📰 Wer will ich sein?

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📅❓ Denken – Fühlen – Handeln

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger kann ich mit dem Begriff „früheres Ich“ anfangen. Ich bin ich.

Ich bin als relativ unbeschriebenes Blatt auf die Welt gekommen, das nach und nach beschrieben wurde. Ich habe immer wieder dazugelernt, habe mich versucht, habe mich geirrt oder war gleich beim ersten Versuch erfolgreich. Ich kann stolz sein auf Dinge, die ich gelernt habe und heute kann, die ich früher jedoch nicht konnte.
Früher war ich in meinen Gedanken gefangen. Ich habe wenig gefühlt und bin nicht ins Handeln gekommen.

Irgendwann wurde die Mauer um meine Gefühle gesprengt und ich war plötzlich mit ihnen verbunden. Zunächst war ich von meinen befreiten Gefühlen überwältigt und lief planlos umher. Zeitweise bezeichnete ich mich selbst als emotionaler Geisterfahrer, der einige Mitmenschen „überfuhr“ und überforderte.

Ich lernte, dass ich Gefühle habe, aber nicht meine Gefühle bin. Ich kann meine Gefühle in ihre Schranken weisen oder sie kontrolliert zulassen, sodass sie für mich und andere erträglich sind.

Heute bin ich nah dran an meiner Mitte.


Was hast du schon geschafft, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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What’s something you’ve done that your past self would be proud of?  |  Was hast du getan, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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🐚 realistisch, nicht pessimistisch

Introvertierte sind vorausschauend. Sie neigen dazu, nicht nur die positive Seite zu sehen, sondern erkennen schon frühzeitig mögliche Probleme. Dadurch wirken sie oft pessimistisch.

~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten

Oh ja. Ich verstehe nicht, wie man die Fürs und Widers nicht identifiziert, damit vielleicht auf halber Strecke stehen bleibt und dann unvorbereitet ist, wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht. Ich durchdringe meine Vorhaben gedanklich, frage mich, was im besten und im schlimmsten Fall geschehen kann, suche nach dem besten Weg und überlege mir schon Workarounds für den Fall, dass vorausgedachte Hindernisse auftreten. Dadurch laufe ich zwar etwas später los als andere und brauche etwas länger, um ins Handeln zu kommen, dafür bin ich aber schneller unterwegs und umgehe Hindernisse zügiger. Manchmal wäre es aber gut, jemanden an der Seite zu haben, der erkennt, wie dringlich es ist, loszulaufen, statt noch lange zu überlegen.

🐚 realistisch, nicht pessimistisch

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📅❓ Spontan antworte ich nur auf die täglichen Schreibanregungen.

Spontan bin ich, wenn ich etwas ohne lange Überlegung oder Planung aus eigenem inneren Antrieb mache oder entscheide. Der Impuls kann dabei auch von außen kommen.

In einer zweiten Bedeutung ist spontan zu sein ohne äußere Anregung oder Einfluss, also aus mir selbst heraus.

Als Kleinkind habe ich spontan die heiße Herdplatte angefasst und auch einmal spontan die leere Leuchtmittelfassung einer Nachttischlampe berührt, die unter Strom stand.

Seitdem habe ich glaube ich nicht mehr spontan gehandelt oder mich entschieden.

Von außen betrachtet wirke ich möglicherweise sehr spontan. Wenn du mich fragst, ob ich sofort mit dir nach Domburg auf einen Kaffee mitfahre, könnte ich in Sekundenschnelle „ja” oder „nein” sagen. Eher „ja”.

Innerlich ist das nicht spontan. Innerlich wäge ich in Sekundenschnelle alle Fürs und Widers ab, checke die Risiken und Chancen.

Nein, ich würde mich nicht als spontan bezeichnen, aber als entscheidungsfreudig.

Nach dem Wortlaut „ohne lange Überlegung“ dann doch. Für mich bezieht sich „lang” jedoch nicht auf eine Zeitspanne, sondern auf die Intensität des Überlegens. Dann doch nicht.

