO₂ durch Verdauungsprozesse, Gülle und Landnutzung, hoher Wasserbedarf und massive Landnutzung. Es müssen deutlich mehr Kalorien in Form von Pflanzen verfüttert werden, als am Ende als Fleisch herauskommen. Zudem wird für den Anbau von Soja, das als Kraftfutter in die Massentierhaltung exportiert wird, Regenwald abgeholzt. Es kommt zur Überdüngung von Böden und zur Grundwasserverschmutzung durch immense Mengen an Gülle (Nitratbelastung).
Auch aus diesen Gründen:
– Flächen und Ernten, die für Tierfutter genutzt werden, fehlen für die direkte pflanzliche Ernährung von Menschen, was Welthunger begünstigt.
– Die Entstehung gefährlicher, multiresistenter Keime durch den massenhaften Einsatz von Antibiotika in Ställen.
– Das enge Zusammenpferchen genetisch ähnlicher Tiere auf engstem Raum begünstigt die Mutation und Übertragung von Viren.
Im Zuge dessen habe ich 20 Kilogramm abgenommen und halte seitdem mein Gewicht. Ich bewege mich täglich. Ich bin geistig beweglicher. Depressive Verstimmungen sind fast vollständig verschwunden. Seitdem bin ich kreativer. Ich bin so gut wie nie mehr erkältet. Ärzte haben seitdem nichts mehr an mir zu bemängeln – abgesehen von den angeborenen Faktoren. Mein Blick auf die Welt ist klarer geworden, vor allem, was die Abhängigkeiten betrifft und wie wir manipuliert und sediert werden. Ich bin toleranter geworden und möchte niemanden davon überzeugen, seinen Weg in den kollektiven Abgrund zu ändern. Ich kann mein Sellerieschnitzel in Gegenwart von Spare-Ribs-Esser:innen genießen.
Diese eine Gewohnheit, mich pflanzlich zu ernähren, hat mein Leben am meisten verbessert. Sie ist die beste Gewohnheit für eine gesunde, vollwertige, proteinreiche, vitalisierende, nährstoffreiche, bekömmliche und stärkende Ernährung.
Weitere Gewohnheiten in diesem Sinne sind, meine Kalorienzufuhr auf meinen täglichen Kalorienverbrauch zu begrenzen, auf die Zucker- und Eiweiß-/Proteinmenge zu achten sowie Schokolade und/oder Salziges in meinen Essensplan einzubauen.
Tägliche Schreibanregung
Welche gesunden Ernährungsgewohnheiten funktionieren für dich am besten?
Wenn ich mich in dieser seltsamen Welt umsehe, frage ich mich ernsthaft, ob ich meinen eigenen Augen noch trauen kann. Wir leben in einer Zeit voller Widersprüche: Plötzlich wird fossiles Gas als umweltfreundlich und grün deklariert, während das Gras um uns herum in der Hitze vertrocknet und gelb wird. Es entbehrt jeder Vernunft, dass leere Flugzeuge einfach weiterfliegen, während wir tatenlos zusehen, wie die letzten sieben Jahre die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen waren. Minütlich fließen elf Millionen an Subventionen in Öl, Gas und Kohle – ein Wahnsinn, den kaum jemand noch begreift.
Mit aufgesetzter Heiterkeit werden wir von den Verantwortlichen vertröstet. Solange die Wirtschaft floriert, scheint es niemanden zu stören, dass wichtige Arten wie die Bienen verschwinden. Und wenn wir dann doch einmal mit Vehemenz etwas schützen, dann ist es zynischerweise kein echtes Lebewesen zu Lande oder in den Flüssen, sondern ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2.
Angesichts dieser Zustände ist es leicht, zu resignieren oder melancholische Lieder über den Untergang zu singen. Doch damit stellt sich die drängendste Frage unserer Zeit: Wer gibt uns noch eine Perspektive, und woher soll die Hoffnung kommen? Die Antwort darauf findet sich nicht in leeren Phrasen, sondern auf der Straße, wo die Menschen lautstark rufen, dass Lützerath bleiben muss.
