📅❓ Denken – Fühlen – Handeln

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger kann ich mit dem Begriff „früheres Ich“ anfangen. Ich bin ich.

Ich bin als relativ unbeschriebenes Blatt auf die Welt gekommen, das nach und nach beschrieben wurde. Ich habe immer wieder dazugelernt, habe mich versucht, habe mich geirrt oder war gleich beim ersten Versuch erfolgreich. Ich kann stolz sein auf Dinge, die ich gelernt habe und heute kann, die ich früher jedoch nicht konnte.
Früher war ich in meinen Gedanken gefangen. Ich habe wenig gefühlt und bin nicht ins Handeln gekommen.

Irgendwann wurde die Mauer um meine Gefühle gesprengt und ich war plötzlich mit ihnen verbunden. Zunächst war ich von meinen befreiten Gefühlen überwältigt und lief planlos umher. Zeitweise bezeichnete ich mich selbst als emotionaler Geisterfahrer, der einige Mitmenschen „überfuhr“ und überforderte.

Ich lernte, dass ich Gefühle habe, aber nicht meine Gefühle bin. Ich kann meine Gefühle in ihre Schranken weisen oder sie kontrolliert zulassen, sodass sie für mich und andere erträglich sind.

Heute bin ich nah dran an meiner Mitte.


Was hast du schon geschafft, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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What’s something you’ve done that your past self would be proud of?  |  Was hast du getan, worauf dein früheres Ich stolz wäre?

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🎶 berührend

Es gehört viel dazu, einen Mann zu kennen. Noch viel mehr, ihn zu verstehen: den Krieger, den Weisen und den zornigen kleinen Jungen in ihm. Und es gehört viel dazu, eine Frau zu begreifen – das Summen in ihr, die Biene und den Stich, das Mädchen mit Flügeln, das sich nicht fangen lässt.

https://youtu.be/BxWl-O19i-I

Wir schlüpfen in Rollen: Vater und Sohn, Mutter und Kind, Jäger und Waffe, Muse und Verfall. Kein Mensch ist nur eines. Jeder ist ein Haus mit vielen Zimmern und manche Türen öffnen sich erst, wenn man lange genug wartet.

https://youtu.be/t0b-OHXzLV0

Viel gehört dazu, zu geben. Um Hilfe zu bitten. Bei sich zu bleiben. Das eigene Leben zu lieben, mit allem, was darin wohnt. Zu atmen. Zu berühren. Zu spüren, wie langsam sichtbar wird, was ein anderer Körper braucht.

https://open.spotify.com/intl-de/track/4ebhPf4TWkEhku5eX9hxOf

Dann stellt sich die Frage, die nicht loslässt: Wovor hast du Angst, es zu verlieren? Was fürchtest du, würde geschehen, wenn du es wirklich loslässt? Was trägst du mit dir herum? Und was erkennst du, wenn das Lachen verstummt?

https://music.apple.com/us/song/it-takes-a-lot-to-know-a-man/915616203

https://link.deezer.com/s/34BEZxMB2uHEsYh1IKuX8

Vielleicht ist Nähe kein Wissen, sondern ein Aushalten. Ein leises Sich-Zeigen. Ein Atemzug nach dem anderen, bis zwei Menschen einander nicht mehr erklären, sondern endlich wahrnehmen.

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📅❓ Leitplanken

Mit persönlichen Mantras oder Lebensphilosophien ist das so eine Sache. Spontan könnte ich keine nennen, da sie mich zu sehr einschränken würden.

Daraus ergibt sich bereits eine Lebensphilosophie: Ich bin gerne flexibel und offen für Veränderungen. Zusätzlich sehe ich mich auf einer lebenslangen Reise zu mir selbst. Es gibt keine Gewissheiten, außer der, dass es keine Gewissheiten gibt. Alles ist im Fluss und bedarf einer regelmäßigen Bewertung oder Neubewertung. Und ich möchte den Menschen so begegnen, wie ich selbst gerne begegnet werden möchte.

Das sind keine Dogmen, sondern Leitplanken.


Nach welchem persönlichen Mantra oder welcher Lebensphilosophie lebst du?

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What’s a personal mantra or philosophy you live by?  |  Was ist dein persönliches Mantra oder deine Lebensphilosophie, nach der du lebst?

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📰 vielfältig geprägt

📰 vielfältig geprägt

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📅❓ Selbstfürsorge.

Persönliches Wachstum vollzieht sich oft so leise, dass es im Trubel des Alltags kaum bemerkt wird. Es ist selten ein plötzlicher Durchbruch, sondern vielmehr eine sanfte, kontinuierliche Verschiebung der eigenen Perspektive.