Tägliche Schreibanregung
Was war die spontanste Entscheidung, die du je getroffen hast?

What’s the most spontaneous thing you’ve ever done?  |  Was war das Spontaneste, was du je getan hast?

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📅❓ Wissen, Wollen, Tun

In einem Lernbrief meiner damaligen Fortbildung wurde Johann Wolfgang von Goethe mit den Worten zitiert: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“

Dieses Zitat kam mir sofort in den Sinn, als ich die heutige Schreibanregung las.

Erworbenes Wissen, das nie angewendet wird, verflüchtigt sich mit der Zeit. Es verschwindet jedoch nie vollständig. Wenn ich nach Jahren oder Jahrzehnten auf einmal auf gelerntes Wissen zurückgreifen möchte, kommt die Erinnerung allmählich wieder an die Oberfläche, und das einmal erworbene Wissen kann viel leichter wieder abgerufen werden. Der erste Teil des Zitats ist aber auch eine Mahnung, kein Wissen anzuhäufen, von dem ich weiß, dass ich es nie anwenden werde.

Für mich hat der zweite Teil des Zitats eine größere Bedeutung, da ich mich schwer tue, vom Denken ins Handeln zu kommen. In wichtigen Momenten meines Lebens, in denen ich mit mir hadere, etwas zu tun, denke ich an dieses Zitat – und es hilft mir, mein Wollen in die Tat umzusetzen.

Tägliche Schreibanregung
Was ist der beste Rat, den du je bekommen hast?

What’s the best piece of advice you’ve ever received?  |  Was war der beste Rat, den du je bekommen hast?

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📅❓ ETWAS

Ich habe viele Lieblingszitate und nicht nur ein einziges. Für heute habe ich mich für das folgende entschieden:

Das Leben ist die Kategorie der Möglichkeit. Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.

~ Christian Friedrich Hebbel (1813–1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

Hebbel notierte diesen Gedanken in seinen weltberühmten Tagebüchern und Aphorismen. Der Eintrag stammt aus den frühen Jahren seiner Aufzeichnungen, vermutlich aus dem Jahr 1838.

Hebbel versteht das Leben nicht als etwas Fertiges oder Besitzbares. Es ist vielmehr ein Raum der Möglichkeiten, in dem der Mensch erst durch sein Handeln zu dem wird, was er sein kann.

Hebbel drückt damit aus, dass die bloße Existenz – das nackte Dasein – noch keinen vorgefertigten Sinn oder Wert hat. Das Leben ist lediglich eine leere Leinwand oder das „Rohmaterial“. Erst durch den menschlichen Willen, das eigene Handeln und die bewusste Sinngebung formt der Mensch diese Gelegenheit zu „einem Etwas“ (einem erfüllten, bedeutungsvollen Schicksal).

Hebbel definiert das Leben als „Kategorie der Möglichkeit“ und entzieht ihm damit von vornherein den Status einer vorgefertigten „Wirklichkeit“.

Da das Leben reine Möglichkeit (Potenzial) ist, ist es an sich noch gar „nichts”, sondern wartet als bloße „Gelegenheit” darauf, durch den Menschen zu einer konkreten „Wirklichkeit” (einem Etwas) geformt zu werden.

Tägliche Schreibanregung
Was ist dein Lieblingszitat?

What is your favorite quote?  |  Was ist dein Lieblingszitat?

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📅❓ Es war die Lerche und nicht die Eule.

Der heutige Schreibanreiz passt gut zu dem Podcast „Über Schlafen” von Deutschlandfunk Nova, dem ich folge und dessen einzelne Folgen ich hier regelmäßig teile.

Ich selbst muss glücklicherweise nichts unternehmen, um besser zu schlafen. Ich schlafe gut und fest, und laut meinem Schlaftracker ist mein Verhältnis von REM-, Tief- und Leichtschlaf in Ordnung.