Die vorherrschende Politik versucht, die Wirtschaft um jeden Preis zu entfesseln, dabei legt sie die Menschen aber in metaphorische Ketten. Um unsere Welt noch zu retten, müssten wir dieses Prinzip umkehren. Während wir hier im Überfluss baden, ertrinken zeitgleich Menschen im Meer. Die Menschenwürde verkommt in einem System, das der globalen Erwärmung mit sozialer Kälte begegnet, zu einem reinen Konjunktiv. Wer diesen Kapitalismus kritisiert und zynische Wahrheiten ausspricht, hat es schwer, denn echte Kritik verkauft sich schlecht.
Letztlich bleibt uns keine Zeit mehr für passives Schweigen. Anstatt uns der Resignation hinzugeben, müssen wir um jede Perspektive und jede Hoffnung ringen. Die offensichtlichen Ungerechtigkeiten müssen uns alle auf die Straßen treiben, damit wir die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir alle stellen uns dieselben drängenden Fragen – also lass uns gemeinsam aufstehen und ein aktiver Teil der Antwort werden!
rueckzuginsprivate.de weist darauf hin, dass die Inhalte der geteilten und zusammengefassten Artikel die Ansicht der verlinkten Websites wiedergeben. Diese Ansicht muss nicht mit der Meinung von rueckzuginsprivate.de übereinstimmen.
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Das günstigste Reisen ist nicht das Reisen mit dem geringsten Geldeinsatz, sondern das Vermeiden von Reisen. Das ist Teil der weltweiten Rettungsaktion, die unseren Kindern, Enkeln, Urenkeln und Ururenkeln ein gerade noch lebenswertes Leben ermöglicht.
Heute kann ich mittellange Distanzen in wenigen Stunden mit dem Flugzeug für ein 29-Euro-Ticket überbrücken. Die wahren Kosten dieses Fluges sind dabei ausgelagert: Die Kosten für die Folgen der CO2-Emissionen – wie die Beseitigung von Unwetterschäden, Ernteausfälle oder der Bau höherer Deiche – tauchen auf keinem Ticket auf. Sie werden von der Allgemeinheit getragen. Es ist die klassische Privatisierung von Gewinnen (für Fluggesellschaften und Schnäppchenjäger) und die Sozialisierung von Verlusten (für die Umwelt und die Gesellschaft).
Eine Reise ist dann klimaneutral, wenn die Klimabilanz für Transport, Unterkunft, Verpflegung und alle Aktivitäten vor Ort bei exakt null liegt. Bei jeder anderen Reise ist die Währung nicht der Euro, sondern das Leben. Das eigene vielleicht in wenigen Jahrzehnten, das Leben der nachfolgenden Generationen bestimmt.
Die Menschen, die am wenigsten zur Erderwärmung beigetragen haben, zahlen den höchsten Preis. Ein „billiger” Wochenendtrip auf die Kanaren wird mit der Existenzgrundlage von Menschen bezahlt, die durch Dürren oder Überflutungen ihre Heimat verlieren. Inzwischen trifft dieser Preis auch uns in Europa immer häufiger und direkter, wie Überschwemmungen und extreme Hitzewellen zeigen.
Eine „günstige”, fossil betriebene Reise ist im Grunde ein Kredit, der im Namen kommender Generationen unter Zwang aufgenommen wird. Was wir heute vermeintlich an Geld sparen, hinterlassen wir jungen Erwachsenen und künftigen Generationen als unbezahlbare Schuldenlast. Es ist ein „Leben auf Pump” in der extremsten Form, bei dem die nachfolgende Generation die Rechnung in Form einer unbewohnbaren Welt präsentiert bekommt.
Wahrer Luxus beim Reisen ist nicht die zurückgelegte Entfernung, sondern die Entschleunigung. Wer sich auf den Weg macht – ob bei einer ausgedehnten Wanderung, einer Radtour oder beim sanften Gleiten auf Schienen – der lässt den Stress von Flughafenkontrollen und Staus hinter sich.
