🎶 Also, Mary, steig ein …

Die Fliegengittertür fällt leise ins Schloss, während Mary im schwingenden Kleid die Veranda betritt. Im Hintergrund ist das leise Knistern eines Radios zu hören. Es ist ein Abend voller unausgesprochener Sehnsüchte, an dem die unbeschwerte Jugend allmählich zu verblassen scheint und die Gewissheit wächst, dass kein Retter vom Himmel herabsteigen wird.

https://youtu.be/JGBXnw86Mgc

Die wahre Verheißung ruht stattdessen staubig, unvollkommen und ungeduldig wummernd unter der Motorhaube eines Wagens.

https://open.spotify.com/intl-de/track/56lhDZNQ5J47aog6mGKeGk

Es ist der drängende, fast verzweifelte Ruf, die sichere, aber erstickende Tristesse der Kleinstadt abzustreifen – einen Ort, an dem verblasste Träume wie rostige Autowracks am Straßenrand verrotten und die Geister alter Erinnerungen im kühlen Morgenwind verwehen.

https://link.deezer.com/s/34MLltJtFhpyftMnw3OZU

https://music.apple.com/de/song/thunder-road/1733551799

Die Nacht bricht auf, die Fenster sind heruntergekurbelt und die „Thunder Road” entrollt sich im Dunkeln als letzte, flüchtige Chance auf echte, greifbare Freiheit. Was bleibt, ist der Mut, die eigenen Ängste zurückzulassen, einzusteigen und jene Stadt der Resignierten weit hinter sich zu lassen, um das eigene Leben zurückzugewinnen.


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📅❓ Nix Hex

Solange ich meine Träume noch leben kann, brauche ich keinen Geist, der mir Wünsche erfüllt.

Er könnte uns einen Wunsch erfüllen. Lieber Geist, sorge bitte dafür, dass die Menschen ihrem Namen „Homo sapiens” wieder gerecht werden, Kriege und Völkermorde beenden, Tiere als Mitgeschöpfe betrachten und unversehrt lassen, den Glauben beenden, dass irgendein Gott etwas bewirken würde, und der unausweichlichen Klimakatastrophe gemeinsam die Spitze nehmen.

Ein Flaschengeist erfüllt dir einen Wunsch – welcher wäre das?

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The genie grants you a wish. What is it?  |  Der Geist erfüllt dir einen Wunsch. Was wünschst du dir?

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📅❓ gesucht – gefunden

Ich würde ein Fundbüro gründen. Ein Fundbüro für Gefühle, Hoffnungen und Wünsche. Jeder könnte eintreten und fragen: „Guten Tag, haben Sie mein Glück gefunden?” Dies ist die Fortsetzung der Idee der Schweizer Autor:innen Andrea Keller und Patrick Bolle.

Die beiden Schweizer Autor:innen betrieben das interaktive Kunst- und Lebensprojekt „Fundbüro2“. Anstatt nach verlorenen Schlüsseln oder Regenschirmen zu suchen, gaben Menschen dort immaterielle Dinge auf – oder suchten danach. Das Buch „Guten Tag, haben Sie mein Glück gefunden? Im Fundbüro für Gefühle, Hoffnungen und Wünsche, Rowohlt Verlag, 2018) bündelt diese realen, sehr persönlichen Verlust- und Fundgeschichten.

Die Autor:innen gehen der Frage nach, wo wir suchen sollen, wenn uns plötzlich Träume, Gefühle, Leichtigkeit, Mut oder Motivation abhandenkommen. Gleichzeitig erzählen Menschen davon, wie sie unerwartet eine neue Leidenschaft, den Glauben an sich selbst oder an etwas Größeres (wieder-)entdeckt haben.

Die beiden Autoren schreiben im Vorwort ihres Buches sinngemäß:

‚Wenn uns Träume oder Gefühle abhandenkommen – wo sollen wir suchen? Eine Einladung zum Nachdenken darüber, was uns im Leben wichtig ist.

