🎙 Das Alter ist nur im Kopf: Ein Gespräch über Reife, Respekt und Lebenswege

In dieser Podcast-Folge spricht Mario Neumann mit Rifat Cetinkaya. Rifat ist ein junger Mann türkischer Herkunft, der in Deutschland geboren wurde. Im Gespräch erzählt er von seiner Identität, seiner Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement und seinem Interesse an Parfüms.

Er beschreibt, dass er stolz auf seine Herkunft ist, aber auch eine starke Verbindung zu Deutschland hat. Er spricht über seine Erfahrungen mit Wahlen und erklärt, warum er nicht wählt: Er fühlt sich von den Politikern nicht gut vertreten. Darüber hinaus erzählt er von seiner Leidenschaft für Kampfsport und davon, wie er Events zu dieser Sportart organisiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Interview ist Rifats Hobby, Parfüms zu mischen. Er möchte Menschen, die sich teure Düfte nicht leisten können, die Möglichkeit geben, eigene, günstigere Parfüms zu kreieren. Er hat bereits erste Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und plant, nach seiner Ausbildung ein eigenes Geschäft zu eröffnen.

Zudem spricht Rifat über seine Familie und seine Kindheit und darüber, wie ihn verschiedene Erfahrungen geprägt haben. Er betont, wie wichtig es ist, für Gerechtigkeit einzutreten und anderen zu helfen, wenn sie in Not sind.

Insgesamt vermittelt das Gespräch ein Bild von Rifat als einem ehrgeizigen, nachdenklichen und kreativen jungen Mann, der seine Träume verfolgt und Wert auf seine kulturellen Wurzeln legt.


Aus der Podcastfolge „Sein Hobby: Erfolgreich werden“ vom –20.01.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -22.01.2027-).


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🎙 Der Preis des Protektionismus: US-Zölle werden zur Gefahr für die eigenen Wähler.

In dem Interview mit Cathryn Clüver Ashbrook, Politikwissenschaftlerin bei der Bertelsmann Stiftung, werden die aktuellen Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada sowie deren mögliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen und die Politik beider Länder thematisiert.

Kanada steht mit einem prognostizierten Wachstum von nur 1,5 % wirtschaftlich unter Druck. Die US-Zölle könnten dieses Wachstum um einen halben Prozentpunkt verringern. Das wäre besonders problematisch, da 20 % des kanadischen Wirtschaftswachstums von Exporten in die USA abhängen.

Mark Carney, ein prominenter kanadischer Politiker, ist bereit, Druck auf die USA auszuüben, um die Zölle zu verhindern. Es wird jedoch auch die Möglichkeit diskutiert, dass Kanada letztendlich den Zöllen zustimmt, ähnlich wie die EU in der Vergangenheit.

Die Handelspolitik der USA unter Präsident Trump wird als unberechenbar beschrieben. Es gibt unterschiedliche Interessen innerhalb der US-Regierung, insbesondere im Hinblick auf die Reindustrialisierung und den Schutz der Autoindustrie.

Die Zölle könnten viele Produkte in den USA verteuern, was zu Unmut bei den Verbrauchern führen könnte. Es wird erwartet, dass insbesondere Senatoren aus Staaten, die stark vom Handel mit Kanada abhängen, politischen Druck auf Trump ausüben werden.

Dabei wird auf frühere negative Beispiele, wie die Stahl- und Aluminiumzölle, verwiesen, die nicht die gewünschten wirtschaftlichen Vorteile brachten.

Die kanadischen Zölle sollen am 8. September in Kraft treten. Dies wird als diplomatische Pause für mögliche Verhandlungen interpretiert.

Insgesamt zeigt das Interview, dass die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada angespannt sind und stark von politischen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Wie sich die Situation entwickeln wird, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen in den USA, bleibt unklar.


Aus dem Interview „mit USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook über den Zollstreit USA-Kanada“ des Deutschlandfunks vom –25.08.2026-.


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🎙 „Klimaschutz, Klimaschutz“: Warum die Gletscher im Himalaya so schnell und unwiederbringlich schmelzen.

In diesem Interview geht es um die verheerende Sturzflut im Himalaya, die zu den größten ihrer Art zählt. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Die Sturzflut, die die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet betraf, war so gewaltig, dass sie innerhalb von Sekunden ein ganzes Tal zerstörte. Die Zahl der Opfer wird kontinuierlich nach oben korrigiert, da die Rettungsarbeiten aufgrund erneuter Überflutungsgefahr immer wieder unterbrochen werden mussten.