Beim langsamen, bodengebundenen Reisen beginnt die Erholung bereits an der eigenen Haustür. Das ist Balsam für die Seele, stärkt die innere Gelassenheit und belastet den Planeten nicht.
Es ist die einzige Form des Reisens, die uns wirklich bereichert, anstatt uns etwas zu nehmen.
Wer eine solche Frage, nach dem besten bzw. schlimmsten Flughafen, stellt, hat den Ernst der mittlerweile unaufhaltsamen Klimakatastrophe immer noch nicht begriffen.
Flughäfen sind der Ausgangs- und Endpunkt der mit Abstand klimaschädlichsten Art der Fortbewegung. Wer in ein Flugzeug steigt, trägt in kurzer Zeit massiv zur Erderwärmung bei. Das liegt nicht nur am Treibstoffverbrauch, sondern auch daran, dass die Emissionen in großer Höhe freigesetzt werden.
Flugzeuge verbrennen enorme Mengen Kerosin, einen fossilen Brennstoff. Das dabei entstehende CO₂ (Kohlendioxid) wird direkt in die Atmosphäre abgegeben.
Bei einem einzigen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York verursacht eine Person rund zwei bis drei Tonnen CO₂. Das übersteigt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen, wenn die weltweiten Klimaziele eingehalten werden sollen.
Was das Fliegen besonders problematisch macht, ist die Reiseflughöhe. In 9 bis 12 Kilometern Höhe wirken die Emissionen physikalisch und chemisch völlig anders als am Boden.
Der Wasserdampf und die Rußpartikel aus den Triebwerken gefrieren in der kalten Luft sofort. Es entstehen feine Zirruswolken. Diese künstlichen Wolken lassen zwar kurzwellige Sonnenstrahlung herein, hindern aber die langwellige Wärmestrahlung der Erde daran, ins All zu entweichen – sie wirken wie ein massiver Treibhauseffekt.
Stickoxide (NO_x) führen in der Reiseflughöhe zur Bildung von Ozon, welches in dieser Atmosphärenschicht ebenfalls als starkes Treibhausgas wirkt.
Wissenschaftler fassen diese Effekte im sogenannten RFI-Wert (Radiative Forcing Index) zusammen. Die Faustregel besagt, dass die tatsächliche Klimawirkung eines Fluges zwei- bis dreimal so hoch ist wie die der reinen CO₂-Emissionen aus dem Triebwerk.
Im Jahr 2024 lag das weltweite Passagieraufkommen bei etwa 9 Billionen Passagierkilometern, also 9.000 Milliarden Kilometern.
Der internationale Luftfahrtverband IATA geht davon aus, dass sich diese Zahl durch die wachsende Nachfrage bis zum Jahr 2050 auf über 20,8 Billionen Passagierkilometer verdoppeln wird.
Bei einem durchschnittlichen Ausstoß von etwa 110 bis 130 Gramm CO₂ pro Passagierkilometer (abhängig von Auslastung, Flugzeugtyp und Strecke) wurden direkt etwa eine Milliarde Tonnen CO₂ erzeugt. Das entspricht in etwa den jährlichen Gesamtemissionen eines Industriestaates wie Japan.
Berücksichtigt man die zusätzlichen heizenden Effekte von Kondensstreifen, Zirruswolken und Stickoxiden in der Reiseflughöhe (mit dem gängigen Multiplikator von ca. 2 bis 3), steigt die reale Klimawirkung auf das Äquivalent von 2,5 bis 3 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr.
Somit ist der globale Flugverkehr einer der intensivsten Treiber der Erderwärmung – gemessen an der verhältnismäßig geringen Zahl von Menschen, die überhaupt regelmäßig fliegen.
„How dare you!”
Meine Botschaft lautet: Wir werden euch im Auge behalten!