Im Laufe des Lebens verlieren und finden wir immer wieder Dinge wie Handschuhe oder Schlüssel, aber auch Nicht-Dinge, Immaterielles: eine Idee, eine Überzeugung, ein Gefühl. Plötzlich merken wir, dass die Hoffnung auf der Strecke geblieben ist und die Motivation abhandengekommen ist. Oder wir entdecken eine Leidenschaft, den Glauben an uns selbst oder an etwas Größeres. Die Autoren sammeln persönliche Verlust- und Fundgeschichten und laden die Leserschaft ein, sie auf eine anregende und eindringliche Reise zu begleiten – eine Expedition ins Innenleben der Mitmenschen und gleichzeitig zum eigenen Selbst und Sein.‘

Ich würde mit einem Pop-up-Fundbüro auf Tournee gehen, von Stadt zu Stadt, um den Menschen einen geschützten Raum zu bieten und ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Suchanfrage nach ihrem verloren geglaubten Glück aufzugeben oder zu erzählen, wo und wann sie es verloren oder gefunden haben – oder auch, warum sie es bisher noch nicht getroffen haben.

Idealerweise würden sich meine materiellen Selbstkosten durch freiwillige Spenden, Sponsoring oder Crowdfunding decken.

Happiness will be my business.

Tägliche Schreibanregung
Wenn du jetzt sofort ein neues Business starten könntest – was wäre es?

If you could start a new business right now, what would it be?  |  Wenn Sie jetzt ein neues Unternehmen gründen könnten, was wäre das?

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📅❓ Was ich säe, werde ich ernten.

Karma ist das universelle Prinzip von Ursache und Wirkung. Demnach formt jede meiner Taten, Worte und Absichten mein eigenes zukünftiges Schicksal.

So sehe und erlebe ich das.

Bildlich gesprochen: Jeder Stein (Gutes oder Böses), gleich welcher Größe, den ich ins Wasser werfe, erzeugt Wellen – große oder kleine. Mit meinem Verhalten stoße ich Gutes oder Böses an oder werde selbst angestoßen, Gutes oder Böses zu tun. Das Gleiche gilt für alle Schattierungen zwischen Gut und Böse.

Der österreichische Journalist und Autor Robert Misik sagte kürzlich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk:

»Also in dem Moment, wo Menschen in so etwas hineingeraten, wo sich ja auch eine Art von paranoider Weltwahrnehmung ergibt:

Alle sind meine Feinde und die Feinde müssen aus dem Weg geräumt werden. Da verändern sich Menschen ja. Wenn das über Jahre passiert. Und wir kennen es ja auch aus der Geschichte. Wir kennen ja aus der Geschichte viele Beispiele, nicht nur die grauenhaften der deutschen Geschichte. Das gibt es in anderen Kulturen ja auch.

Denken wir an Srebrenica oder die Genozid in Ruanda, dass Menschen an Verbrechen teilnehmen, auch enthusiastisch teilnehmen, die sie sich zehn Jahre vorher gar nicht vorstellen hätten können, dass sie daran teilnehmen und sich möglicherweise zehn Jahre später auch nicht mehr vorstellen können, was war ich für einer, der an dem teilgenommen hat.«

Jede physische oder geistige Handlung hat unausweichlich eine Folge, die auf den Handelnden zurückfällt. Nicht nur meine konkreten Taten, sondern auch meine Worte und Absichten erzeugen Karma. Positive, heilsame Handlungen führen zu gutem Karma, während von Gier oder Hass geleitete Handlungen negatives Karma erzeugen. Ich bin durch meine eigenen Handlungen selbst für mein künftiges Schicksal verantwortlich.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir in vielen Systemen leben und dass meine eigenen Handlungen auf die Handlungen anderer treffen, abgeschwächt oder verstärkt werden – jedenfalls werden sie verändert, sodass es so gut wie unmöglich ist, eine Linie zu ziehen zwischen meiner heutigen Handlung und meinem Sein irgendwann in der Zukunft.

Mit dem Glauben an Karma ist oft auch der Glaube an eine Wiedergeburt verbunden. So tröstlich dieser Gedanke auch sein mag, für mich ist der Tod das Ende. Vielleicht.

Tägliche Schreibanregung
Glaubst du an Karma?

Do you believe in karma?  |  Glaubst du an Karma?