Ich begreife mein Leben als stetiges Wachsen. In diesem Jahr gibt es keinen Leuchtturm meines Wachstums. Es sind viele kleine Trippelschritte auf der kleinteiligen Leiter meines Lebens, die ich langsam nach oben gehe.

Die fast vollkommene Abwesenheit von Krankheiten oder Krankheitsgefühlen erlaubte es mir in den vergangenen zehn Jahren, meine Abneigung gegen Arztbesuche auszuleben. Dieses Jahr habe ich mir jedoch einen Ruck gegeben und alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen sowie alle Schutzimpfungen erhalten, die sinnvoll oder nötig waren.

Angefangen mit einer neuen Hausarztpraxis und voraussichtlich bald endend mit einem Augenarztbesuch, habe ich dazwischen einen Kardiologen, einen Gastroenterologen und einen Urologen aufgesucht. Die Vorsorge habe ich nun verstetigt, indem ich mir gleich die nächsten Termine für 2027 habe geben lassen. Aus ärztlicher Sicht bin ich in einem guten Allgemeinzustand und für die altersnormalen bzw. ererbten Wehwehchen gibt es gute Medikamente. Gesundheitlich ist also alles im Lot.

Somit kann ich die heutige Frage konkret mit der Aussage beantworten, dass ich in diesem Jahr in meiner Selbstfürsorge gewachsen bin und sich eine unterschwellige Angst vor einer schweren, unentdeckten Erkrankung in Luft aufgelöst hat.

Täglicher Schreibanreiz
Worin bist du dieses Jahr gewachsen?

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📅❓ Sandkuchen statt Symphonien. Warum ich mit fünf Jahren einfach nur groß werden wollte.

Nein, ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, was ich im Alter von fünf Jahren einmal werden wollte. Groß wollte ich werden und habe eine Größe von 176 cm erreicht. Auch daran, was ich im selben Alter nicht werden wollte, kann ich mich nicht erinnern.

Vermutlich durfte ich einfach ein Kind sein und meine Umwelt spielerisch erkunden. Vermutlich gab es niemanden, der ein Talent in mir entdeckte und es fördern wollte. Ich durfte einfach sein.

Ich habe mich mit Gemini darüber unterhalten:

Gemini nannte mir einige prominente Beispiele, bei denen Talent und Ambition extrem früh aufeinandertrafen (ohne Gewähr und ungeprüft inhaltlich übernommen):

Wolfgang Amadeus Mozart ist wohl das Paradebeispiel: Bereits mit vier Jahren erhielt er Musikunterricht von seinem Vater. Mit fünf Jahren begann er, seine ersten kleinen Stücke zu komponieren. Für ihn gab es nie eine andere Welt als die der Musik.

Tiger Woods stand mit zwei Jahren auf dem Golfplatz und trat in Fernsehshows auf, um sein Können zu zeigen. Mit fünf Jahren war er so sehr auf den Sport fokussiert, dass er in seinem Umfeld als künftiger Profi galt. In diesem Alter gewann er bereits erste Turniere für Unter-Zehnjährige.

Pablo Picassos Mutter behauptete, sein erstes Wort sei „Piz” gewesen, was so viel wie „Bleistift” (Lápiz) bedeutet. Da sein Vater Kunstlehrer war, verbrachte Pablo seine gesamte frühe Kindheit im Atelier. Mit fünf Jahren beherrschte er bereits Zeichentechniken, zu denen viele Erwachsene nie fähig sind, und er interessierte sich ausschließlich für Kunst.

Jane Goodall war schon als kleines Mädchen von Tieren „besessen”. Berühmt ist die Anekdote, wie sie sich mit fünf Jahren stundenlang in einem Hühnerstall versteckte, um zu beobachten, wie ein Huhn ein Ei legt. Ihre Mutter rief bereits die Polizei, weil sie vermisst wurde – doch Jane wollte einfach nur wissen, wie die Natur funktioniert.

Shirley Temple war mit drei Jahren bereits eine „professionelle” Schauspielerin und Tänzerin. Mit fünf Jahren war sie ein Weltstar und wusste genau, wie man vor der Kamera agiert. Für sie war das Set ihr natürlicher Lebensraum, noch bevor sie überhaupt richtig lesen konnte.

Während ich mit fünf Jahren vermutlich noch Sandkuchen gebacken habe, kamen bei ihnen drei Faktoren zusammen:

1.) eine natürliche Begabung, 2.) Eltern, die das Talent früh erkennen und fördern und 3.) der Zugang zu Werkzeugen im entscheidenden Zeitfenster der Gehirnentwicklung.