Professor Christian Huggel, Klimaexperte, erklärt, dass der Ursprung des Desasters ein massiver Felssturz in Höhenlagen von etwa 5.000 Metern war. Dieser löste eine gewaltige Eislawine aus, die durch ihre hohe Energie auch viel Geröll und Wasser mit sich führte.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch wird vermutet, dass der Klimawandel eine Rolle gespielt hat, indem er die Gletscher schmelzen ließ und somit die Stabilität der Gesteinsmassen beeinträchtigte. Professor Huggel betont, dass die Geologie der Region bereits vorbelastet war und der Klimawandel diese Bedingungen verschärfen könnte.

Huggel und sein Team arbeiten an einem Frühwarnsystem für die Region, um zukünftige Katastrophen besser vorherzusagen und die Bevölkerung zu schützen. Dies erfordert ein Zusammenspiel zwischen technischen Systemen und der Aufklärung der Bevölkerung.

Die Gletscher im Himalaya schmelzen schnell und es wird erwartet, dass sie nicht zurückkehren werden. Der Klimaschutz wird als entscheidend angesehen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern und die verbleibenden Gletscher zu schützen.

Insgesamt macht dieses Interview die Dringlichkeit deutlich, sowohl den Klimawandel zu bekämpfen als auch effektive Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen zu entwickeln.


Aus dem Interview „Sturzflut in Nepal – Ein Desaster von historischem Ausmaß“ des Deutschlandfunks vom –28.08.2026-.


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🎙 Ein Beutel voller Leben. Warum ein Stoma kein Grund ist, sich zu verstecken.

In diesem Podcast erzählt Florian Wonnenberg von seinem Leben mit einem Stoma, einem künstlichen Darmausgang, den er nach einer Operation im Jahr 2023 erhielt. Er spricht offen über die damit verbundenen Herausforderungen und betont, wie wichtig es ist, sich von dieser Situation nicht zurückziehen zu lassen.

Er erklärt, dass er durch seine Stomatherapeutin gelernt hat, dass es normal ist, ein Stoma zu haben, und dass viele Menschen damit leben. Er möchte anderen Menschen mit Stoma Mut machen und zeigen, dass das Leben trotz dieser Veränderung weitergeht.

Er beschreibt, wie der Beutel funktioniert, den er täglich wechselt, und dass es für ihn keine große Umstellung war, da er sein Leben weiterhin aktiv gestalten kann. Florian ist beim Technischen Hilfswerk (THW) tätig und engagiert sich dort, was ihm viel Freude bereitet.

Im Gespräch erwähnt er auch seine Zeit in London, seine Ausbildung zum Bäcker und seine aktuelle Tätigkeit als Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn. Er reflektiert über seine Erfahrungen in verschiedenen Berufen und die Bedeutung von Gemeinschaft und Unterstützung in schwierigen Zeiten.

Florian schließt mit der Botschaft, dass man trotz gesundheitlicher Herausforderungen ein erfülltes Leben führen kann und dass es wichtig ist, offen über solche Themen zu sprechen.


Aus der Podcastfolge „Stoma: Gutes Leben trotz Beutel am Bauch“ vom –24.11.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -27.12.2027-).


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🎙 Überalterung, Abwanderung, Extremismus: Die bittere Realität in Sachsen-Anhalt

Das Gespräch behandelt den Aufstieg der AfD (Alternative für Deutschland) in Ostdeutschland, insbesondere in Sachsen-Anhalt, sowie die damit verbundenen faschistischen Gefahren. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk erklärt, dass die AfD möglicherweise die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt erreichen könnte, was zuvor als unwahrscheinlich galt. Er sieht die Wurzeln des Erfolgs der AfD in der Geschichte der DDR und darin, dass viele Menschen die Vergangenheit verharmlosen.

Kowalczuk warnt, dass Faschismus keine bloße Meinung ist, sondern eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Er kritisiert, dass viele AfD-Wähler nicht erkennen, dass sie damit eine faschistische Haltung unterstützen. Er betont, dass die Verklärung der DDR und der SED-Diktatur gefährlich ist, da sie die Grundlage für einen neuen Faschismus legen könnte.

