🎙 Die Stille der Opfer: Wer schreibt die Geschichte der Gewalt eigentlich?

Der Vortrag behandelt die Frage, wie sich Migration auf die Erinnerungskultur in Deutschland auswirkt.

Die Soziologin Teresa Koloma Beck erläutert, dass diese stark von der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust geprägt ist und häufig aus der Perspektive der Täter dargestellt wird. Menschen mit Migrationshintergrund haben jedoch häufig andere Erfahrungen gemacht, die mit Opfern von Unterdrückung und Verfolgung verbunden sind.

Diese unterschiedlichen Perspektiven können zu Konflikten führen, insbesondere zwischen den Nachfahren der Täter und der Opfer. Koloma Beck betont, dass die Erinnerungskultur dynamisch ist und sich verändern muss, um den vielfältigen Geschichten in einer postmigrantischen Gesellschaft gerecht zu werden.

Die Diskussion über Erinnerungskultur hat sich in den letzten Jahren intensiviert, insbesondere seit den 2000er Jahren, als Menschen mit Migrationsgeschichte sichtbarer wurden. Es wird gefordert, dass neben der Erinnerung an den Holocaust auch andere Gewalterfahrungen wie koloniale Gewalt in die Erinnerungskultur einfließen.

Koloma Beck warnt jedoch davor, dass die bestehende Erinnerungskultur die Perspektiven von Opfern und deren Nachfahren oft marginalisiert. Diese Dynamiken müssen in der öffentlichen Debatte stärker berücksichtigt werden, um eine inklusivere Erinnerungskultur zu schaffen, die alle Erfahrungen anerkennt.


Podcastfolge „Opfer und Täter – Wie Migration unsere Erinnerungskultur verändert“ vom –12.09.2025– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


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🎙 Vom Wohlstandsversprechen zum Auslaufmodell: Die bewegte Geschichte der Familie Tietz und ihrer Warenhäuser.

In dem Interview von Michael Köhler mit dem Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe geht es um den Rückgang der traditionellen Warenhäuser in Deutschland, die einst Symbole für Konsum und Wohlstand waren. Plumpe erläutert, dass die Warenhäuser ihren Ursprung in kleinen Städten hatten und sich später in großen Städten etablierten. Sie boten eine neue Einkaufserfahrung: Kunden konnten die Waren selbst auswählen und sofort bezahlen. Dies unterschied sich von den bisherigen Verkaufspraktiken.


Aus dem Interview „Mythos und Ramsch – Der Niedergang des Warenhauses. Werner Plumpe, Historiker“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom 29.03.2026.


Ursprünglich waren die Warenhäuser für die Arbeiterklasse gedacht und nicht für die Oberschicht, wie Plumpe beschreibt. Mit der Zeit wurden sie jedoch von den Nationalsozialisten verfolgt, was zum großen Teil auf ihre jüdischen Eigentümer zurückzuführen war. Die Nationalsozialisten zwangen die Warenhäuser, ihre jüdischen Anteilseigner zu verdrängen und änderten deren Namen.

Ab den 1970er Jahren gerieten die Warenhäuser in Schwierigkeiten, da sie mit spezialisierten Geschäften und neuen Verkaufsformen nicht mithalten konnten. Die Kunden hatten mehr Auswahl und konnten bequemere Einkaufsmöglichkeiten nutzen, was zu einem stetigen Rückgang der Warenhäuser führte. Heute sind nur noch wenige Warenhäuser übrig und sie sind weit entfernt von ihrem einstigen Glanz. Der Artikel zeigt, dass die Warenhäuser eine wichtige Rolle im deutschen Konsumleben spielten, sich aber nicht an die veränderten Marktbedingungen anpassen konnten.

Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/03/29/mythos_und_ramsch_der_niedergang_des_warenhauses_werner_dlf_20260329_0737_1e6cfa1f.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/mythos-und-ramsch-der-niedergang-des-warenhauses-werner-plumpe-historiker-100.html

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