Täglicher Schreibanreiz
Was wolltest im Alter von fünf Jahren einmal werden?

When you were five, what did you want to be when you grew up?  |  Als du fünf warst, was wolltest du später einmal werden?

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📅❓ The great silent one.

Am meisten dabei geholfen, mich weiterzuentwickeln, hat mir die Lebenserfahrung, dass Reden besser ist als Schweigen.

Sprich, damit ich dich sehe.

  • Sokrates

Ich entstamme einer redseligen Familie, die schwieg. Es wurde unablässig über die Dinge im Außen gesprochen, aber nie über das Wesentliche im Inneren. So wurde ich zum großen Schweiger. Die wenigen Momente, in denen ich mein Schneckenhaus verließ, waren wenig erfolgreich, sodass ich mich sofort wieder zurückzog. Die Folge war, dass ich nicht mit meinen Gefühlen verbunden war. Dieses Verbundensein kam dann irgendwann viel später eruptiv durch einen äußeren Anlass, der mich zwang, mein Schweigen zu durchbrechen. Natürlich überwältigten mich nun meine Gefühle. In den darauffolgenden Jahren führte ich viele intensive, tiefschürfende Gespräche mit zahlreichen Frauen, mit denen ich kollegial und/oder freundschaftlich verbunden war. Ich lernte, dass ich Gefühle habe, aber nicht meine Gefühle bin.

Heute bin ich mit meinen Gefühlen verbunden und behalte die Kontrolle über sie. Meistens bin ich entspannt und ausgeglichen.

Äußere Auslöser veranlassten mich, mein Schneckenhaus zu verlassen, meine Gefühle wahrzunehmen und über mein Innerstes zu sprechen. Es waren die intensiven Gespräche mit anderen Menschen, in denen ich mich spiegeln, erkennen und beruhigen konnte und in denen ich zu dem wachsen konnte, der ich aktuell bin. Ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung nie abgeschlossen sein wird.

Täglicher Schreibanreiz
Welche Lebenserfahrungen haben dir am meisten geholfen?

What experiences in life helped you grow the most?  |  Welche Erfahrungen in deinem Leben haben dir am meisten geholfen, dich weiterzuentwickeln?

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Lesen

Introvertierte lesen viel. Sie verbringen viel Zeit mit Büchern, denn Lesen ist für sie eine gute Möglichkeit, um Energie zu tanken und persönlich zu wachsen.

~ 92 Eigenschaften von Introvertierten, introvertiert.org, https://www.introvertiert.org/92-eigenschaften-von-introvertierten

Seit ich denken kann, lese ich. Ich sehe noch die geflochtene Tasche mit den Bilderbüchern im Schrank unter dem Waschbecken meiner Oma. Sie hatte eine Wohnküche, die gleichzeitig ihr „Badezimmer” war. Es gab eine Spüle fürs Geschirr und ein Waschbecken für die Körperpflege. Zum Baden ging sie in die sogenannte Badeanstalt.

Ich freute mich auf die Fahrten mit dem Zug, denn dann durfte ich mir am Bahnhofskiosk ein Comic-Heft oder -Buch aussuchen. Meistens waren es Mickey Mouse oder Donald Duck.

Gegen Ende meiner Grundschulzeit bekam ich regelmäßig Bücher von Karl May geschenkt, die ich alle gelesen habe.

Zu Beginn der Pubertät kaufte ich mir jede Woche ein Heftchen aus der Science-Fiction-Reihe Perry Rhodan. Ich meine mich zu erinnern, dass es immer dienstags war. Nach der Schule ging ich am Kiosk vorbei und las dann den ganzen Nachmittag das neue Heft zuhause. Trivial-Literatur wurde das geringschätzig genannt. Inhaltlich fand ich es jedoch große Kunst. Als ich in die Serie einstieg, war diese bereits ein philosophisches Epos, das sich mit Evolution, Superintelligenzen und dem Platz des Lebens im Kosmos beschäftigte. Die Serie warf einen grundsätzlich optimistischen und humanistischen Blick auf die Zukunft der Menschheit.

Im Laufe der Jahre las ich unzählige Bücher, Zeitschriftenartikel, Tages- und Wochenzeitungen und sah oder hörte informative Radio- oder Fernsehsendungen. Später kam das Internet mit seinen schier unerschöpflichen Quellen hinzu. Und neuerdings kamen Podcasts hinzu.

Ja, tatsächlich, durch Lesen und Nachdenken über das Gelesene konnte und kann ich persönlich wachsen. Wenn ich zur Ruhe kommen und meine Batterien aufladen möchte, ist neben dem Spaziergang das Lesen die wertvollste Möglichkeit dazu.

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