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📅❓ Der zu verhindernde Irrsinn.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

~ Der erste Schöpfungsbericht (1. Mose (Genesis) 1,27), in der Übersetzung der Lutherbibel 2017

Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

~ Der zweite Schöpfungsbericht (1. Mose (Genesis) 2,7), in der Übersetzung der Lutherbibel 2017

Tägliche Schreibanregung
Wenn du ein Ereignis aus der Geschichte ausradieren könntest – welches wäre das?

If you could erase one event from history, what would it be?  |  Wenn du ein Ereignis aus der Geschichte auslöschen könntest, welches wäre das?

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📅❓ Nikolausi. Osterhasi. & Das Gute und das Böse.

Ich übersetze „ridiculous” lieber mit „absurd”. Absurd wird definiert als „widersinnig, dem gesunden Menschenverstand widersprechend, abwegig, sinnlos”.

Ein klassisches Beispiel ist mein Kinderglaube an die Existenz des Nikolaus, des Weihnachtsmannes, des Christkindes und des Osterhasen. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob das Positive dieses Glaubens oder das Negative seiner Entzauberung überwiegt und dementsprechend besser oder schlechter für Kinder ist. Bei mir führte die Entzauberung zu einer Ernüchterung, die den genannten Festen einen bitteren Beigeschmack gab und gibt. Andererseits möchte ich die Vorfreude und das Unerklärliche in meiner Kindheit nicht missen.

Viel schwerer wiegt mein Kinderglaube an das Gute im Menschen und dass das Gute letztendlich immer „siegt” (allgemein betrachtet). Obwohl meine Kindheit vom Vietnamkrieg und den langen Nachwirkungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs in der Familie geprägt war und ich bereits im vierten Schuljahr Filme vom Öffnen der Konzentrationslager sah, war mein Glaube an das Gute unerschütterlich.

Wie absurd und geradezu lächerlich kommt mir dieser Glaube heute vor.

Es ist nicht in Worte zu fassen, was Menschen Tieren für Genussbefriedigung antun.

Es ist nicht in Worte zu fassen, was die Menschen der Erde antun, wie sie ihre eigenen Lebensgrundlagen systematisch und gierig zerstören, wohlwissend, dass sie die Erde brauchen, die Erde sie aber nicht.

Es ist etwas anderes, Schwarz-Weiß-Dokumente zu sehen, in denen gezeigt wird, wie die Menschen vor 1914 und vor 1939 kriegstüchtig gemacht wurden, als dies live mitzuerleben, und zwar vor den von den Verantwortlichen genannten Jahreszahlen 2029/2030.

Erleben zu müssen, wie sich das Verhalten der Menschen als Individuen in der Öffentlichkeit allmählich verändert. Wie es verroht. Wie Empathie und Wohlwollen allmählich verschwinden.

Mir wird schwindelig bei dem Gedanken, wie diese Menschen wohl hinter verschlossenen Türen agieren.

Blitzlicht: In Deutschland wird alle drei Tage eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Die Zahl der erfassten Körperverletzungen stieg in den letzten zehn Jahren von ca. 114.000 auf 171.000 im Jahr 2024; 80 Prozent der Opfer sind Frauen).

Es gibt viele nette, wohlwollende, empathische, hilfsbereite, zugewandte, gelassene und friedliche Menschen.

Mein Kinderglaube an das Gute im Menschen wurde durch meinen Glauben als Erwachsener an die Verkommenheit der Menschheit als Ganzes ersetzt.

PS: Ich bin nicht verbittert. Ernüchtert.

Täglicher Schreibanreiz
Was hast du als Kind geglaubt, das dir heute total absurd vorkommt?

What’s something you used to believe as a kid that seems ridiculous now?  |  Was hast du als Kind geglaubt, was dir heute lächerlich erscheint?

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📅❓ dystopische Demut

Die Frage, ob die Menschen den Mars irgendwann besiedeln werden, ist keine Glaubensfrage. Es ist eine Frage der technischen Machbarkeit und des Überlebenswillens einzelner, unvorstellbar vermögender Menschen.

Die Besiedlung ist eine Ausbreitung in der Fläche, anders als eine einzelne Forschungsstation.

Die Vorbereitungen für die Besiedlung des Mars haben längst begonnen. Gerade fangen die unvorstellbar Vermögenden an, dies auf dem Mond zu üben.

