📅❓ Homo sapiens – der weise, einsichtige oder vernünftige Mensch

Wer eine solche Frage, nach dem besten bzw. schlimmsten Flughafen, stellt, hat den Ernst der mittlerweile unaufhaltsamen Klimakatastrophe immer noch nicht begriffen.

Flughäfen sind der Ausgangs- und Endpunkt der mit Abstand klimaschädlichsten Art der Fortbewegung. Wer in ein Flugzeug steigt, trägt in kurzer Zeit massiv zur Erderwärmung bei. Das liegt nicht nur am Treibstoffverbrauch, sondern auch daran, dass die Emissionen in großer Höhe freigesetzt werden.

Flugzeuge verbrennen enorme Mengen Kerosin, einen fossilen Brennstoff. Das dabei entstehende CO₂ (Kohlendioxid) wird direkt in die Atmosphäre abgegeben.

Bei einem einzigen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York verursacht eine Person rund zwei bis drei Tonnen CO₂. Das übersteigt das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen, wenn die weltweiten Klimaziele eingehalten werden sollen.

Was das Fliegen besonders problematisch macht, ist die Reiseflughöhe. In 9 bis 12 Kilometern Höhe wirken die Emissionen physikalisch und chemisch völlig anders als am Boden.

Der Wasserdampf und die Rußpartikel aus den Triebwerken gefrieren in der kalten Luft sofort. Es entstehen feine Zirruswolken. Diese künstlichen Wolken lassen zwar kurzwellige Sonnenstrahlung herein, hindern aber die langwellige Wärmestrahlung der Erde daran, ins All zu entweichen – sie wirken wie ein massiver Treibhauseffekt.

Stickoxide (NO_x) führen in der Reiseflughöhe zur Bildung von Ozon, welches in dieser Atmosphärenschicht ebenfalls als starkes Treibhausgas wirkt.

Wissenschaftler fassen diese Effekte im sogenannten RFI-Wert (Radiative Forcing Index) zusammen. Die Faustregel besagt, dass die tatsächliche Klimawirkung eines Fluges zwei- bis dreimal so hoch ist wie die der reinen CO₂-Emissionen aus dem Triebwerk.

Im Jahr 2024 lag das weltweite Passagieraufkommen bei etwa 9 Billionen Passagierkilometern, also 9.000 Milliarden Kilometern.

Der internationale Luftfahrtverband IATA geht davon aus, dass sich diese Zahl durch die wachsende Nachfrage bis zum Jahr 2050 auf über 20,8 Billionen Passagierkilometer verdoppeln wird.

Bei einem durchschnittlichen Ausstoß von etwa 110 bis 130 Gramm CO₂ pro Passagierkilometer (abhängig von Auslastung, Flugzeugtyp und Strecke) wurden direkt etwa eine Milliarde Tonnen CO₂ erzeugt. Das entspricht in etwa den jährlichen Gesamtemissionen eines Industriestaates wie Japan.

Berücksichtigt man die zusätzlichen heizenden Effekte von Kondensstreifen, Zirruswolken und Stickoxiden in der Reiseflughöhe (mit dem gängigen Multiplikator von ca. 2 bis 3), steigt die reale Klimawirkung auf das Äquivalent von 2,5 bis 3 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr.

Somit ist der globale Flugverkehr einer der intensivsten Treiber der Erderwärmung – gemessen an der verhältnismäßig geringen Zahl von Menschen, die überhaupt regelmäßig fliegen.

„How dare you!”

Meine Botschaft lautet: Wir werden euch im Auge behalten!

Das alles ist falsch. Ich sollte gar nicht hier oben stehen. Eigentlich sollte ich wieder in der Schule sein, auf der anderen Seite des Ozeans. Und trotzdem wendet ihr euch an uns junge Menschen, um Hoffnung zu finden. Wie könnt ihr es wagen!

Mit euren leeren Worten habt ihr mir meine Träume und meine Kindheit geraubt. Und doch gehöre ich zu den Glücklichen. Menschen leiden. Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massensterbens und alles, worüber ihr reden könnt, ist Geld und Märchen von ewigem Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!

Seit mehr als 30 Jahren ist die wissenschaftliche Lage glasklar. Wie können Sie es wagen, weiterhin wegzuschauen, hierherzukommen und zu behaupten, Sie würden genug tun, obwohl die notwendigen politischen Maßnahmen und Lösungen noch immer nicht in Sicht sind?