Das alles ist falsch. Ich sollte gar nicht hier oben stehen. Eigentlich sollte ich wieder in der Schule sein, auf der anderen Seite des Ozeans. Und trotzdem wendet ihr euch an uns junge Menschen, um Hoffnung zu finden. Wie könnt ihr es wagen!
Mit euren leeren Worten habt ihr mir meine Träume und meine Kindheit geraubt. Und doch gehöre ich zu den Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und Märchen von ewigem Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!
Seit mehr als 30 Jahren ist die wissenschaftliche Lage glasklar. Wie können Sie es wagen, weiterhin wegzuschauen, hierherzukommen und zu behaupten, Sie würden genug tun, obwohl die notwendigen politischen Maßnahmen und Lösungen noch immer nicht in Sicht sind?
Ihr sagt, ihr hörtet uns zu und versteht, wie dringend die Lage ist. Aber egal, wie traurig und wütend ich bin, das will ich nicht glauben. Wenn ihr die Situation wirklich verstehen würdet und trotzdem untätig bliebt, dann wärt ihr böse. Und das weigere ich mich zu glauben.
Die weit verbreitete Vorstellung, unsere Emissionen innerhalb von zehn Jahren zu halbieren, bietet uns lediglich eine 50-prozentige Chance, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zudem birgt sie das Risiko irreversibler Kettenreaktionen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen.
Fünfzig Prozent mögen für euch akzeptabel sein. Diese Zahlen berücksichtigen jedoch weder Kipppunkte noch die meisten Rückkopplungsschleifen, die durch giftige Luftverschmutzung verursachte zusätzliche Erwärmung oder Aspekte der Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Außerdem setzen sie voraus, dass meine Generation Hunderte von Milliarden Tonnen Ihres CO₂ mit kaum vorhandenen Technologien aus der Luft filtert.
Ein Risiko von 50 Prozent ist für uns, die wir mit den Folgen leben müssen, daher schlichtweg inakzeptabel.
Um eine Wahrscheinlichkeit von 67 % zu erreichen, dass die globale Erwärmung unter 1,5 °C bleibt – die vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimawandel als bestes Ergebnis angegebene Wahrscheinlichkeit –, standen der Welt am 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO₂ zur Emission zur Verfügung. Heute ist diese Zahl bereits auf weniger als 350 Gigatonnen gesunken.
Wie können Sie es wagen, so zu tun, als ließe sich das Problem einfach durch „Business as usual“ und ein paar technische Lösungen lösen? Bei den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende CO₂-Budget in weniger als achteinhalb Jahren vollständig aufgebraucht sein.
Hier werden keine Lösungen oder Pläne vorgestellt, die diesen Zahlen entsprechen, denn sie sind zu unbequem. Und ihr seid noch nicht reif genug, um die Dinge beim Namen zu nennen.
Ihr lasst uns im Stich. Aber die jungen Menschen beginnen, euren Verrat zu durchschauen. Die Augen aller zukünftigen Generationen sind auf euch gerichtet. Wenn ihr euch entscheidet, uns im Stich zu lassen, dann sage ich euch: Wir werden euch niemals vergeben.
Damit werdet ihr nicht durchkommen. Genau hier und jetzt ziehen wir die Grenze. Die Welt erwacht. Und der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht.
Danke.
~ Greta Thunberg, 23.09.2019
Tägliche Schreibanregung
Was war der beste und was der schlimmste Flughafen, an dem du je warst?
Am 20. August 2018 begann sie mit ihrem Schulstreik vor dem schwedischen Parlament in Stockholm. Mit einem handgemalten Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ protestierte sie allein für mehr Klimaschutz. Daraus entstand später die weltweite Bewegung Fridays for Future.
Im Herbst 2018 übernahmen Tausende Schülerinnen und Schüler in vielen Ländern ihre Idee und begannen, jeweils freitags für den Klimaschutz zu streiken.
Am 4. und 12. Dezember 2018 machte sie auf der UN-Klimakonferenz (COP24) in Katowice mit ihrer scharfen Kritik weltweit auf sich aufmerksam.