Zudem spricht er über die Herausforderungen, vor denen Sachsen-Anhalt steht, wie die Überalterung der Bevölkerung und den Verlust von Einwohnern. Kowalczuk macht deutlich, dass die Probleme in der Region nicht durch die Wahl der AfD gelöst werden, sondern sich sogar noch verschärfen könnten. Er appelliert an die Menschen, positive Narrative über die Gegenwart zu entwickeln und sich für Demokratie und Freiheit einzusetzen.

Insgesamt ist das Gespräch ein Weckruf, sich aktiv gegen Extremismus und für die Werte der Demokratie einzusetzen – besonders in unsicheren Zeiten.


Aus dem Interview „„Faschismus ist keine Meinung“ – Der Osten und die AfD. Ilko-Sascha Kowalczuk“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –09.08.2026-.


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🙈 🙉 🙊 12.000 Hitzetote und ein schweigender Kanzler: Das Versagen beim Hitzeschutz

Im Gespräch mit Luisa Neubauer werden die schwerwiegenden Auswirkungen der durch den Klimawandel verursachten Hitzewellen in Deutschland thematisiert. Bis Ende Juli 2026 gab es bereits rund 12.000 Hitzetote. Neubauer kritisiert die Bundesregierung dafür, dass sie die Verantwortung für den Hitzeschutz auf die Kommunen abwälzt und selbst keinen ernsthaften Plan für den Klimaschutz vorweisen kann.

Sie hebt hervor, dass die Hitze nicht alle Menschen gleichermaßen betrifft. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Babys und Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Auch soziale Unterschiede spielen eine Rolle: Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in weniger geeigneten Wohnverhältnissen und können sich keinen ausreichenden Schutz vor der Hitze leisten.

Neubauer fordert daher einen nationalen Hitzeschutzplan, wie ihn Frankreich bereits seit über 20 Jahren hat. Sie betont, dass die Regierung dringend handeln muss, um die Menschen zu schützen und die Klimakrise ernst zu nehmen. Ansonsten könnten die Folgen noch schlimmer werden. Es sei wichtig, dass die Regierung Verantwortung übernimmt und der Realität ins Auge blickt.


Aus dem Interview „Luisa Neubauer – „Die Hitze trifft alle, aber nicht alle gleich““ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –09.08.2026-.


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🎙 Bürgergeld, Krankheit – und trotzdem glücklich? Eine gnadenlos ehrliche Lebensgeschichte.

Das Gespräch zeichnet das Porträt einer unkonventionellen, direkten und überaus resilienten Frau, die sich ihre Lebensfreude und eine große Hilfsbereitschaft bewahrt hat – trotz zahlreicher schwerer Schicksalsschläge.

Anja hat ein von Turbulenzen geprägtes Leben hinter sich. Sie erlebte eine schwierige Kindheit mit Gewalt, durchlitt zwei von häuslicher Gewalt und Überforderung geprägte Ehen und zog drei Kinder von drei verschiedenen Männern weitgehend allein groß. Hinzu kommen vergangene Phasen von Drogen- und Alkoholproblemen. Ein aktueller Schicksalsschlag ist der plötzliche Unfalltod des Halbbruders ihres ältesten Sohnes. Zudem leidet sie darunter, dass der Kontakt zu ihrer mittleren Tochter schmerzhaft abgerissen ist.

Aktuell kämpft Anja mit der Lungenkrankheit COPD und unerklärlichen, täglichen Schwindelanfällen, die sie humorvoll „Paul” nennt. Aufgrund dieser starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann sie nicht mehr in ihrem erlernten Beruf als Friseurin oder in ihren späteren Jobs arbeiten und bezieht Bürgergeld.

Ihrem Spitznamen „Flummi” macht Anja alle Ehre. Sie kann kaum stillsitzen, hat einen enormen inneren Antrieb und ein großes Herz für andere. Obwohl sie selbst nur über sehr wenig Geld verfügt, engagiert sie sich ehrenamtlich. So holt sie beispielsweise gespendete Lebensmittel bei der Kirche ab und verteilt sie an Menschen, denen es noch schlechter geht als ihr.

