📅❓ Gespräche über den Tellerrand hinaus.

Für ein gemeinsames Abendessen bietet sich der zeitgenössische Philosoph Harald Lemke geradezu an.

Er hat die Philosophie des Essens, die Gastrosophie, im deutschsprachigen Raum mit Werken wie „Ethik des Essens” oder „Die Kunst des Essens” wiederbelebt.

Aus Lemkes Sicht sind gerade das gemütliche Abendessen im privaten Kreis, aber auch unsere anderen alltäglichen Essgewohnheiten hochgradig politisch und ethisch geladen. Er plädiert für ein „gastrosophisches Umdenken”, denn jeder Griff zum Teller am Abend ist eine Entscheidung darüber, wie wir uns zu globaler Gerechtigkeit, Ökologie und dem Umgang mit unseren Mitgeschöpfen verhalten.

Ich würde mit ihm in ein Restaurant gehen, das für alle Essgewohnheiten etwas anbietet, und das Gespräch darüber eröffnen, warum er sich für dieses Gericht und kein anderes entschieden hat.

Ich würde mir vorher seine Veröffentlichungen durchlesen oder querlesen, mir seine Interviews und Statements im Deutschlandfunk noch einmal anhören und mir einen Zettel mit Stichworten schreiben, die ich im Gespräch mit ihm ansprechen könnte.

Ich wäre gespannt, was mir danach bekömmlicher war: das Essen oder die Unterhaltung.

Harald Lemke in der Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Lemke_(Philosoph)

Harald Lemkes Beiträge im Deutschlandfunk in einem neuen Tab öffnen:
-Achtung: Es werden auch Beiträge anderer Haralds gefunden-
https://www.deutschlandfunk.de/suche?drsearch%3AsearchText=%22Harald+Lemke%22&drsearch%3Afrom-date=&drsearch%3Ato-date=&drsearch%3Aseries=&drsearch%3Astations=4f8db02a-35ae-4b78-9cd0-86b177726ec0&drsearch%3Astations=64df3047-eea5-411a-877c-c415f344a8e7&drsearch%3Astations=56f11dfd-a3a8-429b-acaf-06bf595f2dd8&drsearch%3Astations-all=64df3047-eea5-411a-877c-c415f344a8e7&drsearch%3Astations-all=4f8db02a-35ae-4b78-9cd0-86b177726ec0&drsearch%3Astations-all=56f11dfd-a3a8-429b-acaf-06bf595f2dd8

Täglicher Schreibanreiz
Wenn du mit einer Philosophin oder einem Philosophen zu Abend essen könntest – wer wäre es?

If you could have dinner with any philosopher, who would it be?  |  Wenn du mit einem beliebigen Philosophen zu Abend essen könntest, wer wäre das?

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🎙 Physikalisch machbar, ökonomisch fragwürdig: Armin Grunwald über die Zukunft der Kernkraft.

Anlässlich des 40. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe analysiert der Physiker und Philosoph Armin Grunwald den Wandel des deutschen Verhältnisses zur Kernenergie – von der einstigen Ablehnung bis hin zu den aktuellen Wiedereinstiegsdebatten.

Er führt die laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 steigende Zustimmung zur Atomkraft darauf zurück, dass Katastrophenerinnerungen mit der Zeit verblassen und aktuelle politische Prioritäten in den Vordergrund rücken.

Trotz der theoretischen Machbarkeit steht er der Nutzung neuer Reaktoren skeptisch gegenüber, da diese ökonomisch kaum mit erneuerbaren Energien konkurrieren können und belastbare Daten zur Marktreife kleinerer Reaktoren fehlen.

Grunwald betont zudem, dass die Atomkraft aufgrund langer Entwicklungszeiten keine kurzfristige Lösung für die gegenwärtige Energiekrise darstellt.

Abschließend bewertet er die damalige Reaktion der Bundesrepublik Deutschland auf den GAU als gelungenes Beispiel für staatliche Vorsorge und einen reifen gesellschaftlichen Diskurs im Umgang mit unerwarteten Krisen.


Aus dem Interview „40 Jahre Tschernobyl und die Folgen für Deutschland“ der Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“ vom –23.04.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/04/23/40_jahre_tschernobyl_und_die_folgen_fuer_deutschland_drk_20260423_0740_d0ded923.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/40-jahre-tschernobyl-und-die-folgen-fuer-deutschland-100.html

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Deutsche Geschichte: Extreme, Wandel, Philosophien, Identität und Überraschungen. | Zitat

» […] Wer sich in die Geschichte der deutschen Nation vertieft, der hat leicht den Eindruck eines unruhigen Lebens in Extremen …

Einmal erreichen deutsche Gestalten die höchsten geistigen Höhen, auf denen je Menschen gelebt haben, indessen gleichzeitig trübe Mittelmäßigkeit den öffentlichen Ton beherrscht. Von apolitischer Ruhe wendet Deutschland sich zur aufgeregtesten politischen Tätigkeit, von buntscheckiger Vielgestalt zu radikaler Einheitlichkeit; aus Ohnmacht erhebt es sich zu aggressiver Macht, sinkt zurück in Ruin, erarbeitet sich in unglaublicher Schnelle neuen, hektischen Wohlstand. Es ist weltoffen, kosmopolitisch, mit Bewunderung dem Fremden zugeneigt; dann verachtet und verjagt es das Fremde und sucht das Heil in übersteigerter Pflege seiner Eigenart.

Die Deutschen gelten als das philosophische, spekulative Volk, dann wieder als das am stärksten praktische, materialistische, als das geduldigste, friedlichste, und wieder als das herrschsüchtigste, brutalste. Ihr eigener Philosoph, Nietzsche, hat sie das ‚Täusche-Volk‘ genannt, weil sie die Welt immer wieder mit Dingen überraschen, die man gerade von ihnen nicht erwartet. […] «

~ Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, 1958, https://www.lezenswaard.be/view/1029/mann-golo

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