Spontan bin ich, wenn ich etwas ohne lange Überlegung oder Planung aus eigenem inneren Antrieb mache oder entscheide. Der Impuls kann dabei auch von außen kommen.
In einer zweiten Bedeutung ist spontan zu sein ohne äußere Anregung oder Einfluss, also aus mir selbst heraus.
Als Kleinkind habe ich spontan die heiße Herdplatte angefasst und auch einmal spontan die leere Leuchtmittelfassung einer Nachttischlampe berührt, die unter Strom stand.
Seitdem habe ich glaube ich nicht mehr spontan gehandelt oder mich entschieden.
Von außen betrachtet wirke ich möglicherweise sehr spontan. Wenn du mich fragst, ob ich sofort mit dir nach Domburg auf einen Kaffee mitfahre, könnte ich in Sekundenschnelle „ja” oder „nein” sagen. Eher „ja”.
Innerlich ist das nicht spontan. Innerlich wäge ich in Sekundenschnelle alle Fürs und Widers ab, checke die Risiken und Chancen.
Nein, ich würde mich nicht als spontan bezeichnen, aber als entscheidungsfreudig.
Nach dem Wortlaut „ohne lange Überlegung“ dann doch. Für mich bezieht sich „lang” jedoch nicht auf eine Zeitspanne, sondern auf die Intensität des Überlegens. Dann doch nicht.
Tägliche Schreibanregung
Was war die spontanste Entscheidung, die du je getroffen hast?
Für mich ist eine Persönlichkeit ein Mensch mit Format und Ausstrahlung. Eine Persönlichkeit hat Herausragendes geleistet – in Worten und/oder Taten. Sie verkörpert Originalität und hat unserer Welt etwas Eigenes, Neues hinzugefügt. Eine Persönlichkeit zeigt Haltung und Rückgrat. Sie ist unverwechselbar, hat Ecken und Kanten und vertritt auch unpopuläre Standpunkte. Eine Persönlichkeit ist sichtbar. Sie hat eine Strahlkraft und ein Charisma. Sie kann Menschen begeistern, überzeugen, provozieren oder in ihren Bann ziehen. Eine Persönlichkeit ist ein Vorbild für viele Menschen. Sie orientieren sich an ihr. Eine Persönlichkeit dient auch als Projektionsfläche für Ideen und Ideale.
Ein Mensch wird zu einer Persönlichkeit, wenn allein die Nennung seines Namens mit vielen Assoziationen verbunden ist, wenn sein Name bereits bestimmte Erwartungen, Qualitäten oder Weltanschauungen transportiert.
Für mich zeichnet sich eine Persönlichkeit dadurch aus, dass sie mutige Entscheidungen trifft und Weitblick hat.
Richard von Weizsäcker war für mich eine solche Persönlichkeit. Gerade jährte sich seine Ansprache zum 40. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1985. In dieser machte er den Deutschen bewusst, dass sie diesen Krieg nicht verloren hatten, sondern von sich selbst befreit wurden – befreit von einer menschenverachtenden Ideologie, der sie bis in den Tod folgten
(Heute sind die Deutschen wieder kriegstüchtig. Die Aggression bricht sich in der Öffentlichkeit zunehmend Bahn.). Die Reaktionen vieler Politikerinnen und Politiker zeigten, wie kleingeistig sie selbst waren und sind. Willy Brandt (Kniefall in Warschau), Helmut Schmidt (Sturmflutkatastrophe in Hamburg, Nicht-Erpressbarkeit durch Terroristen) …
Die Frage ist heute eine andere. Es gibt kaum noch Persönlichkeiten im oben beschriebenen Sinn. Möchtegern-Persönlichkeiten gibt es hingegen viele. Auch viele, die von den Medien künstlich hochgejubelt werden. Persönlichkeiten im oben beschriebenen Sinne sind heute weitgehend in der Öffentlichkeit unsichtbar. Vertreten sie eine von den Herrschenden abweichende Meinung, werden sie neuerdings gecancelt: Sie verlieren den Zugang zu ihren Bankkonten, zu ihren E-Mail- und Social-Media-Accounts, und ihre Freizügigkeit wird drastisch eingeschränkt.
Wenn ich in die Gedankenwelt wahrer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eintauche, finde ich auch bei denjenigen, mit denen ich mich nur wenig identifizieren kann, kluge, nachdenkenswerte Gedanken.
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