2019 wurde Fridays for Future zu einer globalen Massenbewegung. Millionen Menschen beteiligten sich an weltweiten Klimastreiks und Greta wurde zur Symbolfigur der Bewegung.
Um am UN-Klimagipfel in New York teilnehmen zu können, überquerte sie im August 2019 mit dem Segelboot „Malizia II” emissionsfrei den Atlantik und machte damit auf die Klimabelastung des Flugverkehrs aufmerksam.
„How dare you!” Ihre emotionale Ansprache am 23. September 2019 beim UN Climate Action Summit an die Staats- und Regierungschefs wurde zu einer der bekanntesten Reden der Klimabewegung.
Am 20. und 27. September 2019 nahmen weltweit etwa 6 bis 7,6 Millionen Menschen an den bis dahin größten Klimademonstrationen teil.
Am 31. Dezember 2019 verbreitete sich die Nachricht von einem neuartigen Virus, der sich rasend schnell ausbreitete. Die Regierenden der meisten Länder nutzten die Pandemie, um verbriefte Freiheitsrechte außer Kraft zu setzen und damit ihre Macht zu demonstrieren. Durch Kontaktverbote, Lockdowns und Kontaktbeschränkungen wurde die Fridays-for-Future-Bewegung faktisch bedeutungslos gemacht.
Greta Thunberg hat mir für einen Augenblick mein Vertrauen in die Menschheit wieder vollständig gestärkt. Die weltpolitischen und bundesrepublikanischen Ereignisse seit dem 16.03.2020 haben diesen Glauben jedoch restlos zerstört.
Greta Thunberg sagte am 23.09.2019 sinngemäß:
Meine Botschaft lautet: Wir werden euch im Auge behalten.
Das ist alles falsch. Ich sollte gar nicht hier oben stehen. Ich sollte eigentlich wieder in der Schule sein, auf der anderen Seite des Ozeans. Und trotzdem wendet ihr euch alle an uns junge Menschen, um Hoffnung zu finden. Wie könnt ihr es wagen!
Ihr habt mir mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen. Und doch gehöre ich zu den Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens, und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!
Seit mehr als 30 Jahren ist die Wissenschaft glasklar. Wie könnt ihr es wagen, weiterhin wegzuschauen und hierherzukommen und zu sagen, dass ihr genug tut, wo doch die notwendigen politischen Maßnahmen und Lösungen noch immer nicht in Sicht sind.
Ihr sagt, ihr hört uns und versteht die Dringlichkeit. Aber egal, wie traurig und wütend ich bin, ich will das nicht glauben. Denn wenn ihr die Situation wirklich verstehen würdet und trotzdem weiterhin untätig bliebe, dann wärt ihr böse. Und das weigere ich mich zu glauben.
Die weit verbreitete Vorstellung, unsere Emissionen in 10 Jahren zu halbieren, gibt uns nur eine 50-prozentige Chance, unter 1,5 Grad [Celsius] zu bleiben – und birgt das Risiko, irreversible Kettenreaktionen auszulösen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen.
Fünfzig Prozent mögen für euch akzeptabel sein. Aber diese Zahlen berücksichtigen weder Kipppunkte noch die meisten Rückkopplungsschleifen, noch die durch giftige Luftverschmutzung verdeckte zusätzliche Erwärmung oder die Aspekte der Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Sie beruhen zudem darauf, dass meine Generation Hunderte von Milliarden Tonnen eures CO₂ mit Technologien aus der Luft filtert, die es kaum gibt.
Ein 50-prozentiges Risiko ist für uns – die wir mit den Folgen leben müssen – also schlichtweg nicht akzeptabel.
Um eine 67-prozentige Chance zu haben, unter einem globalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad zu bleiben – die besten Chancen, die der [Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimawandel] angibt –, standen der Welt am 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO₂ zur Emission zur Verfügung. Heute ist diese Zahl bereits auf weniger als 350 Gigatonnen gesunken.