Ihr sagt, ihr hörtet uns zu und versteht, wie dringend die Lage ist. Aber egal, wie traurig und wütend ich bin, das will ich nicht glauben. Wenn ihr die Situation wirklich verstehen würdet und trotzdem untätig bliebt, dann wärt ihr böse. Und das weigere ich mich zu glauben.

Die weit verbreitete Vorstellung, unsere Emissionen innerhalb von zehn Jahren zu halbieren, bietet uns lediglich eine 50-prozentige Chance, die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zudem birgt sie das Risiko irreversibler Kettenreaktionen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen.

Fünfzig Prozent mögen für euch akzeptabel sein. Diese Zahlen berücksichtigen jedoch weder Kipppunkte noch die meisten Rückkopplungsschleifen, die durch giftige Luftverschmutzung verursachte zusätzliche Erwärmung oder Aspekte der Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit. Außerdem setzen sie voraus, dass meine Generation Hunderte von Milliarden Tonnen Ihres CO₂ mit kaum vorhandenen Technologien aus der Luft filtert.

Ein Risiko von 50 Prozent ist für uns, die wir mit den Folgen leben müssen, daher schlichtweg inakzeptabel.

Um eine Wahrscheinlichkeit von 67 % zu erreichen, dass die globale Erwärmung unter 1,5 °C bleibt – die vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimawandel als bestes Ergebnis angegebene Wahrscheinlichkeit –, standen der Welt am 1. Januar 2018 noch 420 Gigatonnen CO₂ zur Emission zur Verfügung. Heute ist diese Zahl bereits auf weniger als 350 Gigatonnen gesunken.

Wie können Sie es wagen, so zu tun, als ließe sich das Problem einfach durch „Business as usual“ und ein paar technische Lösungen lösen? Bei den heutigen Emissionswerten wird das verbleibende CO₂-Budget in weniger als achteinhalb Jahren vollständig aufgebraucht sein.

Hier werden keine Lösungen oder Pläne vorgestellt, die diesen Zahlen entsprechen, denn sie sind zu unbequem. Und ihr seid noch nicht reif genug, um die Dinge beim Namen zu nennen.

Ihr lasst uns im Stich. Aber die jungen Menschen beginnen, euren Verrat zu durchschauen. Die Augen aller zukünftigen Generationen sind auf euch gerichtet. Wenn ihr euch entscheidet, uns im Stich zu lassen, dann sage ich euch: Wir werden euch niemals vergeben.

Damit werdet ihr nicht durchkommen. Genau hier und jetzt ziehen wir die Grenze. Die Welt erwacht. Und der Wandel kommt, ob es euch gefällt oder nicht.

Danke.

~ Greta Thunberg, 23.09.2019

Tägliche Schreibanregung
Was war der beste und was der schlimmste Flughafen, an dem du je warst?

What’s the best and worst airport you’ve been to?  |  Welcher ist der beste und welcher der schlechteste Flughafen, an dem du schon einmal warst?

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📰 »Die leeren Flüsse Europas in diesem Jahr sprechen für sich.«

In diesem Kommentar kritisiert Ulrike Winkelmann, dass sich Friedrich Merz, der Bundeskanzler, während der extremen Hitze, Brände und Dürre in Deutschland nicht geäußert hat. Es wird als fatal angesehen, dass er die Gelegenheit verpasst hat, den Opfern und Feuerwehrleuten sein Mitgefühl auszudrücken. Andere europäische Politiker wie die Premierminister von Großbritannien und Spanien haben sich bereits frühzeitig solidarisch mit den Helfern gezeigt.

Die Sprachlosigkeit des Kanzlers währte viel zu lang. Sein Nichtsprechen war deutlicher Ausdruck des Nichtwillens von CDU und CSU, sich überhaupt mit dem Thema Hitze und Dürre zu befassen.

Denn dann müssten sie ja das Wort Klima aussprechen, und davon geht nach Ansicht der Union quasi zustimmungsverdorrende Strahlung aus.

Klima wird bei CDU und CSU als Grünen-Thema identifiziert und Grünen-Themen hat die Union ja selbst so lange mit allem beworfen, was als Dreck hängen bleibt, dass sie jetzt damit naheliegenderweise nichts mehr zu tun haben will.