Heute lebt Anja bewusst und glücklich allein. Sie hat mit romantischen Beziehungen abgeschlossen, da sie weiteren Stress und Enttäuschungen vermeiden möchte. Ruhe und Ausgleich findet sie in ihrem Kleingarten, bei den Spielen der lokalen Eishockeymannschaft und in ihrer großen Leidenschaft für den Drachen Tabaluga. Er symbolisiert für sie Freiheit, Stärke und die Fähigkeit, sich das „innere Kind“ zu bewahren.

Anjas Lebensgeschichte ist geprägt von extremen Höhen und Tiefen. Sie verstellt sich im Gespräch nicht, benennt eigene Fehltritte völlig offen und lässt sich nicht von gesellschaftlichen Normen verbiegen. Ihre Lebensphilosophie fasst sie am Ende selbst zusammen: „Immer ich selbst bleiben, anderen helfen und trotz allem das Lächeln und die Zuversicht niemals aufgeben.”


Aus der Podcastfolge „Trotz Schwindel aktiv“ vom –24.12.2025– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -24.12.2027-).


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🎙 Allen Widrigkeiten zum Trotz.

In dem Gespräch „Vom Rebell zum Bildhauer“ spricht Mario Neumann mit dem Künstler Rainer Weber. Für einen Podcast führt Mario Neumann Interviews mit zufälligen Passanten in Bremen, ohne vorher Informationen über sie zu recherchieren. In diesem Gespräch erzählt Rainer Weber von seinem Werdegang und seiner Arbeit als Bildhauer.

Er spricht über seine Vergangenheit als rebellischer Jugendlicher, der in der Schule Schwierigkeiten hatte und oft gegen Autoritäten ankämpfte. Er wuchs in einer von seiner Familie betriebenen Bäckerei auf und hatte eine eher unkonventionelle Erziehung. Der frühe Tod seiner Mutter hatte einen großen Einfluss auf sein Leben. Trotz dieser Herausforderungen fand er seinen Weg zur Kunst und wurde schließlich Bildhauer.

Ein zentrales Thema in Webers Arbeit ist die Verbindung von Kunst mit sozialen und politischen Fragen. Er beschreibt ein aktuelles Kunstprojekt, bei dem er eine Installation rund um die Reiterstatue von Otto von Bismarck in Bremen geschaffen hat. Dabei geht es ihm darum, die historische Figur und ihre Rolle in der Kolonialpolitik zu hinterfragen.

Rainer Weber erzählt auch von seinen künstlerischen Projekten, die oft interaktive Elemente beinhalten, sowie von seiner Leidenschaft für Fußball, die erst später in seinem Leben entstand. Er reflektiert über seine Familie, seine Kinder und seine Begeisterung für neue Technologien wie Photovoltaikanlagen.

Insgesamt vermittelt der Artikel einen Einblick in das Leben und die Gedanken eines Künstlers, der seine rebellische Vergangenheit in kreative und gesellschaftskritische Kunst umwandelt.


Aus der Podcastfolge „Vom Rebell zum Bildhauer“ vom –16.10.2024– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (Verfügbar bis -23.11.2026-).


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🎙 Vom Amsterdamer Rotlichtmilieu zum Retter in der Not: Die bewegende Geschichte des Olav van Gerven

In dieser Podcastfolge könntest du einem sehr spontanen, aber tiefgründigen Gespräch zwischen dem Moderator Mario Neumann und seinem Gast Olav van Gerven lauschen. Leider ist sie in der Mediathek nicht mehr abrufbar. Der 64-jährige Wahl-Bremer mit niederländischen Wurzeln sprang kurzfristig für einen anderen Gast ein und teilt in dieser Stunde sehr offen seine bewegte Lebensgeschichte. Olav arbeitet heute als freigestellter Betriebsratsvorsitzender an einer Bremer Stadtteilschule und übernimmt nebenbei Apotheken-Botenfahrten. Er blickt auf eine äußerst vielseitige berufliche Laufbahn zurück, die Stationen als Elektroinstallateur, Industriekaufmann und Rettungsassistent in der psychologischen Krisenintervention umfasst.

Einen großen Raum nimmt Olavs turbulente Jugend in Amsterdam ein. Geprägt durch ein belastetes Elternhaus und das stetige Gefühl, ein Außenseiter zu sein, rutschte er in jungen Jahren in das kriminelle Drogenmilieu ab und verfiel schwer dem Alkoholismus. Der absolute Wendepunkt seines Lebens ereignete sich 1982 an einem persönlichen Tiefpunkt: Durch die Begegnung mit jungen, undogmatischen Christen und ein verzweifeltes Gebet fand er zu Gott. Diese spirituelle Erfahrung gab ihm die Kraft, dem Alkohol und der Kriminalität den Rücken zu kehren und 1985 einen Neuanfang in Deutschland zu wagen.