Wie könnt ihr es wagen, so zu tun, als ließe sich das Problem einfach mit „Business as usual“ und ein paar technischen Lösungen lösen? Bei den heutigen Emissionswerten wird dieses verbleibende CO₂-Budget in weniger als 8½ Jahren vollständig aufgebraucht sein.
Hier werden heute keine Lösungen oder Pläne vorgestellt, die diesen Zahlen gerecht werden, weil diese Zahlen zu unbequem sind. Und ihr seid immer noch nicht reif genug, um die Dinge beim Namen zu nennen.
Ihr lasst uns im Stich. Aber die jungen Menschen beginnen, euren Verrat zu durchschauen. Die Augen aller zukünftigen Generationen sind auf euch gerichtet. Und wenn ihr euch entscheidet, uns im Stich zu lassen, sage ich: Wir werden euch das niemals verzeihen.
Wir werden euch damit nicht davonkommen lassen. Genau hier und jetzt ziehen wir die Grenze. Die Welt wacht auf. Und der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht.
Danke.
Tägliche Schreibanregung
Wann hat dir ein fremder Mensch deinen Glauben an die Menschheit komplett zurückgegeben?
What’s a moment when a stranger completely restored your faith in people? | Wann hat ein Fremder dein Vertrauen in die Menschen wieder vollständig gestärkt?
So sehr es mir auch das Herz bricht, der Zustand der Erde ist desolat und befindet sich im freien Fall. Die Menschheit, die Menschen, du und ich, wir alle müssen sofort damit aufhören, klimaschädliche Gase freizusetzen. Nur dann besteht die Möglichkeit, dass der Temperaturanstieg in einigen Jahrhunderten oder in einem Jahrtausend an einem Punkt stehen bleibt, der wenigstens einer Handvoll Milliarden Menschen ein menschenwürdiges Leben sichert.
Mein aktiver Beitrag dazu ist, auf Auto-, Flug- und Schiffsreisen zu verzichten.
Wenn ich davon absähe, würden die skandinavischen Länder, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, afrikanische Länder, insbesondere Südafrika (dem Geburts- und Herkunftsland meines Adoptivsohnes) und ausgewählte Städte in Mittel- und Südamerika zu meinen Top-10-Reisezielen gehören.
Außerdem stehen Wien, Paris, Budapest, Prag, Bratislava und Venedig auf den Spuren Tizians auf meiner Liste.
Dazu müsste ich allerdings meine Trägheit überwinden und/oder gegen meine Werte, insbesondere die anzustrebende Klimaneutralität, verstoßen. (-;
Falls wir die kommenden 20 Jahre überleben – was ich bezweifle – und ein lebenswertes Leben führen können, fallen mir einige Technologien ein, die es meiner Meinung nach in 20 Jahren ganz sicher geben wird.
Eine davon ist die Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme.
Wenn ich die Entwicklung des Computers der letzten 50 Jahre als Vergleich heranziehe, werden Solarpaneele, Windräder, die Stromerzeugung aus fließendem Wasser und die Nutzung jeglicher Abwärme mit immer kleineren Bauteilen möglich sein.
Eine Solarzelle in Briefmarkengröße wird ausreichen, um ein Auto selbst im Winter zu fahren und zu laden. Vermutlich werden Glasflächen, Gebäudefassaden oder Karosserien Licht (nicht nur direkte Sonneneinstrahlung) in Energie umwandeln können.
Kleine Windmühlen auf Dächern werden zusammen mit Licht den Strombedarf eines Hauses selbst im Winter decken können.
Strom und Wärme werden aus fließendem Abwasser gewonnen werden können.
Energiespeicher werden auf immer kleinerem Raum immer größere Mengen Energie speichern können.
Zukünftige Generationen werden nicht verstehen, wie die Menschheit jemals auf die Idee kommen konnte, Kohle, Öl oder Gas zu verbrennen und die Warnungen von Wissenschaftlern und Forschern bereits im 19. Jahrhundert zu ignorieren bzw. zu unterdrücken.
Tägliche Schreibanregung
Welche Technologie wird es deiner Meinung nach in 20 Jahren ganz sicher geben?