Vom Schlaftyp her bin ich eine Lerche, d. h., ich kann gut früh schlafen und aufstehen. Regelmäßig schlafe ich zwischen sechs und sieben Stunden. Manchmal nur sechs, aber auch gerne bis zu neun Stunden. Ich liebe Sonnenaufgänge, die Kühle des Morgens und das Erwachen der Natur.

Seit ich erwachsen bin, kann ich immer gut einschlafen. Ich drehe mich auf meine Schlafseite und bin in weniger als einer Minute weggeschlummert. Auch Störungen des Schlafes begegne ich gelassen. Das heißt, wenn es in der Nacht zu einer Störung kommt, ich aufwache oder sogar etwas tun muss, ist das unproblematisch. Danach lege ich mich wieder hin, drehe mich zur Seite und schlafe weiter. Auch mit Schlafmangel kann ich gut umgehen. Ich baue dann tagsüber einen Powernap von höchstens 30 Minuten ein, der sehr erfrischend wirkt.

Wenn ich zu ausgeschlafen bin, sehr aufgekratzt bin und meine Gedanken nicht aufhören wollen zu kreisen, dann empfinde ich das nicht als dramatisch. Ich bleibe ruhig liegen und versuche, mich auf meinen Atem oder die Geräusche, die an mein Ohr dringen, zu konzentrieren. Irgendwann ist der Gedankenjahrmarkt zu Ende und ich gleite allmählich in den Schlaf hinein.

Ich bin dankbar dafür, gut schlafen zu können.

Täglicher Schreibanreiz
Was machst du, um besser zu schlafen?

What do you do to improve your sleep?  |  Was tust du, um deinen Schlaf zu verbessern?

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📅❓ Heal the world.

Wie kann ich ein unbegrenztes (!) Budget in ein Stiftungsvermögen einzahlen?

Eine Stiftung, die die Welt heilt.

Für eine Welt, in der die Würde eines jeden Menschen tatsächlich unantastbar ist. Eine Welt, in der jeder Mensch das Lebensnotwendige hat.

Eine Welt, aus der die Menschen nicht mehr fliehen müssen mittels Süchten (u. a. Alkohol, Drogen, Nikotin, Medikamente, Sex, Pornografie, (Glücks-)Spiele, Wetten, Konsum, Sport, Essen, (Macht-)Missbrauch).

Für eine Welt, in der die lebensnotwendigen Bedürfnisse jedes Kindes erfüllt werden. Für eine Welt, in der Kinder nicht vorbereitet werden auf ein gehorsames Arbeitsleben, sondern auf ein freiheitliches Leben  – in Kindergarten und Schule. Für eine Welt, in der Kinder lernen, nachzudenken, denn Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.

Für eine Welt, die ihre Energie aus Sonne, Wasser und Wind bezieht und keine fossilen Brennstoffe mehr verwendet. Für eine Welt, in der die Gemeinschaft verantwortlich ist für die Infrastruktur (Strom, Wasser, Gesundheitsversorgung, Grundeinkommen, Müllvermeidung und -abfuhr) und nicht profitorientierte Privatleute.

Für eine Welt ohne Individualverkehr und mit einem dichten Netz an öffentlichem Personen- und Güternahverkehr.

Für eine Welt ohne tierische Ernährung, Kleidung, Mode, Schmuck, Kosmetik usw. usf.

Für eine Welt, in der die Menschen üben, Konflikte friedlich zu lösen, indem sie miteinander sprechen, Kompromisse suchen und finden. Für eine Welt ohne Waffen und Kriegsgerät.

Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen, und jede und jeder weiß, was ich damit meine.

24 Stunden. Unbegrenztes Budget. Stiftungsvermögen. Gutes tun.

Täglicher Schreibanreiz
Wenn du 24 Stunden lang ein unbegrenztes Budget hättest: Was würdest du machen?

If you had an unlimited budget for 24 hours, what would you do?  |  Wenn du 24 Stunden lang ein unbegrenztes Budget hättest, was würdest du tun?

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