Angesichts der unaufhaltsam auf uns zukommenden Vernichtung großer Teile der Menschheit durch eine von den Share- und Stakeholdern fossiler Bodenschätze angefeuerte Klimakatastrophe sowie dem Auslöschen weiterer großer Teile der Menschheit durch einen Russland und Europa vernichtenden Atomkrieg, von dem der militärisch-industrielle Komplex der Vereinigten Staaten von Amerika profitiert, haben die unvorstellbar Vermögenden längst irdische Bunker für sich und ihre Bediensteten gebaut – da gab es in den 2000er Jahren einen entsprechenden glaubwürdigen Bericht auf heise.de – und suchen nun nach Möglichkeiten, die Erde zu verlassen.

Ich glaube, dass dies technisch lösbar ist und die Hybris der Superreichen sie antreibt.

Es wäre ein untermarsisches Leben (unterirdisch würde nicht ganz passen) oder ein Leben unter Kuppeln auf der Marsoberfläche, das einem modernen, mit allem Komfort ausgestatteten Höhlenleben ähneln wird. Es wird von einer Gruppe unvorstellbar Vermögender oder ihrer Stellvertreter:innen angeführt und alle anderen Bewohner:innen werden sklavenähnlich gehalten.

Ein solches Leben wurde in der Science-Fiction-Literatur der letzten Jahrzehnte und in entsprechenden Kinofilmen hinlänglich beschrieben, aktuell in der Apple-TV+-Serie „Silo”.

Die oben erwähnte Hybris wird dafür sorgen, dass die unvorstellbar Vermögenden kläglich scheitern, erkennen, dass sie „nur“ Leben sind, das leben will, inmitten von Leben, das leben will, und in Demut sterben werden.

Täglicher Schreibanreiz
Glaubst du, dass Menschen irgendwann den Mars besiedeln? Und wie würde das Leben dort wirklich aussehen?

Do you think humans will ever colonize Mars? What would life there actually look like?  |  Glaubst du, dass Menschen den Mars jemals besiedeln werden? Wie würde das Leben dort eigentlich aussehen?

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📅❓ Es gibt sie.

Ob es Seelenverwandte gibt, ist keine Glaubensfrage. Sie existieren. Jedenfalls für mich.

Eine Seelenverwandte berührt den eigenen Wesenskern und bereichert das Leben dadurch nachhaltig. Es gibt diese natürliche und in vielen Punkten unerklärliche Verbundenheit. Dieses Gefühl, jemanden auf einer gemeinsamen Ebene zu verstehen und von ihm verstanden zu werden, geht weit über das Alltägliche hinaus.

Für mich als Introvertierten fühlt sich Seelenverwandtschaft nicht anstrengend, sondern völlig natürlich und mühelos an. Gemeinsame Stille wird nicht als peinlich empfunden. Als Seelenverwandte dürfen wir genau so sein, wie wir sind, mit allen Eigenheiten und Fehlern. Es gibt keinen Druck, sich verstellen zu müssen. Wir inspirieren uns gegenseitig, uns weiterzuentwickeln, Gewohnheiten zu hinterfragen und im Leben voranzuschreiten. Seelenverwandtschaft kann auch platonisch sein, beispielsweise in Form einer reinen Freundschaft mit der besten Freundin oder dem besten Freund, einer Vertrauten oder einem Vertrauten, dem man vieles anvertrauen kann. Die Gespräche werden nie oberflächlich. Seelenverwandte können einen auch „nur” als Weggefährten auf Zeit begleiten.

Täglicher Schreibanreiz
Glaubst du an Seelenverwandte? Warum (nicht)?

Do you believe in soulmates? Why or why not?  |  Glaubst du an Seelenverwandte? Warum oder warum nicht?

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📅❓ Loslassen.

Minimalismus bedeutet, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Für mich ist das keine Glaubensfrage. Ich weiß, dass er mir hilft, mich auf das zu fokussieren, was mir wesentlich ist.

Besitz, ständige Verpflichtungen oder ein überfüllter Alltag rauben mir mehr Energie, als sie mir geben. Für meine innere Ruhe und meinen Fokus brauche ich einen reduzierten Wohnraum als Oase der Ruhe. Ich ziehe mich gerne zurück, um soziale Verpflichtungen oder Kontakte auszugleichen, und ein klares, reizarmes Umfeld hilft mir, meine Batterien wieder aufzuladen.

