Introvertierte denken, bevor sie sprechen. Sie reden wenig, spät und langsam, weil sie nicht sprechen (können), ohne nachgedacht zu haben.
~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten
Das ist heute nicht mehr so. In meinen ersten Schuljahren war das jedoch sehr ausgeprägt. Wenn mein Gegenüber mir keine Zeit ließ, meine Gedanken zu sortieren, und dann auch noch deutliche Zeichen der Ungeduld zeigte oder mich gar aufforderte, endlich zu sprechen, bekam ich einen Blackout und sagte nichts mehr.
In diesen ersten Lebensjahren begann ich irgendwann auch zu stottern. Vermutlich, weil mein Vater ungeduldig und mit Druck auf mich reagierte. Durch eine Therapie konnte ich das Stottern überwinden und es ist nie wieder aufgetreten.
Meine Umwelt und ich hatten für diese „Generalpausen” keinen Namen, denn der Begriff „Introversion” war noch nicht geläufig. Ich fühlte mich falsch und war bemüht, mich „richtig” zu verhalten. Unbewusst versuchte ich, die Lücke zwischen Denken und Sprechen zu verkleinern, was mir spätestens mit Beginn meiner Ausbildung auch gelang. Das war aber auch ein Grund, warum ich nach solchen Situationen oder am Ende eines (Arbeits-)Tages erschöpft war.
Heute kann ich meinem Gegenüber signalisieren, dass ich noch etwas Zeit zum Denken benötige, bevor ich antworte oder spreche.
Wenn ihr also jemanden trefft, der nicht oder nur langsam antwortet, habt ihr vermutlich eine Person mit introvertierten Anteilen vor euch.
Gebt ihr Gelegenheit zu denken. (-:
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