In seiner neuen Heimat baute er sich mit seiner Frau ein Leben auf, das von tiefem Zusammenhalt, gegenseitigem Freiraum und großer Gastfreundschaft geprägt ist. Das Paar nahm mehrere Pflege- und Adoptivkinder auf. Im Interview schildert Olav auch die extremen familiären Belastungsproben, wie das schwere Mobbing und die daraus resultierende suizidale Krise seines Sohnes in der Jugend, sehr ehrlich. Diese dunkle Zeit konnte er als Vater nur durch den Rückhalt in der Familie und sein unerschütterliches Gottvertrauen durchstehen.

Sein christlicher Glaube zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Für Olav drückt er sich aber nicht in starren kirchlichen Dogmen oder Institutionen aus, sondern im täglichen Handeln, in Vergebung und bedingungsloser Liebe. Radikale oder ausgrenzende Prediger lehnt er entschieden ab. Zum Abschluss des Gesprächs zieht er ein kraftvolles Resümee: Vor dem Hintergrund seiner eigenen wechselhaften Geschichte sind ihm Freiheit, Demokratie und Toleranz zu den höchsten Gütern geworden. Er sieht es als essenzielle Aufgabe seiner Generation, diese freiheitlichen Werte an die Jüngeren weiterzugeben. Eindringlich warnt er vor politischen und religiösen Extremisten, die unsere Gesellschaft spalten wollen.


Aus der Podcastfolge „Kriminelle Kreise und Alkohol – bis er zu Gott fand“ vom –29.05.2024– des RB-Podcasts „Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten“ (nicht mehr verfügbar).


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🎙 »Ja, und ich habe da was gegen, dass die Menschen dieser Welt aufgehetzt werden, von ihren Staaten, für deren imperiale Interessen.«

Das Interview behandelt die modernen Werbestrategien der Bundeswehr, die sich in den sozialen Medien Instagram und TikTok präsentiert, um junge Menschen für den Militärdienst zu gewinnen.

Ole Nymoen, ein junger Podcaster und Autor, kritisiert diese Strategie als verharmlosend, da sie die brutalen Realitäten des Krieges und die damit verbundenen Risiken ausblendet. Er argumentiert, dass die Bundeswehr ein Image als moderner Arbeitgeber schaffen möchte, das auf Individualität und Selbstverwirklichung abzielt, die tatsächlichen militärischen Anforderungen und die Möglichkeit von Gewalt jedoch verschweigt.

Obwohl die Zahl der Bewerber gestiegen ist, bleibt die Bundeswehr weit von ihren Rekrutierungszielen entfernt. Nymoen führt dies auf die Diskrepanz zwischen den Werbebotschaften und den realen Erwartungen zurück.

Abschließend äußert er Skepsis gegenüber der aktuellen sicherheitspolitischen Lage und der damit verbundenen Militarisierung der Gesellschaft.

Es gibt aber auch sehr viel Content, der darauf ausgerichtet ist, junge Leute anzusprechen und wo auf eine sehr verharmlosende Art und Weise meiner Meinung nach der Krieg dargestellt wird, beziehungsweise oftmals eben nicht dargestellt wird. Da wird die Bundeswehr als ein Arbeitgeber gezeigt, wo Loyalität großgeschrieben wird, wo das Abenteuer großgeschrieben wird. Aber das, worum es am Ende eigentlich geht, nämlich das Schießen, das Töten, das vielleicht sogar auch selbst Sterben, das findet dort keinen Platz.

Also, sobald da der Krieg ist, ist es natürlich so, dass diese ganze Selbstdarstellung, von wegen, wir erziehen hier doch nicht einfach nur Kanonenfutter, dass die dann selbstverständlich hinfällig wird. Dann ist man letztlich dem Befehl ausgesetzt und muss dem folgen und macht sich ansonsten strafbar und muss im Ernstfall für das Land töten und sterben. Da kann man noch so schöne Videos vorher auf Social Media machen, und da kann man die Grundausbildung auch noch so sehr modernisieren. Das ist das, worum es am Ende des Tages dort immer geht. In jeder Armee der Welt.