Winkelmann bemängelt auch, dass die CDU/CSU das Thema Klima ignorieren, da sie es als Thema der Grünen betrachten. Sie befürchten, dass sie durch eine Auseinandersetzung mit dem Klimawandel die Grünen stärken könnten. Diese Haltung führt jedoch dazu, dass wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz nicht ergriffen werden, obwohl die Auswirkungen des Klimawandels in Europa immer deutlicher werden.

Aber keine Sekunde darf es darüber hinwegtäuschen, dass diese Koalition gemäß dem Willen von CDU und CSU den Weg zur Klimaneutralität aufgegeben hat.

Dass sie eingeknickt ist vor der Aufgabe, Klimaschutz und Industriepolitik zu verbinden. Dass sie keine Vorstellung hat, wie Deutschland wirtschaften könnte, ohne die Lebensgrundlagen und damit auch die Wirtschaftsgrundlagen kommender Generationen weiter zu zerrütten.

Der Kommentar weist außerdem darauf hin, dass sich die Union nicht um den Klimaschutz kümmert, sondern nur über Hitzeschutz spricht, ohne die zugrunde liegenden Ursachen anzugehen. Es wird betont, dass die Politik der Union den Weg zur Klimaneutralität aufgegeben hat, was langfristige negative Folgen für Umwelt und Wirtschaft haben könnte.


»Kommentar zu Hitze, Brände und Dürre: Merz‘ Schweigen ist fatal gewesen« | Ulrike Winkelmann | 22.08.2026 | Kommentare und Themen der Woche | Deutschlandfunk | https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-hitze-braende-und-duerre-merz-schweigen-ist-fatal-gewesen-100.html


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🎙 Die Klimakatastrophe kann noch abgewendet werden.

Der Vortrag „Neue Strategien – Wie Lobbyisten Klimaschutz verhindern“ behandelt den Einfluss von Lobbyisten auf den Klimaschutz sowie die Veränderungen ihrer Strategien im Laufe der Jahre. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Wissenschaftlicher Konsens: Seit über einem halben Jahrhundert besteht ein wissenschaftlicher Konsens über den menschengemachten Klimawandel, doch die politische Reaktion bleibt zögerlich.

Historische Perspektive: In den 1990er- und 2000er-Jahren wurde der Klimawandel oft geleugnet. Heute, da die Auswirkungen spürbar sind, haben Lobbygruppen ihre Strategien angepasst.

Neue Strategien: Anna Leuschner, die Vortragende, beschreibt, dass die alten Leugnungsstrategien durch neue Methoden ersetzt wurden, die darauf abzielen, Zweifel an den notwendigen Maßnahmen zu säen. Diese beinhalten:

Umwälzung von Verantwortung auf den Einzelnen.

Förderung nicht-transformativer Lösungen, die den Status quo bewahren.

Betonung der Kosten von Klimaschutzmaßnahmen.

Verbreitung von Hoffnungslosigkeit und Fatalismus.

– Lobbyisten manipulieren die öffentliche Meinungsbildung und politische Entscheidungsprozesse, indem sie die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse infrage stellen und scheinbare Kontroversen schaffen.

Effekte der Strategien: Diese Strategien führen zu selektivem Nichtwissen, da durch die Fokussierung auf technologische Lösungen andere, möglicherweise effektivere Ansätze vernachlässigt werden. Dadurch werden wichtige Forschungsbereiche nicht ausreichend berücksichtigt.

Fazit: Der Vortrag kommt zu dem Schluss, dass das strategische Unterminieren der Erkenntnisgewinnung durch Lobbygruppen ein zentraler Grund für die unzureichenden politischen Reaktionen auf den Klimawandel ist. Die Verschiebung von Leugnung hin zu selektivem Nichtwissen zeigt, wie Lobbyisten versuchen, den Fokus auf industriefreundliche Lösungen zu lenken.

Insgesamt wird deutlich, dass der Einfluss von Lobbyisten auf den Klimaschutz sowohl historisch als auch in der gegenwärtigen politischen Landschaft von erheblicher Bedeutung ist.


Podcastfolge „Neue Strategien – Wie Lobbyisten Klimaschutz verhindern“ vom –17.06.2026– aus dem Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Hörsaal„.


Podcastfolge in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/06/17/deutschlandfunknova_neue_strategien_wie_20260617_3170b491.mp3

Webseite der Folge in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/neue-strategien-wie-lobbyisten-klimaschutz-verhindern

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