Ich lege Wert auf Nachhaltigkeit. Ich ernähre mich rein pflanzlich, kaufe faire Kleidung und habe Respekt vor den natürlichen Ressourcen. Minimalismus unterstützt mich dabei. Ich bin auf der Suche nach Gegenständen, die einen echten, langlebigen Nutzen haben und mich erfreuen.

Regelmäßiges Ausmisten befreit mich und entlastet mich. Jeder Besitz beansprucht Zeit und Aufmerksamkeit: Er muss aufgeräumt, abgestaubt, repariert oder gewartet werden. Das kostet Lebenszeit, die ich viel lieber in Dinge oder Aktivitäten stecke, die mir guttun.

Ich halte nichts von einem Minimalismus, der mir vorschreibt, nur noch 100 Dinge zu besitzen. Dieses Ziel würde mich nur unnötig stressen.

Ich behalte genau das, was mein Leben bereichert, und lasse den Rest los.

Minimalismus scheint mir für Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach visueller Fülle haben, leidenschaftlich sammeln und basteln, emotionale Sicherheit in Gegenständen finden oder in existenzieller Knappheit leben, eher ungeeignet zu sein. Minimalismus ist ein Luxus, den sich Menschen leisten können, die im Überfluss leben.

Täglicher Schreibanreiz
Glaubst du an Minimalismus?

Do you believe in minimalism?  |  Glaubst du an Minimalismus?

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📅❓ Zwischen Gesetzbüchern und Baustaub: Mein Sommer am Limit

Die Frage, wann genau mir klar wurde, dass ich stärker bin, als ich dachte, hatte ich an dem Tag, an dem ich mein Diplom des Verwaltungsbetriebswirts (VWA) erhielt.

Es war der Abschluss eines sechssemestrigen Abend- und Wochenendstudiums. Das Studium absolvierte ich also parallel zu einer Vierzigstundenwoche in meinem Beruf. Als ich das Studium begann, konnte ich nicht ahnen, dass ich in den letzten Monaten, während der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, jeden Tag nach der Arbeit und ganztags an den Wochenenden ein Haus renovieren musste.

Die Zeit drängte, denn der Zeitmietvertrag lief aus und wurde nicht verlängert. Der Mietwohnungsmarkt war durch politische Entscheidungen leergefegt, sodass der Hauskauf die letzte Rettung vor der befürchteten Obdachlosigkeit war. Ich musste Prioritäten setzen. Da das Studium bis einschließlich des fünften Semesters befriedigend lief, entschied ich mich, die mündlichen Prüfungsvorbereitungen zu vernachlässigen.

Drei Monate lang schuftete ich neben meinem Beruf in dem kleinen Altbau, um ihn bewohnbar zu machen. Ich hatte bezahlte Hilfe. Gerade in diesen drei Monaten des Frühsommers herrschten hochsommerliche Temperaturen, die mir den Schweiß aus allen Poren trieben. Harte körperliche Arbeit war ich nicht gewohnt.

Ich wurde rechtzeitig fertig und hatte noch ein paar Tage Zeit, um mich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die mündliche Prüfung ungleich schwieriger werden würde als die schriftliche. Teilweise dachte ich, dass sie mir den Boden unter den Füßen wegzieht.

Besonders die Prüfung im Bürgerlichen Recht hatte es in sich. Sie ging in die Tiefe. Wir waren zu fünft in dieser Prüfung, und die ersten Fragen gingen an meine Kommiliton:innen, die sofort ins Schwimmen gerieten. Der Professor biss sich an ihnen fest, war genervt und wurde ironisch. Seltsamerweise gab er sich mit meinem Gestammel zufrieden und bohrte nie nach.

Es reichte für das Diplom. Bei der feierlichen Übergabe der Diplome wurde mir klar, was ich in den letzten Monaten geleistet hatte, dass ich über mich hinausgewachsen war und auch Glück gehabt hatte.

Täglicher Schreibanreiz
Welcher Moment hat dir gezeigt, dass du stärker bist, als du dachtest?

What’s a moment that made you realize you were stronger than you thought?  |  Was war der Moment, in dem dir klar wurde, dass du stärker bist, als du gedacht hast?

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