Das heißt, es gibt zwar diese Behauptung erstmal auf den Fragebögen, ja, ich kann mir das so grundsätzlich vorstellen, zur Bundeswehr zu gehen, tun, machen es dann aber dennoch eher weniger.

Ich möchte nur sagen, dass diese Aussage, ja, da ist so eine veränderte sicherheitspolitische Lage, auf die man so trifft, dass ich das für ein wenig fragwürdig halte, denn diese sicherheitspolitische Lage, die sich verändert, die wird doch von der Bundesregierung ganz selbstbewusst vorangetrieben und zwar nicht, dass man irgendeine Militärmacht unter vielen ist, sondern die Ansage ist, die konventionell stärkste Streitkraft Europas zu haben. Ja, da ist man nicht irgendwer. Also zu sagen, da geht es einfach nur darum, notfalls mal das eigene Territorium verteidigen zu können, halte ich für abwegig.

Also, die sicherheitspolitische Lage hat sich geändert und ich würde behaupten, die größte Veränderung dabei ist, dass die U.S. Amerikaner sagen, dass die Nachkriegsordnung, die sie eingerichtet haben, dass sie die nicht einfach mehr garantieren wie früher, dass also nicht mehr mit einer unglaublichen Gewalt eine Weltordnung durchgesetzt wird, von der Deutschland profitiert hat, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen. Das ist das, wo ich sage, das ändert sich jetzt und jetzt erkennt man in Deutschland, O. K., bislang hat man von der Weltordnung profitiert, die man nicht selbst gewaltsam einrichten musste, das löst sich auf und wenn man weiterhin profitieren will von der Welt, dann muss man selbst diese Gewaltmittel in der Hand haben und so verstehe ich auch den Kanzler, der will genau die Gewalt in der Hand haben, die die U. S. A. in der Hand haben, der will die Gewalt in der Hand haben, die ein Russland in der Hand hat, um notfalls mit genau derselben Kriegslogik drohen zu können.

Na ja, ich bin nicht der Staat, sondern ich bin einer von denen, die im Ernstfall im Schützengraben sterben. Ja, und ich habe da was gegen, dass die Menschen dieser Welt aufgehetzt werden, von ihren Staaten, für deren imperiale Interessen. Und ich möchte den Leuten sagen, dass sie sich aufhören sollen, sich damit gemein zu machen. Das ist der erste Schritt, wenn man tatsächlich eines Tages eine Welt ohne Krieg möchte.

dass Egoismus das Grundprinzip dieser Gesellschaft ist. Man soll es vernünftig finden, dass wir in einer Ökonomie leben, in der die einen unter der Brücke schlafen, während die anderen 20 Ferienhäuser haben. Aber wenn dann Krieg ist, dann sollten auf einmal alle sich als eine einzige Interessengemeinschaft denken. Da stimmt ja irgendwas an der Erzählung nicht dran. Von daher finde ich Egoismus da wirklich ein ganz komischen Einwand, und ich frage mich auch, was heißt denn da Egoismus, also damit soll sie suggeriert werden, draußen sind böse militärische Gegner, die wollen nichts anderes tun, als möglichst viele unschuldige Deutsche umbringen, und ich bin jetzt der, der sich da verweigert, sich dem in den Weg zu stellen. Das ist auch eine Art von Feindbildpflege, die ich albern finde.

mir ist noch kein Fall bekannt von einer Person des öffentlichen Lebens, die tatsächlich gesagt hat, ich trete jetzt meine Reserveausbildung an. Also habe ich noch keinen einzigen kennengelernt. Man findet nur Leute, die praktischerweise jetzt in einem Alter sind, wo sie niemand mehr fragt. Von daher finde ich das auch alles ein bisschen, ich weiß nicht, bisschen halbgar und langweilig, ehrlich gesagt. Aber ja, also in der Gesellschaft ändert sich auf jeden Fall das Verhältnis zum Militär, beziehungsweise es soll sich ändern.


Aus dem Interview „Die Bundeswehr als Marke – Das neue Bild des Militärs. Ole Nymoen, Publizist“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –31.05.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/05/31/die_bundeswehr_als_marke_das_neue_bild_des_militaers_ole_dlf_20260531_0738_8fca5212.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/die-bundeswehr-als-marke-das-neue-bild-des-militaers-ole-nymoen-publizist-100.html

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