Mit persönlichen Mantras oder Lebensphilosophien ist das so eine Sache. Spontan könnte ich keine nennen, da sie mich zu sehr einschränken würden.
Daraus ergibt sich bereits eine Lebensphilosophie: Ich bin gerne flexibel und offen für Veränderungen. Zusätzlich sehe ich mich auf einer lebenslangen Reise zu mir selbst. Es gibt keine Gewissheiten, außer der, dass es keine Gewissheiten gibt. Alles ist im Fluss und bedarf einer regelmäßigen Bewertung oder Neubewertung. Und ich möchte den Menschen so begegnen, wie ich selbst gerne begegnet werden möchte.
Das sind keine Dogmen, sondern Leitplanken.
Nach welchem persönlichen Mantra oder welcher Lebensphilosophie lebst du?
Am liebsten erkunde ich eine neue Stadt, indem ich aus dem Zug steige, durch den Bahnhof schreite, den Bahnhofsvorplatz betrete, innehalte, mich umschaue und mich dann treiben lasse. Wohin meine Füße und meine Neugier mich tragen. Meistens führt mich mein Weg zuerst in ein nahegelegenes Café. Dort komme ich zur Ruhe, nehme den Dialekt der Menschen und ihre Stimmung auf, fokussiere mich und akklimatisiere mich.
Wenn ich einen Koffer dabei habe, ist der erste Weg zum Hotel. Einchecken. Bei einer privaten Reise starte ich danach wie oben beschrieben. Bei einer beruflichen Reise geht es zum temporären Arbeitsplatz der nächsten Tage oder Wochen. Abends erkunde ich die neue Stadt auf dem Weg ins Restaurant. Möglichst jeden Abend ein anderes.
Irgendwann bilden sich ein Stadtplan und ein Netzplan der Busse und Bahnen in meinem Kopf. Plötzlich erkenne ich Straßen, Gebäude und Plätze wieder.
Welche Sehenswürdigkeiten hat die Stadt, die mich interessieren?
Am liebsten erkunde ich eine neue Stadt zu zweit: Zeig mir deine Stadt – nicht die touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern deine persönlichen Ecken, Straßen, Plätze, Parks, Kraftorte, Lieblingscafés und -restaurants.
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Für mich ist eine Persönlichkeit ein Mensch mit Format und Ausstrahlung. Eine Persönlichkeit hat Herausragendes geleistet – in Worten und/oder Taten. Sie verkörpert Originalität und hat unserer Welt etwas Eigenes, Neues hinzugefügt. Eine Persönlichkeit zeigt Haltung und Rückgrat. Sie ist unverwechselbar, hat Ecken und Kanten und vertritt auch unpopuläre Standpunkte. Eine Persönlichkeit ist sichtbar. Sie hat eine Strahlkraft und ein Charisma. Sie kann Menschen begeistern, überzeugen, provozieren oder in ihren Bann ziehen. Eine Persönlichkeit ist ein Vorbild für viele Menschen. Sie orientieren sich an ihr. Eine Persönlichkeit dient auch als Projektionsfläche für Ideen und Ideale.
Ein Mensch wird zu einer Persönlichkeit, wenn allein die Nennung seines Namens mit vielen Assoziationen verbunden ist, wenn sein Name bereits bestimmte Erwartungen, Qualitäten oder Weltanschauungen transportiert.
Für mich zeichnet sich eine Persönlichkeit dadurch aus, dass sie mutige Entscheidungen trifft und Weitblick hat.
Richard von Weizsäcker war für mich eine solche Persönlichkeit. Gerade jährte sich seine Ansprache zum 40. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1985. In dieser machte er den Deutschen bewusst, dass sie diesen Krieg nicht verloren hatten, sondern von sich selbst befreit wurden – befreit von einer menschenverachtenden Ideologie, der sie bis in den Tod folgten
(Heute sind die Deutschen wieder kriegstüchtig. Die Aggression bricht sich in der Öffentlichkeit zunehmend Bahn.). Die Reaktionen vieler Politikerinnen und Politiker zeigten, wie kleingeistig sie selbst waren und sind. Willy Brandt (Kniefall in Warschau), Helmut Schmidt (Sturmflutkatastrophe in Hamburg, Nicht-Erpressbarkeit durch Terroristen) …
Die Frage ist heute eine andere. Es gibt kaum noch Persönlichkeiten im oben beschriebenen Sinn. Möchtegern-Persönlichkeiten gibt es hingegen viele. Auch viele, die von den Medien künstlich hochgejubelt werden. Persönlichkeiten im oben beschriebenen Sinne sind heute weitgehend in der Öffentlichkeit unsichtbar. Vertreten sie eine von den Herrschenden abweichende Meinung, werden sie neuerdings gecancelt: Sie verlieren den Zugang zu ihren Bankkonten, zu ihren E-Mail- und Social-Media-Accounts, und ihre Freizügigkeit wird drastisch eingeschränkt.
Wenn ich in die Gedankenwelt wahrer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eintauche, finde ich auch bei denjenigen, mit denen ich mich nur wenig identifizieren kann, kluge, nachdenkenswerte Gedanken.
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Allgemein ist Orientierung das Sich-Zurechtfinden der eigenen Person in Raum und Zeit, das Sich-Verschaffen eines Überblicks, auch in unübersichtlichen Situationen. Sie ist die grundlegende Bedingung für Handlungsfähigkeit.
Orientierung ist auch die Haltung, die Einstellung oder die Ausrichtung, beispielsweise in politischen Fragen oder in Fragen der Sexualität.
Interessant ist, dass die folgende Definition ehemals nur in der DDR gebräuchlich gewesen sein soll: das Konzentrieren auf bestimmte Grundsätze und Ziele, sich gedanklich danach ausrichten und einen Leitfaden bzw. eine Leitlinie zu eigen machen.
Ich bezweifle, dass diese Definition nur in der DDR gebräuchlich war. Diese Definition kommt mir als „Wessie” am nächsten.
Über diese Frage habe ich tatsächlich noch nie bewusst nachgedacht.
Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz.“
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Personen gleichen und wirksamen Schutz gegen Diskriminierung wegen Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigen Status zu gewährleisten.“
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Reinhold Niebuhr, US-amerikanischer Theologe, um 1932