🎙 Ist unser Wohlstand noch zu retten oder müssen wir unsere Prioritäten völlig neu setzen?

Der Soziologe Heinz Bude konstatiert das Ende des Zeitalters des stetigen Wachstums und Wohlstands in Deutschland.

Dies ist auf geopolitische Krisen und notwendige Prioritätensetzungen bei den Staatsausgaben zurückzuführen. Er erläutert, dass der Erhalt der allgemeinen Wohlfahrt – etwa des hochentwickelten Gesundheitssystems – künftig nur noch durch spürbare Einbußen beim individuellen Lebensstandard möglich sein wird.

Laut Bude führt diese Entwicklung zu einer tiefgreifenden Vertrauenskrise in die Regierungsfähigkeit und befeuert den Zulauf zu populistischen Strömungen quer durch alle sozialen Schichten. Bude warnt dabei vor einer wachsenden Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die aus reinem Eigennutz prinzipienlose Politik unterstützen würden, solange diese ihren persönlichen Wohlstand sichert.

Abschließend plädiert er für politische Wahrhaftigkeit und die Einsicht, dass die Gesellschaft die Zukunft des Landes als gestaltende Kraft in Europa wieder aktiv selbst in die Hand nehmen muss.


Aus dem Interview „Verlust als Grundproblem der Gegenwart – Heinz Bude, Soziologe“ der Deutschlandfunk-Sendung „Information und Musik“ vom –19.04.2026-.


Interview in neuem Tab hören: https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/04/19/verlust_als_grundproblem_der_gegenwart_heinz_bude_soziologe_dlf_20260419_0714_5f6359f3.mp3

Webseite des Interviews in neuem Tab lesen: https://www.deutschlandfunk.de/verlust-als-grundproblem-der-gegenwart-heinz-bude-soziologe-100.html

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Entfremdung. | Citation.

In dem Moment (…), da der Mensch, im Anfang des Zeitalters der Maschinen und der Masse, beginnt, aus einem Subjekt zum Objekt zu werden, aus einem handwerklich schöpferischen Individuum zu einem Diener, ja Sklaven der Maschine – in diesem Moment der Verluste, da droht, dass der Mensch sich selber verliert.

~ Jean Gebser, Philosoph, Schriftsteller und Sprachwissenschaftler, 1949, „Ursprung und Gegenwart” [Quelle: Gemini, nicht überprüft – alternativ: Gebser, Jean: Einbruch der Zeit. Novalis Verlag. Köln 1995.]

Gebser entwickelte eine Kulturphilosophie, die verschiedene Bewusstseinsstrukturen in der Geschichte der Menschheit beschreibt. Das von Zitat ist Teil seiner Kritik an der modernen Technisierung und der damit einhergehenden Entfremdung des Menschen.

Gebser setzte sich intensiv mit dem Übergang von der handwerklichen zur maschinellen Produktion sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen und psychologischen Folgen auseinander. Er sah in diesem Prozess die Gefahr, dass der Mensch seine Subjektivität verliert und zu einem bloßen „Objekt” im Mechanismus der modernen Welt wird.